FC Memmingen - FC Ingolstadt 04 II 4:3 (1:3) [23.Spieltag - RL 17/18]

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    • FC Memmingen - FC Ingolstadt 04 II 4:3 (1:3) [23.Spieltag - RL 17/18]

      Letztes FCM-Heimspiel 2018 gegen Tabellenzweiten FC Ingolstadt II
      Memmingen (ass). Im letzten Regionalliga-Heimspiel des Kalenderjahres bekommt der FC Memmingen noch einen richtig großen Brocken vorgesetzt. Am Samstag geht es um 14 Uhr in der Arena gegen den FC Ingolstadt 04 II, den hartnäckigsten Verfolger des Tabellenführers TSV 1860 München. Was auf dem vorweihnachtlichen Wunschzettel der FCM-Fans steht, ist klar: Endlich wieder einen Heimsieg bejubeln zu dürfen. Wenn es gegen ein Spitzenteam gelingen sollte, wäre es natürlich umso schöner.

      Die Lage: Am vorletzten Tabellenplatz des FC Memmingen hat sich mit der Nullnummer im Kellerduell in Seligenporten nichts geändert. Gegen Ingolstadt II und zum Abschluss kommender Woche beim VfR Garching gilt es den Rückstand auf die Relegationsplätze beziehungsweise die gesicherte Zone nicht weiter anwachsen zu lassen. Die Gäste haben fünf Punkte Rückstand auf die Löwen und können diesen im Meisterschaftskampf durchaus noch gefährlich werden, denn im direkten Vergleich holte Ingolstadt II im Grünwalder Stadion ein 0:0 Unentschieden. Die jetzige Konstellation hatten viele zu Saisonbeginn noch gar nicht auf der Rechnung. Für Bernd Kunze ist es der letzte Einsatz als Trainer in einem Heimspiel, da – wie berichtet – ab 1. Januar Stephan Baierl übernimmt.

      Der Gegner: Eine Reihe der elf übernommenen Juniorenspieler hat beim FC Ingolstadt II den Sprung in den Regionalliga-Kader geschafft. Externe Neuzugänge waren im Sommer Paul Grauschopf, Kerem Bülbül (Hansa Rostock) und Jonatan Kotzke (Watzenborn). Trainer Stefan Leitl hatte den Klassenerhalt und das Heranführen junger Spieler an den Profikader als Ziel ausgegeben. Mittlerweile ist Leitl selbst aufgerückt und seit der Entlassung vom Maik Walpurigis als Chefcoach für die Zweitliga-Truppe verantwortlich. Den Job bei der U23-Mannschaft übernahm Leitls bisheriger Assistent Demir Ersin, der die junge Truppe weiter gefestigt hat. Unter seiner Regie sprangen sechs Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage im Spitzenspiel gegen den FC Bayern München II heraus. Zuletzt wurde die SpVgg Oberfranken Bayreuth regelrecht abgefieselt und mit 6:0 das halbe Dutzend an Toren vollgemacht. Wie überhaupt die junge Ingolstädter Mannschaft mit 47 Toren den zweitbesten Angriff der Regionalliga stellt. Aber auch die Abwehr lässt mit nur 24 Gegentreffer nicht viel anbrennen – dies ist ebenfalls der zweitbeste Wert.

      Das Hinspiel: Zu Saisonbeginn feierten die Ingolstädter Bundesliga-Reservisten nach zwei Auftaktniederlagen mit 2:1 gegen den FCM ihren ersten Sieg in der Runde. Tim Buchmann hatte damals für die frühe, aber leider nur vorübergehende Führung aus Memminger Sicht gesorgt.

      Das FCM-Personal: Mit David Anzenhofer muss der nächste Gelb-Sünder nach der fünften Verwarnung pausieren. René Schröder dürfte damit den Platz in der Innenverteidigung neben Sebastian Schmeiser einnehmen. Auf dem Posten des verletzten Daniel Zweckbronner erhielt Außenverteidiger Philipp Boyer zuletzt gute Noten und schaffte es in die Elf der Woche des Internetportals FUPA.

      Das voraussichtliche Aufgebot des FC Memmingen:

      Tor: Martin Gruber – Abwehr: Philipp Boyer, Sebastian Schmeiser, Renè Schröder, Fabian Lutz – Mittelfeld: Fabian Krogler, Stefan Heger, Lukas Rietzler, Furkan Kircicek – Angriff: Muriz Salemovic, Amar Cekic.

      Auswechselspieler: Pascal Maier, Tim Buchmann, Jannik Rochelt, Jamey Hayse, Jonas Gebauer/Fabio Zeche (Tor).

      Schiedsrichter: Benedikt Öllinger (SV Riedlhütte); Assistenten: Christian Keck (FC Grünbach), Benny Wook (TSV St. Wolfgang).

      PM [i]FC Memmingen[/i]
    • FC Memmingen – FC Ingolstadt 04 II 4:3 (1:3)
      Memmingen (ass). Der FC Memmingen lebt. Und wie! Als in der Nachspielzeit im letzten Regionalliga-Heimspiel des Kalenderjahres gegen den FC Ingolstadt 04 II der 4:3 Siegtreffer fiel, brachen alle Dämme. Ein 1:3 Pausenrückstand wurde noch gedreht und das nicht gegen irgendwen, sondern den bisherigen Tabellenzweiten, der auch noch mit sechs Spielern aus seinem Profikader angetreten war.

