Fotobericht: AS Rom - Atalanta Bergamo

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    • Fotobericht: AS Rom - Atalanta Bergamo

      In Rom kann man sich wunderbar verlaufen, aber der Weg zum Olympiastadion ist eigentlich ganz einfach: Immer schön am Fluss entlang und ab und zu mal drauf achten, nicht schon zu weit gelaufen zu sein. Nach einem ausführlichen Spaziergang am Tiber kamen wir früh genug am Spielort an, dass noch Zeit für eine große Pizza blieb. Die Rahmenbedingungen für das Sonntagnachmittagspiel der Serie A passten perfekt.



      Schon hunderte Meter vor dem Stadion ließen diverse andere Wettkampfstätten darauf schließen, dass hier mal olympische Spiele stattfanden. Die liegen allerdings schon 55 Jahre zurück. Im kommenden Jahr plant AS Rom sein eigenes Stadion zu eröffnen. Dann spielt Lazio alleine hier.



      Noch aber pilgert man auch bei AS vereint zum Stadio Olimpico.



      Ein schönes weitläufiges Areal rund um das Stadion.



      Und ein schönes weitläufiges Oval im Stadion.



      Wir hatten Karten für die Nordkurve, wo sich auch einige Tifosi einfanden, die sonst gegenüber in der Curva Sud stehen. Aber die war an diesem Spieltag geschlossen! Fans von AS Rom hatten im Spiel gegen Neapel beleidigende Spruchbänder gezeigt, die sich gegen den im Vorjahr offenbar von einem Roma-Ultra getöteten Neapel-Fan richteten. Als Sanktion gab es die Kurvensperrung.



      Da ist man einmal in Rom und dann das: Eine leere Fankurve.



      Ein bisschen Stimmung kam aus anderen Teilen des Stadions, allerdings vor dem Anpfiff mehr als während des Spiels.



      Zum Vereinslied reckte jeder seinen Schal in die Höhe.



      35.088 Zuschauer waren vor Ort.



      Darunter 13 Gästefans aus Bergamo, die von 36 Ordnern während der kompletten 90 Minuten in dieser Formation bewacht wurden. Nach schweren Ausschreitungen im Hinspiel dürfen die Atalanta-Fans drei Monate lang überhaupt nicht mehr auswärts reisen, es sei denn sie besitzen den Fanausweis 'Tessera del tifoso'. Ich hatte es also großartig getroffen: Zwei Fankurven, die nicht ins Stadion dürfen. Doch von außerordentlichem Pech kann man nun auch nicht sprechen, es ist wohl eher ein Sinnbild der aktuellen Zustände in den Stadien der Serie A.



      Immerhin das Spiel hatte direkt einen Aufreger zu bieten: Elfmeter für Rom!



      Und wer sonst als der ewige Francesco Totti könnte den schießen und natürlich treffen?



      "C'è solo un capitano" schallte es euphorisch durch das Stadion. Ein Auftakt nach Maß.



      Blöd nur, dass wenig später auf der anderen Seite auch Elfmeter gepfiffen wurde.



      Der wurde genauso gut geschossen und war auch drin.



      Bis zur Pause neutralisierten sich beide Mannschaften, um es freundlich auszudrücken. Oder anders: Sie erarbeiteten sich ein gellendes Pfeifkonzert.



      Im zweiten Durchgang zeigte sich Rom verbessert, kam aber nicht so richtig vor das Tor. Bald war klar, es braucht den einen genialen Moment und auf jedem zweiten Trikot stand geschrieben, von wem dieser geniale Moment kommen könnte.



      Das Geschehen spielte sich irgendwo dort hinten am Horizont ab, aber die vielen Ecken und Freistöße wurden einfach nicht genutzt.



      Rom kämpft im stadtinternen Duell mit Lazio um die Vizemeisterschaft, die zur direkten Teilnahme an der Championsleague berechtigt - Bergamo steht auf dem viertletzten Tabellenplatz, doch der Abstand zu den drei Abstiegsrängen ist recht komfortabel. Einen weiteren Punkt würde man aus Rom aber gerne mitnehmen.



      Eindrucksvoll wurde Chance um Chance verspielt.



      Und so gab es zum Abpfiff wieder ein gellendes Pfeifkonzert.



      Und lange Gesichter.



      Wir machten uns auf den Rückweg den Tiber diesmal flussaufwärts entlang - mit dem Wunsch nach Rom zurückzukehren wenn das neue Stadion fertiggestellt ist, dann gerne auch mit Stimmung und schönem Fußball.
      Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.