Beiträge von Schwalbe

    Deutliche Niederlage

    Rasenspieler verlieren gegen die U23 des SV Waldhof verdient mit 0:3


    (mk) Es war ein rabenschwarzer Samstagnachmittag, den der VfR und seine Anhänger bei herrlichem Wetter erleben mussten. 0:3 lautete das Ergebnis nach 90 Minuten. Ein Resultat, mit dem die Blau-Weiß-Roten sogar noch gut bedient waren.


    Das Spiel des VfR war von Beginn an durch viele Fehlpässe und ein ausbaufähiges Zweikampfverhalten geprägt, während die Waldhöfer spritzig zu Werke gingen und mit ihren schnellen Beinen die Rasenspieler auf Trab hielten. Positiv war aus VfR-Sicht nur, dass die Gäste es vorerst nicht verstanden, ihre optische Überlegenheit in Chancen umzumünzen. Nach 20 Minuten musste sich Marcel Lentz aber dann doch erstmals unter Beweis stellen, indem er einen wuchtigen, aber unpräzisen Freistoß von Kelmend Azizi parierte und zur Ecke klärte (20.).


    Gegen Mitte der ersten Halbzeit setzte beim VfR dann der vermeintliche „Hallo-wach-Effekt“ ein. Erst war es Patrick Haag, der mit einer direkten Volleyabnahme aus ca. 45 Metern (!) Markus Scholz testete (24.), dann köpfte Fabian Herchenhan nach einer hohen Hineinbegabe von Christian Grimm aus deutlich kürzerer Distanz das Leder über den Kasten (25.). Die größte Chance, den VfR in Führung zu bringen, hatte Maurice Mayer. Dieser wurde von Peter Prokop kurz angespielt und zog an der Strafraumgrenze aus halblinker Position auf das Gehäuse von Scholz ab, doch der Waldhof-Keeper streckte sich ordentlich und fischte das Leder aus dem langen Eck (27.). Es war die beste Phase, die der VfR in dieser Partie hatte. Das Spiel wurde in die gegnerische Hälfte verlagert, Druck aufgebaut und sogar die eine oder andere Torchance herausgespielt. Allerdings mussten die Zuschauer deprimierend feststellen, dass diese vermeintliche Drangperiode nur ein Strohfeuer war. Gegen Ende des ersten Durchganges war wieder der Waldhof am Drücker, da sich bei den Rasenspielern erneut Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe häuften. Kurz vor dem Halbzeitpfiff setzte sich der ehemalige Gartenstädter Pasquale Marsal auf dem linken Flügel durch und bediente mit einer präzisen Flanke Jann Germies, der sich rechtzeitig von seinem Gegenspieler löste und ins lange Eck zur Führung köpfte.


    Die zweite Halbzeit startete verheißungsvoll. Nach einer Ecke bekam der im Rückraum positionierte Grimm den Ball aufgelegt. Dieser verzog jedoch und setzte das Leder über den Kasten (47.). Doch auf diese gute Möglichkeit folgten keine weiteren VfR-Hochkaräter. Auf der anderen Seite sah dies anders aus: Kurz nach Grimms Chance fiel nämlich das 0:2. Der eingewechselte Malik Mikona bekam einen Pass in die Tiefe zu fassen und versenkte den Ball im kurzen Eck (50.). Für den VfR war dies der Genickbruch, denn in darauffolgenden Minuten gab es für die Gäste erstklassige Chancen, das Ergebnis noch weiter nach oben zu schrauben, während auf der anderen Seite Markus Scholz einen weitestgehend ruhigen Restnachmittag verbrachte. Der VfR war schlicht K.O. und verlor nun jeglichen Zugriff auf die Partie. Das 0:3 resultierte aus einem Ballverlust in der eigenen Hälfte und war darüber hinaus einer unsauberen Deckungsarbeit zuzuschreiben. Denn für Mikona war es ein leichtes, im blau-weiß-roten Sechzehner das Leder auf den komplett frei stehenden Patrick Hocker abzulegen, der den Ball an Lentz nur noch vorbeischieben musste und für die endgültige Entscheidung sorgte (58.). Doch die Partie war noch nicht vorbei und die Waldhöfer blieben hungrig. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld legte der quirlige Shinhyung Lee ein Solo hin und zog unbedrängt ins Zentrum. Der VfR kann hier von Glück reden, dass das Leder vom Innenpfosten zurück ins Spielfeld sprang (61.). Zu allem Überfluss dezimierten sich die Gastgeber aufgrund einer roten Karte des eingewechselten Gökhan Tanju Can selbst. Doch auch mit elf Mann hätte wohl keiner im Stadion mehr an eine Aufholjagd geglaubt, dafür war das Geschehen auf dem Platz zu einseitig. Offensiv gab es aus Sicht der Rasenspieler nur noch eine nennenswerte Szene: Der eingewechselte Lauris Schneider Sanchez prüfte mit einem harten und präzisen Distanzschuss den gegnerischen Keeper Scholz, der jedoch rechtzeitig abtauchte (73.). Zu mehr Torgefahr sollte es nicht mehr kommen.


