VfR Mannheim Pflichtspiele 2025/26

  • Moral bewiesen

    Trotz schwieriger Bedingungen und Rückstand starten die Rasenspieler bei der TSG Backnang mit einem 4:2 (2:2)-Erfolg in die Rückrunde

    (mk) Einfach war die Aufgabe für den VfR Mannheim bei der TSG Backnang nicht. Wie erwartet fand das Auswärtsspiel an der Murr auf einem ungewohnten Kunstrasenplatz statt. Für die technisch versierten Quadratestädter stellte die kleine, vereiste und schwer zu bespielende Fläche eine beachtliche Herausforderung dar. „Wir mussten unser Spiel ein wenig anpassen“, erklärte VfR-Trainer Marcel Abele im Anschluss an die Partie. „Normalerweise spielen wir mit vielen flachen Pässen über das Zentrum, doch das war aufgrund der zahlreichen ‚Flipperbälle‘ nur schwer möglich.“ Unterm Strich konnten die Blau-Weiß-Roten trotz eines zwischenzeitlichen Rückstandes gut gelaunt die Heimreise antreten. Der 4:2 (2:2)-Auswärtssieg markierte den in dieser Saison bereits achten „Dreier“ auf fremdem Territorium. „Ich muss vor der Moral dieser Mannschaft den Hut ziehen“, lobte Abele vor allem den Kampfgeist und die Einstellung seines Teams.

    Gleich zu Beginn des Spiels passten sich die Mannheimer den ungewohnten Rahmenbedingungen an und diktierten das Geschehen. Rasch mündeten die kurpfälzischen Offensivbemühungen in vielversprechende Torchancen; beispielsweise hämmerte Shaban Veselaj in der Anfangsphase das Leder gegen das Aluminium. Nach einer guten Viertelstunde war es schließlich so weit: Resultierend aus einem hohen Ballgewinn legte Alexander Esswein für Alexandru Paraschiv quer, der souverän zur bereits in der Luft liegenden Führung einschob (16.).

    Vielleicht stellten sich Teile des mitgereisten Anhangs bereits auf einen entspannten Fußballnachmittag im winterlichen Schwabenland ein, doch wenige Zeigerumdrehungen später kippte die Partie. Bereits fünf Minuten nach Paraschivs erstem Treffer verwertete Backnangs Flavio Santoro einen Foulelfmeter zum Ausgleich (21.). Kurze Zeit später rutschte VfR-Innenverteidiger Alexander Mißbach weg und ermöglichte Fabijan Domic das 1:2 (25.). Nun stand der VfR vor einer kniffligen Situation: Auf der einen Seite rannten die Rasenspieler plötzlich einem Rückstand hinterher, auf der anderen Seite konnten sie auf dem holprigen Geläuf ihre spielerische Klasse nur schwer entfalten. Diese Begegnung, so viel stand fest, musste auch über den Kampf gewonnen werden.

    Der Tabellenzweite nahm die Herausforderung an und stellte durch Paraschiv noch vor der Pause den Ausgleichstreffer her (43.). In dieser Aktion entpuppte sich Backnangs Klärungsversuch einer Mannheimer Flanke als Bumerang. Paraschiv konnte das Leder aus gut 16 Metern mit einem wuchtigen Volleyschuss in den Maschen versenken und noch vor dem Pausentee das 2:2 erzielen.

    Nach Wiederanpfiff blieb der VfR am Drücker und hatte durch Esswein die Großchance auf das 3:2. Der ehemalige Bundesligaspieler wurde von Lennart Thum bedient, sein Abschluss zischte jedoch knapp am langen Pfosten vorbei. Eine gute Viertelstunde vor Ende der regulären Spielzeit ließ der Teamkapitän jedoch seine gesamte spielerische Klasse aufblitzen und überwand den Keeper mit einem sehenswerten Schlenzer zum 3:2 (74.). Den Schlusspunkt setzte Paraschiv, der nach einem Querpass aus kurzer Distanz zum 4:2 (86.) vollendete und sich für seinen Hattrick feiern lassen durfte. „Der Jubel war danach natürlich grenzenlos“, berichtete Abele über die Emotionen nach Abpfiff. „Wir haben bereits die Hinrunde mit 41 Punkten abgeschlossen und konnten nun zum Rückrundenauftakt wieder einen Dreier einfahren. Das ist sensationell“, freute sich der VfR-Coach über den gelungenen Auftakt in die zweite Saisonhälfte.

    Aufstellung TSG Backnang:
    Brauns – Glaser (76. Birzer), Pöhler (88. Suckut), Santoro, Domic, Parharidis, Asare (76. Benkeser), Tichy (29. Gashi), Gleißner (89. Häußermann), Hornek, Müller.

    Aufstellung VfR Mannheim:
    Nreca-Bisinger – C. Becker (90. Okwubor), Mißbach, Kuhn, Akoto, Sentürk, Marx, Krüger, Paraschiv (88. Wemhoener), Esswein (87. Hofer), Veselaj (71. Thum).

    Tore:
    0:1 Paraschiv (16.) 1:1 Santoro (21., Foulelfmeter) 2:1 Domic (25.) 2:2 Paraschiv (43.) 2:3 Esswein (74.) 2:4 Paraschiv (86.)

    Schiedsrichter: John Bender

    Zuschauer: 100

  • Denzlinger trotzen der VfR-Offensive

    VfR übernimmt die Tabellenführung

    (tb) Enttäuschung machte sich breit im Rhein-Neckar-Stadion nach der Nullnummer des VfR gegen den schon fast abgeschlagenen Tabellenletzten FC Denzlingen.

    Im 1. Durchgang dominierten die Rasenspieler mit gefühlten 80 Prozent Ballbesitz. Denzlingen agierte mit einer dicht gestaffelten Abwehr und machte dem VfR das Leben schwer. In Minute 14 kam der VfR zu seiner ersten klaren Torchance. Torwart Jund parierte Shaban Veselajs Schuss. Der Nachschuss von Alexandru Paraschiv ging über das Tor. Paraschiv beförderte in der 30. Minute einen Freistoß weit über das Denzlinger Gehäuse (30.). Es fehlte einfach die Präzision in den Aktionen der Rasenspieler. Kurz vor der Pause strich ein weiterer Schuss von Shaban Veselaj am Tor vorbei – ebenso der Versuch von Jannik Marx in der Nachspielzeit. Denzlingen pulverisierte die bis dahin überschaubaren VfR-Torchancen mit Glück und Geschick. Offensivaktionen des FCD fanden bis dahin nicht statt.

    Nach dem Seitenwechsel drückte der VfR auf die Tube. Umut Sentürk schoss in der 47. Minute drüber und scheiterte zwei Minuten danach an Denzlingens Torwart Jund, der nun zu allem Überfluss noch begann, über sich hinauszuwachsen. In Minute 57 faustete er einen gefährlichen Schuss von Kevin Krüger aus der Gefahrenzone. In der 68. Minute kam der FCD zu seiner ersten großen Torchance. Der kurz zuvor eingewechselte Sandro Rautenberg tauchte plötzlich allein vor VfR-Torwart David Nreca-Bisinger auf, der aber Rautenbergs Abschluss bravourös entschärfte.

    Der VfR erhöhte nun das Tempo und berannte mit Vehemenz das Denzlinger Tor. Die Mannschaft kämpfte leidenschaftlich um den Sieg und erspielte sich eine Torchance nach der anderen. Sentürk (70.), Veselaj (73. und 75.) scheiterten. Auch Vincent Hofer hatte bei mehreren Gelegenheiten kein Glück, kam kurz vor Schluss sogar elfmeterverdächtig zu Fall. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb aber stumm. Denzlingen kam in der 85. Minute nach einem Freistoß zum Kopfball, der jedoch über das Tor strich. Hofers Versuch in der 87. Minute wurde von Torwart Jund entschärft. Dann machte der Schiedsrichter mit seinem Schlusspfiff den überraschenden Punktgewinn der Gäste perfekt.

    FCD-Trainer Marco Dufner bescheinigte dem VfR nach der Partie, die besseren Torchancen gehabt zu haben und zeigte sich zufrieden mit dem Kampfgeist seiner Mannschaft, die sich das Unentschieden verdient habe. Er verwies darauf, dass seine Mannschaft in einer ganzen Reihe von Spielen unglückliche Punktverluste hinnehmen musste und hofft auf eine erfolgreichere Saisonfortsetzung nach der Winterpause.

    VfR-Trainer Marcel Abele deutete zunächst an, von der Spielweise seiner Mannschaft enttäuscht zu sein. Das Spiel sei eine zähe Angelegenheit gewesen. Das Passspiel des VfR sei unsauber gewesen. In den Eins-zu-Eins-Duellen habe man oft das Nachsehen gehabt. Inzwischen kam aber die Kunde von der überraschenden Niederlage des bisherigen Tabellenführers VfR Aalen, die dem VfR Mannheim trotz des Punktverlustes die Tabellenführung der Oberliga bescherte. Abele legte daraufhin lieber den Fokus auf die bisherige Saisonleistung seiner Mannschaft, vor der er absolut den Hut ziehe.

    Am Rande der Partie wurde bekannt, dass die Austragung des Aalener Nachholspiels in Denzlingen am kommenden Wochenende aufgrund der Platzverhältnisse unwahrscheinlich ist. Sollte die Partie erst im Neuen Jahr stattfinden, würde der VfR die Winterpause auf Platz 1 der Oberliga verbringen.

    Aufstellung VfR:
    Nreca-Bisinger – Akoto, Mißbach (75. C. Becker), Kuhn, Sentürk – Krüger (75. Wemhoener), Marx – Paraschiv, Esswein – Okwubor (61, Thum) Veselaj (78. Hofer)

    Aufstellung FC Denzlingen:
    Jund – Amrhein, Cernenchi, Garcia-Stein, Butov (55. Vanci; 83. Disch)), Boye, Gehring, Weizel (71. Zimmermann), Schultis, Eggert (46. Riggenmann), Ebel (63. Rautenberg)

    Tore:
    Fehlanzeige

    Zuschauer:
    347

    Schiedsrichter:
    Janik Wieland, TSG Waldenburg

  • Böses Erwachen für den VfR

    0:3 gegen starke Nöttinger

    (tb) Der VfR Mannheim hat im Meisterschaftsrennen einen bitteren Rückschlag erlitten. Nach einer schwachen Leistung musste er die drei Punkte den Gästen vom FC Nöttingen überlassen.

    Nöttingen zeigte sich von Beginn an gut organisiert und spielfreudig. VfR-Torwart musste bereits in der 6. Minute nach einem Distanzschuss eingreifen. Der VfR spielte zunächst mit und hätte in der 10. Minute in Führung gehen können, als Umut Sentürk mit einer Flanke von links Pasqual Pander am langen Pfosten bediente, der den Ball jedoch nicht richtig traf und vorbeischoss. Zwei Minuten später konnte der frühere VfR-Torwart Can Tayar eine weitere Torchance Panders zur Ecke klären. Kurz darauf flankte Alexander Esswein zu Alexandru Paraschiv, der aus aussichtsreicher Position knapp verpasste. In der 23. Minute wurde ein Freistoß von Alexander Esswein kurz vor dem Einschlag im Nöttinger Tor geklärt.

    Nöttingen überbrückte das Mittelfeld schnell und tauchte immer mal wieder gefährlich vor dem VfR-Tor auf, ohne aber die ganz großen Chancen zu kreieren. Torlos ging es in die Pause.

    Wer nach Wiederanpfiff einen druckvoller auftretenden VfR Mannheim erhoffte, wurde enttäuscht. Die Partie verflachte zusehends und wurde nickliger. In Minute 48 stieg der bereits gelbbelastete Raphael Akoto an der Mittellinie überhart in einen Zweikampf ein und musste daraufhin mit Gelb-Rot den Platz verlassen. Der nun dezimierte VfR musste sich neu sortieren. Darüber hinaus hemmten viele Spielunterbrechungen seine Bemühungen, den nötigen Spielfluß aufzubauen. Nöttingen kam auf und zwang Torwart Nreca-Bisinger in der 55. Minute zu einer Glanzparade. Zwei Minuten später wehrte die VfR-Abwehr eine Hereingabe zu kurz ab direkt vor die Füße von Nöttingens Krajinovic, der den Ball per Sonntagsschuss in den rechten Torwinkel zur Nöttinger Führung beförderte.

