FC Memmingen - FV Illertissen

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    • FC Memmingen - FV Illertissen

      Illertissen kommt: FC Memmingen will den Derbysieg
      Memmingen (ass). Derbyzeit in der Memminger Arena: Der FC Memmingen erwartet am Freitagabend (19.30 Uhr) im Regionalliga-Derby gegen den FV Illertissen eine Saisonrekordkulisse und hofft, dass auch das Wetter einigermaßen mitspielt. In den beiden vergangenen Jahren lockte das Duell bis zu 2.000 Zuschauer. In der Tabelle liegt der FCM aktuell vor dem Nachbarn. Und das soll auch so bleiben.

      Die Lage: 21 Punkte vor dem letzten Vorrunden-Heimspiel und Platz sieben sorgen für Zufriedenheit im FCM-Lager. Illertissen ist es mit Rang zehn derzeit nicht. Die Memminger sind seit vier Spieltagen ungeschlagen. Den Gästen gelangen nach dem Trainerwechsel zunächst zwei Siege, denen am vergangenen Wochenende eine 1:2 Heimniederlage gegen den überraschend starken Aufsteiger VfR Garching folgte. Das Ergebnis spiegelt allerdings nicht den Spielverlauf wieder. Illertissens Sturmlauf wurde jedoch nicht belohnt.

      Der Gegner: Nach einigen erfolgreichen Jahren und dem zweimaligen Erreichen der Hauptrunde im DFB-Pokal gab es im Sommer einen großen Umbruch. Vor einigen Wochen legte Trainer Holger Bachthaler sein Amt nieder. Nach den Erfolgen machten sich offensichtlich Abnutzungserscheinungen bemerkbar, so dass Bachthaler den Weg nach eigener Aussage für einen Neuanfang frei machte. Der neue Mann auf der Kommandobrücke heißt Ilija Aracic, der bislang in der Nachwuchsarbeit beim VfB Stuttgart und FC Augsburg tätig war und als Spieler bei Hertha BSC Berlin sogar ein bisschen Champions-League-Luft schnuppern durfte. Mit Michael Geldhauser, Uguar Kiral, Fabian Rupp und Matthias Jocham spielt bei Illertissen ein ehemaliges Memminger Quartett, während auf FCM-Seite kein Spieler mehr vom Nachbarn zu finden ist. Mit jeweils nur einem Treffer haben die Torjäger Geldhauser und Kiral derzeit nicht ihre frühere Durchschlagskraft, werden aber natürlich hochmotiviert in das Derby gehen.

      Das FCM-Personal: Branko Nikolic sah beim 2:2 in Nürnberg seine fünfte Gelbe Karte und muss im Lokalduell aussetzen. Kapitän Dennis Hoffmann und Daniel Eisenmann sind nach ihren Gelbsperren dagegen wieder dabei. Sebastian Schmeiser (Muskelfaserriss) ist verletzt. Ansonsten hat Trainer Stefan Anderl den Kader der Vorwochen zur Verfügung und keinen Grund, an der Stammformation zu rütteln.

      Bisherige Vergleiche: Für den FCM geht es darum, die Derbybilanz aufzuhübschen. Allzu oft sind beide Mannschaften in Pflichtspielen zwar noch nicht aufeinandergetroffen. Memmingen konnte dabei aber erst zweimal gegen den Rivalen gewinnen, einmal im Pokal und im vergangenen Jahr zuhause in der Punkterunde (4:1).

      Rahmenprogramm: Die FCM-Cheerleader sind verhindert. Dafür gibt es – sofern die Witterung mitspielt – einen Auftritt der „Chatterboxes Illertal“, die mit ihrem aktuellen Showtanz „Fußballgott“ bei verschiedenen Wettbewerben ganz vorn dabei waren.

      Rund ums Spiel: Arena- und Kassenöffnung ist um 18.30 Uhr. Es gibt auch noch Tribünen-Sitzplätze an der Abendkasse. Eine strikte Fantrennung wird es nicht geben, Illertisser Anhänger werden in den Gästeblock gebeten.

      Das voraussichtliche Aufgebot des FC Memmingen:

      Tor: Martin Gruber (1) – Abwehr: Daniel Zweckbronner (20), David Anzenhofer (6), Eddy Weiler (4), Fabian Lutz (24) – Mittelfeld: Fabian Krogler (9), Dennis Hoffmann (23), Stefan Heger (8), Daniel Eisenmann (28) – Angriff: Muriz Salemovic (10), Stefan Schimmer (13).

      Auswechselspieler: Raffael Friedrich (7), Yannick Maurer (15), Tim Buchmann (18), Furkan Kircicek (18), Jamey Hayse (27), Angelo Hauk (30), Fabio Zeche (Tor)
      (Rückennummern in Klammern)

      Schiedsrichter: Florian Riepl (Altenerding); Assistenten: Christian Keck, Manuel Müller.

