Beiträge von matz

    Die Todeszahlen hängen doch maßgeblich davon ab, welche Bevölkerungsgruppen betroffen sind. Wenn sich in den kommenden Wochen nur 80jährige infizieren würde, würde die Sterberate durch die Decke gehen. Daher war ja von Anfang an ein Gedanke, ob man sich nicht auf den Schutz der Risikogruppen konzentrieren sollte. Hat sich aber aus unterschiedlichen Gründen nie durchgesetzt.

    Quelle dafür?

    Ist doch simpel. Das RKI teilt einfach die Zahl der mit Corona Gestorbenen durch die Zahl der positiv getesten Menschen. Was 3% ergibt. Und was in vielerlei Hinsicht eine völlig absurde Rechnung ist. Aber sachdienlich, wenn es darum geht, die Grundrechtseinschränkungen gegenüber dem Tagesschaugucker, der sich einfach nur berieseln lassen will, zu rechtfertigen.


    Einfach mal die Webseite vom RKI heimsuchen, dort den täglichen Lagebericht abrufen. Seite 1, oben links steht dann 2,7%.

    Und die Zahl sinkt seit Wochen. Die wird schon 1 annähern.

    Mit der Überlastung der Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung kann man aber keine Grundrechtseingriffe rechtfertigen. Weil es mildere Mittel gäbe. Nämlich die drastische Aufstockung des Personals. Die Telefonnummern von der Gästeliste einer Massenhochzeit abzuarbeiten, das kann jeder Depp nach fünf Minuten Einarbeitszeit. Da muss dann eben ein Rudel Studenten ran. Oder die Bundeswehr. Und schwupps gibt es genug Kapazitäten zur Kontaktnachverfolgung.

    Das wird auch gemacht, wird aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt helfen.

    Natürlich möchte man auch schwere und Todesfälle in großem Ausmaß vermeiden und deshalb den Anstieg der Infektionszahlen abschwächen. Dass sich die Anzahl der Neuinfektionen in der kalten Jahreszeit noch mehrfach verdoppelt, wir also in französische, britische oder spanische Dimensionen kommt, kann niemand wollen.

    Die Berliner Gesundheitssenatorin hat sich jetzt beklagt, dass viele Teilnehmer solcher Massenpartys nicht kooperieren und keine Kontaktpersonen nennen. Da nützen dann auch viele Mitarbeiter im Gesundheitsamt nichts. Schön wäre es, wenn die staatlichen Maßnahmen auf konkretes Fehlverhalten reagieren könnten, etwa indem sie solches Verhalten sanktionieren. Aber dafür ist der Staat vermutlich zu unbeweglich oder es ist juristisch zu schwierig. Stattdessen kommen immer Maßnahmen, die auch die treffen, die sich an die Auflagen gehalten haben.

    In Berlin liegt die 7-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 86,9.

    Eine der wenig sinnvollen Maßnahme des Berliner Senats war, eine Corona-Ampel einzuführen, bei der auch die Belegung der Intensivbetten mit Corona-Patienten zählt. Die liegt zurzeit bei 5,3 Prozent. Der Grenzwert ist 15 Prozent. Allerdings lag der Wert im Sommer noch bei marginalen 1,6 Prozent.

    Bisher gab es doch außer im März, April hier nicht wirklich Maßnahmen die das Leben zu stark beeinflusst haben.

    Mein Privatleben war im Mai und Juni immer noch so ziemlich genauso stark beeinflusst, wie im März und April. Ich befürchte, dass es jetzt damit anfängt wieder genauso zu werden.

    Meine Mutter musste wegen ihres Alzheimers vor wenigen Wochen erst ins Krankenhaus, dann ins Heim. Die Besuchsregeln sind sehr schwer einzuschätzen und wechseln je nach Lage und Einrichtung. Bei einer Anfahrt von 5 Stunden ist die Planung entsprechend unsicher .

    Ein Kunde von mir hat sechs Monate keine Aufträge vergeben, weil diese mit Reisen und Besuchen in Unternehmen verbunden waren. Nun gab es wieder den ersten, das ist mit der jetzigen Entwicklung wieder hinfällig. Dementsprechend als Freiberufler der Verdienstausfall.

