Alles rund um die Regionalliga Bayern

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    • Bei den Kommentaren dazu steht ein Beitrag von Thomas Müther vom BFV, der sachlich erläutert wie die Strukturen sind und warum die RL Bayern ihre Berechtigung hat. Da steht viel richtiges drin.
      Verbesserungen können natürlich diskutiert und verwirklicht werden. Gerade der Südwesten ist unglücklich davon gekommen bei der Reform. so ganz glücklich macht mich die jetzige Struktur auch nicht, ich hätte vier Ligen (mit Direktaufstieg) besser gefunden.
      Das Grundproblem sind nicht die vielen braven finaziell soliden Amateurvereine Bayerns, sondern:
      - die grundsätzliche Kluft zwischen Profi und Amateurbereich und wo die Grenze zu ziehen ist
      - das Verkennen der Realität bei etlichen (Möchte)gern "Namen" bzw. deren Fans, die sich zu Höherem berufen fühlen und die Schuld natürlich immer wo anders suchen
      Außerdem sei daran erinnert: es sind deshalb so viele "Kleine" in der RL Bayern, weil eben die "Großen" oben in den Profiligen sind. Da ist Bayern überproportional vertreten.
      Warum ist eine SpVgg Greuther Fürth in der 2.Liga und all die Waldhofs und Konsorten unten? Darüber mal nachdenken ;)
    • Ich würde mal behaupten, dass es den meisten Kritikern der RL Bayern einfach darum geht, dass bei der gesamtem Regionalligareform im wesentlichen die bayerischen Belange und Forderungen betrachtet und umgesetzt wurden.
      Den meisten Vereinen ging es 2010 vor allem um eine Begrenzung der Zweitvertretungen, einen etwas regionaleren Charakter und eventuell auch noch um höhere Aufstiegschancen.

      Den Bayernvertretern ging es einzig und alleine darum, dass die Bayernliga bzw. die höchste bayerische Liga wieder viertklassig ist ("Ziel wird es nicht sein, aufzusteigen, sondern Meister zu werden.").

      Das hat ja auch toll geklappt. Bayern hat seine eigene Liga (ja ich weiß, auch NRW), die Zweitvertretungen sind immer noch viel zu viele und über die Aufstiegsmöglichkeiten muss ich wohl nichts sagen.
      Hinzu kam dann noch, dass man in Bayern sehr viele Ober- und Landesligisten hochgezogen hat, was natürlich anfänglich zu einer sportlich schwächeren Liga geführt hat. Im Südwesten dagegen durften gerademal die Oberligameister aufsteigen.
      Dass dann Neid aufkommt, ist wohl normal. Natürlich sollten sich viele der Traditionsvereine, die in den unteren Klassen versauern, an die eigene Nase fassen. Da wurde viel Misswirtschaft betrieben, die aber der DFB mit seinen diversen Reformversuchen auch noch gefördert hat.

      Mich interessieren vor allem zwei Dinge:

      1.Was wäre für eine Reform herausgekommen, wenn man keine RL Bayern etabliert hätte?

      2. Sind wir jetzt mit der jetzigen Struktur besser dran als vorher? (mit wir meine ich die (einfache) Mehrheit der Regionalligisten ohne die Zweitvertretungen)


      Zu 1. : eventuell vier Staffeln oder, was wahrscheinlicher ist, gar keine Änderung

      Zu 2. : ganz sicher nicht (keine Fernsehgelder, keine direkte Aufstiegsmöglichkeit, ein riesiger Schritt zwischen RL und 3. Liga usw.)
      "Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.." (Albert Einstein)
    • Rabbit83 schrieb:

      Ich würde mal behaupten, dass es den meisten Kritikern der RL Bayern einfach darum geht, dass bei der gesamtem Regionalligareform im wesentlichen die bayerischen Belange und Forderungen betrachtet und umgesetzt wurden.
      Den meisten Vereinen ging es 2010 vor allem um eine Begrenzung der Zweitvertretungen, einen etwas regionaleren Charakter und eventuell auch noch um höhere Aufstiegschancen.


      ich bin mir da nicht so sicher. höhere aufstiegschancen spielen sicher nicht für die meisten vereine eine rolle, viele sehen auch mit der viertklassigkeit das fahnenstangenende erreicht; auch die begrenzung der zweitvertretungen wird etwas relativiert durch die zahltage gegen gewisse zweitvertretungen, die viele vereine gerne sehen; aber man kann die ja nicht unter dem aspekt aussuchen