    Der VfR agierte immer zerfahrener. Das Passspiel ließ die nötige Präzision vermissen. Steilpässe kamen in der Spitze nicht an und Eckbälle fanden keinen Abnehmer. Offensivaktionen blieben Mangelware und es war Torwart Nreca-Bisinger, der mit Paraden in der 74. und 82. Minute die Mannschaft noch im Spiel hielt. Es dauerte bis zur 84. Minute, bis Alexander Esswein eine realistische Ausgleichschance bekam, jedoch konnte Nöttingens Torwart seinen Schuss entschärfen.

    Immerhin folgte nun noch eine Schlussoffensive, die jedoch an der gut gestaffelten Nöttinger Abwehr ohne Erfolg blieb. Stattdessen konnten die Gäste das Ergebnis mit zwei Treffern noch in die Höhe schrauben.

    Mannheims sichtlich enttäuschter Cheftrainer Marcel Abele sprach anschließend von einer verdienten Niederlage. Er bescheinigte seiner Mannschaft durchaus den nötigen Kampfgeist, jedoch war sie an diesem Tag nicht in der Lage, ein gutes Spiel zu zeigen. Dass die Mannschaft es besser kann, habe sie oft genug bewiesen. Jetzt gelte es, die Niederlage aufzuarbeiten und in den nächsten Spielen wieder in die Spur zu kommen.

    Aufstellung VfR:
    Nreca-Bisinger – Akoto, Mißbach, Kuhn, Sentürk (56. Stellwagen) – Krüger, Marx (76. Okwubor) – Paraschiv (79. Berko), Esswein – Pander, Veselaj (53. C. Becker)

    Aufstellung FC Nöttingen:
    Can Tayar – Zimmermann, Krajinovic (90.+1 Zenner), Savvidis (81. Weißer), Mijic (72. Leonidis), Sahiti (77. Waldraff), Fassler, Hamka, Rabold (64. Sarikaya), Hoffmann, Catanzano

    Tore:
    0:1 Krajinovic (57.)
    0:2 Hamka (90.)
    0:3 Leonidis (90.+2)

    besondere Vorkommnisse:
    48. Gelb-Rote Karte für Raphael Akoto (wiederholtes Foulspiel)

    Schiedsrichter:
    Lauritz-Philipe Hafner (VfL Nagold)

  • Deutlicher Sieg nach Rückstand

    6:2-Sieg beim FSV Bietigheim-Bissingen


    (tb) Nach einem regelrechten Stotterstart besann sich der VfR auf seine Fähigkeiten, drehte die Partie und fuhr letztendlich mit einem deutlichen Auswärtssieg nach Hause.

    Trotz optimaler Wetterbedingungen hatte man sich in Bissingen entschlossen, die Begegnung auf Kunstrasen auszutragen. Zu Beginn mühte sich der VfR um Dominanz, blieb aber gegen eine gut organisierte Bissinger Abwehr zunächst ohne klare Torchance. Lediglich Volkan Rona hatte in Minute 15 die Möglichkeit zur Führung. Sein Kopfball strich jedoch über die Torlatte. Der VfR hatte bis dahin zwar Feldvorteile, blieb aber in der Offensive ideenlos. Das gab den abstiegsbedohten Hausherren, die nun ihrerseits begannen, das Spiel nach vorne zu tragen, sichtlich Auftrieb. In der 19. Minute konnte die VfR-Abwehr den Ball nicht entscheidend aus der Gefahrenzone befördern. Nach zu kurzer Abwehr kam Justin Keklik an der Strafraumgrenze zum Schuss und der Ball schlug zum Entsetzen des mitgereisten VfR-Anhangs zur Bissinger Führung im VfR-Tor ein.

    Der VfR blieb offensiv weiterhin zahnlos und zeigte sich bedenklich schwach in den Zweikämpfen. In der 33. Minute lief er darüber hinaus in einen schulmäßig vorgetragenen Konter des FSV, den Fabio Carneiro de Carvalho zur 2:0-Führung abschloss. Erinnerungen an das zuletzt verlorene Nöttingen-Spiel wurden wach.

    Endlich besannen sich die Rasenspieler und Kevin Krüger stieß auf der linken Angriffsseite in den sich bietenden freien Raum vor. Seine präzise Hereingabe landete bei Erich Berko, der keine Mühe hatte, den Anschlusstreffer zu erzielen (39.). Kurz vor dem Pausenpfiff gelang Alexander Esswein mit einem präzisen Außenristschuss ins lange Eck der Ausgleich.


    Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel enteilte der eingewechselte Pasqual Pander seinen Bewachern, lief alleine auf das FSV-Tor zu und beendete mit einem präzisen Schuss ins lange Toreck seine persönliche Torflaute aus den letzten Pflichtspielen.

    Mit der Führung im Rücken schienen beim VfR alle Blockaden gelöst und es zeigte sich nun eindeutig, wer Chef im Ring ist. Erich Berko erzielte per Kopf das 2:4 (60.) Sechs Minuten später ging Tim Seifert auf der linken Angriffsseite schön durch und Alexandru Paraschiv hatte in der Mitte keine Mühe, seine Hereingabe zum 2:5 zu verwerten. In Minute 68 wurde Pasqual Pander im Strafraum gefoult. Die Schiedsrichterin zeigte auf den Punkt und Umut Sentürk verwandelte den Elfmeter sicher. Bissingen hatte dem VfR-Angriffswirbel nun nichts mehr entgegen zu setzen. Pasqual Pander hatte noch zwei weitere Einschussmöglichkeiten (72. und 76.), jedoch blieb es beim deutlichen 6:2-Sieg des VfR.


    Aufstellung FSV Bietigheim-Bissingen:

    Burkhardt – Fitze (64. Scheele), Andric, Ikpide, Selimi, Kuengienda (70. Dautaj), Götz (80. Kardumovic), Uslu (64. Albrecht), Kleinmann, Carneiro de Cavalho (46. Yalcin), J. Keklik

    Aufstellung VfR:

    Nreca-Bisinger – C. Becker, Mißbach (40. Marx), Kuhn, Sentürk – Rona (40. Pander), Krüger (67. Okwubor), Stellwagen (63. Seifert) – Paraschiv, Esswein – Berko (67. Mende)

    Tore:

    1:0 J. Keklik (19.)

    2:0 Carneiro de Cavalho (33.)

    2:1 Berko (38.)

    2:2 Esswein (45+2)

    2:3 Pander (50.)

    2:4 Berko (60.)

