Fotobericht: Racing Strasbourg - FC Bourg-Péronnas

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    • Fotobericht: Racing Strasbourg - FC Bourg-Péronnas

      Grenznahe Stadien wie etwa in Basel, Straßburg oder Venlo kann man immer mal machen und ich hebe sie mir solange auf, bis mal eine möglichst günstige Gelegenheit kommt. Diesmal war Straßburg an der Reihe. Ich fand eine gute Mitfahrgelegenheit, eine kostenlose Übernachtung und für den nächsten Tag lohnte sich ein Wochenend-Ticket, weil ich weiter in den Norden zu fahren plante. Zum Glück passte es dann auch, dass es bei dem auserwählten Spiel um etwas ging.



      Vor dem Stadion verscherbelten Jugendliche Unmengen an Tickets und ich schlug für 10 Euro zu. Die Karte wollte dann aber gar niemand mehr sehen und ich ging lässig an den zwei eigentlich zuständigen Ordnern vorbei, die sich stattdessen sehr engagiert unterhielten.



      Den Aufgang konnte ich mir dann auch quasi frei aussuchen. Ich hatte schon gehört, dass man in Straßburg auf drei der vier Tribünen frei herumlaufen kann.



      Vorhang auf für ein französisches Drittligaspiel, das hoffentlich kein Trauerspiel werden würde. Aufsteiger Racing Strasbourg war akut abstiegsgefährdet, für den Gegner FC Bourg-Péronnas ging es im Mittelfeld der Tabelle um nicht mehr viel. Strasbourg konnte zwar an diesem Tag noch nicht endgültig absteigen, doch eine Niederlage könnte mehr als nur eine Vorentscheidung bringen.



      Für Drittligaverhältnisse ist das Stade de la Meinau natürlich ein Tempel, in dem nach Meinung der Anhänger natürlich mehr als nur Amateurfußball gespielt werden sollte. Nach finanziellen Problemen mit dem traurigen Höhepunkt einer Strafversetzung in die fünfte Liga in der Saison 2011/12 war Racing nach zwei Aufstiegen gerade dabei, sich wieder nach oben zu arbeiten. Da käme ein erneuter Absturz zur Unzeit.



      Gästefans sucht man schon in der dritten Liga hin und wieder vergeblich.



      In der anderen Ecke befindet sich die Straßburger Fankurve. Nicht gerade furchteinflößend groß, aber gut anzuhören.



      Racing schoss ein frühes Tor, nachdem sie schnell Druck ausgeübt hatten.



      Kampflos ergaben sich die Gäste hier aber auch nicht.



      Im Gegenteil. Sie schindeten erfolgreich einen Elfmeter.



      Ausgleich. Schon ging es wieder von vorne los.



      Es wurde Nacht im Elsass. Wirklich schöne Atmosphäre an einem Frühlingstag.



      Sieh mal an, seit 1990 gibt es schon Ultras in Straßburg.



      Da oben stehen sie. Aber bestimmt nicht nur Gründungsmitglieder.



      Manche Sitze sind so dreckig, dass man sich wirklich nur mit Unterlage hinsetzen möchte. Aber es besteht bei freier Platzwahl auf drei Tribünen nun wirklich keine Veranlassung, sich nun ausgerechnet da hin zu setzen.



      Aber wie es eben immer so ist, manche setzen sich zielsicher auf die schlechtesten Plätze.



      Im zweiten Durchgang kam Bourg-Péronnas zu guten Chancen, während Strasbourg das Spiel aus der Hand gegeben hatte. Unnötig.



      Wenn rechts Osten ist und links Norden, bist du vermutlich reingelegt worden. Oder wie ging dieser Spruch mit den Himmelsrichtungen?



      Leider sah ich nicht so viel vom Spiel, weil ich aus allen Richtungen und Winkeln mal Fotos machen wollte.



      Das hieß dann oft außen herum gehen zu müssen.



      Ganz vorne gibt es auf den Tribünen auch Stehplätze. Gefällt mir gut.



      Bourg-Péronnas erzielte das 1:2. Beherzt ließen einige Menschen um mich herum ihren Frust heraus.



      Schade um diesen Verein.



      Rund um die 80. Minute sammelten die Ultras ihre Fahnen ein und gruppierten sich vor dem Block.



      Das sahen sie schon nicht mehr. Kurz vor Schluss fiel der Ausgleich.



      Während die, die dageblieben waren, einfach jubelten, sah man auf der gegenüberliegenden Seite die Menschen wieder vom Ausgang zurück ins Stadion strömen. Es war längst nicht mehr jeder der 8.279 Zuschauer im Stadion.



      So waren dann auch die Ultras plötzlich auf die Haupttribüne gespült worden, die aber wohl sowieso auf dem Weg dorthin waren, um ihren Unmut auszudrücken. Ich kann nicht alles mit Sicherheit sagen, aber es wirkte schon so, als ob auch nach dem 2:2-Ausgleich die Mannschaft und das Team drumherum beschimpft wurde. Ordner versuchten die Masse zurückzuhalten.



      Was dann in der Nachspielzeit passierte, kennt man sonst nur aus Schweinfurt. Straßburg war dabei, die verloren geglaubte Partie wieder zu drehen. Plötzlich gab es Elfmeter. Zurecht? Egal.



      Drin! 3:2! Was für ein Spiel!



      Jetzt ging hier die Post ab. Menschen lagen sich in den Armen. Ohrenbetäubender Lärm. Eine ziemlich blöde Figur machten jetzt die Ultras gegenüber, die immer noch pöbelten. Naja, immerhin konsequent.



      Die übrigen Fans feierten den Sieg. Der Abstieg war zwar noch nicht verhindert, zumindest aber verschoben worden.



      Drüben ging es noch ein bisschen rund und ich zurück in die Stadt. Meine Couchsurfer warteten in einer Kneipe. Hinter mir knallten Böller. Neben mir ein Hupkonzert. Racing Strasbourg gewann daraufhin drei Mal in Folge und stieg erst am letzten Spieltag ab.
      Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.
    • Muss jetzt auch mal Dank da lassen, für Deine Berichte. Ist immer eine Freude! Bitte weitermachen!
      Macht Platz da, in der Regionalliga! Wir kommen! (oder so... )

      Edit 05.2017: Also, habt Ihr nochmals Glück gehabt! Bis 2019 habt Ihr noch Zeit.... Dann muss aber echt einer Platz machen. Macht das unter Euch aus, wer es ist! :zunge2: