Fotobericht: Portugiesische Woche

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    • Fotobericht: Portugiesische Woche

      Vor mehr als zwei Jahren startete ich diesen Info-Thread mit einem Verweis auf das Stadion in Barreiro, das ich unbedingt mal besuchen wollte. Meinen nächsten Ausflug nach Portugal würde ich so legen, dass ich dort ein Spiel würde verfolgen können. Und so passierte es. Anfang Oktober war ich ein paar Tage in Lissabon und stellte mir folgendes Programm zusammen, von dem ich jetzt gerne berichten möchte:

      01.10.2016 CF Os Belenenses U19 - Académica Coimbra U19 (1. Liga U19)
      02.10.2016 Fabril Barreiro - CD Pinhalnovense (3. Liga, Gruppe H)
      05.10.2016 Caldas SC - SC Lusitânia (3. Liga, Gruppe F)

      Es klingt nicht nach dem ganz großen Fußball. Benfica und Sporting spielen Championsleague, Belenenses und Estoril immerhin auch in der 1. Liga, doch ich entschied mich für den kleinen Fußball um die Ecke und drei neue Stadien. Mal sehen, ob es sich gelohnt hat.

      Tag 1: CF Os Belenenses U19 - Académica Coimbra U19



      Sieben Monate habe ich mal in Lissabon gewohnt, drei weitere Male war ich dort, aber einen wirklichen Lieblingsverein habe ich in Portugal nicht. Aber na gut, es gibt schon Vereine, die man mehr mag als andere. Der CF Os Belenenses zählt zu den Klubs, zu denen ich ganz gerne gehe. Hier habe ich im April 2006 meinen Länderpunkt Portugal gemacht, mir damals gleich einen Schal gekauft und meinen ersten Fotobericht geschrieben. Mit der Konzentration auf das ewige Duell zwischen Benfica und Sporting kann ich nicht so viel anfangen, gerade weil der kleine Fußball da auf der Strecke bleibt und das Estádio do Restelo ist aus meiner Sicht auch das schönste der Stadt. Kurzum: Ich freute mich, als ich wieder bei Belenenses auf dem Parkplatz stand und mal wieder zu den Blau-Weißen gehen konnte, auch wenn es diesmal nur die U19 war.



      Anstatt die Tickets für das U19-Spiel direkt am Sportplatz zu verkaufen, muss man dieses Gebäude aufsuchen und sich hinter der Dame anstellen. Wenn die da nicht gerade ihre Karte gekauft hätte, wäre mir wohl gar nicht aufgefallen, dass dies das Kassenhäuschen ist. In der Halle fand übrigens gerade ein Handball-Spiel statt.



      Wen allerdings interessiert Handball? Ich war zum Fußball gekommen und musste als nächstes diese gewaltige Treppe hoch.



      Von dort oben hat man einen Blick auf den Rio Tejo und das Entdecker-Denkmal, eine der Sehenswürdigkeiten Lissabons. Wir befinden uns also im Herzen des Stadtteils Belém.



      Vom Sportplatz aus sieht man auch die berühmte Brücke des 25. April. Und natürlich das Estádio do Restelo, wo die 1. Mannschaft von Belenenses spielt, also direkt nebenan wie sich das gehört und nicht kilometerweit entfernt, wie Benfica, Sporting und Porto das mit ihren Jugendmannschaften handhaben.



      Der Campo Major Baptista da Silva ist nur auf einer Seite ausgebaut, aber das reicht natürlich auch vollkommen für die Jugendspiele.



      Gegner der Belenenses-Jugend war heute die von Académica Coimbra. Die hatten 30 Anhänger mitgebracht, von denen einer sogar das T-Shirt der dortigen Ultra-Gruppe trug. Die 1. Mannschaft von Coimbra ist in der vergangenen Saison in die 2. Liga abgestiegen und dümpelt dort vor sich hin. Genau wie in Aveiro (2. Liga), Leiria (3. Liga) und Faro (kein regulärer Spielbetrieb) sieht man also nunmehr in vier portugiesischen EM-Stadien keinen Erstligafußball mehr, während eine enorme Anzahl nordportugiesischer Dörfer immer weiter nach oben drängt. Keine schöne Entwicklung, wie ich finde.



      Anpfiff. Dieses Spiel sollte nun nicht gerade ein Highlight werden, vielmehr war es der lockere Aufgalopp in meine portugiesische Woche.



      Recht bald gab es Elfmeter für Belenenses, der schon vor der Ausführung ausgiebig bejubelt wurde.



      Zum Glück traf der Schütze dann auch.



      Hatte ich schon fast wieder vergessen, aber in Portugal wird traditionell jedes Fußballspiel von Polizisten überwacht.



      Der einzige Grund, hier etwas zu überwachen, wäre vielleicht dieses Loch gewesen. Aber gut, das wurde ja schon fachmännisch abgedeckt. "Confianca" bedeutet übrigens "Vertrauen".



      Der Grund für den ausgiebigen Jubel beim Elfmeter war vermutlich, dass jeder weiß, dass bei portugiesischen Jugendspielen in der Regel maximal ein Tor fällt. Das hatte ich selbst bisher immer so erlebt, das steht in jeder Statistik. Jugendspiele sind hier extrem taktisch geprägt und jeder wusste praktisch, dass die Gastgeber das Ding eigentlich nur nach Hause schaukeln müssen und wohl auch werden. Demzufolge war es nicht die interessanteste aller Nachmittagsbeschäftigungen, der die 200 Zuschauer hier nachgingen.



      Unmittelbar nach dem Abpfiff machte ich mich auf den Weg, die gewaltige Treppe wieder herunterzustürmen, um nochmal die Tribüne aus dieser Perspektive zu fotografieren, solange noch ein paar Zuschauer da waren. Dann ging es mit dem Bus zurück in die Innenstadt. Noch einen Fisch reinziehen und dann ab ins Bett, um am nächsten Tag fit für das nächste Spiel zu sein, das große Barreiro-Derby...

      Fortsetzung folgt.
      Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.
    • Tag 2: Fabril Barreiro - CD Pinhalnovense

      Von der Lissabonner Innenstadt aus kann man verschiedene Ziele mit dem Boot ansteuern, die auf der anderen Seite des hier schon sehr breiten Flusses liegen. Touristen entscheiden sich zumeist für Orte mit guten Stränden oder Sehenswürdigkeiten. Beides kann Barreiro nicht bieten. Barreiro ist eine Industriestadt mit 7.500 Einwohnern, deshalb nimmt man von ihr kaum Notiz und die sonntägliche 11 Uhr-Fähre war lediglich mit Anwohnern besetzt. Und natürlich mit Groundhoppern, wir waren inzwischen zu dritt. Meine Freunde waren neugierig geworden, nachdem ich praktisch kein anderes Gesprächsthema mehr zu bieten hatte als dieses Stadion in Barreiro, zu dem wir nun fuhren.



      Vor dem Anpfiff machten wir noch einen neuen Restaurantground und wieder einmal bestätigte sich, dass man auf dieser Seite des Tejo den besten Fisch essen kann. Hier ist es nicht touristisch, nicht teuer, dafür ist der Fisch frisch und wird direkt neben der Terrasse gegrillt, auf der man gerade sitzt und den Ausblick über das Wasser genießt. Der Verdauungsspaziergang dauerte im Anschluss etwa 20 Minuten und führte zum Estádio Alfredo da Silva. Viel los war noch nicht.



      Tickets gab es hier für 5 Euro.



      Und dann ging es auch schon rein, vorbei an der botanischen Abteilung des Vereins.



      Der Blick ins Innere war beeindruckend und erschütternd zugleich. So viele freie Plätze!



      1937 war der Verein gegründet worden, 1965 wurde das Stadion mit seinen 22.000 Plätzen eingeweiht und es folgten sofort die erfolgreichsten Jahre. Man spielte in der 1. Liga mit und erreichte mehrmals den Europapokal. Unter anderem der AC Mailand und der 1.FC Kaiserslautern waren hier zu Gast, die 22.000 Plätze wurden also tatsächlich wohl auch mal alle benötigt. Im Jahr 1976 stieg Fabril allerdings nach 22 Jahren aus der 1. Liga ab und kehrte nicht mehr wieder zurück. Und das Stadion wurde im Lauf der Zeit immer leerer.



