[Regionalliga] Liga ohne Zukunft?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Neu

      WieWaldi schrieb:

      redstar schrieb:

      WieWaldi schrieb:

      redstar schrieb:

      WieWaldi schrieb:

      Vielleicht sollte man mal an den Rahmenbedingungen für manche Spielklassen schrauben.
      Vielleicht sollte man auch einfach nicht mit zu hohen Ansprüchen/Erwartungen da rangehen.
      Vielleicht nicht heute und morgen, aber die Finanzierungsprobleme, die ja ein Grund der Reform von 2012 waren, haben sich seitdem eher noch verschärft. Da ist es doch nicht zu viel verlangt, dass man sich beim DFB darüber Gedanken macht und nicht nur die "Man kann nicht über seine Verhältnisse wirtschaften"-Keule schwingt.
      Das ist keine "Keule", sondern eine kaufmännische Binsenweisheit. Ich würde allerdings von Seiten der Liga die Anforderungen an Stadionkapazität & Co. senken.
      Das ist immer leicht dahingesagt. Die Vereine haben Fixkosten, an denen nicht viel einzusparen ist. Und wir reden von Profifußball. Erwartest Du, dass die Spieler mit 2500 € nach Hause gehen?Außerdem war das Ziel, durch Gründung der 3.Liga den Abstand zur 2.Liga zu verkürzen. Das ist gründlich misslungen, wenn man sich deren Einnahmen heute anschaut.
      Die Vereine werden doch nicht gezwungen, ausschließlich mit Profis zu arbeiten. Wenn das nicht geht, muss man halt kleinere Brötchen backen - oder auf den Aufstieg verzichten. Ihr habt da einfach ein überzogenes Anspruchsdenken. Nur weil die Vereine in der Dritten Liga sind, werden ihnen doch nicht die Rundum-sorglos-Pakete hinterhergeschmissen.

      Aber ganz generell: Meinetwegen kann man gerne die Drittliga-Anforderungen an Stadionkapazität, Flutlicht & Co. senken. Und die Dritte Liga in zwei Gruppen ausspielen: West/Südwest und Rest oder, wenn das nicht gewollt ist, Nord vs. Süd. Das würde die Fahrtwege erheblich verringern und die Zahl der Derbys erhöhen.
    • Neu

      redstar schrieb:

      WieWaldi schrieb:

      Das ist immer leicht dahingesagt. Die Vereine haben Fixkosten, an denen nicht viel einzusparen ist. Und wir reden von Profifußball. Erwartest Du, dass die Spieler mit 2500 € nach Hause gehen?Außerdem war das Ziel, durch Gründung der 3.Liga den Abstand zur 2.Liga zu verkürzen. Das ist gründlich misslungen, wenn man sich deren Einnahmen heute anschaut.
      Die Vereine werden doch nicht gezwungen, ausschließlich mit Profis zu arbeiten. Wenn das nicht geht, muss man halt kleinere Brötchen backen - oder auf den Aufstieg verzichten. Ihr habt da einfach ein überzogenes Anspruchsdenken. Nur weil die Vereine in der Dritten Liga sind, werden ihnen doch nicht die Rundum-sorglos-Pakete hinterhergeschmissen.
      Aber ganz generell: Meinetwegen kann man gerne die Drittliga-Anforderungen an Stadionkapazität, Flutlicht & Co. senken. Und die Dritte Liga in zwei Gruppen ausspielen: West/Südwest und Rest oder, wenn das nicht gewollt ist, Nord vs. Süd. Das würde die Fahrtwege erheblich verringern und die Zahl der Derbys erhöhen.
      Soll das ein Scherz sein? Der DFB hat die 3. Liga ausdrücklich als Profiliga eingeführt (und kommuniziert dies auch so). Einer der Gründe war ja gerade, dass der DFB als Verband selber wieder eine eigene Profiliga haben wollte. Und genau daran richtet sich ja auch die Kritik am DFB, eine Profiliga einführen und dann aber (im Vergleich zur DFL) für eine unzureichende finanzielle Ausstattung seiner Profiliga sorgen. Wie viele Vereine sind in den letzten Jahren in den beiden DFL-Profiligen in wirtschaftliche Schwierigkeiten bis zur Insolvenz geraten und wie viele in der DFB eigenen Profiliga?


      Edit: Nachfolgendes schreibt der DFB auf seiner Webseite über sein Premiumprodukt 3. Liga:
      "Rückblick. Die Zeit war reif im September 2006, reif für eine dritte Profiliga in Deutschland. Daher nahmen die Delegierten auf dem außerordentlichen Bundestag des DFB in Frankfurt am Main den Vorschlag der Spielklassenstruktur-Kommission an und beschlossen die Einführung der 3. Liga mit Beginn der Spielzeit 2008/2009. Die klaren Ziele: eine größere Leistungskonzentration in der Spitze, eine stärkere wirtschaftliche und mediale Aufmerksamkeit, vermehrte Fernsehpräsenz und damit verbesserte Vermarktungsmöglichkeiten für die 20 Vereine.
      In der Tat hat sich die höchste Spielklasse des DFB zum Premiumprodukt entwickelt."
      ...und niemals vergessen
      EISERN UNION!
    • Neu

      Klutsch schrieb:

      redstar schrieb:

      WieWaldi schrieb:

      Das ist immer leicht dahingesagt. Die Vereine haben Fixkosten, an denen nicht viel einzusparen ist. Und wir reden von Profifußball. Erwartest Du, dass die Spieler mit 2500 € nach Hause gehen?Außerdem war das Ziel, durch Gründung der 3.Liga den Abstand zur 2.Liga zu verkürzen. Das ist gründlich misslungen, wenn man sich deren Einnahmen heute anschaut.
      Die Vereine werden doch nicht gezwungen, ausschließlich mit Profis zu arbeiten. Wenn das nicht geht, muss man halt kleinere Brötchen backen - oder auf den Aufstieg verzichten. Ihr habt da einfach ein überzogenes Anspruchsdenken. Nur weil die Vereine in der Dritten Liga sind, werden ihnen doch nicht die Rundum-sorglos-Pakete hinterhergeschmissen.Aber ganz generell: Meinetwegen kann man gerne die Drittliga-Anforderungen an Stadionkapazität, Flutlicht & Co. senken. Und die Dritte Liga in zwei Gruppen ausspielen: West/Südwest und Rest oder, wenn das nicht gewollt ist, Nord vs. Süd. Das würde die Fahrtwege erheblich verringern und die Zahl der Derbys erhöhen.
      Soll das ein Scherz sein? Der DFB hat die 3. Liga ausdrücklich als Profiliga eingeführt (und kommuniziert dies auch so). Einer der Gründe war ja gerade, dass der DFB als Verband selber wieder eine eigene Profiliga haben wollte. Und genau daran richtet sich ja auch die Kritik am DFB, eine Profiliga einführen und dann aber (im Vergleich zur DFL) für eine unzureichende finanzielle Ausstattung seiner Profiliga sorgen. Wie viele Vereine sind in den letzten Jahren in den beiden DFL-Profiligen in wirtschaftliche Schwierigkeiten bis zur Insolvenz geraten und wie viele in der DFB eigenen Profiliga?
      Nö, soll kein Scherz sein. Mich interessieren auch nicht die Beweggründe des DFB. Der kann ja gerne viel wollen. Aber als Verein muss ich trotzdem abwägen, ob ich mir unter diesen Bedingungen die Teilnahme an einer solchen Liga wirklich leisten kann.

      Es kommt ja in unteren Ligen öfters mal vor, dass Vereine auf einen Aufstieg verzichten oder schon beim Lizensierungsverfahren kneifen.

      Ich erneuere meinen Wunsch nach Zweigleisigkeit trotzdem gerne. Wenn das Geld Eurer Meinung nach eh zu knapp ist, könnte man auf diesem Weg die Liga vielleicht attraktiver und "günstiger" machen. :)
    • Neu

      redstar schrieb:

      Nö, soll kein Scherz sein. Mich interessieren auch nicht die Beweggründe des DFB. Der kann ja gerne viel wollen. Aber als Verein muss ich trotzdem abwägen, ob ich mir unter diesen Bedingungen die Teilnahme an einer solchen Liga wirklich leisten kann.

      Es kommt ja in unteren Ligen öfters mal vor, dass Vereine auf einen Aufstieg verzichten oder schon beim Lizensierungsverfahren kneifen.

