Fotobericht: FK Sarajevo - HSK Zrinjski Mostar

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    • Fotobericht: FK Sarajevo - HSK Zrinjski Mostar

      Nachdem ich nun also meinen Länderpunkt Bosnien & Herzegowina gesammelt hatte ( Fotobericht: FK Radnik Bijeljina - FK Krupa na Vrbasu ), ging es sonntags weiter nach Sarajevo. Auf dem Weg dorthin nahm mich zwischen Ugljevik und Olovo ein Bosnier mit, der in Darmstadt lebt, Fußballbegeistert ist und mir nochmal im Detail die sagenhafte Geschichte des kometenhaften Aufstiegs von Darmstadt 98 erzählte. Wollte ich überhaupt nicht hören, aber das war ihm egal. Um 18 Uhr passierte ich die Stadtgrenze von Sarajevo und für 20 Uhr war ein Fußballspiel angesetzt, FK Sarajevo gegen HSK Zrinjski Mostar im Olympiastadion, das nebenbei auch den Namen der Legende Asim Ferhatovic trägt.

      Zwei Stunden blieben mir, in denen ich eigentlich eine Unterkunft finden, nochmal ein bisschen Geld wechseln und etwas essen wollte, doch dann kam alles anders. Ich sah vorsichtshalber nochmal im Internet nach und siehe da, das Spiel war von 20 Uhr auf 19 Uhr vorverlegt worden. Also ging es hungrig und zu Fuß auf den Olympiaberg, weil ich nicht einschätzen konnte, ob das Geld noch für Bus oder Taxi reicht, wenn ich im Stadion etwas essen möchte. Vollkommen ausgelaugt kam ich eine Viertelstunde vor Anpfiff oben an.



      Für 10 bosnische Mark ging es auf die nächstgelegene Tribüne, die Haupttribüne. Der Ausblick entschädigte erstmal für die Strapazen des Tages, aber ich war auf der sehr dringenden Suche nach Verpflegung. Ich erwartete diesmal - da ich in der Hauptstadt war - etwas mehr zu essen als nur Kürbiskerne wie in Bijeljina. Doch ich wurde enttäuscht. Diesmal gab es zu kaufen: Chips, Kürbiskerne, Saft und Kaffee. Meine Nachfrage, ob es denn auch Wasser gebe, wurde verneint. Das hatte ich noch nie erlebt, dass in einem Stadion kein Wasser verkauft wurde. Immer noch 35°C, ich hatte Durst und Hunger wie ein Löwe und dann gab es einfach Chips, Kerne, Saft und Kaffee! Ich entschied mich für Chips und Saft, was natürlich zur Folge hatte, dass ich noch viel durstiger wurde.



      Immerhin gab es diesmal mehr Abwechslung als in Bijeljina und eine Fanszene, die offensichtlich ein bisschen was auf die Beine stellen wollte und dabei half, den Abend kurzweilig zu gestalten.



      Gästefans kamen auch, allerdings erst nach sieben gespielten Minuten.



      Es war auch hier das erste Ligaspiel für beide Mannschaften, doch im Europapokal waren beide schon angetreten. Sarajevo als letztjähriger Tabellendritter war in der Europaleague-Qualifikation an Zaria Balti aus Moldawien im Elfmeterschießen gescheitert und der Gegner aus Mostar war erst unter der Woche als bosnischer Meister in der Championsleague-Qualifikation gegen den NK Maribor aus Slowenien rausgeflogen.



      Mit anderen Worten: Ich erlebte hier wieder nichts hochklassiges, aber dann doch das beste, was der bosnische Fußball derzeit so zu bieten hat. Letztjähriger Dritter gegen den Ersten, ein Spitzenspiel, eine Standortbestimmung!



      Und zwei der größten Fanszenen des Landes duellierten sich.



      Auf der Haupttribüne versuchte der Nescafé-Mann die meiste Zeit vergeblich, seinen Kaffee zu verkaufen. Was hätte der mit ein paar Flaschen Wasser für einen Umsatz machen können!



      Die Stimmung war gut und die Lieder sehr melodisch, sie gingen sofort ins Ohr. Allerdings ging die Kurve überhaupt nicht aufs Spielgeschehen ein, zog einfach ihr Ding durch, vollkommen egal, was gerade auf dem Platz passierte.



      Da musste man, wenn man sein Augenmerk bisher auf die Kurve gelegt hatte, schon genau auf die Anzeigetafel schauen um zu sehen, dass es nach 20 Minuten schon 0:1 stand! Zrinjski hatte getroffen, kurz nachdem die eigenen Fans allesamt in ihrem Block angekommen waren.



      Eine Fahne hatten sie auch dabei. Mostar liegt 130 Kilometer südwestlich von Sarajevo. Dort sind viele schöne Graffitis dieser Ultra-Gruppe zu sehen, die sich hier allerdings akustisch gegen die Heimkurve nicht durchsetzen konnte.