      In der Saison 2013/14 gelang immerhin wieder der Sprung von der 4. in die 3. Liga, der Verein geriet dabei in mein Blickfeld, nur um sofort wieder abzusteigen. Aber immerhin, der sofortige Wiederaufstieg folgte in diesem Sommer, Fabril Barreiro ist wieder drittklassig. Die dritte Liga ist in Portugal in acht Gruppen mit jeweils zehn Mannschaften aufgeteilt. Die besten beiden Mannschaften jeder Gruppe spielen in zwei Nord- und Süd-Gruppen die Aufsteiger aus, die anderen verbleiben in ihrer Liga und spielen die Absteiger aus. Es ist schon jetzt im Oktober zu erahnen, dass Fabril wieder gegen den Abstieg spielen wird, schon jetzt ist Fabril abgeschlagen Letzter.



      So viel noch zum Thema Oktober: Es war noch immer brüllheiß in der Nachmittagssonne, da versammelten sich die Zuschauer auf der Haupttribünen-Seite auf den raren Schattenplätzen. Wir allerdings kamen dort nicht hin, die Hauptseite eines Amateurstadions ist in Portugal traditionell den Mitgliedern vorbehalten, da kann man am Eingang zahlen was man will, man kommt dort nicht hin.



      Dafür haben die Nicht-Mitglieder immerhin einen Oberrang. Ich liebe Oberränge!



      Vor zwei Jahren war Fabril in die 3. Liga, Gruppe G eingeordnet worden, das ist quasi die Lissabonner Gruppe. In diesem Jahr sind allerdings mehrere Lissabonner Vereine aus der 2. Liga in die 3. Liga abgestiegen, sodass die Grenzen verschoben werden mussten. Zusätzlich spielt sogar noch ein weiterer Verein aus Barreiro in der 3. Liga, der FC Barreirense. Der spielt in einem Stadion, das keine zwei Kilometer von diesem hier entfernt liegt, leicht südlich und somit Luftlinie weiter entfernt von Lissabon und dennoch hat es der FC Barreirense in die Lissabonner Gruppe G geschafft, während Fabril in der Gruppe H hunderte Kilometer durch den kompletten Süden Portugals fahren muss und nebenbei ja auch noch um das Stadtderby gebracht wurde. Die Grenze zwischen Gruppe G und Gruppe H wurde also direkt durch Barreiro gezogen.



      Doch immerhin blieb noch das Derby gegen den Verein aus der Nachbarstadt. Der nächste Ort im Landesinneren ist Pinhal Novo. Von dort aus wurde der CD Pinhalnovense ins Rennen der 3. Liga geschickt. Pinhal Novo liegt nur zehn Kilometer entfernt und war der Gastverein beim heutigen Aufeinandertreffen im Estádio Alfredo da Silva. Von großer Rivalität war im Stadion allerdings nun wirklich nichts zu spüren. Etwa 25 Gästefans mischten sich unter die 160 Besucher.



      Ja, es waren wirklich 160 Besucher, die sich hier aber recht gut verliefen. Die Stadionauslastung betrug an diesem Nachmittag 0,72 Prozent. Ein neuer Minusrekord für mich. Bisher lag der bei 0,76 Prozent, als Kassel mal montagabends im Fritz-Walter-Stadion gegen die Zweite von Kaiserslautern antrat.



      Dadurch wirkte die ganze Veranstaltung auch ein wenig bedrückend. Es war einfach zu leer, nicht wirklich gemütlich, eher steril, grau, leblos.



      Aber hauptsache die Bifana, also das Fleischbrötchen, schmeckt. Das ist immer das beste Zeichen, wenn der Wirt sein eigenes Essen verzehrt, dann kann es nicht so schlimm sein.



      Im Hintergrund Barreiro. Wie viele Einwohner werden überhaupt wissen, dass hier mal Europapokal gespielt wurde? Dass Fabril gerade ein Derby gegen Pinhal Novo spielt? Am Abend jedenfalls wird Benfica spielen und schon am Vormittag waren Trikotträger auf die Fähre nach Lissabon gestiegen. Die Zeiten haben sich halt geändert.



      Ich jedenfalls schoss ein Foto ums andere. Vermutlich werde ich hier auch kein zweites Mal mehr hinkommen.