    2:5 Paraschiv (66.)

    2:6 Sentürk (69. Foulelfmeter)

    Schiedsrichter:

    Sina Gieringer, Sinzheim
  • Pokalthriller in Sandhausen

    VfR siegt im Elfmeterschießen

    (tb) Der VfR Mannheim steht im Finale des bfv-Pokals. In einer emotionalen Achterbahnfahrt gerieten die Rasenspieler beim favorisierten Regionalligisten SV Sandhausen zunächst in Rückstand, drehten die Partie und sahen in doppelter Überzahl kurz vor Ende der Verlängerung bereits wie der sichere Sieger aus. Sandhausen schaffte aber noch einmal den Ausgleich und rettete sich ins Elfmeterschießen. Dort neigte sich die Waage mal zur einen, mal zur anderen Seite. Am Ende parierte VfR-Schlussmann Davis Nreca-Bisinger den 7. Elfmeter und Christoph Becker versetzte mit seinem entscheidenden Treffer Spieler, Funktionäre und Anhang des VfR in einen Begeisterungstaumel.

    Der SV Sandhausen begann nervös. Der VfR zeigte sich gut organisiert und ließ zunächst nicht mehr als ein paar Halbchancen zu. Nach 20 Minuten wurde Sandhausen stärker und drückte den VfR in die Defensive. In der 29. Minute hatten die Rasenspieler Glück, dass der SVS im Strafraum nicht entschlossen genug agierte und konnten das Leder rechtzeitig aus der Gefahrenzone befördern. Fünf Minuten danach musste sich Torwart David Nreca-Bisinger gewaltig strecken, und drehte einen Schuss aus kurzer Distanz noch um den Pfosten ins Tor-Aus.

    In der 44. Minute hatte der VfR die Riesenchance, in Führung zu gehen. Essweins Flanke von links landete bei Pasqual Pander, der aus kurzer Distanz zum Schuss kam, aber an SVS-Torwart Schneller scheiterte., In der Nachspielzeit der 1. Hälfte bekam Sandhausen zum wiederholten Mal einen Freistoß in Strafraumnähe zugesprochen, der diesmal die Führung der Gastgeber nach sich zog. Die hohe Hereingabe in den Strafraum landete auf dem Kopf von Akmestanli, der keine Mühe hatte, zur nicht unverdienten Führung für die Gastgeber zu vollstrecken.

    Der VfR kam gut aus der Kabine und trug sein Spiel beherzt nach vorne. Ab Minute 54 startete er eine Drangphase, in der Torwart Schneller mit starken Paraden die Gastgeber-Führung erfolgreich verteidigte. In der 61. Minute gelang dem VfR aber der Ausgleich. Alexander Esswein brachte einen Freistoß von links hoch in den Strafraum. Die Kopfballabwehr geriet zu kurz und der Ball landete beim günstig postierten Jannik Marx, der überlegt vollstreckte.

    In der 73. Minute sah der bereits gelb verwarnte Marmutovic nach einem Foul die Ampelkarte. Sandhausen zog sich zurück, der VfR zog das Spiel geduldig und routiniert in die Breite und nutzte so seine Überzahl. Gegen Ende der regulären Spielzeit kamen die Rasenspieler, die jetzt sichtlich die Entscheidung noch in der regulären Spielzeit suchten, zu einigen weiteren Chancen, doch Torwart Schneller parierte Luca Stellwagens Schuss (82.) und Shaban Veselaj verfehlte das Tor zweimal nur knapp (88. und 90.)

    Es ging also in die Verlängerung und der VfR bleib am Drücker. Von den dezimierten Gastgebern war kaum noch etwas Konstruktives zu sehen. In der 110. Minute schwächten sie sich erneut, denn auch der Torschütze Akmestanli musste nach einer weiteren Gelb-Roten Karte unter die Dusche. Der VfR – nun in doppelter Überzahl - drängte auf den Siegtreffer und spielte regelrechtes Powerplay. Das Eckballverhältnis des gesamten Spiels hatte er inzwischen auf 14:2 zu seinen Gunsten hochgeschraubt. Beim SVS musste in Minute 115 ein weiterer Spieler außerhalb des Platzes behandelt werden und der VfR schlug zu. Eine herrliche Außenristflanke von Alexander Esswein landete in der Nähe des langen Pfostens. Volkan Rona lauerte dort und beförderte den Ball per Hechtkopfball ins SVS-Tor. Begeisterung im VfR-Lager.

    Doch Sandhausen kam überraschend noch einmal zurück. Viele Spielunterbrechungen hatten eine überdimensional lange Nachspielzeit von sechs Minuten nach sich gezogen. Sandhausen stürmte mit dem Mut der Verzweiflung und brachte das Spielgerät in der dritten Minute der Nachspielzeit noch einmal in den VfR-Strafraum. Dort hielt der eingewechselte Osee einfach mal drauf und schaffte den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich.

    Es ging nun ins Elfmeterschießen. Das entschied der VfR für sich und sorgte für lange nicht mehr erlebte Glücksgefühle bei allen, die es mit den Rasenspielern halten. Was für ein Spiel – was für eine Dramatik!

    Aufstellung SV Sandhausen:
    Schneller – K. Schulz, Kolbe (120. de Meester), Tarnat, Marmutovic, Wagner (38. M. Schulz; 61. Krauße), Herrmann (87. Osee), Halbauer (105. Zahnen Martinez), Akmestanli, Gipson, Ramsak

    Aufstellung VfR:
    Nreca-Bisinger – Akoto, Kuhn (106. Okwubor), Sentürk, Stellwagen – Krüger, Marx (106. C. Becker) – Paraschiv (100. Mende), Esswein – Pander (69. Rona), Berko (71. Veselaj)

    Tore:
    1:0 Akmestanli (45.+3)
    1:1 Marx (62.)
    1:2 Rona (115.)
    2:2 Osee (120.)

    Elfmeterschießen:
    3:2 Tarnat
    3:3 Rona
    Ramsak (SVS - über das Tor)
    Sentürk (VfR – gehalten)
    4:3 K. Schulz
    4:4 Krüger
    Gipson (SVS – über das Tor)
    4:5 Veselaj
    5:5 de Meester
    Esswein (VfR – gehalten)
    6:5 Krauße
    6:6 Okwubor
    Zahnen Martinez (SVS – gehalten)
    6:7 C. Becker

    besondere Vorkommnisse:
    Gelb-Rot Marmutovic (SVS 73.)
    Gelb-Rot Akmestanli (SVS 110.)
    Gelb-Rot Loviso (Sportdirektor SVS 113.)

    Schiedsrichter:
    Marc Heiker, TSV Kürnbach

  • Später Dämpfer

    Trotz Führung muss sich der VfR Mannheim nach einer kräftezehrenden Woche mit einem 1:1 (0:0)-Remis gegen den 1. FC Normannia Gmünd begnügen.

    (mk) Auf die Euphorie folgte die kalte Dusche. Drei Tage nach dem viel umjubelten Einzug in das Finale des bfv-Pokals kam der VfR Mannheim vor heimischem Publikum gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Normannia Gmünd nicht über ein 1:1 (0:0)-Unentschieden hinaus. Nach Abpfiff verließen nicht nur die Spieler mit zerknirschtem Gesichtsausdruck den Platz, auch Cheftrainer Marcel Abele konnte seine Enttäuschung schwer verbergen. „Am Ende waren wir einfach zu lethargisch und unsauber“, hielt der Coach nüchtern fest.

    Bereits zu Beginn der Partie zeichnete sich ein Geduldsspiel ab. Einerseits konnte der VfR das Geschehen über weite Strecken in die Hälfte des Gegners verlagern, andererseits unterbanden kompakt stehende Gmünder Mannheimer Großchancen. Zwar nahm Erich Berko nach knapp zehn Minuten einen langen Ball technisch sauber an, doch sein Torschuss erwies sich als unpräzise (7.). Weiteren Abschlüssen von Pasqual Pander (23., 25.) und Jannik Marx (35.) fehlte es ebenfalls an Präzision.

    Mit fortlaufender Spieldauer fanden die schwäbischen Gäste auch offensiv besser in die Partie. Basierend auf einem aufopferungsvollen Zweikampfverhalten tastete sich die Blaskic-Elf ab Mitte der ersten Halbzeit langsam in Richtung blau-weiß-rotes Gehäuse. Nach einer guten halben Stunde musste VfR-Schlussmann Luca Pedretti erstmals einen wuchtigen Gäste-Abschluss entschärfen (33.). Das Publikum atmete tief durch.

    Nun nahm die Partie spürbar an Fahrt auf. Kurz vor der Halbzeitpause hatte der blau-weiß-rote Anhang erstmals den Torschrei auf den Lippen, doch Gmünds reaktionsschneller Keeper Yannick Ellermann fischte Panders sauberen Schlenzer von der linken Strafraumkante aus dem Winkel (38.). Dass dieser blitzsaubere Abschluss seinen Weg nicht ins Tor fand, war keineswegs Ausdruck Mannheimer Schlampigkeit, sondern das Resultat einer bärenstarken Torhüterleistung. Somit ging es für optisch überlegene Quadratestädter gegen klug agierende Schwaben mit einem torlosen Remis in die Kabinen.

    Wer nach Wiederanpfiff auf einen Leistungseinbruch der Gäste hoffte, wurde sofort eines Besseren belehrt. Zunächst konnte sich der VfR sogar glücklich schätzen, dass Gmünds Toptorjäger Alexander Aschauer eine Hereingabe nur um Haaresbreite verpasste (48.). Nichtsdestotrotz blieben die Rasenspieler tonangebend und erzielten nach einer ansehnlichen Kombination schließlich den erlösenden Führungstreffer durch Tim Seifert. Der Mittelfeldspieler kam im Strafraum aus guter Position zum Abschluss und belohnte seine Mannschaft und sich für den hohen Aufwand (58.). Die Freude über den vermeintlichen Durchbruch in dem nicht unerwarteten Geduldsspiel war groß. Vieles deutete nun auf einen klassischen Arbeitssieg hin, doch es kam anders als erwartet.

    Gmünd ließ den Kopf nicht hängen, sondern verlagerte mit griffigem Zweikampfverhalten die Partie peu à peu in die Mannheimer Hälfte. Der VfR verpasste es wiederum, die sich bietenden Kontergelegenheiten konsequent zu nutzen. Das zweite Mannheimer Tor lag zwar nicht in der Luft, doch in Anbetracht der sich bietenden Räume war das 2:0 möglich.„Mit der Führung im Rücken hätten wir die Partie viel sauberer zu Ende spielen müssen. Mehrfach liefen wir in Überzahl auf die Kette“, monierte Abele. „Wir müssen einfach das zweite Tor erzielen.“

    Trotz hohen Gmünder Engagements und suboptimalen Mannheimer Konterspiels bahnte sich allerdings bis in die Nachspielzeit ein blau-weiß-roter Sieg an. Großchancen der Gäste blieben weiterhin Mangelware. Des Weiteren dezimierte der Platzverweis von Tim Grupp (89.) die Schwaben zusätzlich. Allerdings eröffnete sich in der Nachspielzeit nochmals eine Gmünder Freistoßgelegenheit aus halblinker Position. Die hohe Flanke fand über Christian Kuhns Rücken auf höchst unglückliche Weise den Weg ins eigene Tor und besiegelte zwei schmerzhafte Mannheimer Punktverluste (90.+5). „Unsere Schwäche bei hohen Bällen ist auch kein Geheimnis mehr“, erklärte ein enttäuschter Abele, der den Fokus nun auf die Absicherung des zweiten Tabellenplatzes legt.

    Aufstellung VfR Mannheim:
    Pedretti, Akoto, Mißbach (71. Sentürk), C. Becker, Rona (55. Krüger), Marx, Mende, Esswein, Seifert (77. Kuhn), Pander (70. Okwubor), Berko (75. Veselaj)

    Aufstellung 1. FC Normannia Gmünd:
    Ellermann, Staiger, Grupp, Hofmeister (69. Filipovic), Aschauer, Gnaase, Rössler (78. Körner), Molinari, Avigliano (85. Milojkovic), Wilhelm, Rapp (78. Kundruweit)

    Tore:
    1:0 Tim Seifert (58.) 1:1 Christian Kuhn (90.+5, Eigentor)

    Besondere Vorkommnisse: Rote Karte: Tim Grupp (1. FC Normannia Gmünd, 89.)

