Beiträge von doepuli

    "Der in Barsinghausen beheimatete 1.FC Germania Egestorf-Langreder" - hä? Hollaradiedüdeldo? Kann das jemand mal den Nicht-Norddeurtschen erklären? :lachen:


    Der Sitz des Niedersächsischen Fußballverbandes ist in Barsinghausen. Mehrere Spieler des 1. FC Egelsdorf/Langreder sind beim Verband bzw. der dort auch ansässigen Robert-Enke-Stiftung beschäftigt. Deshalb wird vielfach auch von der Betriebsmannschaft des NFV gesprochen.

    Spreche mal mit dem Vorsitzenden von Arminia Hannover. Der führt einen einsamen Kampf gegen dieses Gebilde.

    Erneute Kehrtwende beim Norddeutschen Fußballverband?


    Nach Medienberichten befürchtet der Norddeutsche Fußballverband nun juristische Auseinandersetzungen mit aufstiegswilligen Vereinen der Oberligen. Deshalb behält sich offensichtlich das Präsidiums doch vor, die abgebrochene Saison mit Absteigern zu beenden.


    Der Norddeutsche Fußballverband macht sich einfach nur noch lächerlich!


    Mit 21:1 Stimmen wurde am Donnerstag von den Vereinen erklärt, dass die Saison ohne Auf- und Absteiger beendet werden soll. Lt. Medienberichten war eine endgültige Beschlussfassung seitens des Präsidiums reine Formsache.


    Nun offensichtlich eine erneute Kehrtwende! Der Verband fürchtet, dass Vereine juristische Schritte einleiten könnten.
    Sind diese Schritte auch bei der Besprechung mit den Vereinen diskutiert worden? Haben schon Vereine - wenn ja, welche? - etwas in der Richtung angekündigt? Ist nicht zu befürchten, dass die dann benachteiligten Vereine vor den Kadi ziehen?

    Es sind selbstgemachte Leiden des Verbandes. Denn der NFV hätte so verfahren können, wie der Bayrische Fußballverband: die Saison 19/20 ist bis heute nicht beendet worden. Es war schon vor einem Jahr zu befürchten, dass die Pandemie uns über das Jahr 2020 hinaus nicht in Ruhe lassen wird. Aber der NFV hat die Liga lieber aufgebläht. Damit die Problematik weiter verschärft! Ganze 7 - 10 Spiele konnten die Vereine absolvieren. Von zunächst geplanten 30 und mehr Partien! Da möchte sicherlich nicht nur ich ein Gericht sehen, dass diese Saison nach sportlichen Kriterien bewerten soll und will!
    Gleiches gilt übrigens auch für die Vereine, die dann aufsteigen wollen bzw. sollen.
    Der pikanterweise in Barsinghausen beheimatete 1.FC Germania Egestorf-Langreder (in der RL-Saison 18/19 Zuschauerkrösus mit einem Schnitt von 252 Fans) hat in der vorzeitig beendeten OL Niedersachsen gerade mal 8 Spiele ausgetragen. In der anderen Staffel ist der SC Heeslingen mit 7 Partien am Start gewesen.
    Dort wird ohne Absteiger in die neue Saison gegangen. Aber auch ohne Aufsteiger aus den Landesligen.
    Herr Diestelrath - in Personalunion Vorsitzender des Niedersachsischen (Sitz in Barsinghausen) und auch des Norddeutschen Fußballverbandes spricht mit gespaltener Zunge!

    Was die Vereine brauchen, ist Planungssicherheit. Soweit man davon überhaupt reden kann. Denn wie lange uns die Pandemie noch beschäftigen wird, kann niemand vorhersagen. Die einzige Hoffnung ist, dass die Impfungen ab dem Spätsommer greifen. So dass wieder vernünftig trainiert werden kann (auch davon wollten die Herren des Verbandes lange Zeit nichts wissen und die Mannschaften möglichst nach zwei Trainingswochen auf die Plätze jagen!!!).
    Was für die Vereine natürlich auch sehr wichtig ist, dass sie wieder vor den Fans spielen können. Eine ganz wichtige Säule, um das nötige Kleingeld für den Spielbetrieb zu generieren. Aber das ist evtl. für Barsinghausen nicht das Thema. Denn dort gibt es vielleicht andere Quellen, die angezapft werden können.



      

    Da der Norden die Pandemie ernster genommen hat und keine Spiele mehr ausgetragen werden durften, können sie jetzt sicher nicht benachteiligt werden. Die Havelser waren nach dem Quotienten nun mal vorne und dürfen nun gegen den Teilnehmer aus Bayern spielen. Die waren in dieser Spielzeit ja noch vorsichtiger und haben noch weniger Spiele in 20/21 ausgetragen. Welche Mannschaft die dann schicken ist deren Sache. Mal sehen wie die Havelser die Stadion frage klären, aber da gibt es ja schon genug Beispiele in der 3. Liga, das das zu lösen ist. Hoffentlich finden die Spiele dann wenigstens statt, damit man dann nächstes Jahr neu bei null starten kann und mal wieder ein Saison spielt die einigermaßen normal läuft.

    Es war zu lesen, dass der TSV Havelse dann im Niedersachsenstadion spielen will.

    Hier steht jetzt was anderes. Kann es nur verlinken, da ich unterwegs bin


    https://www.sportbuzzer.de/art…iger-havelse-hsc-stebani/

    Die Medien im Norden berichten übereinstimmend, dass die Saison abgebrochen werden soll. Ohne Ab- und Aufsteiger.

    Dass der Verband bis zuletzt auf Genehmigungen aus den Staatskanzleien gehoffte hatte, war ohnehin sehr blauäugig. Zumal Hannover und auch Hamburg in der Pandemiebekämpfung hartes Geschütz aufgefahren haben.
    Der nun geplante Abbruch war einfach überfällig. Schon im Februar war eigentlich absehbar, dass es zu solch einer Entscheidung kommen muss.


    https://www.landeszeitung.de/s…21_uJj7F__5VnBB8qZA3EJtBc

    Dr. Peter Krohn gestorben


    Am 1. April ist Dr, Peter Krohn gestorben. Dazu hat mein Freund Manfred Ertel via Facebook einen sehr bewegenden Nachruf veröffentlicht, den ich hier einstellen möchte. Sollte ich gegen die Regeln des Forum verstoßen, lösche ich den Beitrag natürlich.


    Peter Krohn – ein ganz persönlicher Nachruf (von Manfred Ertel)


    Als es für seinen geliebten Klub ums Ganze ging, weil sein Verein mit windigen Versprechen in eine seelenlose Kapitalgesellschaft ausgegliedert werden sollte, stand er an der Seite der Mitglieder und Fans. Denn er hatte frühzeitig erkannt, schneller als viele andere seiner langjährigen Weggefährten und Ex-Funktionäre, was für den Klub auf dem Spiel stand und was eine Ausgliederung bedeuten würde - den Abschied von der Tradition „seines“ HSV, einen Verlust an Identität und vor allem: die Aufgabe der Mitsprache durch seine Mitglieder und der Abschied jeglicher Mitbestimmung. Und Tradition war ihm wichtig. Nicht umsonst erzählte er immer wieder davon, wie schon sein Vater Hans 1922 und 1923 in den Meistermannschaften des HSV spielte. Er beriet sich mit engagierten Mitgliedern, die den Ausverkauf „ihres“ HSV und seiner Werte verhindern wollten, er schmiedete Pläne, wehrte sich. Auf seine ganz eigene Art. Kritisch und vorlaut, kämpferisch und manchmal auch besserwisserisch. Es ging ihm immer um seinen Verein. Aber er ließ sich nicht vor fremde Karren spannen. Peter Krohn blieb sich treu, auch wenn er selbst für Freunde bisweilen schwer auszuhalten war.


    Peter Krohn war seiner Zeit voraus. Immer und immer wieder. Er war der erste, der das Unterhaltungspotential des modernen Fußballs voll und anders ausschöpfen wollte. Er war der Erfinder von Show-Trainings mit Blaskapellen und Elefanten auf dem Rasen, auch wenn er später davon nichts hören wollte. Tausende pilgerten dazu an den Rothenbaum, um seinen „Zirkus Krohn“ live mit zu erleben. Er war der Erfinder der ersten rosa Trikots, die er später so hasste, weil sie nichts mit den Traditionsfarben zu tun hatten. Es folgten babyblaue und, wohl nur für ein Spiel, auch ein völlig anderes. Er hatte die Idee zum „Hafenpokal“ und er holte mit „Campari“ als zweiter Bundesligist einen Sponsor auf die Brust der Spieler.


    Krohn sanierte in seiner Zeit als Präsident den Verein und schaffte eine neue Identität in der Stadt mit steigenden Besucherzahlen. Er holte Kevin Keagan an die Elbe und Willi Reimann, Horst Blankenburg oder Buffy Ettmayer. Unter seiner Führung gewann der HSV 1976 den DFB-Pokal und im Folgejahr gegen den RSC Anderlecht den Europapokal der Pokalsieger – einen der ganz großen Triumpfe in der Vereinsgeschichte. Legendär die Vereinsabende, wenn es ihn bei der Frage nach dem erfolgreichsten Präsidenten praktisch vom Sitz riss: Krohn oder Klein, das war die Frage. Und die Antwort darauf war für ihn längst nicht nur eine Sache der Eitelkeit. Sondern auch der Gerechtigkeit. Wie bei anderen Themen auch.


    Viele von seinen schlagzeilenträchtigen Vermarktungsideen hätte er 40 Jahre später wohl bekämpft. Das kann man nur vermuten wenn man ihn gut kannte. Denn Peter Krohn gehörte wiederum zu den Ersten die erkannten, wie sich der Fußball immer mehr von seinen Fans und Vereinsmitgliedern entfernte. Und den Regeln des Kommerzes bedingungslos unterwarf. Regelmäßig traf man ihn bei abendlichen Debatten über die Zukunft seines HSV und des Profifußballs im Fan-Haus an der Holstenstraße. Da saß er dann zwischen jungen Ultras und gesetzten Supportern, inmitten von Ehren- und einfachen Vereinsmitgliedern, Jungs und Mädels, Männer und Frauen. Und stritt wie ein Kesselflicker, war manches Mal nur schwer zu bändigen. „Ich weiß schon was du sagen willst...“. So fiel er oft selbst Freunden und Mitstreitern ins Wort, Geduld war in zunehmendem Alter nicht unbedingt immer seine Sache. Der HSV war es. Das allein zählte für ihn. Man konnte sich darüber in der Situation ärgern, ihm aber nicht böse sein. Es war schwer für ihn in den letzten Jahren, als seine eigene Gesundheit es immer weniger zuließ, zu den Treffen oder Versammlungen zu kommen, erst recht zu den Spielen im Volksparkstadion. Und ihn die Gesundheit seiner geliebten Frau noch weiter einschränkte. Bei Gesprächen in der Pizzeria nur 250 Meter von seiner Wohnung konnte man spüren, wie sehr ihn der Verein immer noch beschäftigte und wie schwer es ihm fiel, sich nicht mehr direkt einmischen zu können. Doch die Kraft für diese Treffen mobilisierte er, solange es seine Gesundheit zuließ. Zuletzt waren es dann nur noch Telefonate und Briefe, gefüllt mit den Sorgen um seine liebe Doris. Wenn man ihn kennt ist es keine Überraschung, dass ihn sein Lebensmut und seine Kraft so kurz nach dem Tod seiner Frau verlassen haben. Es ist traurig. Für den HSV und für viele von uns. Ich habe mich manches Mal über ihn geärgert. Und doch die Stunden mit ihm geschätzt. Und oft auch seinen Rat oder zumindest seine Meinung. Ich werde ihn vermissen.


    Wenn wir uns die aktuellen Zahlen anschaut - die Spitze des Eisberges ist sicherlich noch nicht erreicht! - ist eine Fortsetzung mehr als nur ein Wunschtraum. In meinen Augen handelt der Verband blauäugig. Um nicht zu sagen, sogar verantwortungslos gegenüber den Vereinen.