      Der Blick auf die starke Besetzung der Gäste sorgte bei FCM-Trainer Bernd Kunze vor Beginn für Sorgenfalten: „Ich habe mich gefragt, wer hat da was gegen uns?“. Denn auch die eigenen personellen Voraussetzungen waren einmal mehr nicht die besten. Zur langen Ausfallliste gesellten sich auch noch die erkrankten Amar Cekic und Fabian Krogler. So standen etliche Akteure aus der U21 im Kader, der junge Jannik Rochelt (19 Jahre) stürmte von Beginn neben Muriz Salemovic und verdiente sich am Ende ein Sonderlob von Kunze. Überfallartig legten die Memminger gegen den Favoriten los und gingen auch früh durch Pascal Maier (4. Minute) in Führung. Salemovic hatte einen weiten Pass von Sebastian Schmeiser erhalten und von der Grundlinie zurückgelegt. Die verdutzten Ingolstädter brauchten etwas, um sich darauf einzustellen und profitierten davon, dass Fabian Lutz nach 14 Minuten einen Rettungsversuch in die eigenen Maschen setzte. Dann lief es für die Gäste eigentlich nach Plan. 27. Minute: Antonio Colak kam am Elfmeterpunkt frei zum Kopfball – das 1:2. 44. Minute: Alexander Kogler nickte nach einem Freistoß am langen Pfosten zum 1:3 ein. Damit war es eigentlich gelaufen, dachte sich auch FCI-Trainer Ersin Demir, der nach dem Schlusspfiff um Luft und Fassung rang: „In bin richtig fertig. Die zweite Halbzeit hat mich zerfetzt. Ich brauch Tabletten“. Nach dem Einblick in sein aufgewühltes Gefühlsleben erkannte er an, „dass Memmingen Oberwasser bekommen und zurecht Tore geschossen hat“.

      Maßgeblichen Anteil daran, dass die Partie die entscheidende Wendung nahm, hatte Branko Nikolic. Erst am Donnerstag nach zweimonatiger Studien-Abstinenz zurückgekehrt, kam er nach einer Stunde, trieb trotz Trainingsrückstand seine Kameraden an. Schmeiser, einer der stärksten Akteure auf dem tiefen Platz, drückte den Ball nach einem Freistoß an der Eckfahne im dritten Versuch über die Linie, nachdem FCI-Torhüter Fabijan Buntic zuvor zweimal abgewehrt hatte (69.). „Da geht noch was“, merkten auch die 441 Zuschauer, die sich nun lautstark mit Anfeuerung bemerkbar machten. Am Ende stachen die eingewechselten Joker: Furkan Kircicek staubte ab, nachdem Schmeiser zunächst nur den Pfosten traf (89.). Mit dem 3:3 wären alle zufrieden gewesen, zumal der FCM in der Nachspielzeit beinahe noch in einen Konter gelaufen wäre. Mit der letzten Aktion des nasskalten Nachmittags bestraften die Memminger in Form von Jamey Hayse das Zeitspiel der Gäste und belohnten sich mit dem 4:3 (90. + 4) selbst. Der Jubel fiel entsprechend explosionsartig aus. Endlich seit Ende September und erst zum zweiten Mal in dieser Saison überhaupt erschallte die Vereinshymne „Die Macht im Allgäu“ nicht nur zu Beginn sondern auch wieder nach dem Schlusspfiff. Anschließend war die Stimmung sichtlich gelöst. „Es wäre auch ein Skandal gewesen, wenn sich ein Trainer ohne Heimsieg verabschiedet hätte“, sagte süffisant ein höchst aufgeräumter Kunze. Für die Moral und auch die Tabelle war der Erfolg extrem wichtig. Der Vorletzte hat den Abstand zum Relegationsplatz davor auf einen Punkt und ans rettende Ufer auf drei Zähler verkürzt. Kunze wird die Mannschaft im letzten Spiel des Jahres am kommenden Samstag (14 Uhr) beim VfR Garching noch betreuen und, wie berichtet, anschließend an den neuen Coach Stephan Baierl übergeben.

      FC Memmingen: Gruber - Boyer (46. Kircicek), Schmeiser, Schröder, Lutz - Maier (77. Hayse), Heger, Rietzler (60. Nikolic), Buchmann - Rochelt, Salemovic

      FC Ingolstadt 04: Buntic – Kogler, Neumann, Kotzke (C), Nicklas – Sekine, Watanabe, Thalhammer (66. Hasenhüttl) – Colak, Rizzo, Multhaup (77. Suljic)

      Tore: 1:0 (4.) Maier, 1:1 (14.) Lutz (Eigentor), 1:2 (27.) Colak, 1:3 (44.) Kogler, 2:3 (69.) Schmeiser, 3:3 (89.) Kircicek, 4:3 (90. + 4) Hayse

      Schiedsrichter: Öttinger (Riedlhütte)

      Gelbe Karten: Rietzler, Buchmann, Heger / Multhaup, Buntic, Sekine

      Zuschauer: 441

      PM FC Memmingen