News um den SGV Freiberg

  • An Ludwigsburg oder Kornwestheim glaub ich auch nicht.

    Ich meine mich zu erinnern, dass es mal bei der Stadt Ludwigsburg diesbezüglich vorstellig wurde, wobei dem Ansinnen bereits mit der Anfrage eine Absage erteilt wurde. Die genauen Gründe der Stadt weiß ich nicht mehr, und da ich den Bericht nicht mehr finde, sei meine Aussage auch besser mit Vorsicht zu genießen.

    Bei Kornwestheim kann ich mir durch die Situation um das Stadion auch nicht wirklich vorstellen, dass da Regionalliga gespielt werden könnte. Es gibt ja eigentlich nur eine Tribüne mit der angebundenen Stehtravese auf einer Seite, viele Zuschauer stehen da auch nur auf einem Erdwall gegenüber (weil da Grill und Getränke verkauft werden). Ich mag den Platz, aber da wäre ja, durch die Gebäudesituation drumherum, wohl nur ein Totalausbau möglich. Und das käme mir für einen ortsfremden Verein illusorisch vor, zumal auf der Gegenseite eine Sportschule ist. Das Städtische Stadion in Kornwestheim ist eben primär für die Leichtathletik konzipiert, American Football wird hier auch noch ausgetragen.

    Hier scheint es eine Person unbedingt krampfhaft durchdrücken zu wollen, Freiberg im Profifußball zu sehen. Mag ja einerseits ehrenwert sein. Sobald ich aber erkenne, dass dieses Vorhaben seit Jahren - gefühlt zumindest - fast ausschließlich auf Widerstände stößt, lasse ich davon ab. Man kann nunmal nicht Dinge erzwingen, die in kaum einer Weise auf Gegeninteresse stoßen.

    Das hat auch nichts mit Neid zu tun, weil die ganz oben stehen, ich verstehe schlicht und ergreifend den Sinn nicht.

    Ich frage mich ja auch immer, wie sich da Anhänger eines Vereines fühlen müssen (Stichwort Hoffenheim), die in alten Bezirksligazeiten bei Wind und Wetter an der Bande standen und ihrem Club über die Dörfer folgten, dieser dann sich aber plötzlich verändert und finanzkräftig "aufgehübscht" wird. Da verliert man doch irgendwie die Bindung. Klar, in Zeiten des Fußballkapitalismus spielen die paar Hansel keine Rolle, mir käme das aber wie ein Heimatverlust vor, eine verlorene Identität. Nicht vergessen darf man im Falle Hoffenheims natürlich auch, dass sich da ja auch eine Stadt bzw. deren Stadtteil eine komplette Wandlung durchgemacht hat. Klar, den Stadtsäckel wird das freuen, aber auch das ist ja eine Veränderung der sozialgeographischen Struktur.

  • Das hat auch nichts mit Neid zu tun, weil die ganz oben stehen, ich verstehe schlicht und ergreifend den Sinn nicht.

    Der dürfte in dem weiten Feld des Narzissmus zu suchen sein.

    Wer sein Geld in den Fußball steckt, möchte auch irgendwann in den Bereich der überregionalen öffentlichen Aufmerksamkeit gelangen. Bei den Großen mitspielen. Wenn die Anerkennung vor Ort ausbleibt, dann einmal vor 30.000 mit seinem Dorfverein bei irgendeinem Traditionsverein auflaufen.

    Ist das noch Fußball?

  • Das hat auch nichts mit Neid zu tun, weil die ganz oben stehen, ich verstehe schlicht und ergreifend den Sinn nicht.

    Der dürfte in dem weiten Feld des Narzissmus zu suchen sein.

    Wer sein Geld in den Fußball steckt, möchte auch irgendwann in den Bereich der überregionalen öffentlichen Aufmerksamkeit gelangen. Bei den Großen mitspielen. Wenn die Anerkennung vor Ort ausbleibt, dann einmal vor 30.000 mit seinem Dorfverein bei irgendeinem Traditionsverein auflaufen.

    Dazu kommt, dass diese Mäzene bei Vereinen ohne großen Anhang leichter ans Ruder kommen als bei Traditionsvereinen mit großem Anhang.

    Signaturen sind überbewertet!

  • An Aalen hatte ich gar nicht gedacht, aber vielleicht die einzige Lösung. Die Stadt Aalen wäre wahrscheinlich froh, wenn sie Mieteinnahmen fürs ihr Stadion bekommen könnten.

    Anforderung für den Standort des Stadions: "In Bezug auf den Standort des Stadions, muss dieses laut DFB am Sitz des Vereins sein und für alle Spiele der 3. Liga zur Verfügung stehen. Es gibt Ausnahmen, aber die müssen vom DFB vorher genehmigt werden."

    Drittliga Anforderungen Stadion

    Also auch nicht sicher, dass sie dann die Lizenz bekommen würden. Aber natürlich vollkommen witzlos, wenn sie in Aalen spielen würden. Würden sie da überhaupt 300 Heimfans zusammen bekommen?

  • Jetzt, wo ich hier Aalen als möglichen Standort lese, kommt mir erst Reutlingen in den Sinn. Auch hier würde die Stadt sicherlich sehr gerne weitere Mieteinnahmen generieren. Neben dem SSV spielen noch (recht erfolgreich) die Footballer der Reutlingen Eagles an der Kreuzeiche - keine Ahnung wieviele Mannschaften so ein Stadion und der Rasen vertragen. Und RT wäre näher als AA.