    Als im Januar absehbar war, dass uns eine weitaus gefährlichere 3. Welle erreichen wird, hätte schon vorausschauend zumindest ein Abbruch der Saison vorbereitet werden müssen!.
    Wenn es irgendwie möglich sein sollte, sollte zumindest der Pokal noch ausgespielt werden. Außerdem könnten evtl. die Bewerber um den Aufstieg in Liga 3 den unter sich ausmachen.
    In Niedersachsen wird mit dem Gedanken gespielt, dass die beiden in der Staffel führenden Clubs, einen Aufsteiger unter sich auszumachen. Die Kandidaten sollen nach der Quotientenregelung ermittelt werden. In der Staffel Lüneburg/Weser-Ems wäre das der SC Heelingen. In der Staffel Hannover/Braunschweig - welch wunder? - Germania Egesdorf-Langreder. Der in Personalunion agierende Chef der Niedersächsischen und des Norddeutschen Fußballverbandes, Günther Diestelrath, wird sich dabei sicherlich etwas gedacht haben.

    sieht wohl doch so aus, als wenn die Saison annulliert wird


    Der Niedersächsische Fußballverband will in der kommenden Woche eine finale Entscheidung treffen, wie mit der derzeit unterbrochenen Saison umgegangen wird. Der Verband strebt eine Annullierung an.


    Fußball: NFV strebt eine Annullierung der Saison an - Lokalsport Achimer Kurier und Verdener Nachrichten - WESER-KURIER (weser-kurier.de)

    Die Entscheidung war überfällig. Seit Wochen diskutieren wir dieses Thema. Es war doch schon sehr früh absehbar, dass es so kommen wird. Aber besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Eine ähnliche Entscheidung strebt der Norddeutsche Fußballverband in Sachen Regionalliga an. Auch dort soll die Saison vorzeitig abgebrochen werden.

    Mal ehrlich wir haben März. Man hätte zumindest noch versuchen können, die Hinrunde zu absolvieren um auch für die Aufsteiger faire Bedingungen zu haben. Das sind ein paar Spiele.

    Mal ehrlich. Du hast echt ne ätzende Art anderen ständig erzählen zu wollen, was sie hätten tun können, tun sollen oder hätten tun müssen.


    Ist doch völlig okay, wenn in SH mehrheitlich entschieden wird den ganzen Humbug sein zu lassen, weil derzeit und wohl auch in den kommenden Wochen einfach nichts planbar ist. So können nun alle zumindest ein ruhiges Frühjahr einplanen, und darauf hoffen im Sommer eine vernünftige Vorbereitung abhalten zu können, um danach wieder einen geregelten Spielbetrieb aufzunehmen. Ob in der Zwischenzeit noch irgendwelche neuen Mutationen auch dies nicht möglich werden lassen, wird man dann sehen.

    Nicht nur der DFB (ja für die Regionalligen zuständig)), sondern auch die Landesverbände haben recht lukrative Werbeverträge. Also muss gespielt werden auf Deubel komm heraus! So einfach ist das. Und williges Handwerkszeug dazu sind die Vereine. Zumindest die, die sich einen Vorteil erhoffen.

    Ich bin da voll beim Kollegen Speldorfer. Die Lage in Sachen Pandemie ist so undurchsichtig. Da ist momentan nichts planbar. Wer etwas anders behauptet, belügt sich selbst.

    Nun werde ich richtig nervös. Da wird richtig optimistisch bei uns in NDS diskutiert. Ich freue mich schon auf die ersten Training Einheiten, wenn sie auf unseren Plätzen starten. :positiv2:


    https://www.kicker.de/niedersa…is-21-juli-798989/artikel

    Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter - oder es bleibt, wie es ist!

    Niedersachsen ist als zweitgrößtes Bundesland sehr vielfältig. Dementsprechend unterschiedlich sind die Inzidenzwerte in den Kreisen. Die bewegen sich zwischen 12 und 150. Allein im Bezirk Weser-Ems wird es wohl noch lange dauern, bis da was möglich ist.

    Im HSV-Archiv aus dem Jahre 02/1941 wird davon Berichtet, dass man sich auf einen Vergleich mit Schalke 04 freut und noch ein weiterer namhafter Gegner für Ostern gesucht wird:


    Karfreitag werden wir das traditionelle Freundschaftsspiel mit Schalke veranstalten, während der Gegner für Ostern noch nicht feststeht.

    Spielabschlüsse, mit namenhaften auswärtigen Gegnern, sind in diesen Kriegsmonaten nicht so einfach. Trotzdem hoffen wir, dass am zweiten Ostertag wieder ein unserer Tradition würdiger Gast bei uns weilen wird.

    Lt. "Delmenhorster Kreisblatt" will der NFV jetzt mit einer neuen Strategie das Problem lösen: die Saison soll ohne Auf- und Abstiegsrunde beendet werden. Beide Staffeln spielen die komplette Hin- und Rückrunde zu Ende. Die beiden Tabellenletzten steigen ab. Sollten noch Absteiger aus der 3. Liga hinzu kommen, kann sich die Zahl auch auf 3 erhöhen. Dazu müsste allerdings spätestens an Ostern wieder begonnen werden. Darüber will man am 8. März mit den Vereinen sprechen.

    Das waren in den 60ern und 70ern noch Kiezclubs in eigentlichen Sinne. Und Fans nach heutiger Lesart waren das auch nicht. Da ging man sonntags nach dem Essen auffen Platz und traf die Leute aus der Nachbarschaft. Meine sogar mal gelesen zu haben, dass man in Hamburg zum HSV und zu seinem Stadtteilverein ging.

    Als mein Kindheitsverein Eintracht Gelsenkirchen mit STV Horst-Emscher fusionierte, blieben die Leute auch weg. Begründung: Das Familiäre ist nicht mehr da.

    Ich hatte in den 70er Jahren einen Freund, der aus Essen stammte. Ist durch die Bundeswehr in Delmenhorst hängen geblieben. Freitags sind wir oft nach Feierabend zu seiner Schwester nach Essen gefahren und haben uns dort einquartiert. Dann haben wir am Abend z. B. in Bochum Bundesliga geschaut. Ebenso am Samstag da in der Gegend. Danach war da so ein Kleingartenverein, wo es ordentlich gehopfte Flüssigkeit gab. Am Sonntag vormittags z. B. SW Essen am Uhlenkrug und nachmittags wieder ein Spiel. Danach noch 3. Halbzeit um dann in der Nacht von Sonntag auf Montag gegen 4 Uhr wieder nach Delmenhorst. War 'ne lustige und hopfenhaltige Zeit.

    BU und Wacker waren krasser. Tapfer in der Dreistelligkeit. Da konnte man drei Minuten vor Anpfiff ankommen und wurde von Präse persönlich zum Stammplatz geleitet :lachen:

    BU hatte das Pech, dass sie zum HSV-Stadion am Rothenbaum umziehen mussten. Ich war zuvor oft in der alten "Kleinen Anfield" an der Steilshooper Straße. Wenn Vereine wie VfL Osnabrück, Eintracht Braunschweig etc. kamen, brannte dort der Baum! Mit 7 - 8000 Fans war die Hütte brechend voll.

    HSV II hat nun gemeldet. Ob es Sinn macht, steht in den Sternen. Denn selbst wenn es sportlich reichen würde, müsste die 1. Mannschaft in die Bundesliga aufsteigen. Es sieht so aus, dass sich Horst Hrubesch diese Option zumindest offen lassen will. Da dann im Volkspark gespielt werden muss, würde das allein Kosten in Höhe von ca. 75.000 € pro Heimspiel - also knapp 1,5 Mio € - verursachen!

    Nun hat man also einen fast kompletten Personalaustausch an der Spitze durchgeführt. Jetzt kommt also die große Wende.

