Fotobericht: FC København - FC Vestsjælland

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Fotobericht: FC København - FC Vestsjælland

      Im Jahr 2014 war mir kein neuer Länderpunkt gelungen, deshalb sollen in diesem Kalenderjahr zunächst mal die 'einfachen' gemacht werden, damit sich in der Excel-Tabelle mal wieder was tut. Dänemark war zuvor in mehreren Versuchen immer wieder gescheitert, nun wurde ein Wochenendtrip nach Kopenhagen organisiert, um den ersten Rückrundenspieltag unseres Nachbarlandes vernünftig zu zelebrieren. Es war natürlich kalt und regnerisch, aber das machte nichts. Die Vorfreude auf den Sonntagabend überstrahlte das gesamte Wochenende.



      Zum ersten Mal überhaupt hatte ich mich bereit erklärt, 'Print@home'-Tickets schon zu Hause auszudrucken und damit ein Stück eigenes Papier als Eintrittskarte zu verwenden. Man sparte auf diese Weise pro Ticket lockere 40 Kronen (5,41 Euro). Die Karte selbst kostete umgerechnet rund 15 Euro, aber nur, weil wir uns für die erste Reihe des Blocks entschieden. Das ist die sichtbehinderte Reihe, von der wir uns wegzusetzen planten, weil es ohnehin nicht ausverkauft werden sollte.



      Es lief alles nach Plan. Bloß saßen wir so weit oben, dass wir kein vom Löwe ins Publikum geschossene T-Shirt (?) ergattern konnten.



      Der FC Kopenhagen ist der erste Verein, den ich dabei erlebte, auch die Gästespieler mit Bild anzukündigen.



      Aber auch nur dann, wenn ein Bild vorrätig war.



      Kopenhagen gegen Westseeland, oder auf Dänisch København gegen Vestsjælland, das schien ein ungleiches Duell zu werden. Kampf um die internationalen Plätze gegen Abstiegskampf. Den Fans war's natürlich egal, 3 Punkte mussten her.



      Das Stadion Parken ist sicherlich eines der Highlights in Skandinavien. 42.000 Zuschauer passen rein, nicht mal die Hälfte kommt im Schnitt.



      Immer wieder amüsant, wenn die VIPs nicht die besten Plätze bekommen. Unten ist ganz rechts der kleine Gästeblock und der Rest der Tribüne sind Familienblöcke.



      Etwa 150 Anhänger unterstützten den erst im Jahr 2008 gegründeten Verein aus dem 90 Kilometer entfernten Slagelse.



      Vor dem Anpfiff gab es eine Gedenkminute für die Opfer der Terrorangriffe in Kopenhagen. Das Kulturzentrum, in dem wenige Tage zuvor ein Dokumentarfilm-Regisseur getötet wurde, befindet sich keine 500 Meter vom Stadion entfernt.



      Kopenhagen in Weiß gestaltete das Spiel so wie jeder es erwartet hatte. Sie drückten direkt aufs erste Tor.



      Diese Freistoßchance für die Gäste musste dann direkt mal festgehalten werden - allzu oft kamen sie nicht vor das gegnerische Tor.



      Die Fanszene vom FCK hat durchaus Potential. Die Gesänge quasi dieselben wie in Deutschland, ich hatte eher mit Ähnlichkeiten zu Holland und Belgien gerechnet. Laut waren sie auch, aber weil das Spiel jetzt nicht der größte Knüller aller Zeiten war, flachte es dann nach und nach ab.



      Immer wieder Strafraumszenen, doch kein Tor.



      Es dauerte bis zur Nachspielzeit der ersten Hälfte bis zur verdienten Führung.



      Den Treffer gab es auf der Anzeigetafel noch einmal zu bewundern, genauso wie alle anderen Highlights, die direkt während des Spiels auf der Wand übertragen wurden.



      In der Pause auf dem Klo fühlte ich mich etwas beobachtet.



      Und dann das: Grüner Tee. Im Stadion. Und warum? Weil es ihn kostenlos gab. Heißgetränke gab es netterweise gratis für alle Besucher und weil Kakao direkt ausverkauft bzw. ausverschenkt war, gab es meine Teepremiere im Stadion. Der war zwar binnen weniger Minuten eiskalt, nachzahlen für ein Kaltgetränk musste ich zum Glück nicht.



      Normalerweise hätte das bisschen Tee etwa 5 Euro gekostet. Wucher.



      In der 2. Halbzeit stürmte Kopenhagen direkt wieder drauf los.



      Und traf.



      So war das 2:0 gefallen: Der Rechtsaußen war bis zur Strafraumgrenze durchgelaufen und hatte dann nach innen geflankt.



      Der Stürmer hatte erheblich Mühe, den Ball zu kontrollieren und jeder dachte schon, er würde diese Großchance herrlich verdatteln, doch dann stocherte er den Ball doch noch irgendwie hinter die Linie, wobei ihm die Gegner eher dabei zusahen als ihn daran zu hindern.



      Ekstase auch im VIP-Bereich.



      Der Rest war Auslaufen mit ein bisschen Gesang im Hintergrund.



      Die Meisterschaft ist wohl gelaufen, da ist Midtjylland mit neun Punkten Vorsprung deutlich vorne. Doch Platz Zwei bedeutet die Teilnahme an der 3. Qualifikationsrunde zur Europa League. Das ist der Wettbewerb, in dem Kopenhagen in dieser Saison als Tabellenletzter in der Gruppenphase ausschied.



      Das einsetzende Mittelfeldgeplänkel war nur noch langweilig. Die 4 Minuten Nachspielzeit am Ende des Spiels waren schon relativ dreist.



      Neues Wort gelernt: Tilskuertal. Mein Dänisch beschränkte sich vorher auf einen einzigen Satz: Manden rakte drengen skeen. Der Mann reichte dem Jungen einen Löffel.



      Möglichst viele der 12.631 Zuschauer sollten am nächsten Spieltag nach Odense mitfahren. Dort verlor man dann allerdings mit 0:1.



      So ging es auch den Westseeländern. Die verloren an diesem Tag mit 0:2 in Kopenhagen, am nächsten Spieltag mit 0:1 gegen SønderjyskE und sind nun schon sieben Punkte vom rettenden Ufer entfernt.



      Der Dank galt wie gewöhnlich zuerst der Fanszene.



      Aber auch wir anderen wurden für unser 90+4 minütiges Frieren gewürdigt. Nur der Zweier lief konsequent rückwärts, um die Fanszene zu beklatschen. Recht hat er, ohne die wäre der Abend noch ein wenig ereignisloser geworden.
      Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.