      Rabbit83 schrieb:

      Den Bayernvertretern ging es einzig und alleine darum, dass die Bayernliga bzw. die höchste bayerische Liga wieder viertklassig ist ("Ziel wird es nicht sein, aufzusteigen, sondern Meister zu werden.").
      Das hat ja auch toll geklappt. Bayern hat seine eigene Liga (ja ich weiß, auch NRW), die Zweitvertretungen sind immer noch viel zu viele und über die Aufstiegsmöglichkeiten muss ich wohl nichts sagen.
      Hinzu kam dann noch, dass man in Bayern sehr viele Ober- und Landesligisten hochgezogen hat, was natürlich anfänglich zu einer sportlich schwächeren Liga geführt hat. Im Südwesten dagegen durften gerademal die Oberligameister aufsteigen.


      das erwarte ich auch von einem bayrischen funktionär, daß er sich für die interessen der mitglieder seines verbands einsetzt. die frage geht ja immer noch, das wurde ja im oben angesprochenen interview auch erwähnt, an die vertreter des süden/südwestens, warum die ihrer benachteiligung nicht energischer entgegengetreten sind ?

      mit einer abschaffung der bayernrl und vier staffeln kann man freilich das direktaufstiegsproblem lösen, pluspunkt, aber ob das dann so ausgwogen ist, wenn der n und no gleichermaßen mit dem s und w/sw einen aufsteiger stellen :S
    • Wacker-Wiggerl schrieb:

      die frage geht ja immer noch, das wurde ja im oben angesprochenen interview auch erwähnt, an die vertreter des süden/südwestens, warum die ihrer benachteiligung nicht energischer entgegengetreten sind ?

      Berechtigte Frage. Da kann man nur spekulieren. Vielleicht haben sie die Konsequenzen in bester Funktionärsmanier nicht überdacht? Oder sie haben vor dem großen BFV (bezogen auf Mitglieder, Vereine und die Fläche) gekuscht....

      Wacker-Wiggerl schrieb:

      mit einer abschaffung der bayernrl und vier staffeln kann man freilich das direktaufstiegsproblem lösen, pluspunkt, aber ob das dann so ausgwogen ist, wenn der n und no gleichermaßen mit dem s und w/sw einen aufsteiger stellen :S

      Da liegt der Hase im Pfeffer. Eine geographisch logische Aufteilung wird immer zu Lasten mehrerer Landes- und Regionalverbände gehen. Es ist wohl eher so, dass das Problem schon eine Ebene darüber beginnt. Wäre die 3. Liga zweigleisig, gäbe es darunter nicht dieses Tohuwabohu. Aber solange der DFB der Meinung ist, mit seiner 3. Liga den ganz großen Wurf gelandet zu haben, wird sich daran nichts ändern.
      "Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.." (Albert Einstein)
    • Bayern ist zwar der größte Landesverband, aber ohne die anderen hätten sie ihre Wünsche nicht durch bekommen. Die wollten usprünglich sogar eine Abschaffung der RL und eine Stärkung der reduzierten Oberligen. Das ging nicht durch.Natürlich gings auch darum. eine höchste bayerische Liga möglichst weit oben zu haben, aber das allein wars nicht. Die jetzige Lösung ist ein Kompromiss, der eine breite Mehrheit hatte. Die Vetreter der Amateurvereine wollten eine realistisch bezahlbare höchste Liga für die, welche nicht höher hinaus wollen oder können. Die 1. und 2. Bundesligavereine wollten ihre U23 im regulären Spielbetrieb behalten.
      Als NRW und Nordost die Chance auf ihre eigene RL sahen, waren sie mit den Bayern Hand in Hand. Die Südwestvereine wollten keineswegs mit NRW zusammen, BaWü war von Bayern ausgebootet, also blieb nur die jetzige RL Südwest als "Lösung".
      Wegen des Süd-Nord-Gefälles in Vereinsdichte wird es auch wegen evtl. langer Wege immer ein Problem der Aufteilung geben, zumal Landesverbände an ihren Pfründen festhalten. Daher wird es z.B. auch keine gemeiname Oberliga Hessen/Südwest geben und über die "Witzoberligen" im Norden kann ich nur den Kopf schütteln.
      Die jetzige RL-Einteilung halte ich nicht für der Weisheit letzten Schluss, aber sie hat immerhin vielen kleineren bzw. finanziell eingeschränkten Vereinen eine bezahlbare Liga geschaffen.
      Das Grundproblem sehe ich darin: wo wird die Grenze zwischen Profis und (Halb)Amateuren gezogen? Wie muss der Fußball finanziell aufgestellt sein, wie ist die Verteilung des Kuchens (auch z.B. Fernsehgelder). Die Schere zwischen oben und unten wird immer größer.
      Im Grunde geht es auch nicht nur um die Regionalligen. Auch die eingleisige 3.Liga muss hinterfragt werden und auch die Zahl und Struktur der Oberligen.
      Die RL Bayern ist für die meisten beteiligten jedenfalls Vereine eine gute Lösung. Die Gesamtstruktur der Ligen ist das Problem.
    • Manfred schrieb:

      Im Grunde geht es auch nicht nur um die Regionalligen. Auch die eingleisige 3.Liga muss hinterfragt werden und auch die Zahl und Struktur der Oberligen.
      Die RL Bayern ist für die meisten beteiligten jedenfalls Vereine eine gute Lösung. Die Gesamtstruktur der Ligen ist das Problem.

      :rauf:
      Genau so siehts aus. Ein Problem der "neuen" Regionalliga war von Anfang an die Tatsache, dass sie nur noch viertklassig ist. Und wenn man darüber noch eine landesweite 3.Liga setzt, muss man eigentlich kein Hellseher sein, um zu merken, dass so etwas nie auch nur halbwegs reibungslos laufen kann. Ich persönlich könnte auch sehr gut mit einer zweigeteilten 3. Liga leben. Nach Rostock oder Kiel muss ich (Saarland) in der Drittklassigkeit nicht unbedingt fahren.
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    • Gehört eigentlich in den Rosenheim-Thread, aber aufgrund der Äußerungen bezüglich der Attraktivität passt es auch hier hinein.
      fupa.net/berichte/notruf-1860-…-finanzsorgen-107884.html
      "Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.." (Albert Einstein)
    • Und was hat das mit der Regionalliga zu tun? Doch eher, dass dieser Verein bei den Leuten kein Interesse findet bzw. Rosenheim keine Fußballstadt ist. Mit so wenig Zuschauern und keinem Sponsor hätte man auch in der Oberliga Probleme, vielleicht sogar in der Landesliga.
    • Er erwähnt ja im Text, dass es woanders ähnlich ist. Bei Rosenheim wird es natürlich auch durch die Nähe zu München erschwert. Allerdings zeigt sich hier auch, welche Probleme entstehen, wenn man Vereine auf ein Liganiveau hochzieht, auf dem sie normalerweise nichts verloren haben (bezogen auf Umfeld und Strukturen).
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    • Weiche Flensburg hat doch vor kurzem ebenso das Desinteresse in der Stadt beklagt und die spielen in der Regio Nord.

      Ich glaube das Problem ist unabhängig vom Standort.
      Vereine ohne Tradition im Profifußball, ohne Fanszene und ohne sportliche Perspektive haben es überall schwer.
      Wuppertaler SV
    • Manfred schrieb:

      ...
      Die RL Bayern ist für die meisten beteiligten jedenfalls Vereine eine gute Lösung.
      Richtig. Bei allem Streben nach Proporz und Normierung der Ligen anhand von Mannschafts- und Mitgliederzahlen sollte dies das entscheidende Kriterium sein.
      Regionalligen sollten so gefasst sein, dass Vereine in historisch gewachsenen Ligen gegen ihre traditionellen Rivalen spielen. Das funktioniert in Bayern gut, wenn z.B. in Franken Mannschaften wie Aschaffenburg, FWK, WFV, Schweinfurt, Bamberg, Bayreuth und Hof in einer Liga spielen können, ist das ideal für diese Region.
      Wenn die Bayern selber mit ihrer Liga zufrieden sind, warum sollte man ihnen von außen reinquatschen, zumal doch ein paar schöne Orte und nette kleine Stadien dabei sind.

      Ich halte wenig davon, Ligen am Reißbrett einzuteilen und Mannschaften hin- und herzuschieben, nur um mit Gewalt "gleichstarke" Staffeln zu erreichen.