      Je mehr die Sonne unterzugehen drohte, desto häufiger wurde dort mit Bengalos ein bisschen Licht gemacht.



      Und dann wurde doch mal kurz das Programm unterbrochen für diesen Elfmeter, der den 1:1-Pausenstand sicherte.



      Das Stadion ist natürlich eine Wucht! 1950 wurde es erbaut und zu den olympischen Winterspielen 1984 renoviert, weil hier die Eröffnungsfeier stattfand. Dazu dieses tolle Panorama und die beeindruckende Atmosphäre. Hier kann man wahrlich einen Fußballabend genießen!



      Nur ein bisschen voller könnte es sein. 4.100 Zuschauer wurden vermeldet, davon 100 aus Mostar. Was könnte hier erst bei 20.000 Leuten los sein? Muss wohl nochmal zum Derby wiederkommen. Stadtrivale Zeljeznicar hatte zum Saisonauftakt immerhin 5.500 Zuschauer.



      Die Sonne hatte genug gesehen und ging hinter der Haupttribüne unter. Morgen ist auch noch ein Tag.



      Schön eingezäunt und super bewacht: Die Jungs aus Mostar.



      In der zweiten Halbzeit war Sarajevo, das schwach begonnen hatte, dann dem zweiten Tor näher als Mostar.



      Und als es dunkel wurde, begann das Pyro-Spektakel so richtig.



      Erst Rot...



      ...dann Gelb...



      ...und dann kam auch noch Grün dazu.



      Den Gästen wurde das offensichtlich zu bunt. Sie verließen das Stadion deutlich vor dem Abpfiff - gerade nachdem ihre Mannschaft das etwas schmeichelhafte 2:1 erzielt hatte und es eigentlich genug Gründe zum Bleiben gab. Aber auf der Gegentribüne waren einige Jungs in Richtung Gästeblock gelaufen und vermutlich wollten sie sich jetzt einfach draußen ein bisschen kloppen.



      Tja, schade. Da gewinnst du auswärts zum Saisonauftakt in Sarajevo und dann sind deine Fans schon weg.



      Die Spieler vom FK Sarajevo hätten sich vielleicht gewünscht, dass ihre Fans schon verschwunden wären, denn sie wurden nach dem 1:2 gnadenlos ausgepfiffen.

      Ich lief nach dem Abpfiff den Berg so schnell wieder herunter, wie ich ihn vorher hochgelaufen war. Schnell auf die Terasse eines Restaurants, eine schöne Portion Gulasch, eine Flasche kühles Wasser und die heiße Balkan-Nacht in der wunderschönen Altstadt genießen.
      Red Bull boykottieren!
    • linienzieher schrieb:

      Auf dem Weg dorthin nahm mich zwischen Ugljevik und Olovo ein Bosnier mit, der in Darmstadt lebt, Fußballbegeistert ist und mir nochmal im Detail die sagenhafte Geschichte des kometenhaften Aufstiegs von Darmstadt 98 erzählte. Wollte ich überhaupt nicht hören, aber das war ihm egal.
      :thumbsup: Guter Mann!

      Und schöne Fotos :ja2:
      "Ein weißes Höselein von meiner Frau / Ein blaues Trikotlein, das passt genau / Das soll der Stolz der Mannschaft sein, ja Mannschaft sein / Ja, und die Buben, ja, und die Madels / Die sangen, sangen, sangen so wunder-wunderschön / Ja, und die blau-weiße Fahne wird niemals untergehn, ja untergehn / Ja, und die blau-weiße Fahne wird niemals untergehn"
      SG Freiensteinau :schal2: Kreisoberliga Fulda Süd :blauweiss: Die Macht im Eck :schal2: Mööser in den See!
    • Ha, ich warte ja immer auf Berichte von Dir! Lese die immer sehr gerne. Hier aber, ja hier, da ist mir ein Widerspruch aufgefallen! Haaaaaa!
      Du schreibt, Spiel wurde auf 19.00 Uhr vorverlegt?! Richtig???
      Vor der Halbzeit ist noch das 1:1 gefallen. Richtig???
      Entweder gehen dort die Halbzeiten länger als 65 Minuten, oder es ist aaaaaaaaaaaaaaaalles erfunden, gelogen, fiktiv, geträumt, geschwindelt. Die Uhr zeigt doch 20.05 Uhr, bei einem Spielstand von 0:1.
      Macht Platz da, in der Regionalliga! Wir kommen! (oder so... )

      Edit 05.2017: Also, habt Ihr nochmals Glück gehabt! Bis 2019 habt Ihr noch Zeit.... Dann muss aber echt einer Platz machen. Macht das unter Euch aus, wer es ist! :zunge2: