Beiträge von matz

    Da bleibt aber immer noch die Frage, ob es für die Menschen in Kleinmachnow angenehmer wäre, vom Bezirk Steglitz-Zehlendorf mitregiert zu werden. Nur weil die Übergänge (wie im Ruhrgebiet) fließend sind, heißt es ja nicht, dass sich die Menschen der Nachbarstadt zugehörig fühlen. Ich bin im übrigen auch manchmal ganz froh, die Stadtgrenzen Berlins hinter mir lassen zu können. Städte, die sich vom Zentrum aus ewig ausfleddern, mag ich eher nicht.

    So unterschiedlich sind die Erfahrungen. Ich bin mit den Eingemeindungen im Ruhrgebiet aufgewachsen, zumal mein Vater in der Kommunalpolitik war. Der Widerstand, das böse Blut, das Gefühl von der Politik übergangen worden zu sein (ist ja kein neues Phänomen, auch wenn manche gerade so tun), das hat mich schon geprägt. Deshalb bin ich ein Gegner von Eingemeindungen, wobei es im Einzelfall natürlich rationale Argumente geben kann. Bin allerdings auch sonst kein Freund von Großstrukturen (und z.B. auch nicht von Vereinsfusionen)

    Ich hatte mal errechnet, welche Vereine wie oft am Aufstieg in die Bundesliga gescheitert sind und es nie geschafft haben (also nicht Wuppertal, Tasmania oder St. Pauli, die dann doch irgendwann aufgestiegen sind)


    FK Pirmasens 5

    VfL Osnabrück 5

    Wacker 04 Berlin 4

    Bayern Hof 3

    Göttingen 05 3

    SV Alsenborn 3

    Holstein Kiel 2

    Arminia Hannover 2

    TuS Neuendorf 2

    Hertha Zehlendorf 2

    Röchling Völklingen 2

    Hessen Kassel 1

    SSV Reutlingen 1

    Wormatia Worms 1

    Schweinfurt 05 1

    SW Essen 1

    Freiburger FC 1

    VfB Lübeck 1

    Spvgg Bayreuth 1
    FC Heidenheim 1

    seit wann ist Regionalliga überregional ? :keineahnung1:

    Wahrscheinlich ist für sie schon überregional wenn man die Grenzen von Berlin verlässt. :-)

    wenn man es genau nimmt, hat Tas (inkl. Vorgängerverein) zwischen 1966 und 1991 West-Berlin nicht verlassen und bis 2018 Berlin nicht. Ausnahme: Die Jahre 97-99 in der NOFV-Nord. Darauf bezog sich auch die Aussage "nach zwanzig Jahren", also auf den Aufstieg in die NOFV-Nord vor zwei Jahren, nicht auf die RL.

    Platz 53: Herne (156.449 Einwohner)


    1. SC Westfalia Herne (OL/5)


    2. SV von 1912 Sodingen (VL/6)


    3. DSC Wanne-Eickel (VL/6)


    4. SpVgg Horsthausen (LL/7)


    5. SV Wanne (LL/7)


    Am 22. Mai 1955 reist der 1.FC Kaiserslautern mit vier Weltmeistern von 1954 in die Gelsenkirchener Glückauf-Kampfbahn. 75.000 Menschen, so die Zeitzeugen, versuchen ins Stadion zu kommen, in dem nur 43.000 Platz finden. Am Ende muss das Spiel mehrfach unterbrochen werden, die Menschenmassen drängen bis an die Seitenlinie. Gegner der Pfälzer in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft ist aber nicht Schalke 04, sondern der Bergarbeiterclub SV Sodingen aus Herne.