    Bin gerade am überlegen, ob ich mal eben in meine Heimat fahre. Nachschauen ob sich mein Vater schon im Grab umgedreht hat. :lol:

    In Hamburg gibt es nur das Millerntor oder den Volkspark. Beides wird man nicht bezahlen können. Norderstedt ist auch nicht wirklich Hamburg, sondern genauso wie Unterhaching ein Vorort.

    Norderstedt ist mit Unterhaching nicht vergleichbar. Mit 80.000 EW (+ Randgemeinden 120.000) räumlich deutlich von Hamburg getrennt. Die fünftgrößte Stadt von Schleswig-Holstein. Unterhaching mit 20.000 EW quasi ein Wurmfortsatz von München.


    Es steht weiterhin in den Sternen, wann und wie die Liga überhaupt zu Ende gespielt werden kann. Hamburg verschärft wieder die Regeln. Waren Anfang des Monats knapp 60 Personen auf der Intensivstation, waren es gestern schon wieder 90! Teilweise wird immer noch nicht trainiert.

    Die Probleme in Hamburg sind so vielschichtig, dass sie nicht in wenigen Sätzen abgetan werden können.

    Eigentlich begannen sie schon mit den Abgängen von Günther Netzer sowie Dr. Klein in den 80er Jahren. Damals wurde in der Stadt vielfach gesagt: "Die Ratten verlassen das sinkende Schiff." Beide hatten damals die Gelegenheit, für die Zukunft vorzubauen, taten das allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: sie legten dem Verein Eier ins Nest, von denen man sich eigentlich nie so richtig erholen konnte.

    Dr. Klein war es, der verhinderte, dass mit Leo Beenhakker von Felix Magath (damals Jung-Manager) für Ernst Happel ein Trainer von Format verpflichtet wurde. Der war seiner Meinung nach "nicht Bild-Zeitungs-tauglich." St auch die Saisonvorbereitung statt. Er holte er Josip Skoblar. Der kam aus Marseille und so fand die Saisonvorbereitung 87/88 in Süd-Frankreich statt. Seiner Meinung nach gehörte zu Mittagessen in Frankreich auch Rotwein. Zum Training am Morgen waren die Jungs noch fit. Nachmittags dann gingen sie schnell in die Knie. Dazu war er auch noch für die Verpflichtung eines Keepers verantwortlich, über den man auch heute noch in der Stadt und darüber hinaus lacht: Mladen Pralija. Der Anfang einer verdammt traurigen Zeit.


    Danach fand sich niemand, der freiwillig den Verein führen wollte. Selbst ein Uwe Seeler wurde verbrannt. Er konnte zumindest für den Stadion-Neubau sorgen.


    Mit Bernd Hoffmann kam dann ein Mann an die Spitze, der erstmals hauptamtlich diese Position einnahm. Mit Beiersdorfer hatte er dann einen Sportchef an der Seite, der es immer wieder verstand, für kleines Geld entwicklungsfähige Spieler an die Elbe zu holen. Die der Kaufmann Hoffmann oftmals kurz vor Transferschluss gewinnbringend verkaufte. So konnte er immer wieder eine gute Bilanz vorzeigen. Allerdings mit dem Nachteil, keinen adäquaten Ersatz auf die Schnelle. Sehr zum Ärgerniss der Trainer. So wurde die Saison in der Championsligue 06)07 zum Desaster. Man flog sang- und klanglos raus.

    Abgesehen davon, sind Gelder für Leistungen geflossen, die es nicht gab. Beispiel: Urs Siegenthaler. Der Schweizer sollte Sportchef werden. Kassierte dafür einen hohen 6-stelligen Betrag + Spesen für nichts. Auch wurden immer wieder teure Gutachten eingekauft, die dann in den Schubladen versauerten.

    Als Hoffmann dann gegangen wurde, hinterließ er mehr als nur einen Scherbenhaufen. Die Transferverluste sind nicht bezifferbar. Unverkäufliche Ladenhüter ohne Ende.


    Auf der Mitgliederversammlung im Sommer 2013 sprang dann unter dem abschließenden Tagesordnungspunkt "Verschiedenes" ein Mann auf den Plan, der mit einem emotionalen Beitrag die Mitglieder wach rüttelte: Ernst-Otto Rieckhoff. Zu Beginn der 90er Jahre erfolgloser Schatzmeister des Vereins und später Aufsichtsrat und sogar dessen Vorsitzender. "Aufstellen für Europa" war sein Motto. Der war allerdings nur der Verkäufer. Drahtzieher waren andere. Mit für einen Fußballverein unvorstellbaren Budget wurde eine Werbekampagne gestartet, die es so noch nie gegeben hat! 87% der erschienenen 10.000 Mitlieder konnte er sich so für das "Nicht-"konzept HSVPlus begeistern.

    Als Vorstandchef der HSV Fußaball AG konnte Dietmar Beiersdorfer gewonnen werden. Sicherlich ein guter Sportchef. aber keine Führungspersönlichkeit. DB scheiterte eigentlich an sich selbst.


    Nun putschte im Jahre 2018 Hoffmann und lies sich zum Präsidenten des HSV e.V. wählen. Selbstverliebt wie schon zuvor, ging es für ihn direkt nach seiner Wahl zu den vor Ort erschienenen TV- und anderen Medienvertretern. Normalerweise - so würde ich es sehen - bedankt man sich zunächst bei den Mitgliedern und richtet ein paar Sätze an sie.

    Mit ihm wurden die beiden Vize Thomas Schulz und Moritz Scharfer gewählt. Hoffmann übernahm sehr schnell den Vorsitz im Aufsichtsrat und Heribert Bruchhagen wurde als AG-Chef gefeuert. Die Suche eines Nachfolgers endete sehr schnell. Weil niemand gesucht oder gefunden wurde, kam was kommen musste: Hoffmann wurde der neue AG-Chef. Allerdings machte er die Rechnung ohne den Wirt. Mittlerweile in die 2. Liga abgestiegen wurde Ex-Profi Marcell Jansen sein Nachfolger als Präsident des HSV e. V. und durchschaute sehr schnell, was da so abging. Anstatt die Gunst der Stunde zu nutzen, um mit jungen und frischen Fußballern neu zu starten, ging Hoffmann wieder den alten Weg. Trainer mit Namen. Und Spieler, die ihre Zukunft hinter sich hatten.

    Jansen setzte sich im Aufsichtsrat durch und entband Hoffmann von seinen Aufgaben. Thomas Schulz (Hoffmann soll ihm zugesagt haben, Wettberg in der AG als Finanzvorstand zu beerben) verließ nun den Aufsichtsrat. Allerdings war er sich nicht zu schade, im Gespann mit Moritz Schaefer, die Arbeit von Präsident Jansen zu torpedieren. Was die entscheidenden Gremien im HSV dazu bewog, einen Abwahlantrag gegen Schulz zu stellen. Denn im Schutze der Pandemie haben sowohl Schulz als auch Schaefer versucht, die Weichen im Aufsichtsrat neu zu stellen. Es musste also befürchtet werden, dass so erneut ein Weg für Hoffmann gebaut wird. Mittlerweile haben beide wohl bemerkt, dass seitens der Mitgliedschaft gewaltig Wind um die Ohren weht. Die meisten sehen offensichtlich, dass Bold als Sport- und Wettstein als Finanzvorstand einen guten Job machten. Und mit Marcell Jansen ein Mann den Verein führt, den es so beim HSV noch nicht gab.


    P.S.;

    Ich bin seit Sommer 2016 hier im Forum dabei. Habe mich eigentlich nie zur Vereinspolitik im HSV geäußert. Aus gutem Grund: ich möchte hier meine Sicht der Dinge zum Amateurfußball darlegen und/oder kommentieren. Wenn ich hier und heute meine Sicht zum HSV darstelle, ist das natürlich in sehr kurzer Form passiert. Ich will euch aber nicht langweilen. Aber zumindest einiges richtigstellen.

    Kann und möchte die Arbeit in Jeddeloh nicht beurteilen. Bis 2006 wurde auf Kreisebene gespielt und aus der Ferne hängt der Aufstieg schon mit dem Einstieg von dem Fleischfabrikanten als Geldgeber zusammen. Asa, Speldorfer oder doepuli wie ist eure Meinung als Nord-Experten über den Verein?

    Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.


    Ich bin ja auch Mitglied im Hamburger SV e. V., eines Vereins, der eigentlich im Jahre 1919 durch Fusion entstand. Da bezieht man sich auf das Gründungsjahr des SC Germania von 1887. Ebenso bin ich Mitglied im SV ATLAS Delmenhorst. Da beziehen wir uns nicht auf das Gründungsjahr des SSV Delmenhorst von 1900, sondern sagen, wir sind in der Tradition des SVA von 1973 (Neugründung 2012).

    Auch der 1.FC Köln ist 1948 durch Fusion entstanden. Bezieht sich aber nicht auf die Fusionsvereine BC Köln 01 oder Sülz 07. Was ich persönlich für gut und richtig halte.


    Nun zu SSV Jeddeloh II:


    Ich meine, dass ein im Jahre 1951 gegründeter Verein schon auf eine gewisse Tradition verweisen kann. Fast 70 Jahre sind ja vergangen. Jeddeloh II ist mit seinen 1.300 Einwohnern deutlich größer als Jeddeloh I. Denn dort sind nur 1.070 Menschen zu Hause. Beide sind Ortsteile der Gemeinde Edewecht im Landkreis Ammerland.

    Im Jahre 2000 war es der gebürtig aus Jeddeloh II stammende Rolf Bley, der in Edewecht die gleichnamige Fleischwarenfirma betreibt. Bley war bis dahin Sponsor beim VfB Oldenburg. Auch dem VfB stand zu diesem Zeitpunkt finanziell das Wasser bis zum Hals. Vielleicht auch darüber. Von nun an betätigte er sich also beim SSV Jeddeloh. Ein Verein, der bis dahin in der 1. Kreisklasse kickte. Bereits in der Saison 05/06 war man in der Bezirksklasse. Da diese ab der folgenden Saison aufgelöst wurde, musste es sehr viele Absteiger in die Kreisligen geben. Nur für wenige war Platz in der Bezirksliga. Der SSV spielte beim SV Baris Delmenhorst. Einem Platz, der nur 250 m von meiner damaligen Wohnung entfernt ist. Durch meine Schiedsrichtertätigkeit kannte ich einige der mitgereisten SSV-Anhänger. Diese Spiele wurden damals von einem Schiri ohne Assistenten gepfiffen. Ich vertrat die Meinung, dass das nicht gut sei. Da meinte einer der Jeddeloher: "oh, was das nur wieder kostet." Ich sagte: 15 € pro Mann. Macht bei 15 Heimspielen 450 €. Ihr habt heute u. a. Blancke und Nebu dabei. Bisherige Regionalligaspieler. Ich weiß, was Nebu hier in Delmenhorst kassiert hat. Und Blancke (zuvor Oldenburg und Cloppenburg) war auch nicht umsonst zu haben. Auch sonst sind Spieler dabei, die nicht deshalb zu euch kommen, weil man nacht dem Training so entspannt am Küstenkanal angeln gehen kann..." - Damit war dieser Zahn gezogen.


    Nun denn. Wenn sich jemand wie Bley finanziell bei dem Verein aus seinem Heimatort engagiert, finde ich das gut und richtig. Ob solch ein kleiner Ort einer Regionalliga gut tut, steht auf einem anderen Blatt Papier. Das Oldenburger Marschwegstadion ist ca. 15 km vom Platz in Jeddeloh entfernt. Ein Verein wie der BV Cloppenburg (40km entfernt), ist von der Landkarte gänzlich verschwunden. Auch Delmenhorst ist kaum weiter weg.

    Vereine wie Jeddeloh treiben die Preise in die Höhe, worunter die Clubs mit besserem Zuschauerpotential leiden. Wenn ich mir die Zahlen der Regionalliga Nord anschaue, ist das ein Jammer. Eine Liga, die früher mit nahmhaften Clubs bestückt war. Folglich auch stets gute Kulissen hatten.