Markranstädt: Zukunft ungewiss?

  • Hegst Du eingeltich aus identischer Motivation heraus gleiche Vorbehalte gegen andere "Wegbereiter". z.B.


    Turbine Halle für den HFC
    oder
    Brieske-Senftenberg für Energie Cottbus
    um nur mal zwei aus einer viel längeren Liste zu erwähnen?

  • Du vergleichst schon wieder völlig sinnlos das was in der DDR mit Delegierungen etc. passiert ist, mit dem Rotz, den sich 2009 Matteschitz mit seinem Konzern im Osten erdreistet hat! Damals in der DDR ging es wohl nicht anders, es war einfach so denke ich. Für mich und viele andere ist es ein Unterschied, ob sowas vom Staat etc vorgeschrieben wird, oder ob ein Österreicher auf die Idee kommt, seine Brause zu vermarkten. Und wie man sehr deutlich an den Kunden in Salzburg und Leipzig sehen kann, checken die es noch nichtmal, dass sie einfach nur Kunden sind. Beispiel Salzburg: Die Kunden wollten doch tatsächlich einen oder merhere Meistersterne aufs Trikot von ihrem Dosenverein, weil ja Austria die Titel geholt hat. Die haben es nichtmal kapiert, dass ihr Konstrukt mit Austria absolut nichts zu tun hat und es eine Feindliche Übernahme war.... :lol: Oder die Kunden in Leipzig, die sich beschwerten, dass zu viel Brausewerbung im Stadion existiert. Und von den "Ultras" dieses Konstrukts die von zu viel Kommerz im Fussball labern, gar nicht erst zu sprechen. :facepalm::lol:


    Aber gut, für dich und die ganzen RB Konsumenten ist das identisch. Doch zum Glück für die große Mehrheit im Fussball nicht. ^^


    Dementsrpechend beantworte ich deine Frage mit "Nein". BSG Turbine Halle und SC Aktivist Brieske Senftenberg empfinde ich nicht als so widerlich wie den SSV Markranstädt! :ja1:

  • Komischerweise regt sich niemand über die Verbände auf, die solche Rochaden überhaupt möglich gemacht haben.

    Das gibt es auch nicht nur im Fußball, mir fällt dann immer das Beispiel im Handball ein, als die Schleswig Holsteiner Mannschaft vom HSV kaufen ließ um dann in der neuen Sporthalle im Volkspark zu spielen. :-)

  • @Rizzo


    Gut, ich kann tatsächlich nicht ändern, dass die Menschen heute so wenig Geschichtsverständnis haben und das eine als normal hinnehmen und das andere beklagen. Ich kann den Makel historsich beschreiben und bei beiden die Sache schlucken oder mich als reflexionsunfähig outen.