    Um die Sodinger herrscht zu jener Zeit ein echter Hype, wie man es heute nennen würde. Ein Club kickender Bergleute, der als Underdog 1952 in die Oberliga West aufsteigt und den Großen aus Schalke, Dortmund und Köln trotzt. 1955 ziehen die Sodinger als Vizemeister in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft ein. Der alte Ruhrpott-Witz vom Loch, das sich mitten im Spiel an der Eckfahne auftut und aus der ein Bergmann lugt, um nach dem Spielstand zu fragen – für den SV Sodingen passt er mehr als für viele andere Vereine aus der Region. Über dem Sodinger Glückauf-Stadion ragt nicht nur der Förderturm der Zeche Mont Cenis, das Stadion selbst liegt auch auf dem Zechengelände. Weil der DFB aber auch schon damals Mindestkriterien für Stadien verlangt, weichen die Sodinger am jenem denkwürdigen Tag nach Gelsenkirchen aus.


    Besonders stolz sind die Sodinger, dass der bürgerliche Nachbar SC Westfalia Herne erst zwei Jahre später in die Oberliga aufsteigt. Ein Umstand, der dem mächtigen Kölner Vereinsboss Franz Kremer sauer aufstößt. Was ein Nest wie Herne mit zwei Oberligisten wolle, soll der spätere Vorkämpfer der Bundesliga gemault haben. Mit der Bergbaukrise beginnt auch der Abstieg des SV Sodingen. Für eine Qualifikation zur Regionalliga West 1963 reicht es schon nicht mehr.


    Dagegen sorgt 1959 Westfalia Herne für Furore. Die Westfalia wird völlig überraschend Westmeister (vor Köln).



    Die Westfalen tragen ihre Spiele um die Deutsche Meisterschaft ebenfalls auswärts, in der Dortmunder Roten Erde, aus. Auch im Folgejahr sind sie als Vizemeister im Westen in der Endrunde dabei. Da die Herner Vereinsbosse aber nicht ernsthaft die Bundesliga anpeilen, zerfällt die Mannschaft Anfang der 60er jahre. Auch in der Regionalliga West zählt man schnell zu den Abstiegskandidaten. Für die 2. Bundesliga Nord reicht es deshalb ebenfalls nicht.


    Der Verein sucht in seiner Not den Kontakt zu Erhard Goldbach, dem "Ölkönig von Wanne". Goldbach mischt mit seiner Billig-Tankstellenkette Goldin zu der Zeit gerade den Ruhrpott auf. Mit dem Geld von Goldbach reicht es für den SCW 1975 locker zum Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord (als SC Westfalia Goldin Herne, solcherlei Umbenennungen gingen in den so genannten „guten alten Zeiten“ noch). Leider vergisst Goldbach, die Mineralölsteuer an Vater Staat abzuführen. So um die 345 Millionen Mark. Goldbach wandert erst aus und dann in den Knast. Die Westfalia muss ihre Lizenz nach dem ersten Spiel der Saison 79/80 abgeben. Davon erholen sich die Herner nie mehr und pendeln (inklusive Insolvenz) fortan zwischen Oberliga, Verbandsliga und Landesliga.


    Vom Herner Fußball ist man 1969 in Wanne-Eickel weit entfernt. Wanne-Eickel ist selbst Großstadt und hat die größte statistische Bevölkerungsdichte aller deutschen Städte. Den Baumagnaten Robert Heitkamp treibt in jenen Tagen die Sorge um die deutsche Jugend um. „Von der Party- und Beat- über die Sex-Welle bis hin zu Krawallen an den Universitäten aus politischen Motiven“ sieht Heitkamp die Jugendlichen bedroht. Da soll der Sport soll Abhilfe schaffen.


    Heitkamp ist Bewunderer von Bayer Leverkusen und deren breitem Sportangebot. So ein Verein soll in Wanne-Eickel auch entstehen. Mit ausgewählten Honoratioren (auf persönliche Einladung und ohne Presse) gründet er den „Deutscher Sport-Club Wanne-Eickel“. Nicht nur die beleidigte Presse, auch die Wanne-Eickeler sind ob der Gründung "von oben" skeptisch. Dabei schaut Heitkamp von Beginn an durchaus aufs Geld. Die Reiter etwa bleiben draußen, weil die Reitanlage zu teuer ist.


    Fußball spielt der DSC erst ab 1971, als der Verbandsligist TB 54 Eickel beitritt. 1975 wird Wanne-Eickel nach Herne eingemeindet. Eine Demütigung für die Wanne-Eickeler, besonders als die Deutsche Post sie auch noch zu „Herne 2“ degradiert.