      Und was machst Du mit gestandenen Vereinen der 2.Liga, die es "überraschend" in die 3. verschlägt. Sollen die bei Abstieg direkt Insolvenz anmelden oder 50% ihrer Mitarbeiter entlassen? Selbstverständlich werden solche Vereine ein dickes Minus machen und wenn es nicht direkt wieder hoch geht, in der Saison darauf nochmal.

      redstar schrieb:


      Ich erneuere meinen Wunsch nach Zweigleisigkeit trotzdem gerne. Wenn das Geld Eurer Meinung nach eh zu knapp ist, könnte man auf diesem Weg die Liga vielleicht attraktiver und "günstiger" machen. :)

      Was für ein Unfug. Brächte direkt noch mehr Pleiten.
      Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind.
    • Neu

      WieWaldi schrieb:

      redstar schrieb:

      Nö, soll kein Scherz sein. Mich interessieren auch nicht die Beweggründe des DFB. Der kann ja gerne viel wollen. Aber als Verein muss ich trotzdem abwägen, ob ich mir unter diesen Bedingungen die Teilnahme an einer solchen Liga wirklich leisten kann.

      Es kommt ja in unteren Ligen öfters mal vor, dass Vereine auf einen Aufstieg verzichten oder schon beim Lizensierungsverfahren kneifen.
      Und was machst Du mit gestandenen Vereinen der 2.Liga, die es "überraschend" in die 3. verschlägt. Sollen die bei Abstieg direkt Insolvenz anmelden oder 50% ihrer Mitarbeiter entlassen? Selbstverständlich werden solche Vereine ein dickes Minus machen und wenn es nicht direkt wieder hoch geht, in der Saison darauf nochmal.

      redstar schrieb:

      Ich erneuere meinen Wunsch nach Zweigleisigkeit trotzdem gerne. Wenn das Geld Eurer Meinung nach eh zu knapp ist, könnte man auf diesem Weg die Liga vielleicht attraktiver und "günstiger" machen. :)
      Was für ein Unfug. Brächte direkt noch mehr Pleiten.
      Das sind Wirtschaft Unternehmen und die müssen Rücklagen bilden, Abstiege müssen einkalkuliert werden.
    • Neu

      Maulwurf schrieb:

      WieWaldi schrieb:

      redstar schrieb:

      Nö, soll kein Scherz sein. Mich interessieren auch nicht die Beweggründe des DFB. Der kann ja gerne viel wollen. Aber als Verein muss ich trotzdem abwägen, ob ich mir unter diesen Bedingungen die Teilnahme an einer solchen Liga wirklich leisten kann.

      Es kommt ja in unteren Ligen öfters mal vor, dass Vereine auf einen Aufstieg verzichten oder schon beim Lizensierungsverfahren kneifen.
      Und was machst Du mit gestandenen Vereinen der 2.Liga, die es "überraschend" in die 3. verschlägt. Sollen die bei Abstieg direkt Insolvenz anmelden oder 50% ihrer Mitarbeiter entlassen? Selbstverständlich werden solche Vereine ein dickes Minus machen und wenn es nicht direkt wieder hoch geht, in der Saison darauf nochmal.

      redstar schrieb:

      Ich erneuere meinen Wunsch nach Zweigleisigkeit trotzdem gerne. Wenn das Geld Eurer Meinung nach eh zu knapp ist, könnte man auf diesem Weg die Liga vielleicht attraktiver und "günstiger" machen. :)
      Was für ein Unfug. Brächte direkt noch mehr Pleiten.
      Das sind Wirtschaft Unternehmen und die müssen Rücklagen bilden, Abstiege müssen einkalkuliert werden.
      Was glaubst Du, wie viele Vereine der 1.-3.Liga das machen?
      Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind.
    • Neu

      Maulwurf schrieb:

      Ich hoffe alle
      Ich denke, dass Du weit mehr Vereine mit negativem Eigenkapital als mit Rücklagen findest.

      Es mag sein, dass man (im Regelfall) im Etat Winternachkäufe einkalkuliert. Kaum ein Verein wird aber eine Trainerentlassung einplanen und einen Zuschauerschwund gegenüber die Vorsaison auch nicht.
      Es geht bei vielen Vereinen zuerst darum, die Lizenz überhaupt zu erhalten und dafür müssen sie Liquidität nachweisen, die für eine Saison reicht, aber nicht zusätzliche Rücklagen für Krisenfälle. Wenn sie Kredite oder Bürgschaften auftreiben können, reicht das auch. Am wichtigsten ist, dass der Spielbetrieb gesichert ist.
      Und da man im sportlichen Wettbewerb steht, wird man alles daran setzen, eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen.
      Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind.
    • Neu

      WieWaldi schrieb:

      redstar schrieb:

      Nö, soll kein Scherz sein. Mich interessieren auch nicht die Beweggründe des DFB. Der kann ja gerne viel wollen. Aber als Verein muss ich trotzdem abwägen, ob ich mir unter diesen Bedingungen die Teilnahme an einer solchen Liga wirklich leisten kann.

      Es kommt ja in unteren Ligen öfters mal vor, dass Vereine auf einen Aufstieg verzichten oder schon beim Lizensierungsverfahren kneifen.
      Und was machst Du mit gestandenen Vereinen der 2.Liga, die es "überraschend" in die 3. verschlägt. Sollen die bei Abstieg direkt Insolvenz anmelden oder 50% ihrer Mitarbeiter entlassen? Selbstverständlich werden solche Vereine ein dickes Minus machen und wenn es nicht direkt wieder hoch geht, in der Saison darauf nochmal.

      redstar schrieb:

      Ich erneuere meinen Wunsch nach Zweigleisigkeit trotzdem gerne. Wenn das Geld Eurer Meinung nach eh zu knapp ist, könnte man auf diesem Weg die Liga vielleicht attraktiver und "günstiger" machen. :)
      Was für ein Unfug. Brächte direkt noch mehr Pleiten.
      Wie war das eigentlich früher, als es die Dritte Liga noch nicht gab? Sind da auch gleich alle Absteiger insolvent gegangen? Ach was, nicht? Na sieh mal einer an. :)

      Nö, ich glaube nicht, dass Zweigleisigkeit zu mehr Pleiten führen würde. Wir hätten nämlich dadurch auch geringere Kosten.
    • Neu

      WieWaldi schrieb:

      Zunächst mal viel geringere Einnahmen pro Verein. Aufstocken ist überhaupt nur denkbar, wenn man die entsprechenden Erlöse (Fernsehvertrag) schon ausgehandelt hat.
      Früher hilft ja nicht. Von den aktuellen Etats muss man ausgehen.
      Ob die Einnahmen wirklich "viel geringer" wären, müsste man erstmal abwarten.

      Gehen wir mal davon aus, dass aktuell der Etat eines durchschnittlichen Drittligisten zwischen 3 und 4 Millionen Euro beträgt. Davon betragen die TV-Erlöse 1,28 Millionen Euro.

      Rechnen wir jetzt mal mit Zweigleisigkeit und 36 statt 20 Vereinen bei gleichbleibenden TV-Erlösen. Dann kämen wir auf TV-Erlöse pro Verein von ca. 0,71 Millionen Euro, also 0,57 Millionen Euro weniger. Das macht nicht einmal 20 Prozent des Etats aus.

      Und das ist jetzt seeeeehr konservativ gerechnet. Zum einen könnte durch Aufstieg von 2. Mannschaften die Zahl der Vereine, die aus dem TV-Vertrag kassiert, noch deutlich sinken - also jeder einzelne Club mehr kassieren. Und zum anderen dürfte die Gesamtsumme eines TV-Vertrags ja auch deutlich steigen, weil ja fast doppelt so viele Spiele u vermarkten wären.

      Und gegenrechnen musst Du auch: Mehr Derbys, kürzere Reisewege, wesentlich leichtere Aufstiegsregelung, eventuell auch geringere Anforderungen.

      P.S.: Warum muss man "von den aktuellen Etats" "ausgehen"? Da lohnt zum Beispiel ein Blick in die Vergangenheit. Zu Beginn der Dritten Liga lagen die TV-Gelder pro Drittligist bei gerade einmal 0,5 Millionen. Es ging also damals auch mit noch weniger. Dieses Anspruchsdenken ist doch völlig überzogen.
    • Neu

      redstar schrieb:

      WieWaldi schrieb:

      Zunächst mal viel geringere Einnahmen pro Verein. Aufstocken ist überhaupt nur denkbar, wenn man die entsprechenden Erlöse (Fernsehvertrag) schon ausgehandelt hat.
      Früher hilft ja nicht. Von den aktuellen Etats muss man ausgehen.
      Ob die Einnahmen wirklich "viel geringer" wären, müsste man erstmal abwarten.

      Gehen wir mal davon aus, dass aktuell der Etat eines durchschnittlichen Drittligisten zwischen 3 und 4 Millionen Euro beträgt. Davon betragen die TV-Erlöse 1,28 Millionen Euro.

      Rechnen wir jetzt mal mit Zweigleisigkeit und 36 statt 20 Vereinen bei gleichbleibenden TV-Erlösen. Dann kämen wir auf TV-Erlöse pro Verein von ca. 0,71 Millionen Euro, also 0,57 Millionen Euro weniger. Das macht nicht einmal 20 Prozent des Etats aus.

      Und das ist jetzt seeeeehr konservativ gerechnet. Zum einen könnte durch Aufstieg von 2. Mannschaften die Zahl der Vereine, die aus dem TV-Vertrag kassiert, noch deutlich sinken - also jeder einzelne Club mehr kassieren. Und zum anderen dürfte die Gesamtsumme eines TV-Vertrags ja auch deutlich steigen, weil ja fast doppelt so viele Spiele u vermarkten wären.

      Und gegenrechnen musst Du auch: Mehr Derbys, kürzere Reisewege, wesentlich leichtere Aufstiegsregelung, eventuell auch geringere Anforderungen.

      P.S.: Warum muss man "von den aktuellen Etats" "ausgehen"? Da lohnt zum Beispiel ein Blick in die Vergangenheit. Zu Beginn der Dritten Liga lagen die TV-Gelder pro Drittligist bei gerade einmal 0,5 Millionen. Es ging also damals auch mit noch weniger. Dieses Anspruchsdenken ist doch völlig überzogen.
      Die Drittligisten schreiben zum allergrößten Teil rote Zahlen. Ob eine Verwässerung der Liga zu deutlich erhöhten TV-Erlösen führt, da setze ich mal ein dickes Fragezeichen. Ein Vergleich mit dem Beginn der 3.Liga kann heute kein Maßstab sein, guck Dir die Steigerungsraten der 2.Liga an. Wir reden ja von Profifußball. Den wollte der DFB für diese Liga.
      Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind.
    • Neu

      redstar schrieb:

      ...
      Wie war das eigentlich früher, als es die Dritte Liga noch nicht gab? Sind da auch gleich alle Absteiger insolvent gegangen? Ach was, nicht? Na sieh mal einer an. :)
      Nö, ich glaube nicht, dass Zweigleisigkeit zu mehr Pleiten führen würde. Wir hätten nämlich dadurch auch geringere Kosten.
      Früher war zwar auch nicht alles besser (ich erinnere mich an massive Spendenaktion und Sammlungen nach unserem Abstieg aus der 2. Liga 2004 und dem sich anschließenden Abstieg aus der 3. klassigen Regionalliga), aber trotzdem anders.
      Die Fallhöhe ist mittlerweile eine gänzlich andere. Die Schere zwischen DFL und DFB-Premiumliga geht zunehmend auseinander. Die 3. Liga ist anstatt Premiumliga eine finanziell abgehängte Profiliga. Selbst der zuständige Lizenzierungsfunktionär des DFB bezifferte vor der Saison in den Medien den Faktor zwischen 2. Liga und 3. Liga auf mittlerweile 4:1 (auf den Vereinsumsatz bezogen) und sprach von einer gefährlichen Schnittstelle. Die DFL-Ligen feierten gerade den 14.!! Umsatzrekord in Folge und haben den Umsatz seit 2010 mehr als verdoppelt.
      Am Beispiel Braunschweigs wird dies recht deutlich. Der BTSV war ein wirtschaftlich solider, gehobener 2. Ligist mit zuletzt ~40 Mio Gesamtumsatz, davon einem Spieleretat von 16 Mio. Natürlich hat der BTSV (wie in der knappen Saison 2017/18 die halbe 2. Liga) auch für Liga 3 geplant. Nur sind Spielerausgaben noch am einfachsten zu verändern, aber ein 2. Liga-Verein hat eben auch 30-40 feste Angestellte, zahlt eine entsprechende Stadionmiete und muss ein zertfiziertes Nachwuchsleistungszentrum nach DFL-Standard betreiben. So schnell kann man die Kostenstrukturen kaum umstellen. Hatte der BTSV zuvor ~ 13 Mio TV-Geld gibt es jetzt in Liga 3 nur ein Zehntel davon, dazu kommt die geringere Medienreichweite, die sich in der Höhe der Sponsorengelder niederschlägt und ein Rückgang der Zuschauereinnahmen. Der BTSV hat in Liga 3 jetzt einen Gesamtetat von ~ 14 Mio (davon Spieleretat 5 Mio €), hat also innerhalb kürzester Zeit knapp 26 Mio € eingespart und liegt dabei immer noch höher als der durchschnittliche Gesamtetat in Liga 3, der bei ~9 Mio € liegt. Von einem bekannten Wurstfabrikanten gibt es das Zitat, wenn du aus Liga 3 nicht sofort wieder aufsteigst, bist du so gut wie tot. Da steckt einiges an Wahrheit drin, denn in der nächsten Saison muss der BTSV den Gürtel natürlich noch enger schnallen. Braunschweig hat (wie die meisten anderen Absteiger in der 1. Saison) bisher z.B. Kürzungen im Nachwuchsbereich vermieden. Und natürlich können sie auch in Braunschweig oder Karlsruhe mit Zahlen umgehen, nur schwarze Zahlen schreibt trotzdem niemand. In Uerdingen oder Wehen ist die Farbe der Zahlen relativ egal, aber solche Gebilde erhöhen natürlich den Druck auf andere. Die (mittlerweile fest installierte) Solidarzahlung der 2. Ligavereine an Absteiger gibt es ja nicht ohne Grund.

      Nur mal eine kurze Auflistung von Absteigern aus Premium-Liga 3 mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten seit 2009, und damit in "nur" 10 Jahren:
      - Kickers Emden
      - VfR Aalen
      - Stuttgarter Kickers (Punktabzug und Abstieg wegen Nichtrückzahlung aus dem DFB-Kautionsfonds)
      - RW Ahlen
      - Alemannia Aachen
      - Kickers Offenbach
      - TuS Koblenz
      - FSV Frankfurt
      - Rot-Weiß Erfurt
      - Chemnitzer FC
      ...und niemals vergessen
      EISERN UNION!
    • Neu

      Es gab unter der Woche interessante Diskussionen.

      Das Meinungsbild der NOFV Vereine ist keineswegs so einheitlich, wie nach außen kommuniziert. Gerade die Berliner Vereine stehen einem Freistaatenmodell mit direkten Aufsteiger sehr offen gegenüber. Das Problem und deshalb auch die ganze Schärfe in der Diskussion ist, dass der Erhalt der RL Nordost für den NOFV essentiell ist. Die ganze Demographische Entwicklung und die Tatsache, dass Berlin eben keine Fußballstadt ist führen dazu, dass die Einnahmen sinken.

      Aus diesem Grund wird NOFV lieber die ganze Reform gegen die Wand fahren als zu einer Lösung zu kommen. Nach dem Motto alles auf Anfang und wir spielen auf Zeit. Das ist natürlich sehr bedauerlich. Der DFB muss sich auch der Zukunft stellen und hier wird natürlich auch die Frage nach den RV gestellt werden. Es gibt aus historischen Gründen schon ewgi den kleinen RV Südwest, der nur durch den hohen Organisationsgrad im Südwesten am Leben gehalten wird und daneben den übergroßen RV Süd. Ich halte hier einen Wechsel von Hessen schon länger für überfällig. Die Mittelfristige Frage wird aber sein, können wir uns vor Reformen verschließen nur um einen Verband am Leben zu erhalten. Gerade ein 4er RL Modell würde auch die Chance bieten die Strukturen der RV anzupassen und dies auch im Jugend und Frauenbereich zu übernehmen.
    • Neu

      Für mich liest sich das mehr nach Nägel mit Köpfen machen. Die vier entstehenden RL sollten dann deckungsgleich mit den RV sein, deren Strukturen dann auch für Frauen und Jugend zu übernehmen ist.
      Das hieße aber die Strategie des NOFV mit der Kampfabstimmung zu beantworten und hier wiederum lese ich Marcs Zeilen eher wieder als Zeichen der Angst vor der eigenen Courage.

      Vielleicht wäre ja eine Möglichkeit bei Neuzuschnitt der RL und Angleichung mit RV den neuen Nordostverband den Sitz Berlin zu geben (dann sind die Leute dort eben nur Angestellte eines umbenannten Verbands) und einen RV Südost strukturpolitisch den Sitz in Dresden oder Erfurt statt im völlig fußballübersättigten München zu geben, wobei das Drama wohl wäre, dass eine Südauflösung ohne Münchenkompensation nach Logik von Funktinären auch nicht geht.

      Es wird ja viel über die FIFA gemeckert, hier aber könnte sie Vorbild sein. Einfach Klasse, dass die Südamerikaner sich im Bunde mit anderen Kontinentalverbänden einfach per Mehrheit bei der Erweiterung der Fußballweltmeisterschaft der Vereine gegen die Europäer durchgesetzt haben. So macht man das. Anfangs werden viele Europäer protestieren, aber die eine Weiche ist gestellt.
      Es ist zermürbend wie entscheidungsunfähig unsere deutsche Gesellschaft geworden ist, seitdem man wirklich jeden meint mitnehmen zu müssen. alles-lausitz.de/die-zahl-bele…-leberwuerste-steigt.html

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Silesiosaurus ()

    • Neu

      Der Trainer des BFC Dynamo hat sich so zum Thema Reform geäußert:

      NNZ schrieb:

      In Punkto Regionalliga-Reform gibt es derzeit sehr kontroverse
      Diskussionen. Wie wäre Ihr Lösungsansatz für die verfahrene
      Angelegenheit?

      Der Staffelsieger muss nach der Saison belohnt werden und aufsteigen und
      nicht noch eine Relegation spielen. Ich bin für die Einführung von zwei
      vierten Ligen und das ohne Beteiligung der U23-Mannschaften der
      Bundesligisten.

      Für den Präsidenten des NOFV scheint "Zeitspiel" tatsächlich eine Option zu sein:

      Volksstimme schrieb:

      Wenn man den Vizepräsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Rainer Koch, hört, scheint der Plan der Zerschlagung fast durch zu sein. Was können Sie dagegen tun?

      Am Dienstag werden wir erst mal ein Meinungsbild erfragen. Aus der Regionalliga Nordost sind 14 von 18 Vereinen bereit, diese Liga zu erhalten. Den Berliner Vereinen ist es relativ egal, sie würden notfalls auch in den Norden fahren. Mit den ostdeutschen Drittligisten hatten wir zwei Gespräche. Zunächst hatten sich ja alle bis auf Cottbus für eine mögliche Zerschlagung der Nordost-Staffel ausgesprochen. Mittlerweile gab es aber weitere Gespräche. Es gilt, die Interessen unserer Regionalligisten und Drittligisten zu einen.

      Welche Modelle gibt es, durch die eine Zerschlagung verhindert werden könnte?
      Es gibt zahlreiche Modelle, die momentan diskutiert werden. Einen klaren Favoriten gibt es bisher noch nicht.

      Welche Variante bevorzugen Sie?
      Ehrlich gesagt bin ich für einen kompletten Neustart der Diskussionen. Wir sollten die anstehenden Treffen als befristeten Aufschub sehen. Wir sind an einer guten und vor allem für alle tragbaren Lösung interessiert – mit einer Regionalliga Nordost.
      "zahlreiche Modelle" hört sich natürlich vielversprechend an :)

      @Silesiosaurus Ob in Sachen Klub-WM schon das letzte Wort gesprochen ist, wird man sehen. Die ECA hatte ja vorab mit Boykott gedroht.
      Ein Kompromiss ist dann vollkommen, wenn alle unzufrieden sind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von WieWaldi ()

    • Benutzer online 5

      5 Besucher