  • Den Einstieg von RB mit dem Vereinsgeschacher zu DDR-Zeiten zu vergleichen, ist Blödsinn, genauso, wie den RB-Steigbügelhalter Markranstädt deshalb als "Kackverein" zu verunglimpfen. Wenn nicht über Markrans, dann hätte Mateschitz noch etliche andere Möglichkeiten gehabt, sein Ziel, die Installation seines Vereins in Leipzig, zu erreichen. Und der Kommerzfußball als Produkt unterscheidet sich bei RBL kaum von den anderen Profiklubs - gerade die Aufgeregtheit von Seiten der Bundesliga-Konkurrenten über diesen Verein finde ich lächerlich. Er ist ein pures Kind des Kapitalismus, nicht mehr, nicht weniger - und das sind die anderen Profi-Vereine auch.
    Was Markranstädt betrifft: Die haben hier schon seit Jahrzehnten einen sehr guten Ruf wegen ihrer Nachwuchsarbeit, von dort kamen Spieler zu Lok und Chemie und wurden DDR-Oberliga-Fussballer, auch der 70er WM-Final-Schiedsrichter Glöckner kam aus Markranstädt.
    Im Herrenbereich waren sie etliche Jahrzehnte stabil auf Bezirks und Landesliga-Ebene. Nach der Jahrtausendwende stieg der Hebebühnenproduzent Nussbaum ein, pushte Markrans in die Oberliga, selbst ein Aufstieg in die Regionalliga war im Bereich des Möglichen. Das Interesse war allerdings gering, in Markranstädt gingen immer so 100 bis 200 Zuchauer zum Fussball, ob nun I. oder II.Mannschaft, das hatte sich dann auch in der Oberliga nicht gesteigert. Nussbaums Geschäft lief allerdings irgendwann etwas schwankend, so dass er vor etwa 10 Jahren seine Zuschüsse reduzieren wollte - da kam dann die "Offerte" von Mateschitz gerade recht. Die Dauer der RB-Unterstützung war aber nicht auf unbegrenzte Zeit vereinbart, spätestens mit dem Rückzug von RBL II aus dem Spielbetrieb(Heimspielort war Markranstädt) hatte sich das erledigt. Seit dem bewegen sie sich wieder auf ein "normales" Level zu, sie haben eine gute Infrastruktur an Sportstätten, viele ehrenamtliche Unterstützer - der Abstieg ist kein Beinbruch.Ich rechne damit, dass Markranstädt kurz oder mittelfristig wieder in die Landesliga zurückkehrt.

    "Wer nicht alles gibt, gibt nichts!" (Alfred Kunze)

  • Den Einstieg von RB nicht mit dem Vereinsgeschacher zu DDR-Zeiten zu vergleichen, ist Blödsinn bzw. Schönfärberei aus wohl eher ideologischen Gründen. In beiden Fällen hat das Geld regiert und den Leuten wurde was vorgesetzt. Der Zusammenhang ist dermaßen offensichtlich...

  • Den Einstieg von RB nicht mit dem Vereinsgeschacher zu DDR-Zeiten zu vergleichen, ist Blödsinn bzw. Schönfärberei aus wohl eher ideologischen Gründen. In beiden Fällen hat das Geld regiert und den Leuten wurde was vorgesetzt. Der Zusammenhang ist dermaßen offensichtlich...

    Echt jetzt? Für dich ist es das Selbe, wenn die Armee, der Staat etc. etwas beschließt, z.B. dass die Mannschaft aus Leipzig nach Berlin und später nach Frankfurt/Oder delegiert wird oder von Briese/Senftenberg nach Cottbus usw. usf. wo aber die Erfolge (...) immer noch zurückverfolgt werden können und es von Verein zu Verein übertragen wurde, wie wenn ein österreichisches Unternehmen bei mehreren ostdeutschen Vereinen anfragt, ob sie als Hauptsonsor einsteigen dürfen, aber nur dann, wenn absolut alles vom Verein selbst verschwindet (Wappen, Vereinsfarben, Erfolge, etc.)? Das perfekte Beispiel habe ich doch mit RB Salzburgs Nullchecker Konsumenten geliefert. Da ist doch auch ganz klar zu sehen und nachzulesen was ich nicht nur behaupte, sondern dadurch auch belegen kann. Und dann mit einem ganz tollen LinksRechts Ahlen Trick das Verbot von Sponsornamen im Vereinsnamen umgeht? Jaa nee ist klar....

  • Den Einstieg von RB nicht mit dem Vereinsgeschacher zu DDR-Zeiten zu vergleichen, ist Blödsinn bzw. Schönfärberei aus wohl eher ideologischen Gründen. In beiden Fällen hat das Geld regiert und den Leuten wurde was vorgesetzt. Der Zusammenhang ist dermaßen offensichtlich...

    Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Die Begründung, es ging ums Geld und es wurde was vorgesetzt, ist so aussagekräftig wie "hatte beides irgendwie mit Fußball zu tun."