    Schiedsrichter: Julian Gumz (Assistenten: Valentin Roeck, Pascal Heller)

    Zuschauer: 312

  • VfR meldet sich im Meisterschaftskampf zurück

    3:1-Sieg in Göppingen

    (tb) Das Rennen um den Oberliga-Spitzenplatz ist wieder spannend geworden. Der VfR Mannheim löste die knifflige Aufgabe beim Regionalligaabsteiger 1. Göppinger SV, während Spitzenreiter VfR Aalen in seinem Heimspiel heute punktlos blieb.

    Nach einigen nicht eingeplanten Punktverlusten in den letzten Spielen war den Rasenspielern in Göppingen ab dem Anpfiff anzumerken, dass sie sich für dieses Spiel etwas vorgenommen hatten. Bereits in der 3. Minute wurde es vor dem Göppinger Kasten gefährlich, als Torwart Piu aus kürzester Distanz gerade noch klären konnte. Im Gegenzug konnte ein Göppinger Angreifer im VfR-Strafraum kurz vor dem Einschuss gerade noch vom Ball getrennt werden.

    Der VfR war von Beginn an hellwach und bestach durch schnörkellos vorgetragene Angriffe gegen das GSV-Tor. Alexander Esswein traf in der 10. Minute mit einem Distanzschuss den linken Torpfosten. In der 27. Minute lief Alexandru Paraschiv nach einem Fehlpass der Platzherren auf das GSV-Tor zu, schaffte es aber nicht, den Ball über die Linie zu drücken. In der 32. Minute gingen die Platzherren überraschend in Führung. Der VfR ging bei einer GSV-Ballstafette im Strafraum nicht energisch genug zu Werke. Luca Piljek kam auf zentraler Position zum Abschluss und gab Torwart Luca Pedretti keine Chance.

    Der VfR zeigte sich unbeeindruckt und antwortete drei Minuten später, als Jannik Marx – ähnlich günstig postiert wie der Göppinger Torschütze – den Ausgleich erzielte. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Alexandru Paraschiv die Chance zur Führung, nachdem er von Tim Seifert mit einer schönen Hereingabe bedient wurde. Göppingens Torwart konnte jedoch parieren.

    In der 2. Halbzeit blieb der VfR zunächst auf dem Gaspedal. In der 49. Minute wurde Pasqual Pander gekonnt auf die Reise Richtung GSV-Tor geschickt, umkurvte noch einen Abwehrspieler und vollstreckte ins lange Toreck zur VfR-Führung.

    Göppingen erhöhte jetzt den Druck, fand zu teils ansehnlichem Kombinationsspiel und hatte mehrere Ausgleichschancen, so in der 53. Minute, als Torwart Luca Pedretti im letzten Moment noch eingreifen konnte. In dieser Spielphase ließen sich die Rasenspieler zu weit nach hinten zurückfallen und mussten folgerichtig leiden, da der GSV ein regelrechtes Powerplay aufzog. Mit etwas Glück und viel Geschick überstanden sie diese Druckphase und hatten sogar einige Konterchancen, z.B. in Minute 58, als Luca Stellwagen ein sehenswertes Solo über links gelang, sich am Ende aber an Torwart Piu festlief.

    In der 70. Minute entschärfte Torwart Pedretti einen Freistoß aus gefährlicher Position nahe der Strafraumgrenze. Danach konnten sich die Rasenspieler schließlich befreien. In Minute 78 geriet eine Eckball-Abwehr des GSV zu kurz. Jannik Marx zog aus dem Hintergrund ab. Sein Schuss wurde von Luca Stellwagens Kopf entscheidend abgefälscht und landete im Tor der Göppinger. Die Gastgeber hatten nun ihr Pulver verschossen und die VfR-Abwehr ließ nicht mehr als zwei Fernschüsse zu, die am Tor vorbeiflogen (88.) bzw. von Torwart Pedretti entschärft wurden (89.)

    In der nächsten Woche gibt der Meisterschaftskonkurrent VfR Aalen seine Visitenkarte im Rhein-Neckar-Stadion ab. Da Aalen heute keine Punkte gewann, könnte der VfR mit einem Sieg in diesem Spiel die Tabellenführung zurückerobern.

    Man darf gespannt sein.

    Aufstellung 1. Göppinger SV:
    Piu – Frölich, Piljek (81. Vehab), Trivunic, Steinbrenner (53. Lekaj), Kececi, Schmidts, Ziesche, Lübke (73. Dicklhuber), Milisic, Babic (81. Galinec)

    Aufstellung VfR:
    Pedretti – Akoto, Kuhn, Sentürk (45.+1 Mißbach), Stellwagen (83. C. Becker) – Krüger, Marx, Seifert (85. Tubluk) – Paraschiv (74. Mende), Esswein – Pander (88. Veselaj)

    Tore:
    1:0 Piljek (32.)
    1:1 Marx (35.)
    1:2 Pander (49.)
    1:3 Stellwagen (78.)

    Schiedsrichter:
    Niklas Straßer, TSV Fürfeld

  • Ein offener Schlagabtausch auf Topniveau

    1:1(0:0)-Unentschieden im Oberliga-Gipfeltreffen

    (mk) Bereits vor dem Anpfiff manifestierte sich vor dem Spitzenspiel zwischen dem VfR Mannheim und dem VfR Aalen eine ganz besondere Atmosphäre im Rhein-Neckar-Stadion. Auf der überdachten Tribüne waren kaum noch freie Plätze zu verzeichnen, während auf den ebenfalls gut gefüllten Stehrängen die Aalener Gästefans mit einer aufwendigen Choreografie für ein erstes optisches Highlight sorgten. Die Zuschauer spürten förmlich, dass dieses Duell keine einfache Oberligapartie werden würde. Zu viel stand auf dem Spiel.