    Die bis dahin harmlose Nachbarschaft zur Westfalia wird in der Saison 74/75 so plötzlich zur hochbrisanten "politischen" Rivalität in der Verbandsliga, die dem DSC zu neuer Popularität verhilft. 1978 steigt der DSC in die 2. Bundesliga Nord auf. Doch 1980 gibt der Verein zum Entsetzen der Fans die Lizenz zurück. Die eingleisige zweite Bundesliga steht vor der Tür und es zeigt sich nun, dass Heitkamp mit der Vereinsgründung höchstens Feierabendfußball, aber nicht teuren Profisport im Sinn hatte. Von da an geht es hinunter bis in die Verbandsliga. 1996 deckt das Finanzamt auch noch schwarze Kassen auf, der Verein kann dem Exitus gerade noch entgehen. Heitkamp zieht sich schon in den 90ern zurück, heute sind die einzelnen Abteilungen des DSC selbständige Vereine.


    Wunsch: Das Nest Herne bekommt drei Oberligisten.

    Ich wünsche mir für S04 eine möglichst attraktive 2. Liga, auch wenn ich denke, dass 2021 keine Zuschauer mehr dabei sein werden. Deshalb möchte ich 1860, Dynamo und Hansa in der 2. Liga, statt Sandhausen, Regensburg oder Ingolstadt. Wobei ich nach Regensburg immer schon mal wollte, rein touristisch.

    es gab den ein oder anderen Ungarn (Pal Cernai), Jugoslawen (München), Holländer im Westen. Und nicht zu vergessen die vielen Saarländer im Südwesten, als das Saarland noch Ausland war. :lachen:

    Das fällt ja in die Zuständigkeit der Bezirke. Alle Vereine (nicht nur Fußball) im Poststadion haben sich schon dagegen ausgesprochen. Dass der Bezirk dann seine eigenen Vereine vertreibt, ist nicht unbedingt vorstellbar. So geil ist man auf Viktoria (oder Altglienicke) auch nicht.

    Mal ehrlich:

    Wäre ich Berliner,käme ich nie auf den Gedanken,für ein Heimspiel meines Vereines eine An-und Abreise von Einer Stunde oder mehr in Kauf zu nehmen.

    Da gibt es Bundesligisten, wo eine solche Anreisestrecke für Fans normal ist. Aber davon ab hat Viktoria ja gar keine Fanszene. Bei deren Zuschauern würde es mich schon wundern, wenn die für die Heimspiele quer durch die Stadt fahren.

    Wie sieht es denn mit dem Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion aus :hmm:

    Ist doch ´ne recht große Schüssel,und für die paar Hanseln,die zu Heimspielen kommen,ist das Fassungsvermögen doch bestimmt ausreichend.

    Und umzäunt ist das Stadion doch auch-meine ich.

    Das soll abgerissen und neu gebaut werden. Das ist ja das Problem, denn das Stadion soll eigentlich die Heimstatt für alle Berliner Drittligisten der Zukunft sein. Wird aber vermutlich eine unendliche Geschichte. Solange aber der Abrissbeschluss steht, wird es als Spielstätte natürlich nicht zugelassen.


    Zitat

    Das Stadion in Lichterfelde genügt nicht den Drittliga-Anforderungen durch den Deutschen Fußball-Bund. Ausweichorte in Berlin wären das Mommsenstadion oder das Olympiastadion, was jedoch mit großen Kosten verbunden wäre. Als Alternative brachte Schultz eine provisorische Arena auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel ins Spiel.

    Schultz bezeichnete es als "Armutszeugnis für die Stadt Berlin", dass nach jahrelangen Diskussionen keine neue Genehmigung für den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark als Spielstätte vorliege.

    https://www.tagesspiegel.de/sp…-zeit-davon/27105550.html

    Das Mommsenstadion kommt wegen des Denkmalschutzes eigentlich nicht in Frage.

    Da Altglienicke vor dem selben Problem steht, könnte am Ende noch Jena aufsteigen.