Fotobericht: Red Bull Salzburg - Sturm Graz

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    • Fotobericht: Red Bull Salzburg - Sturm Graz

      Zwischen Baumärkten, Casinos und der Autobahn steht das Fußballstadion von Red Bull Salzburg. Schön ist es dort nicht, aber Groundhopping kennt keine Gnade. Alles muss mal gemacht werden.



      - Ich hätte gerne die günstigste Karte.
      - Dann können Sie entweder in die Nord- oder Südkurve gehen. Die Fans von Red Bull stehen in der Nordkurve und...
      - Dann nehme ich die Südkurve.



      Also ging es einmal herum um das Stadion.



      Unter anderem vorbei am Eingang für Bullenkinder. Was es nicht alles gibt.



      Schließlich fand ich mich auf meinem Platz ein, fast alleine in der Südkurve, direkt neben dem Gästeblock. Hier war ich richtig.



      Die Salzburger hatten unter der Woche mal wieder die Championsleague-Qualifikation vermasselt und müssen sich nun mit dem Uefa-Cup abfinden. Aber die Fans, generös wie sie sind, verzeihen ein weiteres Mal. Europaliga tut schon weh, scheiß egal, es wird schon geh'n.



      Stolz präsentierte man alle sieben Doppelhalter, die man aus den drei alten Bettlaken rausholen konnte, die Mutti zum Basteln freigegeben hatte. Fleißig hatte man gelernt, was in der Ultra-Szene gut ankommt: Gegen die Medien pöbeln, für Pyrotechnik sein und unbedingt Bezug auf die Vereinsfarben nehmen. Blöd nur, wenn man die mal gewechselt hat. Also nimmt man einfach alle Farben und liebt als Salzburger rot, weiß und violett. Ein Leben lang natürlich.



      Südländische Atmosphäre durfte nicht fehlen.



      Das war dann tatsächlich schon mehr als man von der Red Bull-Fanszene erwarten konnte.



      Spiel konnte also losgehen.



      Was noch fehlte, waren ein paar Gästefans. Das waren für meinen Geschmack noch zu wenige.



      Luftballons und Rauch stiegen auf. Großes Kino an der österreichisch-deutschen Grenze.



      Doch kaum einer wollte es sehen. Spitzenreiter und dann so viele leere Plätze.



      Die Grazer wurden langsam mehr und jubelten direkt mal.



      Sie hatten nach nicht mal fünf Minuten zur Führung getroffen.



      Es war von Beginn an ein intensives Spiel.



      Das jetzt endlich auch von einer stimmungsvollen Gästekurve begleitet wurde.



      Und schon stand es 0:2. Der Außenseiter führte nach zehn Minuten schon mit Vorsprung!



      Die gut 8.000 Teamchefs fingen natürlich sofort zu pfeifen an, hatten schließlich alle Geld bezahlt.



      Nebenan war natürlich Feiertag.



      Und dann ging plötzlich alles schief. In der 35. Minute streikte der Akku meines neuen Fotoapparates, da sind wir noch nicht so gut aufeinander abgestimmt. Und während ich mich noch ärgerte, fiel sofort der Anschlusstreffer, nur noch 1:2. In der zweiten Halbzeit drängte und drückte Red Bull natürlich und kam auch verdient zum Ausgleich. Mittlerweile stand ich näher bei den Grazern und wir alle mussten Angst haben, dass Salzburg auch noch das 3:2 erzielte. In der 90. Minute konterte Sturm allerdings noch einmal. Der Ball kam in die Mitte und der Sturm-Stoßstürmer vollendete ins lange Eck: 2:3! Siegtreffer für Sturm Graz in der Nachspielzeit! Gegen Red Bull! Es wurde mein intensivster Torjubel beim Groundhopping, umgehend fand ich mich ein paar Treppenstufen weiter unten wieder. Jawoll, juhu, hurra! Die Grazer rasteten natürlich noch ein bisschen mehr aus, klopften wie bescheuert gegen die Absperrungen, hatten Tränen in den Augen, fremde Menschen in den Armen. Fußball kann so schön sein. Auch irgendwie gut, dass ich es genießen konnte und keine Fotos machen musste.
      Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.