Fotoberichte aus dem Westen

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    • Fotoberichte aus dem Westen

      09.02.2018 | 1. Liga | KRC Genk - SV Zulte-Waregem | Thyl Gheyselinckstadion | 12.000 Zuschauer



      Pommes, Waffeln, Pralinen... Belgien kann kulinarisch einiges, aber dass in unmittelbarer Nähe der Stadien nur Dönerbuden stehen, sollte ich in den nächsten Tagen zu spüren bekommen. Los ging eine kleine Tour am Freitagabend in Genk mit einem großen Döner und einem Heimspiel gegen Zulte-Waregem.



      Der günstigste Sitzplatz war im Unterrang hinter dem Tor und kostete 19 Euro. Das Thermometer hatte sich am späten Abend längst in den Minusbereich verabschiedet und vor dem Anpfiff sorgte Schneefall für eine unangenehme Nässe, sodass unsere Plätze klatschnass waren. Schnell flüchteten wir in den etwas geschützteren Oberrang, wo zum Glück kein Ordner etwas dagegen hatte.



      Genk hat sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten auf der europäischen Fußball-Landkarte etabliert. Drei Mal wurde man belgischer Meister, zwei Mal schaffte es der KRC in die Gruppenphase der Championsleague, wo Real Madrid, Chelsea und anderen Schwergewichten immerhin ein paar Punkte geklaut wurden, auch wenn Genk stets früh ausschied. Den heutigen Gegner aus Zulte-Waregem hatte ich schon einmal spielen gesehen und zwar in Gent. Nun also in Genk. Es gibt Geschichten, die kann nur der Fußball schreiben.



      Nun, das Stadion ist wahrlich nichts besonderes. Eines dieser Vierecke, wo man im Grunde nur dieses eine Foto schießen muss, um eigentlich alles schon festgehalten zu haben. Die Stimmung war wie das Stadion: Vorhanden, aber auch nichts besonderes.



      Der Sitzplatzbereich der Gäste blieb leer. Unten im Stehbereich hatten sich etwa 150 Zulte-Anhänger eingefunden. Insgesamt waren 12.000 Besucher vor Ort.



      Das Spiel war sehr fehlerhaft, ständig ging irgendetwas schief. Der Vorteil: Es ergaben sich einige Chancen durch das Unvermögen der Abwehrspieler, was unter anderem auch zu einem Elfmeter führte. Am Ende allerdings blieb das ganz große Spektakel aus. Genk gewann standesgemäß und verdient mit 3:1.



      Es war in den 90 Minuten nichts passiert, was einen irgendwie erwärmen konnte. Und so fröstelte und zitterte man bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt einfach nur dem Abpfiff entgegen. Genau genommen kann mich nicht erinnern, jemals so gefroren zu haben. Ab der 50. Minute blickte ich minütlich zur Stadionuhr, um nachzusehen, wann es denn vorbei ist. Irgendwie schade, aber so ist halt der Februar.



      Beim hinausgehen konnte ich nochmal einen Blick auf die Gäste werfen.



      Zum Feiern war aber nur den Heim-Fans zumute. Wir verzogen uns in unsere Unterkunft, die zum Glück nur zehn Minuten vom Stadion entfernt lag und freuten uns dort am allermeisten über eine Fußbodenheizung.
      Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.
    • 10.02.2018 | 4. Liga | Wuppertaler SV - Wattenscheid 09 | Stadion am Zoo | Spielausfall

      Wer nun denkt, die Tour würde weiter ins Landesinnere von Belgien oder gar nach Holland führen, der soll sich täuschen. Ein Drittel unserer Reisegruppe ist nämlich leidenschaftlicher Fan von Hertha BSC und möchte dieses Jahr einen 34er mit der Hertha schaffen. Und weil Hertha am Samstag in Leverkusen spielte, mussten wir wieder zurück nach Deutschland fahren. Da ich Leverkusen schon besucht habe, ließ ich mich vorher nach Wuppertal fahren, wo die anderen zwei Drittel der Reisegruppe Wuppertal gegen Wattenscheid gucken wollten. Etwas ungläubig ob des frostigen Wetters hatten wir nämlich am Vormittag registriert, dass Wuppertal über das Internet verkündet hatte, der Rasen sei auf jeden Fall bespielbar. Nun denn, also auf nach Wuppertal.



      Letztes Jahr war ich schon einmal in Wuppertal, als ich eigentlich in Krefeld den KFC Uerdingen besuchen wollte, doch deren Spiel fiel aus, sodass ich mir stattdessen einen Wunsch erfüllte und endlich mal mit der Schwebebahn fuhr. Diesmal ging es wieder mit der Schwebebahn durch Wuppertal, diesmal allerdings zum Stadion am Zoo und mit einigen Schalträgern an Bord, sodass man sicher sein konnte, dass auch wirklich angepfiffen wurde. Am Stadion angekommen folgte jedoch die Ernüchterung. Einige Fans kamen uns entgegen und berichteten, der Schiedsrichter würde den Anpfiff verweigern. Tatsächlich wurde das Spiele eine Stunde vor dem geplanten Anpfiff doch noch abgesagt. Boah Leute, nicht schon wieder. Ist zwar ein sehr schöner Stadionvorplatz, aber reingehen wollte ich schon auch noch. Von überall strömten Fans zum Stadion, die nicht fassen konnten, dass sie umsonst gekommen waren. Nahezu alle anderen Spiele in der Umgebung wurden auch abgesagt, deshalb war guter Rat teuer. Doch durch einen genialen Schachzug ging es stattdessen doch noch zu einem anderen Spiel...
      Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.
    • 10.02.2018 | 1. Liga | Bayer Leverkusen - Hertha BSC | BayArena | 25.601 Zuschauer

      Unser eigentliches Auto war inzwischen in Leverkusen angekommen. Mit einem anderen Wagen aus Lüdenscheid fuhren wir nun einfach hinterher.



      Am Stadion angekommen gab es noch ermäßigte Eintrittskarten für faire 13 Euro auf der Geraden und kostenlose Berliner (das Gebäck, nicht die Herthaner) für alle, die etwas länger in der Schlange stehen mussten. Die wurden eigentlich im Inneren des Stadions für einen Euro verkauft. Zudem wurden Menschen, die sich in der Schlange für die Bezahlkarten anstellten, von einer netten Dame angesprochen, die die Karte auch außer der Reihe verkaufte. Kundenfreundlichkeit wurde wirklich groß geschrieben. Nun gut, das Stadion ist auch nicht voll und man muss sich um die Besucher bemühen, aber anderswo ist es auch leer und trotzdem sind die Karten doppelt so teuer und das Personal unfreundlich. Daumen hoch für Leverkusen, was den Service angeht!



      Auf den Rängen war schnell klar, dass beide Fanszenen nur mit Wasser kochen. Ausverkaufte Blöcke sehen jedenfalls anders aus. Aber stimmungsvoll war es dennoch. Leverkusen feierte Karneval und trat überwiegend verkleidet auf, während Hertha konterte mit dem Gesang "Berlin braucht kein Karneval, Berlin feiert überall".



      Eigentlich wurde nur über die Höhe des Sieges von Bayer spekuliert. Hertha ist halt Hertha und bekommt im Jahr 2018 generell nichts und auswärts sowieso nichts gebacken. Doch Leverkusen mühte sich zunächst vergeblich, stattdessen traf Berlin kurz vor der Pause ins Tor.



      Und es wurde noch verrückter. Im zweiten Abschnitt kam Wunderkind Bailey ins Spiel, doch als direkte Reaktion traf Hertha zum 2:0. Leverkusen war müde nach dem Pokalauftritt unter der Woche, der in die Verlängerung gegangen war und Hertha spielte es einfach cool und clever herunter zur Freude der mitgereisten Fans, die mit zunehmender Spieldauer die Stimmhoheit im Stadion hatten.



      Drei Punkte für Hertha, für Leverkusen blieb ja noch der Karneval. Wir verabschiedeten uns in die nächstbeste Dönerbude.
      Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.
    • 11.02.2018 | 4. Liga | Sporting Hasselt - Thes Sport Tessenderlo | Stedelijk Sportstadion | 800 Zuschauer

      Nach einer Nacht in NRW ging es am nächsten Morgen wieder nach Belgien. Diesmal an Genk vorbei in den nächsten größeren Ort nach Hasselt.



      Die Eintrittskarte für die Viertligapartie sollte 10 Euro kosten. Schon ganz schön happig, aber was soll's.



      Dafür wurde zumindest schonmal ein wunderschönes Stadion geboten. Die Haupttribüne ist eher in die Höhe als in die Breite gebaut und dazu gibt es drumherum überall Stehplätze, auf der Gegengerade sogar überdacht. Bei extrem wechselhaftem Wetter vielleicht ganz nützlich.



      Heute spielte mit Hasselt eine Mannschaft aus dem Tabellenmittelfeld gegen den aktuellen Spitzenreiter aus dem nahen Tessenderlo, der seit einer halben Ewigkeit keinen Punktverlust hat hinnehmen müssen. Es könnte eine klare Angelegenheit werden.



      Die Partie wurde fünf Minuten später angepfiffen, denn man wartete noch auf die Gästefans. Unglaublich, aber wahr: Nach und nach strömten hunderte blau-gelb gekleidete Zuschauer in den Gästeblock, bis es am Ende schließlich etwa 350 waren. Ich hatte mit nichts gerechnet und plötzlich war Stimmung in der Bude.



      Links die Haupttribüne, hinten der Gästeblock, wobei die linke Hälfte unter dem Dach auch den Gästen zur Verfügung stand und hinter dem grünen Banner auf Höhe der Mittellinie postierte sich eine etwa 50 Mann starke Fangruppe der Heimmannschaft. Nach wenigen gespielten Minuten konnte Tessenderlo erwartungsgemäß das Führungstor erzielen und der Torschütze drehte völlig am Rad, rannte in meine Ecke, in der eher gemäßigte Fußball-Rentner standen und provozierte vollkommen übertrieben das Publikum, sodass er sogleich einen Bierbecher entgegengeschleudert bekam. Einer der Rentner pöbelte daraufhin bis zum Spielende und später, nachdem er mit den Fäusten auf die Gäste-Bank getrommelt hatte, musste er sogar der Hauptseite verwiesen werden.



      Aber soweit sind wir noch längst nicht. Im direkten Gegenzug nach dem Tor erzielte Hasselt den Ausgleich. Was war denn hier los?



      Es spielten sich skurille Szenen im städtischen Stadion ab. Während die beiden Fanszenen nur sporadisch anfeuerten, waren auf der rechten Seite der Gegengerade etwa 30 Kinder über die vollen 90 Minuten und auch schon weit vor Spielbeginn in Bewegung. Sie hatten Trommeln und Schlagzeuge dabei und veranstalteten ein wahnsinniges Getöse, das die beiden Fanblöcke wahrlich in den Schatten stellte.



      Rumms zack bumm kawumm blech schepper dröhn! Wobei man sagen muss, dass die Melodien ganz gut waren und nicht einfach nur sinnlos draufgekloppt. Es wirkte eher wie einstudiert.



      Wir hatten uns aber nicht wegen der musikalischen Darbietungen wieder unter das Dach begeben, sondern weil zuerst Regen, dann Schnee und schließlich heftiger Hagel einsetzte. Ohne jeden Zweifel: Anderswo (Deutschland!) wäre das Spiel unterbrochen worden, vielleicht sogar bei den Wetterverhältnissen gar nicht erst angepfiffen worden. Und hier? Die Leute setzten nicht mal ihre Kapuzen auf. Sie ließen den Regen und den Hagel einfach prasseln. Wir waren wirklich die einzigen, die aufgrund des Niederschlags unter dem Dach Schutz suchten. Das war schon wirklich beeindruckend.



      Kurz vor der Pause hatte der Außenseiter aus Hasselt sogar noch das 2:1 erzielt und somit die Partie gedreht. Wir versuchten, auch mal auf die Haupttribüne zu kommen und auf dem Weg dorthin kamen wir an einer ordentlichen Auseinandersetzung inklusive Sachbeschädigung (Opfer war eine Mülltonne) vorbei, weil ein Heim-Fan nicht damit zurecht kam, dass ein Ausgang wohl verschlossen war. Es wurde echt eine ganze Menge geboten und es lag eine unfassbare Intensität in diesem Fußball-Nachmittag.



      Die Kaos Zone sang immer wieder mal, aber es gab auch teilweise minutenlange Pausen, ebenso wie bei den Gästen, die grundsätzlich aber schon lauter waren. Ich will mich nicht beschweren, denn ich hatte wirklich gar nichts erwartet. Aber bei dem Spielverlauf, bei einem Derby - da kann man schon auch noch ein bisschen mehr ausrasten, zumal hier ja sogar die Gemäßigten ausrasteten.