      PM FC Memmingen
    • FC Memmingen – FV Illertissen 1:2 (0:1)

      Memmingen (ass). „Heute war alles …“. Trainer Stefan Anderl brauchte den Satz nach dem Regionalliga-Derby des FC Memmingen gegen den FV Illertissen nicht vollenden. Nach der 1:2 (0:1) Heimniederlage hatte jeder das gleiche Gefühl, zumindest wenn er dem Memminger Lager angehörte. So recht konnte Anderl nicht erklären, warum der Schuss nach eigentlich guter Vorbereitung so völlig nach hinten losging: „Vielleicht war es die Neven, vielleicht die Psyche“. Jedenfalls konnte seine Mannschaft nicht an die Form der vorangegangenen Wochen anknüpfen. Vor Laufbereitschaft und aggressivem Zweikampfverhalten war nicht viel zu sehen. Erstmals seit seinem Amtsantritt war der Chefanweiser von dem Gezeigten so richtig enttäuscht. Obwohl der großzügig leitende Schiedsrichter Florian Riepl (Altenerding) durchaus die eine oder andere Gelbe Karte hätte zücken können, dass es in diesem mutmaßlich brisanten Lokalduell keine einzige Verwarnung gab, sprach auch irgendwie für sich. In der ersten Halbzeit waren die Gäste präsenter. Nach einer halben Stunde brannte es im Illertisser Strafraum aber lichterloh und FCM-Torjäger Stefan Schimmer setzte einen Nachschuss nur an den Außenpfosten. Hätte er getroffen, wäre es möglicherweise anders gelaufen. So aber traf einer, der bei seinem neuen Verein Ladehemmung hat. Michael Geldhauser, im Sommer von den Roten zu den Blauen gewechselt, verlängerte mit dem Hinterkopf einen Freistoß zum 0:1 (43. Minute) in die Maschen. Es war erst der zweite Saisontreffer des Ex-Memmingers, aber eben die Richtungsentscheidung im Derby. Vorher und hinterher war von Geldhauser nicht mehr viel zu sehen.

      Den Gegentreffer musste FCM-Torhüter Martin Gruber ein großes Stück mit auf seine Kappe nehmen. Ausgerechnet der Mann, der in den letzten Wochen so manchen Punkt rettete, erwischte einen rabenschwarzen Tag. Illertissen, defensiv taktisch hervorragend eingestellt und hinten fehlerlos, kam in der zweiten Hälfte nämlich kein einziges Mal gefährlich vor das Memminger Tor. Nach einem Weiler-Rückpass schoss Gruber aber FVI-Spielmacher Marco Hahn an und der Abpraller trudelte fast schon im Zeitlupentempo zum 0:2 ins Tor (78.) – ein dickes Ei. Allein an Gruber die Niederlage festzumachen, würde zu kurz greifen, denn kein einziger FCM-Spieler erreichte an diesem Abend Normalform. „Ohne Illertissens Leistung schmälern zu wollen“, war es für Anderl „eine schwache Leistung von allen“. Mittelfeldmann Stefan Heger brachte es noch deutlicher zum Ausdruck: „Illertissen war bislang unser schlechtester Gegner“. Was bedeutet, dass das eigene Niveau noch darunter lag. Die Schlussphase hätte beinahe noch entschädigt. Der Unparteiische hatte FVI-Keeper Kim Anders mehrfach angedroht jede Zeitverzögerung anzuhängen, was er mit sechs Minuten Nachspielzeit auch großzügig tat. In der Overtime traf Schimmer zum 1:2 (90. + 4) und beinahe hätten die Memminger in den letzten Sekunden noch sogar noch den Spielverlauf komplett auf den Kopf stellen können So jubelten am Ende aber nur die wenigen Gästefans unter den 1.210 Zuschauer, die bei Kälte eine Derbykulisse an der unteren Erwartungsgrenze lieferten. Besseren Besuch verhinderte nicht nur das Wetter, sondern das zeitgleich ausgetragene Eishockeyspiel gleich nebenan, das auch über tausend Fans unters Hallendach gelockt hatte. Auf die möglicherweise heilsame Wirkung einer solchen Niederlage setzt Anderl nun in den kommenden Aufgaben. Jetzt stehen zwei Auswärtsspiele in Folge an. Zum Vorrunden-Schluss geht es nächsten Samstag (14 Uhr) zum SV Seligenporten, zum Rückrunden-Auftakt eine Woche später zum SV Wacker Burghausen, ehe das nächste Heimspiel erst wieder in drei Wochen gegen den TSV Buchbach steigt.

      FC Memmingen: Gruber - Zweckbronner, Schmeiser (72. Weiler), Anzenhofer (66. Zuka), Lutz – Krogler (79. Hayse), Hoffmann, Heger, Eisenmann - Salemovic, Schimmer. – Trainer: Anderl.

      FV Illertissen: Anders – Allgaier, Rupp, Strahler, Enderle – Jann (79. Nollenberger), Nebel, Hahn Löw – Geldhauser (65. Kling), Lang (90. Jocham). - Kling). – Trainer: Aracic.

      Tore: 0:1 (43.) Geldhauser, 0:2 (78.) Hahn, 1:2 (90. + 4) Schimmer

      Schiedsrichter: Riepl (Altenerding)

      Gelbe Karten: - / -. Zuschauer: 1.210

      PM FC Memmingen