      Allerdings schade, wenn die Toleranz dann am eigenen Tellerrand endet. Siehe

      Manfred schrieb:

      ...und über die "Witzoberligen" im Norden kann ich nur den Kopf schütteln.
      Ich gehe mal davon aus, daß du über Ligen urteilst, in denen du teilweise noch nie ein Spiel besucht hast. Einfaches Verhaltensmuster: Deine "Regionalliga" Bayern gerät unter Druck und wird kritisiert, weil sie weniger "grosse" Namen als andere Staffeln aufweist, und als "Gegenargument" (Ablenkungsmanöver) trittst du dann schnell auf eine (deiner Meinung nach) noch schlechtere Liga ein, deren Existenzberechtigung du dann in Frage stellst.

      Ganz schwach, so funktioniert der moderne Fußball. Der Große frisst den Kleinen, der Bayernfan verachtet den Clubfan, der Clubfan den Kleeblättler, die Fans der Profivereine den Amateurfussball, die Drittligisten die Regionalligisten, und die Befürworter der Regionalliga Bayern die vier "Witzoberligen" im Norden. Und am Ende zählt sowieso nur noch Champions-League und alle um uns herum sind längst FCB, BVB, Man Utd. oder Barca-Fans.

      Respekt untereinander wäre das Zauberwort, aber jeder schaut nur, daß sein eigener Verein so schnell und so heil wie möglich aus den unteren Ligen raus kommt. Und dann kackt er auf den ganzen Amateurkram und die anderen kleinen Witzvereine.
      Schreibt dir jemand, der die Spvgg Fürth (ohne Greuther) mal in der Landesliga Mitte am Ronhof (ohne Sponsorzusatz) gesehen hat. Mit Hochachtung vor den Leuten, die damals regelmässig ins Stadion gingen. Jemand, der über die Blödheit der anderen Verbandsvertreter und über die Schlauheit von Herrn Koch mit seinen Taschenspieler-Statistiken (Mannschaftszahlen aus der Kreisklasse als Beleg für die Leistungsfähigkeit im Regionalligabereich) nur staunen kann, aber euch eure Regionalliga trotzdem gönnt.
    • Manfred schrieb:

      Warum ist eine SpVgg Greuther Fürth in der 2.Liga und all die Waldhofs und Konsorten unten? Darüber mal nachdenken ;)
      Nicht zuletzt deshalb, weil die zwar traditionsreiche, aber lange erfolglose Spielvereinigung mit dem ungeliebten Nachbarn aus dem ebenso ungeliebten "Bauerndorf" Vestenbergsgreuth fusionierte.

      Der traditionsreiche SV Waldhof dagegen entschied sich gegen ein von Sponsoren geforderte (und geförderte) Fusion mit dem Stadtrivalen VfR. Und ging auch trotz starker Konkurrenz im benachbarten Kraichgau weiter seinen eigenen Weg. So viel Sturheit verdient mindestens genau so viel Anerkennung wie die "Erfolgsstory" des Fusionsvereins Teeblatt Fürth. Nur meine Meinung.

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    • Also die zwei Stadtligen Bremen und Hamburg sowie auch die Niederrheinliga und Mittelrheinliga finde ich direkt unter den Regionalligen aufgrund des zu hohen Quantensprungs der dortigen Vereine auf der 5. Ebene zu hoch platziert. Eine OL Nordrhein, Niedersachsen/Bremen & Hamburg/SH fände ich im Sinne des "Tannenbaum-Systems" wie in England schon angebracht. Eine Stufe tiefer fände ich für diese Ligen wie wohl auch die meisten anderen vollkommen in Ordnung.
    • Auweia. Da platziert man einen Artikel über 1860 Rosenheim und schon gehts wieder los....
      Find ich gut. :thumbup:

      Zu der ganzen Problematik möchte ich dann auch noch mal meinen Senf dazu geben. Das wird jetzt etwas ausführlicher, aber ich habe mir auch lange Zeit Gedanken darüber gemacht.

      Zuerst sollte man mal sehen, woher der Begriff "Regionalliga" kommt und wofür sie eigentlich da ist/war.
      Der Begriff "Regionalliga" kommt nicht etwa von regional im Sinne von "alles im Umkreis von max. 50 km" sondern von den Regionalverbänden. Von denen gibt es, wie ja jeder weiß, fünf (Nord, Nordost, West, Südwest, Süd).

