Ist es noch zeitgemäß dass Frauen beim Amateurfußball weniger als Männer oder gar keinen Eintritt zahlen?

  • Ich habe gerade diesen Artikel aus dem Zollernalbkurier gefunden, in dem die Frage diskutiert wird, ob es noch zeitgemäß ist, wenn Sportplatzbesucherinnen beim Amateurfußball weniger Eintritt zahlen als Männder

    "Nicht mehr zeitgemäß": Warum werden Frauen hier bevorzugt?
    Es ist gang und gäbe auf vielen Sportplätzen: Frauen müssen keinen Eintritt zahlen. Und wenn doch, dann einen ermäßigten. Warum ist das im Jahr 2024 immer noch…
    www.schwaebische.de

    Fußball ist kein Wunschkonzert. Kein Fußball ist es aber noch viel weniger.

  • Dazu eine nette Anekdote aus jüngster Vergangenheit. Beim Spiel Weiler in den Bergen gegen Lorch II kam überraschend mein Bekannter mit seiner Freundin zum Spielbesuch (beide sind jetzt keine besonderen Fußballanhänger). Als zur Pause der Kassier kam, wollte mein Bekannter mit einem 50 Euro-Schein bezahlen, aber der Kassier bedauerte, er könne nicht (mehr) wechseln, weil bereits ein anderer diesen auf Sportplätzen unbeliebten Geldschein gezückt hatte. Daraufhin zückte die Freundin ihren Geldbeutel (sie wollte für ihren Freund einspringen), aber der Kassier sagte sofort, "Fraua zahlet nix" und ging weiter. So zahlten eben beide nichts. Grundsätzlich war sie aber auch verwirrt, weshalb sie keinen Eintritt zu zahlen habe, sie empfand das dann auch etwas unzeitgemäß (zumal wir hier von Kleinbeträgen reden, 3 Euro). Ich sagte ihr dann, dass ist auf den Sportplätzen wie bei den Taliban. Geld von Frauen ist halt nichts wert.

  • Sorry Bredi, aber Artikel und Duktus rund um die "Holde Weiblichkeit" - die ihre Männer zum Fußball mit Kind und Kegel begleiten, nicht um ein Fußballspiel zu schauen, sondern um sich dort mit Freundinnen und Bekannten zu treffen und die Verzehrständen für Wurstwecken und Getränke zu besuchen - lassen einen kaum zweifeln, welches historische Rollenbild sich dort scheinbar erhalten hat, während der Rest in Deutschland im 21. Jahrhundert lebt.

    ...und niemals vergessen

    EISERN UNION!

    Einmal editiert, zuletzt von Klutsch (24. November 2024 um 10:40)

  • Sorry Bredi, aber Artikel und Duktus rund um die "Holde Weiblichkeit" - die ihre Männer zum Fußball mit Kind und Kegel begleiten, nicht um ein Fußballspiel zu schauen, sondern um sich dort mit Freundinnen und Bekannten zu treffen und die Verzehrständen für Wurstwecken und Getränke zu besuchen - lassen einen kaum zweifeln, welches historische Rollenbild sich dort scheinbar erhalten hat, während der Rest in Deutschland im 21. Jahrhundert lebt.

    Man hat eben auch Angst dass die Zuschauerzahlen im Amateurfußball noch weiter zurückgehen wenn bei Frauen der volle Eintritt verlangt wird. Bei den Frauen ist es aber tatsächlich sehr unterschiedlich. Manche sind sehr am Spielgeschehen interessiert, andere eher weniger. :)

    Fußball ist kein Wunschkonzert. Kein Fußball ist es aber noch viel weniger.

  • Sorry Bredi, aber Artikel und Duktus rund um die "Holde Weiblichkeit" - die ihre Männer zum Fußball mit Kind und Kegel begleiten, nicht um ein Fußballspiel zu schauen, sondern um sich dort mit Freundinnen und Bekannten zu treffen und die Verzehrständen für Wurstwecken und Getränke zu besuchen - lassen einen kaum zweifeln, welches historische Rollenbild sich dort scheinbar erhalten hat, während der Rest in Deutschland im 21. Jahrhundert lebt.

    Man hat eben auch Angst dass die Zuschauerzahlen im Amateurfußball noch weiter zurückgehen wenn bei Frauen der volle Eintritt verlangt wird. Bei den Frauen ist es aber tatsächlich sehr unterschiedlich. Manche sind sehr am Spielgeschehen interessiert, andere eher weniger. :)

    Das ist bei mancher Rentnergang, die sich auf dem Sportplatz trifft, aber nicht anders.

    Ist das noch Fußball?

  • Man hat eben auch Angst dass die Zuschauerzahlen im Amateurfußball noch weiter zurückgehen wenn bei Frauen der volle Eintritt verlangt wird. Bei den Frauen ist es aber tatsächlich sehr unterschiedlich. Manche sind sehr am Spielgeschehen interessiert, andere eher weniger. :)

    Das ist bei mancher Rentnergang, die sich auf dem Sportplatz trifft, aber nicht anders.

    Deshalb zahlen die ja auch weniger. :lachen:

  • Das ist bei mancher Rentnergang, die sich auf dem Sportplatz trifft, aber nicht anders.

    Jupp. Mich nervt es manchmal auf dem Sportplatz, dass hinter oder neben mir Typen stehen, die 105 Minuten ununterbrochen über Wohnungsrenovierungen, Urlaubsziele, neue Autos etc. plappern, aber dem Spiel kaum Aufmerksamkeit schenken.

  • Ich habe mal versucht herauszufinden, wann dieses "freier Eintritt" in Württemberg denn zum tragen kam, und stieß auf den Stichtag 25. März 1970. Ab diesen Zeitpunkt hatten Ehefrauen, wenn sie in Begleitung ihres Mannes den Sportplatz betraten, freien Eintritt, davor zahlten auch sie. Nach damaligen Gesichtspunkten, in denen die Gattin in der Bundesrepublik ja praktisch im Bibelwort "dem Manne untertan" war und für gewöhnlich ohne dessen Zustimmung kein eigenes Vermögen haben oder eine Arbeit aufnehmen konnte, wahrscheinlich sogar eine logische Konsequenz. Es scheint aber, dass man diese Regel entweder mit der Zeit ausdehnte, oder aber, irgendwie falsch angewendet hatte, und "Ehefrau = Frau" gedeutet hat. Ins Detail konnte ich mit meiner Recherche jedoch nicht gehen.

    So weit der historische wertungsfreie Exkurs.

    Einmal editiert, zuletzt von Vexillum (26. November 2024 um 08:51)