Fußball-Oberliga: SV Waldhof plant bei sportlicher Qualifikation für die Regionalliga mit 800 000 Euro mehr als in dieser Saison
"Drei Millionen sind magische Grenze"
MANNHEIM. Der SV Waldhof plant mit einem Etat von drei Millionen Euro, sollte die sportliche Qualifikation für die Regionalliga geschafft werden. Das sagte SVW-Präsident Dr. Mario Nöll im Interview mit dieser Zeitung. Schon vor dem Stichtag am heutigen 15. April, zu dem der DFB die Vereine auffordert, im Rahmen ihres Lizenzantrags den "Beleg der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit" einzureichen, hat der Vereinschef die Unterlagen unterzeichnet.
Herr Nöll, für die Regionalliga wäre der Etat im Vergleich zu dieser Saison um 800 000 Euro erhöht. Wie setzen sich die Mehrkosten zusammen?
MARIO NÖLL: Die Mehrkosten ergeben sich durch höhere Spielergehälter, Mehraufwendungen bei den Heimspielen im Sicherheitsbereich und nicht unwesentlich gestiegene Beiträge bei der Berufsgenossenschaft. Die drei Millionen sind unsere magische Grenze. Die liegt aber im realistischen Rahmen und macht uns sportlich wettbewerbsfähig.
Insgesamt drücken den SVW derzeit 1,5 Millionen Euro Altlasten. Ist das alles zu stemmen?
NÖLL: Ich denke ja. Die Marketingabteilung leistet sehr gute Arbeit. Natürlich müssen wir weiter Sponsoren generieren. Zudem haben wir die Chance, uns für den DFB-Pokal zu qualifizieren. An TV-Geldern würden in der Liga 130 000 Euro fließen. Mit Abschluss der sportlichen Planung ist davon auszugehen, dass einige Spieler von der Gehaltsliste gestrichen werden. Vieles hängt auch vom Ausgang der Gespräche in der Stadionfrage ab und ob Hoffenheim vom Optionsrecht Gebrauch macht, einige Spiele im Benz-Stadion zu bestreiten. Hierfür müssen wir zuerst aber die Grundlagen schaffen.
Mit wie vielen Besuchern im Schnitt rechnet der SVW?
NÖLL: Wir haben mit 4500 Zuschauern kalkuliert. Die Eintrittspreise werden sich in der attraktiveren Spielklasse im Schnitt um einen Euro erhöhen.
Wie viel Luft bleibt, den Kader zu verstärken?
NÖLL: Vom Gesamtetat entfallen 1,1 Millionen Euro auf Grundgehälter im Spielbetrieb. Dazu kommen Prämien. Das ist die vom Präsidium an die sportliche Führung gegebene Vorgabe. Gelingt es, weitere Partner zu gewinnen und an anderen Stellen einzusparen, ist Luft da. Daran wird täglich gearbeitet.
Wie wird der wirtschaftliche Abschluss für diese Saison aussehen?
NÖLL: Wir haben eine hervorragende Entwicklung hinter uns. Durch das Jugendförderzentrum haben wir unsere bilanzielle Überschuldung bereinigt. In Sachen Liquidität denke ich, dass wir per 30. Juni - wenn überhaupt - nur eine geringe Unterdeckung haben. Auch eine schwarze Null schließe ich nicht aus.
Wird die sportlich aufgewertete vierte Liga auch für Sponsoren interessanter?
NÖLL: Das ist sie definitiv. Alleine durch die weiterreichende Berichterstattung. Interessanter wird sie vor allem für regionale Firmen. Mit attraktiveren Gegnern werden mehr Besucher kommen. Das ist in Sponsorengesprächen stets ein gutes Argument.
Mannheimer Morgen
15. April 2008