      Die ersten Regionalligen gab es 1963-1974 und diese waren unterhalb der 1. Bundesliga angesiedelt. Die Einteilung der Mannschaften erfolgte streng nach den Regionalverbänden, wobei West-Berlin natürlich etwas beschränkt war, aber es war halt kalter Krieg.
      Diese Ligen waren als Profianschlussligen konzipiert, d.h. ein Absteiger aus der Bundesliga sollte nicht zu tief fallen und den Vereinen in der Zweitklassigkeit sollte der Aufenthalt dort möglich sein, ohne sich ins finanzielle Unglück zu stürzen. Allerdings zeigte sich dann, dass der Fall von oben doch sehr schmerzhaft war und auch viele Aufsteiger mussten für den Ausflug ins Lizenzspielerlager teuer bezahlen. Hinzu kam noch der fehlende Direktaufstieg durch die Aufstiegsrunde zur Bundesliga.

      Von 1974 (Norddeutscher FV) bzw. 1978 (der Rest) bis 1994 gab es unterhalb des Profifußballs (den neugegründeten 2. Bundesligen Nord und Süd) die Amateuroberligen als dritte Spielklasse. Diese wurden teilweise nach Landesverbänden, teilweise nach Regionalverbänden aufgestellt.
      Als ab 1981 die 2. Bundesliga nur noch eingleisig war, ergab sich dann auch hier das Problem, das ein Aufstieg nur über eine Aufstiegsrunde möglich war. Hinzu kam der enorme Unterschied zwischen einer landesweiten Liga und z.B. einer Oberliga Südwest, Hessen oder Nordrhein (von Berlin mal ganz zu schweigen).

      Ab 1994 wurde dann die Regionalliga als dritte Spielklasse eingeführt. Sie war in drei Staffeln (Nord, West, Süd) eingeteilt, wobei die Nordstaffel in zwei Halbstaffeln (Nord und Nordost) ausgespielt wurde, deren Sieger dann Relegationsspiele um den Aufstieg ausspielen mussten. Diese Regionalligen waren an sich nicht schlecht (man sehe sich nur die Vereine an, die da damals spielten). Es gab einen direkten Aufstieg, attraktive Gegner und einen soliden Unterbau der Profiligen.

      Ab dem Jahr 2000 wurden dann die vier Staffeln auf zwei (Nord und Süd) zusammengelegt, was einerseits zu einer höheren Leistungsdichte führte, andererseits die Ligen für kleinere Vereine völlig unrentabel und uninteressant machte. Immerhin stiegen die Aufstiegschancen, da die ersten beiden Vereine jeder Staffel aufsteigen durften. Ich erinnere mich noch an das Kicker-Sonderheft zur Saison 2000/2001 (oder war es doch von der Sportbild?). Darin wurde die These aufgestellt, dass eine zweigleisige 3. Liga nur der Schritt zu einer bundesweiten 3. Liga darstellt. Sie sollten Recht behalten....

      So kam es denn zur Saison 2008/2009 zur Einführung der 3. Liga. Hier erhofften sich die Verantwortlichen des DFB und vieler ambitionierter Vereine eine hohe Leistungsdichte unterhalb der von der DFL geführten Bundesligen, mehr Aufmerksamkeit durch die Medien und eine höhere Attraktivität für Fans und Sponsoren. Außerdem hatte der DFB endlich etwas außer der Nationalelf mit dem er DFL Konkurrenz machen konnte, und in der Tat tummelten und tummeln sich in der dritten Liga einige Hochkaräter.
      Der Verlierer des ganzen Prozesses waren die Regionalligen, nur wussten sie das noch nicht. Erstmal in der Fußballhistorie waren die sie nur noch viertklassig. Dennoch sollten sie als Profianschlussligen und gleichzeitig als Ausbildungsligen für die Profclubs dienen. Die hochgesteckten Ziele waren auch an den Anforderungen zu erkennen, besonders in finanzieller und infrastruktureller Hinsicht.
      Die Folgen sind bekannt: Insolvenzen ohne Ende, die teilweise das Tabellenbild auf das Gröbste verzerrten, miese Zuschauerzahlen (insgesamt gesehen) und unattraktive Gegner (klar, die etwas größeren Namen spielten ja teilweise in der 3. Liga) und viel zu viele Zweitvertretungen. Natürlich sind auch einige Vereine an ihrer Großmannssucht gescheitert, aber viele an der Ligastruktur insgesamt.