  • Kurze Ergänzung: in RT lauern aber bestimmt auch die Young Boys auf das Stadion. Sollten die wie erwartet in die OL aufsteigen, ist es bestimmt das Ziel von Macher Thorsten Bauer, im Stadion zu spielen. Nicht, weil man es nur ansatzweise benötigen würde, aber allein aus Prestige und Genugtuung.

  • Nochmals zum Spielort: Es wird ein drittligataugliches Stadion gesucht. In Heilbronn gibt es nicht mal Flutlicht, es wäre aber zumindest der Nachbarlandkreis.

    In Aalen oder Reutlingen wäre wohl alles vorhanden, aber was hat das dann noch mit Freiberg zu tun...

    Der Mäzen engagiert sich in dem Verein am Ort seines Firmensitzes. Prinzipiell nicht verkehrt, 3. Liga geht halt übers Ziel hinaus.

    Früher wurde der Verein von einem anderen örtlichen Unternehmer finanziell stark unterstützt.

  • Das wird letztendlich laufen wie schon zuvor bei so vielen Emporkömmling-Klubs, wenn sie irgendwann an der Schwelle zum Profifußball angekommen sind: Die Infrastruktur, insbesondere ein passendes Stadion, ist nicht vorhanden und ließe sich nur mit einem absolut gewagten finanziellen Kraftakt stemmen. Die meisten Gönner sind dann für diesen Schritt doch nicht reich genug und ziehen sich zurück. In Freiberg würde das niemanden jucken - ausgenommen die 300 bis 400, die regelmäßig ins Wasenstadion gehen.

  • In der Rems-Zeitung stand heute auch drin das es sich um Aalen handelt. Die Aalener sind halt in dem Fall schon schlau, sein Stadion für andere Vereine zur Verfügung zu stellen, wenn der eigene Verein abstürzt. Erst Ulm 2023/24, dann wollte ja auch Göppingen Risikospiele 2024/25 dort austragen und nun eben dann Freiberg. Normannia hat ja 2007 dort auch DFB-Pokal gegen Aachen gespielt.

    Ich habe zwar nix mit dem Gesangsverein aus Freiberg am Hut und mag den Verein nicht besonders, aber als jemand der nur 20 km von Aalen entfernt wohnt, wäre ich nicht abgeneigt davon 3. Liga in Aalen anzuschauen. Wenn es schon der VfR (noch) nicht schafft zurückzukehren, warum auch nicht. Der "Heimverein" ist ja in dem Fall egal wenn man attraktive Gegner und Fanszenen in nächster Nähe zu sehen bekommt.

    Aber hoffen wir erst mal, dass die Freiberger im laufe der Saison noch tabellarisch abstürzen und eher ein Traditionsverein in die 3. Liga aufsteigt wie die Stuttgarter Kickers oder Kickers Offenbach oder ein anderer Traditionsverein.


    Was auch witzig ist, ist die Tatsache, dass der VfR in den vergangenen 21 Jahren nur einmal unter 1.000 Zuschauer hatte bei Heimspielen (Corona ausgenommen), das waren mit 988 ein Spiel im November 2023 gegen den SGV Freiberg. Also Freiberg scheint in Aalen mit der unattraktivste Verein zu sein um Leute ins Stadion zu locken. Zuvor waren es in der Saison 2003/04 letztmals unter 1.000 Zuschauer gewesen - 920 gegen den 1.FC Kaiserslautern II und 950 gegen den 1.FC Eschborn (kann auch umgekehrt gewesen sein mit den Gegnern) in der damaligen drittklassigen Regionalliga Süd.

  • Der "Heimverein" ist ja in dem Fall egal wenn man attraktive Gegner und Fanszenen in nächster Nähe zu sehen bekommt.

    Dies könnte in der Tat sogar noch ein Vorteil für die Sangesbrüder sein. Erinnert mich an US-Sportfranchises. Wenn in Freiberg niemand kommt, dann ziehen wir eben in einen attraktiveren Standort um.

  • Havelse gegenwärtig 2.500 Zuschauer im Schnitt in Liga 3. Heimkulisse von Havelse vermutlich ähnlich Freiberg (+ 100 vielleicht). Der Rest alles Auswärtsfans. Eventzuschauer fallen in Hannover allerdings weg.

    Kann man vergleichsweise hochrechnen, was für Freiberg denkbar wäre. Die Zahl der Eventzuschauer ist vermutlich auf wenige Spiele begrenzt. Gegen Hoffenheim II oder Viktoria Köln oder Wiesbaden kommt auch in Aalen niemand zusätzlich.

    Ist das noch Fußball?

  • Die Zahl der Eventzuschauer ist vermutlich auf wenige Spiele begrenzt. Gegen Hoffenheim II oder Viktoria Köln oder Wiesbaden kommt auch in Aalen niemand zusätzlich.

    Zumal ja auch grundsätzlich ein Gewöhnungseffekt zu erwarten wäre, wie es auch Vereine mit echten Heimspielen oft erfahren. Mit dem Reiz des Neuen kommt ein kleiner Boom, der aber auch wieder abebbt.