Fotobericht: TSG Hoffenheim - Hamburger SV

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Fotobericht: TSG Hoffenheim - Hamburger SV

      Heutzutage kommt man ja am Online-Ticketing nicht mehr vorbei. Man gibt also ein paar Tage vor Anpfiff all seine Daten in den Rechner ein und wenn man gerade absenden möchte, dann hängt sich in der Regel der Computer auf. Entnervt wiederholt man den Vorgang im Schnelldurchlauf und dann klappt es. Hinterher stellt man fest, dass man vergessen hat, auf 'ermäßigte Karte' zu klicken und hat nun Vollzahler geordert. Außerdem geht fünf Tage vor Anpfiff nur noch die DHL-Express-Lieferung für 9 Euro, was eigentlich blödsinnig ist, aber sich nicht ändern lässt und schon hat man 35 Euro an die TSG Hoffenheim überwiesen, obwohl man die Karte an sich für 24 Euro hätte haben können. Aber egal, Hoffenheim ist nur einmal im Leben.

      Zugegeben: Durch das Ticket konnte ich kostenlos zum Stadion reisen. Semesterticket plus Eintrittskarte gewährten mir Zutritt zu einem Sonderzug, der an Spieltagen zwischen Ludwigshafen und Sinsheim pendelt. Da dies kein regulärer Zug ist, wird weder im Internet noch an den Anzeigen ein Gleis angegeben. Und Informationspolitik ist am Ludwigshafener Hauptbahnhof ein Treppenwitz - und zwar wortwörtlich, weil der Bahnhof auf zwei Ebenen gebaut ist und man wirklich keinen blassen Schimmer hat, auf welcher Ebene die gesuchte Bahn einfährt. Kein Mitarbeiter, keine Fans, nichts war los in der zweitgrößten Stadt unseres Bundeslandes. Schließlich traf ich dann doch noch einen Schaffner, der mich zu einem Gleis leitete, auf dem angeblich ein Zug nach Germersheim einfahren sollte. Der richtige Zug kam tatsächlich, unangekündigt und mit insgesamt acht Fahrgästen.

      Auf der beschaulichen Fahrt nach Sinsheim stiegen nach und nach doch Fans ein, bis die Bahn schließlich gut gefüllt war. Hoffenheimer und Hamburger waren etwa gleich stark vertreten. In den größeren Orten stiegen mehr Hamburger ein, auf den Dörfern die Hoffenheimer. Blau-Weiß gekleidet waren sie alle, unterscheiden konnte man die Fans trotzdem sofort. Die Hamburger gaben sich als die typischen Fußballfans, vom Abstiegskampf gezeichnet und ne Büchse Bier in der Hand. Die Hoffenheimer waren entweder Rentner oder die Sorte Mensch, deren Wochen-Highlight der sonntägliche Spaziergang mit dem Hund im Stadtpark ist. Menschen, die ihre Briefe auf liniertes Papier schreiben und sich beim Friseur Termine drei Wochen im Voraus geben lassen. Diese Menschen sind glücklich, weil sie immer auf dem kürzesten Weg zum Ziel kommen, aber sie werden nie erfahren, was ihnen die beschwerlichen Umwege an Mehrwert gebracht hätten.



      Wir kommen in Sinsheim an. Es gibt Schals zu kaufen. Und zwar nicht nur Hoffenheimer oder Hamburger, sondern auch Perlen wie "Deutschland - Algerien 2:1". Wäre beinahe eine Option gewesen.



      Das passiert, wenn man am Dönerstand eine Currywurst bestellt. War aber eine gute Wahl für das Mittagessen, denn ich vermutete im Stadion ein überteuertes Bezahlsystem mit Karte und lag damit auch richtig. Dann lieber türkisch essen gehen.



      Hinein ins Rund. Es war keine Überraschung, aber es muss halt alles mal gemacht werden.



      Das Maskottchen provozierte erstmal astrein und gestenreich den Hamburger Anhang. Frech.



      Die da drüben sangen das Badnerlied, in dem Haslach, Freiburg, Karlsruhe, Mannheim, Rastatt und Heidelberg vorkommen. Hoffenheim irgendwie nicht.



      Großer Bahnhof mal wieder für das kleine Bundesliga-Dorf.



      30.150 Zuschauer, das Stadion war ausverkauft.



      Davon mindestens 5.000 Hamburger, die sich weit über den Gästeblock hinaus verteilten.



      Etwa zur selben Zeit wurde bekannt gegeben, dass der HSV im Mai zu einem Freundschaftsspiel in Kassel antreten wird. Schöne Sache und ein Grund mehr, heute mit den Hamburgern mitzufiebern.



      Bilderrätsel: Wer findet Dietmar Hopp?



      Das Fußballspiel war kein Knaller. Hoffenheim stärker, aber ohne den letzten Zug zum Tor, weil die Hamburger auch recht vernünftig verteidigten.



      Dann die Szene des Tages. Ein Hoffenheimer ist frei durch und stürmt auf Drobny zu. Der legt sich in den Weg und der Hoffenheimer läuft in ihn hinein - Elfmeter und Rote Karte.



      Bitter.



      Dafür dann René Adler im Tor. Der kann's ja auch.



      Den Elfmeter hätte er fast gehalten, ging aber leider doch rein.



      Dann mal eine Szene auf der anderen Seite, fast die einzige. Von Hamburg kam viel zu wenig, was auch mit der Unterzahl zusammenhing.



      Die Stimmung indes war richtig gut auf Hamburger Seite. Nur vier oder fünf verschiedene Lieder, aber die werde ich wohl morgen noch den ganzen Tag singen. Wunderschöne Melodien. Die Hoffenheimer waren praktisch nicht zu hören.



      Im zweiten Durchgang kam mehr vom HSV. Aber die ganz großen Chancen fehlten weiterhin.



      Unruhe bei der Elite. Das zweite Tor sollte langsam mal fallen.



      Es fiel. Eine einzelne Kapuze jubelte. Mein Block war mehrheitlich für den HSV.



      Und dann der Deckel drauf. 3:0, ein bisschen zu viel für meinen Geschmack.



      Hoffenheim auf dem Weg nach Europa? Es scheint fast so.



      Für heute hatten viele Zuschauer genug gesehen und gingen - auf beiden Seiten.



      Dabei gab es durchaus noch was zu sehen.



      Endstand 3:0. Dennoch wurden die Hamburger Spieler nach Abpfiff gefeiert. Viel konnte man ihnen zumindest nicht vorwerfen. Aber für den großen Coup fehlten schon noch ein paar Prozent.



      Und weg. In Sinsheim wird man auch in Zukunft mit schicken Autos vor die graue Arena vorfahren. Der HSV wird auch auf absehbare Zeit mehr schlecht als recht durch die Fußballwelt stolpern. Aber wie war das? Auf beschwerlichen Umwegen sieht man mehr. Zum Beispiel das Kasseler Auestadion im Mai. Die Hoffenheimer wurden dorthin nicht eingeladen. Wie kommt das wohl?
      Red Bull boykottieren!
    • Feiner Bericht, sehr fein sogar. Dass man Hoffenheimer und Hamburger auf erstem Blick unterscheiden konnte, ging mir zuletzt in Leipzig mit RB-Lemmingen und Unionfans ebenso. Traurig nur, dass die einen eher die Zukunft bilden werden, während die anderern sich auf "verlorenem Posten" befinden.
      Kurze Nachfrage, was sind denn dass für Wappenfahnen auf Bild 3 bzw. noch besser auf Bild 8 zu sehen?
      ...und niemals vergessen
      EISERN UNION!
    • War beim Heimspiel davor ebenfalls in Hoffenheim, beim Spiel gegen Mainz und ich kann Deine Eindrücke nur bestätigen. Es war mein Erster und wohl auch Letzter Besuch in der Rhein-Neckar-Arena. Die Hoffenheimer haben ne kleinere Ultragruppierung als der VfR Aalen, und das will schon was heißen. Die ca. 300 Mainzer machen viel mehr Stimmung als die heimischen Fans. Viel zu viele Eventzuschauer oder solche wie Du beschrieben hast. Ich saß auf der gleichen Tribüne, auch ziemlich weit oben. Konnte man bei Dir auch wahllos durch die Blöcke spazieren?
      Die Fahnenparade kurz vor Anpfiff gabs da natürlich auch und ich fragte mich einfach nur: Warum? Vielleicht weil die heimische Kurve zu wenig Fahnen hat, also damit es einfach nach mehr aussieht?
      Vom Stadion selber war ich auch sehr enttäuscht. Diese Arena könnte überall stehen.

      Wann genau spielt denn der HSV in Kassel? In Kassel war ich zwar schon zweimal, doch den HSV habe ich noch nie gesehen und das wäre ne günstige Gelegenheit.
    • die ganzen neuen Stadien sehen echt alle fast komplett gleich aus. austauschbar ohne Ende - ätzend. versuche derzeit an Karten für Augsburg über Ostern ranzukommen, das dürfte wohl genauso aussehen. eigentlich kann man sich das wohl doch besser schenken....
    • Asa schrieb:

      versuche derzeit an Karten für Augsburg über Ostern ranzukommen, das dürfte wohl genauso aussehen. eigentlich kann man sich das wohl doch besser schenken....
      War mit Schalke 2010 zum Supercup (gibts diesen Wettbewerb überhaupt noch?) in Augsburg. In einem Wort: Grauenhaft.
      "[...] hieß es Abpfiff und 0:1 gegen die Engländer, weil Waller, ihr Keeper, vergeblich versucht hatte, den einzigen Ball, der sein Tor erreichte, mit dem Hut einzufangen."

      01.02.2012 Rot-Weiß Erfurt II - Schott Jena 2:1 - 5 Zuschauer (in der 2. Halbzeit)
      29.03.2015 Borussia Kammerforst - SV Hainich Heyerode II 0:11 - 7 Zuschauer
      ... und ich war dabei.

    • Oliver schrieb:

      Hoffe inständig, dass da mal ein Länderspiel stattfindet... für ein Ligaspiel will ich da wirklich, wirklich, wirklich nicht hin!
      Ich warte auf ein Ligaspiel Hoffenheim (aber nicht die II. Mannschaft) - 1. FCM in Liga 3 und dann im Hopp-Stadion :thumbup:

      Und dann können sie die Investruine an der Autobahn abreißen oder Mannheim für seine Mannschaften zur Verfügung stellen ;)
      Groundspotting

      FCM-Du bist mein Leben (Song) <3


      Oberliga Mitte (3.Liga)
      1991/92 (06.05.)
      BSV Spindlersfeld Berlin - 1.FCM 1:3
      Zuschauer: 31
      ICH WAR DABEI :thumbsup: