81 deutsche Großstädte und ihre Top-Vereine

  • Ja die eine oder andere Geschichte hab ich von Zeitzeugen (Opa, Oma, Onkel, etc.) damals erzählt bekommen. DIe sagten Unisono, dass es wie eine große Familie gewesen ist damals.... Und auch wenn ich GsD auf der rechten, der richtigen, Rheinseite in Leverkusen geboren bin, so fasznieren mich diese alten Geschichten immer wieder aufs Neue.... :ja1:

  • Also so gesehen war es dann doch Leverkusen, wenn man danach gehen würde, dass der Verein schon immer Geld wie Heu hatte, da in den 30ern als Dank ans Werk, welches die Trikots usw. finanzierte, das "Bayerkreuz" aufs Trikot aufgenommen wurde.... :kicher:

  • Platz 27: Aachen (248.878 Einwohner)


    1. Aachener Turn- und Sportverein Alemannia (RL/4)


    2. SV 1914 Eilendorf (OL/5)


    3. SV Eintracht Verlautenheide (LL/6)


    4. DJK Arminia Eilendorf (LL/6)


    5. DJK Rasensport Aachen-Brand (BL/7)



    Noch vor dem Fußball kam der Reitsport nach Aachen. Die Aachener Alemannia wurde 1900 von Aachener Schülern gegründet, die, da der Name 1.FC Aachen schon vergeben war, sich den germanischen Stamm der Alemannen aneigneten, obgleich die historisch eher im süddeutschen Raum beheimatet waren. Zwei Jahre vorher war bereits der Aachen-Laurensberger Rennverein gegründet worden, dem heutigen Ausrichter des CHIO Aachen. Beides, Reitsport und Fußball in Aachen, ging auf den Einfluss englischer Industrieller zurück. Während der CHIO immer noch als Weltfest des Reitsports gilt, tut sich die Alemannia gegenwärtig schwer, noch überregionale Aufmerksamkeit zu erlangen.


    Trotzdem wird der Fußball in Aachen auch heute fast ausschließlich mit dem Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1900 e. V. verbunden, wie der Verein seit der Fusion mit und späterer Trennung vom Aachener TV 1847 heißt. Kein Wunder, der letzte Aachener Verein, der sich vor der Alemannia platzierte, war 1927 in der Bezirksmeisterschaft Rhein Westkreis der VfB 08 Aachen. Die 08er sind aber schon lange keine Konkurrenz mehr. In der ersten Hälfte der 50er Jahre reichte es für den VfB immerhin noch einmal für einige Jahre in der drittklassigen Landesliga Mittelrhein. Danach ging es stetig bergab. Heute spielt der VfB in der Kreisliga D.


    Auch wenn die Alemannia also nahezu immer Nummer eins in der Kaiserstadt war, kamen die Schwarz-Gelben in der Westdeutschen Fußballmeisterschaft kaum zum Zuge. Oft stand die SpVgg Sülz 07, Vorläufer des 1.FC Köln, im Wege. Das entfiel ab 1933 mit der Gauliga, als die Alemannia dem Niederrhein zugeschlagen wurde, dort aber gleich abstieg. Der größte Erfolg gelang 1938 als Rückkehrer in die Mittelrhein-Staffel. Dort wurde der TSV Meister und spielte einmalig in der Endrunde um die deutsche Meisterschaft. Zu Unrecht übrigens: Die Mittelrhein-Meisterschaft wurde im Nachhinein nach Protesten des SV Beuel aberkannt.


    Die Erfolge stellten sich erst nach dem Krieg ein. Bei der Gründung der Oberliga West war die Alemannia dabei und blieb es durchgehend. Nur Schalke 04 und Borussia Dortmund gelang dies ebenfalls. Für die Qualifikation zur Bundesliga reichte es aber trotz starker Proteste der Alemannen nicht. Stark genug wären sie wohl gewesen. Gleich in den ersten beiden Spielzeiten der Regionalliga West nahm die Alemannia an der Aufstiegsrunde zur Bundesliga teil, scheiterte aber an Hannover 96 und dann an Bayern München. 1967 schaffte die Alemannia den Aufstieg in die Bundesliga, 1969 den größten Erfolg mit der Vizemeisterschaft, danach allerdings auch der ernüchternde Abstieg.


    Es folgten 20 Jahre in der 2. Bundesliga, wo der Verein immer noch Dritter in der ewigen Tabelle ist, und ab 1990 neun Jahre in der Drittklassigkeit der Oberliga Nordrhein und der Regionalliga West/Südwest. Nach dem Wiederaufstieg in die zweite Bundesliga 1999 spielten die Aachener 2006 nach 36 Jahren für eine Saison wieder in der Bundesliga. Auch durch die Fehlkalkulation beim Stadionneubau rutschte die Aachener Alemannia in der Folgezeit 2013 erstmals bis in die Viertklassigkeit ab, wo sie bis heute verweilt. Zum sportlichen Niedergang gesellten sich auch noch zwei Insolvenzverfahren seit 2012.


    Zu den Eigenheiten des Aachener Fußballs gehört, dass immer wieder Vereine für meist sehr kurze Zeit auf höchster Amateurebene spielten, sich dort aber nie etablierten. Gegenwärtig ist es der SV 1914 Eilendorf aus dem 1972 eingemeindeten gleichnamigen Ortsteil. 1914 wurde der Verein noch als FC 1914 Hindenburg gegründet. Den Namen legten die Eilendorfer nach dem 1. Weltkrieg allerdings wieder ab. Eilendorf schaffte es 2014 für zwei Saisons in die Mittelrheinliga. 2019 kehrte der SV dorthin zurück und wurde durch die Corona-Abbrüche vor dem Abstieg bewahrt. Immerhin hat man endlich den Lokalrivalen DJK Arminia Eilendorf hinter sich gelassen.


    Damit sind die Eilendorfer aber erfolgreicher als beispielsweise der Sportverein Rhenania 1919 Richterich (heute Kreisliga A), der 1979/80 nur eine Spielzeit in der Oberliga Nordrhein beheimatet war, im selben Jahr wie auch die DJK Westwacht 08 Aachen (heute Kreisliga C), die ebenfalls sofort wieder abstieg. Noch schlimmer erwischte es den TSV Hertha Walheim 1920, der sich ausgerechnet im Jahr des hundertjährigen Bestehens vom Spielbetrieb abmeldete. Zuvor hatte man die Saison in der Landesliga noch als Sechster beendet und 2014/15 zuletzt in der Mittelrheinliga gespielt. Auch 2016 tanzte der nach dem Flüsschen Inde benannte FC Inde Hahn nur eine Spielzeit in der höchsten Amateurklasse.


    Wunsch: Alemannia Aachen steigt in die 3. Liga auf.

  • Bei Aachen denke ich immer an den Nachbarort Würselen bzw. dem SV Rhenania Würselen, bei dessen allerersten Wikipedia-Eintrag 2008 diese liebenswerte Perle stand, die nie nie niemals vergessen werden darf (ich weiß, leicht off topic)


    „Würselen liegt neben Aachen und war zur damaligen Zeit der schärfte Konkurent der Allemannia aus Aachen. Diese mannschaften konnten sich genau so wenig leiden wie damals Deutschland und Holland. Ich weis das ,da mein Opa Hans Kirschvink in den Glorreichen Jahren für die Rhenania Spielte.“

    – Roger Bechhold,Josefine Kirschvink

    "In einer Krisensituation wird ein Kluger nach Lösungen und ein Dummer nach einem Schuldigen suchen"

    (Ludovicus Porcus)

  • Auch wenn es für einige naheliegend ist, der württembergische Fragesteller aber eher "fernliegend" ist, bekommt er auf seine Frage natürlich auch eine ordentliche Antwort.


    Man weiß ja, dass es keine dummen Fragen gibt, sondern höchstens dumme Antworten.