FC Pipinsried - FC Memmingen 0:3 (0:2) [10.Spieltag - RL - 17/18]

    • FC Pipinsried - FC Memmingen 0:3 (0:2) [10.Spieltag - RL - 17/18]

      Mit neuem Selbstvertrauen nach Pipinsried
      Memmingen (ass). War der Pokalsieg am Dienstagabend die Wende zum Besseren für den FC Memmingen? Das wird sich im Regionalliga-Punktspiel am Samstag (14 Uhr) beim Neuling FC Pipinsried herausstellen. Jedenfalls war der 2:1 Erfolg gegen den FV Illertissen gut fürs eigene Nervenkostüm und sollte neues Selbstvertrauen beim Schlusslicht geben.

      Die Lage: Am letzten Tabellenplatz hat sich beim FCM mit mageren drei Punkten nichts geändert. Das Nahziel kann momentan nur lauten, erst einmal zumindest auf die Relegationsplätze vorzurücken. Pipinsried, steht auf einem Nichtabstiegsplatz. Jeweils drei der bisher zehn gesammelten Zähler kamen durch einen 1:0 Husarenstreich beim FC Bayern München, der 2:0-Wertung aus einem Abbruchsspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth II sowie gegen die Mitaufsteiger FC Unterföhring (1:0) und VfB Eichstätt (3:3) zustande.

      Der Gegner: Der FC Pipinsried genießt einen gewissen Kultstatus, was mit seinem Präsidenten Conny Höß zu tun hat. Vor über 50 Jahren hat er den Dorfclub im Dachauer Land gegründet, ist auf der vereinseigenen Anlage für jeden Grashalm zuständig und hat auch im Sportlichen das letzte Wort. Immer wieder holt er fertige Spieler, die auch mal genauso schnell weg sind, wie sie gekommen waren. Der Aufstieg in die Regionalliga ist die Krönung von Höß‘ Lebenswerk. Kurz vor Transferschluss wurde noch Kasim Rabihic (Rot-Weiß Essen) verpflichtet. Er kickte zusammen mit FCP-Spielertrainer Fabian Hürzeler schon zusammen beim TSV 1860 München.

      Das FCM-Personal: Leichte Entspannung im FCM-Lazarett ist angesagt. Verteidiger David Anzenhofer und wohl auch Mittelfeldmann Lukas Rietzler sollten wieder zur Verfügung stehen. Stefan Heger war gegen Illertissen nach 55 Minuten vom Feld gegangen. Nach seiner Pause gibt es noch einen Trainingsrückstand. Sebastian Schmeiser fehlt Gelb-Rot-gesperrt. Er könnte wegen seiner Schulterverletzung aber ohnehin nicht auflaufen. Die nächsten Tage klärt sich, ob er operiert werden muss.

      Die bisherigen Vergleiche: Berührungspunkte hatte die erste Mannschaft des FCM mit Pipinsried bislang nur wenige. So in der Saison 2002/03 als Memmingen einen Betriebsunfall nach dem Bayernliga-Abstieg reparieren musste und beide Landesliga-Begegnungen gewann. Unliebsam sind die Erinnerungen an die Augsburg 2014, als der FCM im Pokal sang- und klanglos mit 2:5 am FCP scheiterte.

      Der Pokal: Am Freitagvormittag wird das bayerische Viertelfinale live auf dem Facebookkanal des Bayerischen Fußballverbandes ausgelost. Mögliche Gegner des FC Memmingen sind die Regionalliga-Konkurrenten SpVgg Bayreuth, TSV 1860 München, TSV 1860 Rosenheim, SV Seligenporten, FC Schweinfurt 05 sowie die Drittligisten SpVgg Unterhaching und Würzburger Kickers. Gespielt wird am 3. Oktober. Das eigentlich für den Tag der Deutschen Einheit geplante Punktspiel in Bayreuth muss damit in jedem Fall verlegt werden.

      Das voraussichtliche Aufgebot des FC Memmingen:

      Tor: Martin Gruber – Abwehr: Philipp Boyer, David Anzenhofer, René Schröder, Fabian Lutz – Mittelfeld: Andreas Fülla, Branko Nikolic, Stefan Heger, Tim Buchmann – Angriff: Furkan Kircicek, Muriz Salemovic

      Auswechselspieler: Pascal Maier, Marco Schad, Simon Ollert, Jannik Rochelt, Jamey Hayse, Amar Cekic, Fabio Zeche (Tor)

      Schiedsrichter: Andreas Hartl (Passau); Assistenten: Thomas Zippe, Felix Brandstätter