  • Natürlich kann jeder behaupten Spaghetti sind keine Bananen und hat damit recht. Ihr wisst ganz genau dass mir es um die Funktion geht, dass sich Funktionäre etwas in einem Gewaltsystem erkaufen und ein Ausländer sich etwas von Außen erkauft. Bei aller Liebe. Beides ist Machtdurchsetzung mit Möglichkeiten, die man kraft Geld und System eben hat.
    Ich kann Euch nicht helfen, wenn ihr aus Verblendung die Parallälität aus reiner Gewohnheit, dass man hier Unterschiede aus Vergesslichkeit macht, nicht sehen wollt.

  • Diese Zeilen habe ich mal vor ein paar Jahren geschrieben..... Natürlich reine Fiktion, jedoch sollte es mal zum nachdenken anregen und hat auch grob was mit dem Thread hier zu tun....



    Wie wäre die Wende andersrum verlaufen im Fussball?


    Nur mal so ein paar lustige Gedanken.... Hmmm, stellen wir uns doch mal folgendes Szenario vor. Am Ende der Bundesliga Saison 90/91 dürfen zwei Westvereine in die DDR Oberliga, die Vereine von Platz 3-6 in die DDR Liga, die Vereine von Platz 7-16 spielen mit dem 1. und 2. der 2.Bundesliga gerade nochmal zwei weitere Plätze für die DDR Liga aus. Die Vereine auf Platz 17 und 18 sind abgestiegen. Dies hätte dann so ausgesehen:


    1.FC Kaiserslautern und FC Bayern München haben sich für die DDR Oberliga qualifiziert
    SV Werder Bremen, Hamburger SV, Eintracht Frankfurt und der VfB Stuttgart für die DDR Liga
    Über die Relegation schaffen es dann noch:


    1.FC Köln, Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund für die DDR Liga


    Alle anderen Vereine steigen in die Bezirksligen (3.Liga) ab.... In der ersten Gesamtdeutschen Saison steigt dann auch direkt der 1.FC Kaiserslautern als letzter Westdeutscher Meister aus der Oberliga ab! Aber auch Werder Bremen, Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund können die Liga nicht halten und müssen ebenfalls in die Bezirksligen runter. Hertha BSC und der 1.FC Nürnberg spielen in der Saison 91/92 in ihren Bezirksligen keine bedeutende Rolle und teilweise nur noch vor knapp 1.000 Zuschauern oder weniger... In den folgenden Jahren wird es aber immer schlimmer mit dem westdeutschen Fussball. Denn auch der FC Bayern kann sich nur noch bis 1995 in der Oberliga halten, dafür kommt aber Kaiserslautern öfters nach oben. Ende der 90er Jahre schafft es der VfL Bochum, sich als letzter und einziger westdeutscher Verein, sich mehrmals in der Oberliga zu halten. Aber seit 2009 hat es kein Westverein mehr geschafft, sich für die Oberliga zu qualifizieren.... In der Liga sieht es nicht viel besser aus, denn auch dort verschwinden nach und nach die Westvereine. Einige schaffen zwar nochmal die Rückkehr, aber für die meisten geht es sogar bis in die Bezirksklasse, der 4.Liga, runter. Doch im Jahr 2009 kommt ein Brausehersteller aus Österreich auf die glorreiche Idee, den Westfussball wieder Leben einzuhauchen. Er sucht sich dafür eine Region aus, welche früher den Fussball gelebt hat. Den Ruhrpott. Zuerst will er bei RW Essen einsteigen, die lehnen ab. Dann beim FC Schalke 04, auch die lehnen ab. Doch die kleine SG Wattenscheid 09 kann dem Geld nicht widerstehen und gibt sein Stadion und Verein dafür her. Denn es entsteht der neue tolle Verein RuhrpottBallsport Bochum! Innerhalb weniger Jahre schafft es RBB bis in die Liga und auch Wattenscheid als durfte nach diesem Erfolg wieder selbstständig sein, zumindest im Fussball als Verein.... Die Leute im Ruhrpott stehen dem Verein kritisch gegenüber, aber der Erfolg zieht auch die Massen nach Bochum. Der kleine VfL Bochum ist inzwischen bis in die 5.Liga abgestiegen, aber die Stadt und die Region lechzen nach Oberligafussball... Alles wird so wunderschön, wenn RBB endlich in der Oberliga spielt und dort dann noch mehr Konsumten anlockt.... Nach einigen Jahren ist es dann soweit: RBB ist endlich in der Oberliga angekommen und spielt durch die Gelder aus Österreich direkt um die Meisterschaft mit und auch international. Doch dort blamieren sie sich nicht nur sportlich sondern auch fanmäßig. Deren Trainer verkündete vollmundig: Wir haben genauso viele Zuschauer und Fans wie Dynamo Dresden, Magdeburg oder Hansa Rostock auswärts dabei. Doch die Realität sieht anders aus: International fahren teilweise nur kanpp 30 Leute mit, während Dynamo, Magdeburg oder Hansa von mehreren Tausend echten Fans begleietet werden... In der Saison 2018/19 gelingt RW Essen die Sensation und steigt als erster richtiger westdeutscher Verein wieder in die Oberliga auf.....


    Ersetzt die westdeutschen o.g. Absteiger mal mit den DDR Vereinen welche damals durchs Raster gefallen sind mit den Ostvereinen... Wie mögen sich die Magdeburger fühlen? 1974 Europapokalsieger der Pokalsieger, DDR Meister, international vertreten und seit der Wende lediglich ein paar Jahre 3.Liga. Oder Jena, Erfurt, BFC Dynamo, Lok Leipzig, Chemie Leipzig, HFC Chemie? Sogar Stahl Brandenburg, Stahl Riesa, Wismut Gera usw. sind alles große Verlierer der Wende. Großes Ziel all dieser Vereine, irgendwann mal wieder in der wenigstens 3.Liga zu spielen. Mit Glück eventuell in der 2.Liga. Aber die Zeiten von früher, sind vorbei...


    Wäre schon eine sehr beschissene Vorstellung für die Westvereine, oder?

  • :lachen: so umfänglich habe ich es noch nicht durchdacht - aber eins wäre klar: Chemie Leverkusen müsste seine besten Spieler Spieler nach Leipzig-Leutzsch delegieren!
    Im Gegenzug könnten auch drüben ein paar Leistungszentren bestehen: Beim SV Motor Wolfsburg oder bei Glückauf Gelsenkirchen bspw. :cool:

    "Wer nicht alles gibt, gibt nichts!" (Alfred Kunze)

  • Naja, der Westen hat halt sein großes Vereinssterben schon ein paar Jahrzehnte früher gehabt als der Osten. 1963, mit Gründung der Bundesliga, wurden auch dort massenhaft Vereine der alten Oberligen nach unten gedrückt. Und mancher Club wie Kickers Offenbach hat sich davon nie so richtig erholt.

  • :lachen: so umfänglich habe ich es noch nicht durchdacht - aber eins wäre klar: Chemie Leverkusen müsste seine besten Spieler Spieler nach Leipzig-Leutzsch delegieren!
    Im Gegenzug könnten auch drüben ein paar Leistungszentren bestehen: Beim SV Motor Wolfsburg oder bei Glückauf Gelsenkirchen bspw. :cool:

    BSG Chemie Leverkusen, BSG Motor Wolfsburg, BSG Aktivist Glückauf Gelsenkirchen, BSG Wismut Dortmund, FC Dynamo München, BSG Traktor Mönchengladbach, BSG Medizin Köln, .... :kicher:


    Und zum Vereinssterben im westdeutschen Fussball: Wenn es nicht erst 1963 die eingleisige 1.Liga gegeben hätte, sondern wie in eigentlich allen Ländern auf der Welt schon viel früher, hätte man jetzt nicht so unfassbar viele Vereine, welche mal in einer der vielen 1.Ligen gespielt haben. Aber so ist es halt erst 1963 dazu gekommen, dass viele Tradtionsvereine dann verschwanden und es bis heute auch noch sind teilweise.... Trotzdem irgendwo doof die gesamte Situation rücklblickend gesehen...