    Auf dem Feld offenbarte sich früh ein intensiver Schlagabtausch zweier Spitzenmannschaften mit Regionalligaperspektive. In den ersten Minuten prägten vor allem packende Zweikampfduelle die Partie. Aalen erfüllte in dieser Phase viele Kriterien eines mustergültigen Spitzenreiters. Sie gewannen nicht nur etliche Zweikämpfe im Mittelfeld, sondern schalteten nach Mannheimer Ballverlusten auch sehr schnell um. Die daraus resultierenden Kontergelegenheiten konnten die Blau-Weiß-Roten dank guten Rückzugsverhaltens jedoch meistens unterbinden. Die erste Großchance der Gäste entstand nach einem Freistoß von der halbrechten Seite: Aalens Stürmer Niklas Antlitz bekam am langen Pfosten aus aussichtsreicher Position den Ball zu fassen, allerdings fehlte im Abschluss die Präzision (10.). Wenige Zeigerumdrehungen später verbuchte Jannik Marx den ersten nennenswerten Mannheimer Abschluss (12.). Dieser segelte über das Tor. „Man hat von der ersten Minute an gemerkt, weshalb Aalen ganz oben steht. Das ist einfach eine Topmannschaft“, lobte Mannheims Cheftrainer Marcel Abele den Auftritt des Kontrahenten.

    Sein Team hatte sich jedoch einen klaren Matchplan zurechtgelegt, um diesen anspruchsvollen Gegner zu knacken. Die ebenfalls stark agierenden Quadratestädter ließen Aalen im Spielaufbau zunächst gewähren und fokussierten sich auf Umschaltmomente. „Wir haben schon einige von diesen gehabt“, merkte Abele an. „Leider kam der letzte Pass nicht immer an.“ Mit fortschreitender Zeit stieg das Selbstvertrauen bei seiner Mannschaft. Nach einer guten halben Stunde hätten die Blau-Weiß-Roten in Führung gehen können: Der im Rückraum positionierte Teamkapitän Alexander Esswein bekam von Alexandru Paraschiv den Ball serviert. Esswein ging volles Risiko und zog volley auf das Tor ab. Da ihm der Abschluss auf dem glitschigen Untergrund jedoch über den Spann rutschte, landete der Ball neben dem Gehäuse der Gäste (35.). Wenige Minuten später scheiterte Pasqual Pander aus Nahdistanz an der kompakt stehenden Aalener Defensive (40.).

    Kurz vor dem Pausenpfiff ging es nochmals etwas ruppiger zur Sache. Schiedsrichter Martin Wilke hatte alle Hände voll zu tun, um die Emotionen zu zügeln und die entstehende Rudelbildung aufzulösen. Einen unfairen oder gar grob unsportlichen Charakter nahm die Partie jedoch zu keinem Zeitpunkt an. Mit dem torlosen Remis bat Wilke schließlich zum Pausentee.

    In der zweiten Halbzeit setzte sich der offene Schlagabtausch aus den ersten 45 Minuten nahtlos fort. Die Mannheimer Rasenspieler wirkten allerdings von Minute zu Minute selbstsicherer. Die Abele-Elf agierte nochmals griffiger im Zweikampfverhalten und eroberte sich nun auch mehr zweite Bälle. „In meinen Augen haben wir zu diesem Zeitpunkt die Kontrolle übernommen“, unterstrich Mannheims Cheftrainer. Aufgrund der äußerst stabilen Aalener Defensive blieben die ganz großen Torchancen jedoch weitestgehend aus. Ein verheißungsvoller Abschluss Paraschivs landete neben dem Kasten (61.). Auf der anderen Seite rettete Keeper David Nreca-Bisinger die Blau-Weiß-Roten vor einem möglichen Rückstand. Jascha Döringers Kopfball aus kurzer Distanz entschärfte Mannheims reaktionsschneller Schlussmann mit einer starken Parade (65.).

    Die Partie neigte sich nun der entscheidenden Phase entgegen. Speziell um die 70. Minute wurde es turbulent. Zunächst ließ Paraschiv mit einem ansehnlichen Solo mehrere Gegenspieler stehen. Er tankte sich in den Strafraum und wurde regelwidrig zu Fall gebracht. Wilke zeigte sofort auf den Punkt und sprach den Mannheimern einen Elfmeter zu. Teamkapitän Esswein verwandelte den Strafstoß mit einem präzisen Abschluss in das linke untere Eck. Aalens Keeper Otto hatte zwar den richtigen Riecher, doch Essweins Schuss war zu wuchtig und akkurat (72.). Die Freude der Quadratestädter währte jedoch nicht lange. Praktisch im direkten Gegenzug entschied Schiedsrichter Wilke erneut auf Elfmeter. Dieses Mal allerdings für Aalen. Analog zu Esswein vollendete Maksimovic mit einem wuchtigen und flachen Abschluss zum Ausgleich. Ähnlich wie Otto hatte auch Nreca-Bisinger klug antizipiert, doch der Maksimovic-Elfmeter war einfach zu präzise (74.). „Natürlich kassieren wir das Gegentor viel zu schnell“, monierte Abele. „Das hat die Jungs und mich total genervt.“

    In den verbleibenden Minuten setzten beide Mannschaften nochmals einzelne Nadelstiche und hätten eine von zahlreichen Umschalt- und Gegenstoßmomenten geprägte Partie für sich entscheiden können. Gleichzeitig wollte weder der Tabellenzweite noch der Spitzenreiter in das offene Messer laufen und am Ende als Verlierer den Platz verlassen. Folgerichtig mussten sich beide Mannschaften nach Abpfiff mit einer Punkteteilung begnügen. „Alles in allem war das ein gerechtes Unentschieden“, resümierte Abele. „Man hat gesehen, dass die zwei besten Mannschaften der Oberliga aufeinandertrafen.“ Seiner Mannschaft sprach er ein Kompliment für die Leistung aus. Der rasche Ausgleich störte zwar nicht nur ihn, die Gesamtleistung der Quadratestädter lässt die Blau-Weiß-Roten jedoch zuversichtlich in die Zukunft blicken.

    Aufstellung VfR Mannheim:
    Nreca-Bisinger – Akoto, Kuhn, Mißbach, Stellwagen (90. C. Becker) – Marx, Krüger, Esswein, Seifert (87. Thum) – Paraschiv (79. Tubluk), Pander

    Aufstellung VfR Aalen:
    Otto – Hannam, Odabas, Geyer, Kahriman – Döringer, Campagna (67. L. Groß), Maksimovic, Melo (90.+2 Ohurtsov) – Kindsvater (85. Prodanovic), Antlitz (76. Wächter)

    Tore:
    1:0 Alexander Esswein (72., Foulelfmeter), 1:1 Sasa Maksimovic (74., Foulelfmeter)

    Schiedsrichter:
    Martin Wilke (Assistenten: Luigi Satriano, Tim Walter)

    Zuschauer: 1.530

  • Erneuter Schock in der Nachspielzeit

    VfR Mannheim kassiert späten Ausgleich gegen Essingen

    (mk) Fassungslosigkeit machte sich in den Gesichtern der Spieler des VfR Mannheim breit. In buchstäblich letzter Sekunde kassierten die Blau-Weiß-Roten gegen den TSV Essingen einen vermeidbaren Gegentreffer zum 2:2 (0:1)-Endstand und gaben wie bereits gegen Gmünd in der Nachspielzeit zwei Punkte aus der Hand. Neben der geknickten Mannschaft wirkte auch VfR-Coach Marcel Abele äußerst unglücklich. Der späte Ausgleichstreffer nagte sichtlich am Cheftrainer. „Das regt mich unfassbar auf“, beschwerte er sich über die nicht vorhandene Zuteilung im Strafraum während dieser Aktion.

    Doch bereits vor der Nachspielzeit taten sich die Rasenspieler gegen den Tabellendritten der Oberliga Baden-Württemberg äußerst schwer. Speziell in der ersten Halbzeit verteidigte der zweikampfstarke TSV geschickt und ließ wenige Abschlüsse der Rasenspieler zu. Des Weiteren erschwerte eine suboptimale Passgenauigkeit das Herausspielen hochkarätiger Mannheimer Torchancen. Folgerichtig konnte der VfR aus der rein optischen Überlegenheit kein Kapital schlagen. Neben verunglückten Standardsituationen und ungenauen Flanken fand der letzte Pass häufig keinen Mannheimer Abnehmer. Ein Abschluss von Jannik Marx im Strafraum, der über das Essinger Gehäuse segelte, war nach gut 20 Minuten die beste VfR-Gelegenheit (23.). Die Partie plätscherte zu diesem Zeitpunkt ein wenig vor sich hin. Großchancen blieben weiterhin Mangelware. „Wir haben insgesamt kein wahnsinnig gutes Spiel gemacht“, gab Abele zu. „Speziell im letzten Drittel sind wir sehr unsauber. Bedauerlicherweise zieht sich dies wie ein roter Faden durch die letzten Wochen.“ Nach einer guten halben Stunde gerieten die Blau-Weiß-Roten sogar in Rückstand. Essingens Top-Torjäger Niklas Groiß kam im Mannheimer Sechzehner unbedrängt zum Abschluss und wuchtete den Ball zur Gästeführung ins lange Eck (31.).

    Auf den Gegentreffer folgte zunächst kein blau-weiß-rotes Aufbäumen. Lediglich Enes Tubluks Freistoß aus vielversprechender Position sorgte für einen Hauch Gefahr. Sein Abschluss erwies sich jedoch als zu zentral (37.). Derweil verbuchte Essingen vor dem Pausenpfiff noch zwei weitere Abschlüsse für sich. Zunächst hämmerte Blend Etemi das Leder nach einer schnörkellosen Kombination volley über das Mannheimer Tor (39.), ehe Gökalp Kilic nach einem blau-weiß-roten Ballverlust aus gut 20 Metern abzog. David Nreca-Bisinger tauchte jedoch rechtzeitig ab und parierte (41.). Wenige Augenblicke später traten miesgrämige Quadratestädter den Gang in die Kabinen an. Weder das Ergebnis noch die Leistung stimmten zufrieden.

    Nach Wiederanpfiff setzte sich die zähe Angelegenheit zunächst fort. Sichtlich bemühte Rasenspieler schafften es nicht, die gegnerische Abwehrreihe auszuhebeln. Doch nach knapp 70 Minuten überspielte Jannik Marx die Essinger Defensive mit einem langen Ball und bediente den eingewechselten Marvin Kadner mustergültig. Dieser blieb im Eins-gegen-Eins-Duell mit TSV-Keeper Jerome Weisheit kaltschnäuzig und beförderte das Leder ins lange Eck zum Ausgleich (69.). Nun schien das Pendel in Richtung der Rasenspieler auszuschlagen. Das 1:1 gab Auftrieb und ermöglichte weitere Torchancen. Der Jubel war gerade erst verflogen, da hatte Pasqual Pander nach einer Kontersituation bereits den Führungstreffer auf dem Fuß. Weisheit blieb im Eins-gegen-Eins allerdings Sieger (71.). Kurze Zeit später hätte Pander beinahe via Kopfball den Führungstreffer hergestellt (73.). Der blau-weiß-rote Sieg lag plötzlich in der Luft und war nach 83 Minuten zum Greifen nahe. Weisheit konnte Rafael Akotos Abschluss aus kurzer Distanz nach einem Mannheimer Freistoß von der linken Halbposition zwar noch vereiteln, doch Pander bekam den zweiten Ball zu fassen und köpfte zum Führungstreffer ein (83.). Nun deutete eigentlich alles auf einen Mannheimer Sieg der Moral hin. Essingen mobilisierte zwar nochmals sämtliche Kräfte für die Schlussoffensive, nennenswerte Abschlüsse kreierte der Tabellendritte jedoch nicht. Ausgerechnet in der letzten Aktion des Spiels stimmte jedoch die Zuteilung im blau-weiß-roten Strafraum nicht. Eine Kopfballablage reichte aus, um dem im Mannheimer Sechzehner freistehenden Max Neunhoeffer das 2:2 zu ermöglichen. Während die euphorisierte Essinger Bank freudestrahlend das Spielfeld stürmte, herrschte bei den geschockten Rasenspielern nur noch Katerstimmung.

    Aufstellung VfR Mannheim:
    Nreca-Bisinger – Akoto, Kuhn, Seifert, Stellwagen (90.+3 Mißbach) – Marx, Krüger (77. C. Becker), Esswein, Tubluk (62. Kadner) – Pander (88. Mende), Thum (66. Veselaj)

    Aufstellung TSV Essingen:
    Weisheit – Koci, Biebl (77. Bux), Auracher, G. Kilic, E. Kilic (84. König) – Ruther, Etemi (43. Neunhoeffer), Pfänder (87. Abruscia), Groiß, Leuze (72. Dudda)

    Tore:
    0:1 Niklas Groiß (31.), 1:1 Marvin Kadner (69.), 2:1 Pasqual Pander (83.), 2:2 Max Neunhoeffer (90.+3)

    Schiedsrichter: Christian Eiletz (Assistenten: Stefan Mera-Linz, Stefan Schmidt)

    Zuschauer: 308