    Ich kann nicht sagen, dass Corona mich nicht beeinflusst und ich warne immer davor, seine eigene "Blase", in der man lebt, zum Maßstab zu machen.

    ich bin da ganz bei dir.


    Als der Grenzwert 50 festgelegt wurde, hat Lauterbach mal eben so rausgehauen, dass ein Grenzwert gefährlich sei, weil er Gesundheitsämter verleite, weniger zu testen oder anderweitig zu tricksen, um unter dem Grenzwert zu bleiben. Einfach mal so die Gesundheitsämter, die ohnehin am Limit sind, unter Generalverdacht der Manipulation gestellt. Unverschämt. Wie man jetzt sieht, natürlich Humbug. Aber das ist das Prinzip BILD: Einfach täglich ein Gerücht raushauen, hängen bleiben dann nur die 1-2, die wirklich eintreten.


    Nach Lauterbach hätte es auch keine Geisterspiele geben dürfen, da hat er von unkontrollierbaren Fanansammlungen rumphantasiert.

    Und Schulöffnungen wollte er auch verhindern. Weder das eine noch das andere war Treiber der Pandemie. (Man könnte den Mann ja mal damit konfrontieren, dass er 2019 noch für Krankenhausschließungen war).

    Selbst Drosten & Co. haben irgendwann begriffen, dass ständige Katastrophenszenarien nicht zu einer höheren Akzeptanz der Maßnahmen führen und sich vermehrt zurückgehalten.

    Niemand schiebt eine "Wir werden alle sterben"-Panik. Behauptet doch nicht immer so einen maßlos übertriebenen Unsinn.

    och, wenn ich mir den Lauterbach so anhöre, der in gefühlt jede Kamera seine Rübe derzeit reinhält, bekommt man schon den Eindruck, dass uns die Apokalypse droht!

    Eines der Probleme, dass profilierungssüchtige Leute wie Lauterbach, die nicht mal in ihrer eigenen Partei was zu sagen haben, sich überall und ständig mit Drohungen und Warnungen äußern, so dass die Bevölkerung den Überblick verliert, was wirklich gilt.

    Das Problem bleibt der Aktionismus der Politik. Mir ist kein Fall größeren Ausmaßes bekannt, in dem ein normales Restaurant oder Café zu einem Risiko wurde. In Wuppertal war ich neulich in einem Lokal, die hatten sogar Spuckschutz zwischen den Tischen. Wirte haben da einiges investiert. Trotzdem wird als erstes wieder davon geredet, Gastronomie zuzumachen. Dann haut man Verordnungen raus, die von Gerichten sofort wieder kassiert werden.


    Im Sommer konnte in alle möglichen Gebiete gereist werden, zeitweilig lag der Anteil der Auslandsinfektionen bei 40 Prozent, dann versucht man mit Beherbungsverboten den innerdeutschen Reiseverkehr auszubremsen und verballert so noch Unmengen von Testkapazitäten für gesunde Menschen, die einen negativen Test für ihren Urlaub brauchen.


    Es gibt seit Pandemie für mich kein schlüssiges Konzept, wie man Risikogruppen effektiv schützen kann. Eigentlich hätte man doch jetzt mal acht Monate Zeit gehabt, den Epidemieverlauf zu analysieren und zu besseren Ergebnissen und Kriterien zu kommen als die ominöse Zahl 50.

    Das sehe ich auch so. Völliger Quatsch diese unsinnigen und aufdringlichen Profifussballspiele. National League, Freundschaftsspiele, Euro League, Champions League, UEFA Conference League... und dann noch der normale Ligabetrieb und die nationalen Pokale... eine Übersättigung sondersgleichensondergleichen... manchmal nur noch nervig.

    Die Nationalelf ist nur die Spitze des Eisbergs. Registriere gerade durch Corona massiv beschleunigt eine Abkehr vom (Profi-)Fußball in meinem Umfeld.