      Grundsätzlich war ich natürlich hochzufrieden. In Genk musste man im Grunde wirklich nur ein Foto schießen, um alles drauf zu haben. Und hier hätte man permanent filmen müssen und hätte trotzdem nicht alles drauf gehabt. Ständig passierte irgendwo etwas. Ein gedrehtes Spiel, provozierende Gästespieler, ausrastende Zuschauer, kleine Fanszenen, trommelnde Kinder, Sonne, Regen, Hagel, Sturm - einfach toll. Da kann der Profifußball nicht mithalten. So viel Vielfalt kann man nur bei den Amateuren beobachten, wo die vielen kleinen Geschichten am Rand eben auffallen.



      Und weiter ging's. Jetzt mit bestimmt 20 Minuten abwechselnd blauem und gelbem Rauch im Gästeblock. Da wurde jetzt einfach mal alles gezündet, was man dabei hatte, ohne allerdings dazu zu singen oder zu pöbeln. Mit solch einer Gleichgültigkeit habe ich auch noch nie jemanden zündeln gesehen.



      Es blieb beim 2:1 und nach 90 Minuten ging es dann plötzlich doch noch ab. Die Heimkurve provozierte, ohne dass man das noch geahnt hatte, die Gäste, von denen dann eine Handvoll zum Zaun sprintete und wild gestikulierte. Ob es dabei blieb oder es tatsächlich auch noch eine dritte Halbzeit gab, entzieht sich meiner Kenntnis, denn wir machten uns direkt auf den Weg zum Auto und zum nächsten Spiel. Das Nachmittagsspiel war jedenfalls schonmal sehr unterhaltsam.
      Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.
    • 11.02.2018 | 1. Liga | Standard de Liège - Royal Excel Mouscron | Stade Maurice Dufrasne | 22.649 Zuschauer

      Wir hatten das Auto strategisch so gut geparkt, dass wir zwei Minuten nach dem Abpfiff in Hasselt schon wieder auf der Autobahn waren. Denn ziemlich genau eine Stunde später war Anpfiff in Lüttich. 58 Kilometer trennen die beiden Stadien, doch es war im Vorhinein klar, dass die Parkplatzsuche das größte Problem werden könnte. Also wurde ich am Stadion zum Kartenkauf aus dem Auto geschubst, während die anderen zu parken versuchten. Das Problem dabei ist allerdings folgendes: Seit dieser Saison muss man Mitglied sein, wenn man bei Standard Lüttich Karten kaufen möchte. Ist man das nicht, muss man seinen Personalausweis vorlegen und die persönlichen Daten werden aufgeschrieben. Als ich am Ticketschalter ankam, waren etwa acht Personen vor mir in der Schlange. Als meine Begleiter 20 Minuten (!) später zu mir stießen, war ich immer noch nicht ganz vorne am Schalter. Die Aufnahme der Personalien dauerte eine unfassbare Ewigkeit. Dieser ganze Vorgang ist eines stolzen Vereins wie Standard Lüttich nicht würdig. Das Stadion ist nicht ausverkauft, die Fans sind friedlich, also was soll das? Als wir an der Reihe waren, dauerte es fünf Minuten, bis alle Daten eingegeben waren. Es waren genau die fünf ersten Minuten des Spiels, die wir dadurch verpassten.



      In der 6. Spielminute ging es ins Stadion und es schien so, als hätten alle auf uns gewartet. Das 1:0 fiel jedenfalls in der 8. Minute.



      Noch ein Blick auf die Heimkurve. Es gefiel mir! Drei Stockwerke, schön steil und wunderschöne Zäune und Geländer. Das hat was.



      Der heutige Gegner war Royal Excel Mouscron. Ein Verein, von dem ich bisher kaum etwas gehört hatte. Einige Gästefans waren aber dabei.



      Ich hatte im Kopf, dass die Fans von Standard die besten und lautesten in Belgien seien. Tatsächlich muss man bei der Bewertung der Fanszene belgische Maßstäbe ansetzen. Wirklich beeindruckend war das nämlich nicht, aber im Vergleich zu Anderlecht, Gent oder Genk eben doch eine ganze Nummer besser. Aber mir gefiel, dass es hier keine klare Abgrenzung zwischen Fankurve und normalem Publikum gab und die Szene auf allen drei Rängen ein bisschen verteilt war, sodass auch von überall ein bisschen gesungen wurde. Es war keine brachial laute, aber doch eine schöne Atmosphäre vor einer herrlichen Kulisse.