      Das konnte natürlich nicht ewig so weitergehen, sonst hätte es in ein paar Jahren fast keine (ersten) Mannschaften mehr in der Regionalliga gegeben. Daher kam es zu verschiedenen Lösungsansätzen, die ich gleich aufführen werde. Dabei ist zu beachten, dass ich nur die aufschreiben kann, die mir bekannt sind. Natürlich kann es sein, dass ein Lösungsvorschlag eines einzelnen Vereines untergeht, in diesem Fall bitte ich um Verzeihung.

      Die am häufigsten vorgeschlagen Lösungen waren:

      1) alles bleibt so, wie es ist (DFL und einige Regionalligisten)

      2) zwei Regionalligen (Nord & Süd) für die ersten Mannschaften, sowie eine eigene Liga für die Zweitvertretungen (Initiative Pro Regionalliga-Reform 2012 mit Unterstützung vieler Vereine aus den Regionalligen und dem Amateurbereich + der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband WFLV)

      3) Ligastruktur (drei Staffeln) bleibt, jedoch Beschränkung von Zweitvertretungen und eventuell ein weiterer Aufstiegsplatz oder die Qualifikation für den DFB-Pokal der Tabellenzweiten (das habe ich in einzelnen Foren, Blogs und Zeitungen gelesen, jedoch weiß ich die konkreten Vereine dahinter nicht mehr)

      4) Tja, und dann kam Bayern, wobei fairerweise gesagt werden muss, dass die bayerischen Vorschläge auch von Vereinen außerhalb des Freistaates unterstützt wurden (in erinnere mich an Äußerungen eines Verantwortlichen des FC Homburg).
      Was wollte nun der Bayerische Fußballverband (BFV)?

      In erster Linie sollten unterhalb der dritten Liga die Regionalligen abgeschafft werden (tolle Regionalligareform...) und deren Stelle die Oberligen gesetzt werden. Somit wäre die Bayernliga wieder auf dem vierten Liganiveau angekommen. Dass wäre zwar für die meisten Amateurvereine eine tolle Sache, jedoch würden alle ambitionierteren Vereine degradiert.
      Die Nachteile einer solchen Lösung liegen auf der Hand:

      - kein Direktaufstieg mehr
      - ein extremer Unterschied zwischen den Vollamateurbedingungen in den Oberligen und den Vollprofianforderungen in der dritten Liga
      - ein unglaublich tiefer Fall bei einem Abstieg aus der dritten Liga, den viele Vereine vermutlich gar nicht auffangen könnten und in die Pleite gehen
      - der Traum der Profivereine geht in Erfüllung, die Abschottung des Profigeschäftes nach unten

      Und was kam dann 2010 auf dem DFB-Bundestag heraus?

      Eine Lösung mit fünf Staffeln und nebenbei immer noch vielen Reservemannschaften, in der, oh Wunder, die Bayernliga plötzlich wieder viertklassig war. Dass dafür sehr viele Oberligisten und sogar Landesligisten (6. Liga!) hochgezogen werden mussten, war klar. Denn in der alten Regionalliga Süd spielten in ihrer letzten Saison 2011/2012 ganze sechs bayerische Vertreter, von denen nur ein einziger (!!), der FC Memmingen, keine Zweitvertretung war.
      Man muss den Vertreter des BFV lassen, dass sie wirklich gute Lobbyarbeit geleisten haben. Das ist jetzt nicht negativ gemeint, sondern sogar bewundernd. Eigentlich hätte irgendeinem beim DFB auffallen müssen, dass hier vor allem die Wünsche eines Landesverbandes berücksichtigt wurden.

      Durch diese Reform wurde die Regionalliga zu einer reinen Amateurliga degradiert und verliert völlig ihre ursprünglich Funktion als Profianschlussliga.

      Es wird gerne behauptet, dass die Regionalliga Bayern für die bayerischen Amateurmannschaften eine gute Sache sei. Das mag natürlich sein, aber eine Liga, in der es nur darum geht, welche Zweitvertretung das Rennen um den Relegationsplatz macht, hat die Bezeichnung "Regionalliga" nicht verdient.
      Gäbe es die alte Regionalliga Süd oder eine ähnlich gestaltete Liga noch (mit einer Beschränkung von Zweitvertretungen), könnten die wirklich ambitionierten Bayernvertreter (ein Handvoll gibt es ja, siehe Schweinfurt, Bamberg, Aschaffenburg, Würzburg,...) auch hier gut Fuß fassen und wären Teil eines leistungsfähigeren Unterbaus der dritten Liga.