      PM FC Memmingen
    • FC Pipinsried – FC Memmingen 0:3 (0:2)
      Pipinsried (ass). „Zum ersten Mal habe ich zwei Tore in einem Spiel geschossen. Das ist Klasse“. Bei Furkan Kircicek war nicht nur die Freude über seine persönliche Ausbeute groß, sondern vor allem über den zweiten Saisonsieg des FC Memmingen, der mit einem 3:0 (2:0) beim Neuling FC Pipinsried zumindest das Schlusslicht in der Regionalliga Bayern abgeben konnte. Der Schwung vom Pokalsieg unter der Woche gegen Illertissen (2:1) konnte ins wichtige Punktspiel mitgenommen werden. Weiterhin stark ersatzgeschwächt war das Selbstvertrauen von der ersten Minute an da, umgesetzt gleich mit dem ersten Treffer. Muriz Salemovic war der Vorbereiter über die rechte Seite, Tim Buchmann der Vorlagengeber und Kircicek der Vollstrecker. Der 21-jährige ist einer der jungen Spieler, der die augenblickliche Verletzungsmisere für sich nutzen und sich in die Stammbesetzung spielen konnte. Den zweiten Treffer legte Salemovic über links auf. Dieses Mal hielt Kiricek seinen Kopf hin – das 0:2 (31.). Hochverdient und doch zu wenig, weil Salemovic völlig frei eine hunderprozentige Chance versemmelte (4.), Andreas „Charly“ Fülla, Fabian Lutz und Stefan Heger auch mehr aus ihren Möglichkeiten hätten machen können. Dann wäre den hinten anfälligen und nach vorne etwas planlosen Hausherren schon vorzeitig der Zahn gezogen worden und Branko Nikolic der Platzverweis vermutlich erspart worden. Nach zwei etwas harten Verwarnungen war für den Allrounder – dieses Mal als Innenverteidiger – die Partie beendet und Memmingen musste 50 Minuten in Unterzahl bestreiten. Das tat der FCM aber hochkonzentriert, ließ auch in der zweiten Hälfte wenig bis gar nichts zu. Zweimal parierte Torhüter Martin Gruber ziemlich Klasse und gab seinen Mitspielern damit das Signal, dass diese Begegnung auch mit einem Mann weniger zu Null nach Hause gebracht werden sollte. Eine der sich bietenden Kontermöglichkeiten nutzte Fabian Lutz in der 68. Minute zur Vorentscheidung. Cool schloss er seinen Sololauf zum 0:3 ab (68.). Solche Dinger hatte er in den vergangenen Wochen noch mehrfach liegen gelassen. „Heute hat viel gepasst.

      Nach dem ersten Tor gleich die zweite Chance. Das hat der Mannschaft enormen Glauben gegeben, noch gewinnen zu können“, war Trainer Stefan Anderl hinterher ziemlich aufgeräumt. „Wie könnt Ihr dahinten stehen?“, äußerten sich Pipinsrieder Zuschauer anerkennend über die Memminger Vorstellung. Auf FCP-Seite gab es hinterher Gesprächsbedarf – allerdings nicht auf der Pressekonferenz, die durch das Fernbleiben von Spielertrainer Fabian Hürzeler abgesagt wurde. Manager Roman Plesche und Vereinsboss Konny Höß standen dafür auf dem Sportplatz noch lange zusammen. Anderl hatte trotzdem das Bedürfnis noch eine Weile im Vereinsheim zu sitzen und mit seinen Jungs anzustoßen. Allzu oft gab es in dieser Runde ja noch nicht Gelegenheit dazu. Weil Seligenporten gegen Nürnberg II gewann, konnte die direkte Abstiegszone noch nicht verlassen werden. Nächsten Freitag gegen den FC Augsburg II soll an das zuletzt Gezeigte angeknüpft werden. Zwar ohne den Gelb-Rot-Gesperrten Nikolic, vielleicht wieder mit David Anzenhofer (bei dem es dieses Mal noch nicht wieder ging) oder Daniel Zweckbronner, aber ganz sicher mit Kircicek, einem der neuen Hoffnungsträger beim FC Memmingen.

      FC Pipinsried: Reichlmayr - Liebsch (69. Grahammer), Herzig, Achatz, Schuster - Goia, Hürzeler, Tosun (56. Müller), Arik - Rabihic (69. Diep), Lushi. - Spielertrainer: Hürzeler

      FC Memmingen: Gruber - Boyer, Nikolic, Schröder, Lutz - Fülla (60. Rietzler), Schad, Heger, Buchmann - Kircicek (90. + 1 Maier), Salemovic (76. Ollert). -- Trainer Anderl

      Tore: 0:1 (1.) Kircicek, 0:2 (31.) Kircicek, 0:3 (68.) Lutz

      Schiedsrichter: Hartl (Hacklberg)

      Gelbe Karten: Rabihic, Achatz / Nikolic, Lutz

      Gelb-Rot: - / Nikolic (41./wiederholtes Foulspiel)

      Zuschauer: 500

      PM FC Memmingen