      Aber Fußball wurde ja auch gespielt, das ging fast schon ein bisschen unter. Barreiro verlor verdient mit 0:1. Wie in dieser Szene hatte Pinhal Novo mehrere gute Einschussmöglichkeiten, während Barreiro nicht mal richtig vors gegnerische Tor kam. So wird der erneute Abstieg in die Viertklassigkeit kaum zu verhindern sein.



      Dieses Stadion ist monumental und die Reise absolut wert, keine Frage. Aber es braucht eine größere Bühne, um wieder ein bisschen Glanz auszustrahlen.



      Hier geht es übrigens runter in den Spielertunnel.



      Wo man besser nicht hingehen sollte sind die Toiletten rechts neben der Verpflegungsstelle. So etwas widerlich dreckiges habe ich wahrscheinlich noch in keinem Stadion gesehen.



      Da half nur: Aushalten und nach dem Abpfiff in die nächste Pastelaria. Die gibt es in Portugal an jeder Ecke, sind eine Mischung aus Bäckerei und Kneipe und es wird Fußball im Fernsehen gezeigt, egal zu welcher Uhrzeit. Und wieder einmal fragte ich mich: Was treibt diese Herren hier dazu, sich englischen Fußball zu geben, wenn keine 500 Meter weiter Live-Fußball geboten wurde? Doch dies ist vielleicht das charakteristischste Fußball-Foto, das ich in Portugal jemals geschossen habe, unzählige Male genauso erlebt. Draußen werden Bifanas gegrillt und drinnen wird geglotzt. Live ist nur am Fernseher - das scheint in Portugal noch mehr als anderswo zu gelten.



      Dabei gibt es doch nichts schöneres als den Stadionbesuch. Man kommt an Orte, die man sonst niemals bereist hätte. Man trifft Menschen, die man sonst nie getroffen hätte. Und wird durch andere Annehmlichkeiten belohnt, wie etwa diesen Sonnenuntergang, den man so auch nur von der Barreiro-Fähre sehen kann.

      Fortsetzung folgt.
      Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.
    • Tag 3: Caldas SC - SC Lusitânia

      Der 5. Oktober ist ein Feiertag in Portugal und wie passend war das denn, dass dieser Tag in diesem Jahr auf einen Mittwoch fiel? Zwei Vereine im weiteren Lissabonner Umland entschieden sich dafür, an diesem Tag Fußball zu spielen, obwohl es der Terminkalender gar nicht hergegeben hätte. Bei Mafra war ich schon, also fiel meine Wahl automatisch auf den Caldas SC, der in der 3. Liga, Gruppe F ein Heimspiel gegen Lusitânia austragen sollte. Ich stellte keine Ansprüche auf ein gutes Stadion, ich wollte einfach nur Fußball sehen.

      Der Caldas SC spielt in Caldas da Rainha. Das ist eine 50.000 Einwohner-Stadt, die 90 Kilometer nördlich von Lissabon gelegen ist. Direkt daneben liegt der wirklich sehenswerte Touristenort Óbidos, der deshalb auch angesteuert werden musste, vor allem weil ich dann auch wieder ein Argument hatte, meine Freunde mitzuschleppen. Blöd nur, wenn man dadurch in Zeitnot gerät, weil man ja vor dem Anpfiff um 15 Uhr auch noch etwas vernünftiges essen muss, was am Feiertag gerne mal länger dauert. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir gerieten durch einen komplett schlafmützigen Kellner derart in Zeitprobleme, dass wir für die letzten 400 Meter (!) bis zum Stadion in ein zufällig herumstehendes Taxi sprangen, um noch pünktlich zu kommen und da wir keine Ahnung hatten, wie weit es eigentlich noch ist. Ich wusste nur, dass wir in den Osten mussten. Smartphone ist was für Anfänger!



      Als wir ankamen, wurde gerade angepfiffen. Und dann das! So eine Hütte!



      Und schon fiel das erste Tor! 1:0 für Caldas! Es ging gleich so richtig die Post ab.



      Junge, war das gemütlich hier. Und ich hatte mich die ganze Zeit auf Barreiro gefreut, dabei kann Caldas auch ziemlich viel!



      Mal wieder gibt es eine Haupttribüne, auf die nur die Mitglieder dürfen. Alle anderen dürfen sich entweder daneben oder auf der Gegengeraden platzieren.



      Was die Menschen heute zu sehen bekamen war das Duell einer Mannschaft aus dem Mittelfeld (Caldas) gegen einen Abstiegskandidaten (Lusitânia). Die Gäste aus Lusitânia stammen aus Angra do Heroísmo, der Hauptstadt von Terçeira, einer der Azoren-Inseln. Die dortige Altstadt ist UNESCO-Weltkulturerbe und die Landschaft ohnehin einmalig schön, wenn man sich das mal auf Bildern ansieht. Irgendwann wenn ich groß bin, dann müssen die Stadien auf den Azoren auch alle mal gemacht werden, von dort stammen ja gleich mehrere Drittligisten in verschiedenen Staffeln. Nur liegen die Inseln eben 1.400 Kilometer und mehr vom portugiesischen Festland entfernt, sodass sie eine größere Herausforderung für jeden Groundhopper darstellen.



      Das da hinten sieht ein bisschen aus wie der Gästeblock, aber ob die Drei wirklich den weiten Weg auf sich genommen haben? Achso, vorne im Bild fällt gerade ein Elfmetertor für Caldas, die drei Herren jubeln jedenfalls nicht.



      Zur Pause gings ins Klubheim. Schön, was da alles hängt.



      Die interessantesten Sachen wurden aber draußen verkauft. Aber was ist das, was so nach Mais aussieht?



      Was es in portugiesischen Stadien zu essen gibt, ist schon eine Erwähnung wert: Normalerweise Bifana, also die Fleischbrötchen. Außerdem häufig Snacks wie Chips und Flips. Und manchmal eben sowas wie hier. Die Tremoços ganz rechts sind Kerne der weißen Lupine, einer Hülsenfrucht. Daneben gibt es Bolos de Amendoim, ein Erdnusskuchen. Daneben Erdbeer-Pastillen, Nougat-Stücke und Pistazien. Jo, probiert habe ich nichts.



      Zur zweiten Hälfte wechselten wir auf die Gegengerade, um in der Sonne zu brezeln.



      230 Zuschauer gaben sich den Kick. Auch hier ist zu erahnen, dass der Verein schonmal bessere Zeiten erlebt hat, in denen die 13.000 Plätze im Stadion benötigt wurden. Zwischen 1956 und 1959 spielte Caldas vier Jahre lang in der ersten Liga, danach folgten einige Jahre in der zweiten und noch mehr in der dritten Liga.



      In diesem Jahr feiert der Verein sein 100-jähriges Bestehen. Am 15. Mai 1916 wurde Caldas SC gegründet.



      Das Spiel indes wurde so langsam entschieden. Caldas schoss das 3:0 und machte den Sack zu. Daraufhin wurde es tatsächlich etwas ruhiger. Zuvor waren Tempo und Aggressivität bemerkenswert. Es ging ständig hin und her, es wurde gut getreten und dem Gegner wüste Beleidigungen hinterhergerufen und das teilweise recht grundlos. Hauptsache brutal!



      Zu schön, dass ich hinterher auf dem Wikipedia-Artikel (!) über Caldas nachlas, dass deren Kapitän in diesem Jahr schonmal den Schiedsrichter geschlagen hatte, woraufhin das Spiel abgebrochen wurde. Wunderte mich nach diesen Eindrücken gar nicht.



      Diesmal blieb es beim 3:0 nach 90 Minuten.



      Das Stadion liegt idyllisch im Wald, den wir vorher vor lauter Bäumen gar nicht gesehen hatten.



      Mit gefiel es hier besser als in Barreiro, weil es eben gemütlicher war und das Publikum emotionaler unterwegs war. Dabei hatte ich dieses Stadion im Gegensatz zu Barreiro eigentlich überhaupt nicht auf der Rechnung. Zufallstreffer!



      Danach ging es wieder nach Hause. Von Caldas da Rainha nach Mainz sind es nochmal 800 Kilometer weiter als von dort auf die Azoren. Aber für solche Ausflüge ist mir kein Weg zu weit. Ich komme wieder! Força Amateurfußball!
      Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.
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