      Dem ganzen Rest der bayerischen "Champions League der Amateure" (nebenbei nicht nur in Bayern, solche Mannschaften gibt es auch in den anderen Regionalligen, nur nicht in solcher Konzentration) kann es eigentlich egal sein, ob sie jetzt auf der vierten oder fünften Ligaebene spielen. Keiner dieser Vereine hat Aufstiegsambitionen und die Bedingungen wären fast die gleichen.

      Um es kurz zu machen:
      Durch die bayerische Logik ("Die Regionalliga ist eine Amateurliga und sonst nichts!") wird der deutsche Fußball gespalten. Der Profifußball auf der einen und der Amateurbereich auf der anderen Seite. Dazwischen soll es nichts geben?

      Bitte Leute, einfach mal nachdenken!

      Die Regionalliga war nie eine Amateurliga und sie sollte es auch nie sein. Für die reinen Amateure gibt es die Amateur-Oberliga!
      Hier ist jeder (auch außerhalb Bayerns) dazu aufgerufen, sich Gedanken zu machen und eventuell hier und da auch mal zurückzustecken, damit man eine tragfähige Lösung für den Übergangsbereich zwischen Profi- und Amateurlager findet.
      So kann es jedenfalls nicht lange weitergehen.

      So, das war es von meiner Seite. Tut mir leid, dass das jetzt so ein Roman geworden ist, aber das trage ich schon seit Monaten mit mir rum.
      Wer bis hierher durchgehalten hat kriegt ein Fleißbienchen (ach was, mindestens hundert). :D

      Ich für meinen Teil setze mich jetzt wieder an den guten alten Fußball Manager 08. Den hab ich mir solange umgeschrieben, dass wenigstens da die Fußballwelt in Ordnung ist. 8)
      "Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.." (Albert Einstein)
    • Rabbit83 schrieb:

      ...
      Um es kurz zu machen:
      Durch die bayerische Logik ("Die Regionalliga ist eine Amateurliga und sonst nichts!") wird der deutsche Fußball gespalten. Der Profifußball auf der einen und der Amateurbereich auf der anderen Seite. Dazwischen soll es nichts geben?

      Bitte Leute, einfach mal nachdenken!

      Die Regionalliga war nie eine Amateurliga und sie sollte es auch nie sein. Für die reinen Amateure gibt es die Amateur-Oberliga!
      Hier ist jeder (auch außerhalb Bayerns) dazu aufgerufen, sich Gedanken zu machen und eventuell hier und da auch mal zurückzustecken, damit man eine tragfähige Lösung für den Übergangsbereich zwischen Profi- und Amateurlager findet.
      So kann es jedenfalls nicht lange weitergehen.
      ...

      Schicker Roman, Rabbit83. ;)
      Der zitierte Teil geht meines Erachtens nicht weit genug. Anstatt nur an den Symptomen herumzudoktern, sollte man an grundsätzliche Veränderung denken. Der bayerische Fußballverband ist nicht ursächlich für die Spaltung in Profi- und Amateurfußball. Er hat nur das Bestmögliche für sich und Pfründe für seine Funktionäre herausgeholt (natürlich auf Kosten der anderer Regionalligen). Eine grundlegende Veränderung würde die Nichtverlängerung des Grundlagenvertrages zwischen DFB und DFL bewirken, der ja alle paar Jahre erneut abgenickt wird. Denn die richtige Spaltung fing erst mit dem Auftreten und der Abschottung der oberen 2 Ligen durch die DFL an. Nicht ohne Grund hat der DFB eine 3. Profiliga initiiert, nicht ohne Grund bemängeln die dortigen Vereine die Rahmenbedingungen und nicht ohne Grund erhalten die Regionalligavertreter keinerlei Mittel mehr aus dem jährlich steigenden TV-Geldertopf. Die DFL, die sich anmaßt die Bundesligavereine (zwangsweise) zu vertreten, nimmt natürlich keine Rücksicht auf den DFB-Bereich. Wozu auch, liegt ihr Blick allein auf das Wohl der 2 Bundesligen anstatt den Fußball als Ganzes im Auge zu haben.
      Den DFL Vertrag zu kündigen, eine Aufstockung der oberen 3 Ligen auf 20 Vereine, direkte Aufstiege in den Profibereich und eine gerechte Verteilung der nationalen TV-Gelder sowie anteilig der überproportionalen CL-Millionen, des wäre mal eine richtige Veränderung!
      ...und niemals vergessen
      EISERN UNION!