      Direkt neben dem Gästeblock war übrigens noch ein Fanblock von Lüttich. Sie teilten sich wirklich extrem auf. Was wäre hier möglich, wenn sich alle geschlossen auf einer Tribüne versammeln würden?



      Dem 1:0 folgte noch vor der Pause der Ausgleich, ehe Lüttich im zweiten Abschnitt direkt das 2:1 gelang. Doch wiederum konnte Mouscron ausgleichen. Nun stand es 2:2!



      Dann gab es einen Platzverweis für Lüttich nach einem taktischen Foul. Wenig später erzielte Mouscron sogar die 3:2-Führung. Damit hätte ich nicht gerechnet. Der Außenseiter, der zwei Mal zurückgelegen hatte, kam nicht nur zurück, sondern drehte das Spiel sogar und war in Überzahl natürlich jetzt deutlich im Vorteil.



      Es setzte mal wieder Schneefall ein. Ein toller Fußballabend, doch wenn das inzwischen genervte Heimpublikum jetzt zu pfeifen begänne, dann würde das nicht zu dieser ansonsten so wunderbaren Harmonie passen. Also wünschte ich mir noch ein Tor für Lüttich, doch die Zeit lief davon, die Schlussminuten liefen schon.



      Doch in der 87. Minute passierte es! 3:3 - und das in Unterzahl! Standard hatte eine tolle Moral gezeigt und das Publikum war natürlich aus dem Häuschen. Jetzt wurde auch die brachiale Lautstärke erreicht, die ich mir erwünscht hatte.



      Nein, das ist nicht dasselbe Bild und auch nicht derselbe Torjubel. Zwischen beiden Bildern liegen laut meiner Digitalkamera eine Minute und 42 Sekunden. Soll heißen: Lüttich erzielte in der 89. Minute das 4:3. So ein Wahnsinn! Geschichten, wie sie der Fußball schreibt! Eskalation! Was für eine magische Nacht! Jetzt war die Stimmung wirklich sensationell!



      Nach dem 4:3 gab es auch bei den Gästen noch eine Rote Karte. Frust. Danach war Abpfiff.



      Danach wurde gefeiert. Erst auf der einen Seite...



      ...und dann auf der anderen. Schön.



      Wieder einmal hatten wir uns eine Unterkunft in unmittelbarer Nähe des Stadions gesucht und wieder einmal gab es nur Dönerbuden. Die uns zugesicherte Pizzeria existierte einfach nicht. Aber was soll man schon gegen einen so gut gefüllten Teller sagen? Wir ließen das Wochenende Revue passieren. In nicht einmal 48 Stunden hatten wir 16 Tore gesehen, im Schnitt vier pro Spiel. Und wo war es am schönsten? Aus meiner Sicht ganz klar in Hasselt. Forza Amateurfußball!
      Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.
    • Schöne Berichte @linienzieher !

      Und einen extra Daumen für die Nennung des ursprünglichen Stadionnamens in Genk. :positiv1:

      Da wechselt der Name ja auch alle paar Jahre, je nachdem welcher Konzern sich gerade die Namensrechte erkauft hat. Natürlich ist das Stadion nichts besonderes, sondern eher funktional um die Uefa-Bestimmungen zu erfüllen. Und die Stimmung ist auch kein Vergleich mehr im Gegensatz zu den späten 90ern und den 00er Jahren. Dennoch nutze ich Genk ab und an immer noch gerne für einen Ausflug, entweder im Europapokal, oder zu Spielen gegen Standard, Brügge oder Anderlecht. Da ist dann auch etwas mehr los.
    • linienzieher schrieb:

      Pommes, Waffeln, Pralinen... Belgien kann kulinarisch einiges, aber dass in unmittelbarer Nähe der Stadien nur Dönerbuden stehen, sollte ich in den nächsten Tagen zu spüren bekommen.
      vindeenfrituur.be/ Und Frituuren gibts in Belgien an fast jeder Ecke.... Ich weiß wovon ich rede.... Glaub dem Onkel Rizzo mal.....


      Soso, Hertha BSC samstags in Levrkusen mit, sagen wir mal großzügig 500 Leuten.... Wehe es meckert nochmal jemand über Leverkusen auswärts.... Da waren mehr Leverkusener in Berlin diese Saison, unter der Woche.....