Aktuelle Spielklassen der DFB-Meister und -Vizemeister seit 1903

  • Zum Beginn des Spieljahres 2026/27 eine Übersicht, wo die DFB-Meister und Vizemeister seit 1903 aktuell spielen. Mir ist bewusst, dass mitunter die Vereinsnachfolge bei einigen ehemaligen Verein etwas großzügig ausgelegt wurde, ich betrachte dies dann eher als Traditionslinie oder -selbstverständnis. Vereine in Kursiv haben nur eine Vizemeisterschaft errungen.

    1. Ligastufe (Bundesliga): 12 Vereine
    Eintracht Frankfurt
    FC Schalke 04
    VfB Stuttgart
    Borussia Dortmund
    FC Bayern München
    Hamburger SV
    1. FC Köln
    Werder Bremen
    Borussia Mönchengladbach
    Bayer 04 Leverkusen
    RB Leipzig

    Rapid Wien (ÖFB-Bundesliga)


    2. Ligastufe (2. Bundesliga): 11 Vereine
    Phönix Karlsruhe (im Karlsruher SC)
    Holstein Kiel
    SpVgg Fürth
    1. FC Nürnberg
    Hertha BSC
    Hannover 96
    1. FC Kaiserslautern
    Eintracht Braunschweig
    VfL Wolfsburg

    Admira Wien (in Admira/Wacker; 2. Liga ÖFB)
    First Vienna FC (2. Liga ÖFB)


    3. Ligastufe (3. Liga): 6 Vereine
    Fortuna Düsseldorf
    Rot-Weiss Essen
    1. FC Saarbrücken
    Preußen Münster
    MSV Duisburg
    Alemannia Aachen


    4. Ligastufe (Regionalliga): 6 Vereine
    VfB Leipzig (im 1. FC Lokomotive Leipzig; Nordost)
    TSV 1860 München (Bayern)
    VfR Mannheim (Südwest)
    SV Stuttgarter Kickers (Südwest)
    FSV Frankfurt (Südwest)
    Kickers Offenbach (Südwest)


    5. Ligastufe (Oberliga): 1 Verein
    1. FC Pforzheim (im 1. CfR Pforzheim; Baden-Württemberg)


    6. Ligastufe (Verbands-/Landesliga): 3 Vereine
    Union 92 Berlin (mit stark zusammengekniffenen Augen in der Neugründung Blau-Weiß 90 Berlin; Berlin-Liga)
    Viktoria 89 Berlin (Berlin-Liga)
    Dresdner SC (Sachsenliga)


    7. Ligastufe: 1 Verein
    Freiburger FC (Landesliga Südbaden)


    8. und 9. Ligastufe: keine


    10. Ligastufe: 2 Vereine
    Karlsruher FV (Kreisklasse B Karlsruhe)
    Duisburger SpV (in Eintracht 1848 Duisburg; Kreisliga C Duisburg/Mülheim/Dinslaken)


    Ohne Spielbetrieb: 3 Vereine
    DFC Prag (wenn man die Neugründung in der Traditionslinie sieht), nur Jugendfußball
    Union Oberschöneweide; keine Fußballabteilung mehr
    LSV Hamburg; aufgelöst

  • Ja, das ist ein wenig "trickery". Wenn man die von mir großzügig ausgereizte Traditionslinien bei Blau-Weiß 90 oder auch Prag als Grundlage nimmt, könnte man auch den 1. FC Union oder den West-Berliner Ableger SC Union 06 in gleicher Berechtigung auflisten. Im Endeffekt entschied ich mich halt für den Ur-Verein, den es ja ohne Fußball weiterhin gibt und ja theoretisch eine Fußballabteilung wiedergründen könnte.

  • Ging Union 92 Berlin nicht in Blau-Weiß 90 auf?

    Mit Traditionslinien ist das immer so eine Sache. Am schlimmsten finde ich die Clubs, die sich aelbst in der Tradition von xy sehen.

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  • Ging Union 92 Berlin nicht in Blau-Weiß 90 auf?

    Soweit ja, wäre dann auch kein Problem. Aber der alte Blau-Weiß 90 Berlin ging ja 1992 in die Binsen, da wurde im Anschluss ein Nachfolgeverein gegründet, der ursprünglich Blau-Weiß 92 hieß und sich vor einiger Zeit in Blau-Weiß 90 umbenannte.

  • Müsste doch dann beim Dresdner SC auch so ähnlich sein mit der Traditionslinie. Die heutigen DSC-Fussballer stehen ja auch nicht in direkter Tradition des alten DSC oder später in der DDR die SG Friedrichsstadt. Da sind doch auch einige nach Heidelberg ausgewandert damals und gründeten einen eigenen Verein.

    Immerhin war der neue DSC um die Jahrtausendwende mal drittklassig und für einige Jahre die sportlich Nr. 1 in Dresden.

  • Die Traditionslinien im Bereich der ehemaligen DDR sind ein Kapitel für sich. Beim ganzen Umbenennen, verschieben, neu gründen. Die SG Friedrichstadt als de facto Nachfolger des alten DSC wurde aufgelöst. Ein Teil der Spieler der Ersten Mannschaft ging " nach drüben", davon wiederum ein Teil gründete in Heidelberg einen neuen Verein. Der Oberligastartplatz im Osten, das Sportgelände, der Breitensport und Jugend gingen im Grunde an zwei verschiedene Vereine. Von daher ist der Anspruch des heutigen DSC nicht ganz falsch, aber wackelig.

    Aber auch im "Westen" gabs Spaltungen und Fusionen.

    Streng genommen verloren alle Vereine ab 1937/38 ihre Selbstständigkeit, wurden Gliederungen der DAF und damit indirekt der NSDAP. Daher 1945 alle verboten. Während die Amis schon Herbst 45 die alten Vereine wieder zuließen, die Briten folgten auch schnell, "zickten" die Franzosen länger rum und die Sowjets nutzten die Chance, ihre SG und später BSG zu installieren. In der DDR dann das ganze BSG, Armee, Dynamo, SC und dann FC getue. Wussten Leipziger Fans in den 50ern/frühen 60ern überhaupt: wo jetzt wer und überhaupt?

    Jedenfalls danke für die Recherche und die Liste! Schon sehr spannend, vorallem der KFV!

    Auch interessant: wenn man sich Bayern anguckt, als dort um 1910 die ersten bzw. die erste landesweite Erste Liga eingerichtet wurde, dann finden sich Namen, die heute noch auf Level 1 - 4 zu finden sind.

    Und wir haben jede Menge Diskussionsstoff! 😁

  • Meiner Ansicht nach begründen abgewanderte Mannschaften wie bei Friedrichsstadt oder Union 06 Berlin keine Kontinuität. Erst mal sind es in beiden Fällen nur Teile der Mannschaft, die sich im Westen auch noch aufgespalten haben. Und zweitens würde diese Kontinuität mit dem Karrierreende der Spieler auch enden.

    Ist das noch Fußball?

  • Meiner Ansicht nach begründen abgewanderte Mannschaften wie bei Friedrichsstadt oder Union 06 Berlin keine Kontinuität. Erst mal sind es in beiden Fällen nur Teile der Mannschaft, die sich im Westen auch noch aufgespalten haben. Und zweitens würde diese Kontinuität mit dem Karrierreende der Spieler auch enden.

    Exakt meine Meinung!

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