    Die Begegnung plätscherte mittlerweile vor sich hin. Die Blau-Schwarzen schaukelten den Sieg souverän nach Hause, während der VfR seinem Kontrahenten nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Kurz vor Abpfiff gab es für die Waldhöfer noch zwei Chancen, auf 0:4 zu erhöhen. Doch der eingewechselte und ungedeckte Volkan Rona traf nach einer halbhohen Hereingabe aus kurzer Distanz nur die Latte (89.). Wenig später war es erneut Rona, der aus knapp 20 Metern frei zum Abschluss kam und Lentz zu einer starken Parade zwang (91.). Aus VfR Sicht kann nur gehofft werden, dass bei diesem Spiel die Talsohle durchschritten wurde.


    VfR Mannheim:

    Lentz- Akdemir (68. Schneider Sanchez), Herchenhan, P. Haag, Prokop (85. Yahaya), Nobile, Biedenbach, Mayer (57. Can), Grimm (68. Özgün), Y. Haag, Ilhan


    SV Waldhof U23:

    Scholz- Lutz, Mahmuti, Lee (75. Rona), Kieren (53. Münch), Hocker (85. Celik), Marsal, Azizi, Assar, Stjepanovic, Germies (46. Mikona)


    Zuschauer: 298

    Schiedsrichter: Cedrik-Alexander Bollheimer (Karlsruhe)


    Tore:

    0:1 Germies (39.)

    0:2 Mikona (50.)

    0:3 Hocker (58.)

    Rasenspieler wollen den Turnaround schaffen

    VfR erwartetet am Samstag (16:00 Uhr) die U23 des SV Waldhof im Rhein-Neckar-Stadion


    (mk) Einfach ist die aktuelle Situation des VfR Mannheim wahrlich nicht. Zuletzt gab es eine 1:3 Niederlage beim verlustpunktfreien Spitzenreiter SV Spielberg, die dafür Sorge trug, dass es tabellarisch nach unten ging und der Kontakt zu den oberen Plätzen vorerst abgebrochen ist. Die Partie in Karlsbad stimmte auch Andreas Backmann nicht im Entferntesten zufrieden: „Die Mannschaft hat sich alles andere als positiv präsentiert. Da kann ich mir schon deutlich mehr erwarten“, kritisiert der Cheftrainer die Performance des Teams. Auf der anderen Seite kriecht die Mannschaft seit mehreren Wochen auf dem Zahnfleisch. In Spielberg konnte Backmann auf zehn Spieler nicht zurückgreifen, die in einem fitten Zustand allesamt wichtige Stützen der Truppe wären. Dies hatte zur Folge, dass aufgrund eines Mangels an Alternativen Akteure auflaufen mussten, die sich bestenfalls erst seit kurzer Zeit im Mannschaftstraining befinden oder vom Individualtraining gar direkt in die erste Elf gespült wurden.


    Auch für kommendes Wochenende ist eine Entspannung der Situation nicht in Sicht. Mit Patrick Haag kehrt zwar ein Defensivstabilisator zurück, gleichzeitig fällt Yannick Krämer aufgrund einer Knieverletzung aus: „Diese Tatsache sollte Berücksichtigung bei der Beurteilung finden, ohne dabei als Alibi für die gezeigten Leistungen zu fungieren“, erklärt Backmann seine Sicht der Dinge auf die seit Wochen anhaltende Verletztenmisere.


    Gegen die U23 des SV Waldhof möchte der VfR aber nun eine Trendwende einläuten. Hierfür ist jedoch eine Leistungssteigerung gegenüber der Vorwoche vonnöten, denn der Kontrahent zählt keinesfalls zum Fallobst der Verbandsliga Nordbaden. Dies verdeutlicht auch ein Blick auf die Tabelle, wo die Blau-Schwarzen einen Platz vor dem VfR rangieren. Besonders in den ersten drei Spielen der Saison frohlockte die Truppe von Oscar Corrochano und holte sieben von neun möglichen Zählern. Allerdings war in den vergangenen Wochen ein wenig Sand im Getriebe: Einem 2:1 Arbeitssieg beim nach wie vor punktlosen Tabellenschlusslicht FC Germania Friedrichstal standen drei Niederlagen ohne eigenen Treffer gegen Zuzenhausen (0:3), Weinheim (0:1) und zuletzt Langensteinbach (0:3) gegenüber. Unterm Strich befindet sich die U23 des SV Waldhof jedoch voll im Soll, da gegen die Kellerkinder dreifach gepunktet wurde und eine starke Leistung gegen Eppingen mit einem Zähler gekrönt werden konnte.


    Dass die Truppe rund um Goalgetter Malik Mikona über Qualität verfügt, ist Andreas Backmann nicht entgangen. Der VfR-Trainer sieht in dem kommenden Gegner eine junge, fitte und individuell starke Truppe. Nichtsdestotrotz ist die Erwartungshaltung des Coaches eindeutig: „Wir müssen uns am Samstag durchsetzen, 90 Minuten gallig sein und uns vor allem in den Zweikämpfen besser präsentieren. Die Elf, die auf dem Platz steht, ist in der Pflicht“, so die von Backmann ausgerufene Marschroute.

    Nichts zu holen beim Spitzenreiter

    1:3-Niederlage in Spielberg



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    (tb) Im 7. Saisonspiel gelang dem VfR abermals kein Punktgewinn gegen eine Mannschaft aus dem Spitzentrio. War man gegen Mutschelbach und Heddesheim zumindest spielerisch noch auf Augenhöhe, musste der VfR in Spielberg die aktuelle Überlegenheit des Spitzenreiters anerkennen.

    Allerdings spielte den Gastgebern ein frühes Tor in die Karten, das aus einem fragwürdigen Freistoß resultierte. Ein lang nach vorne geschlagener Ball landete bei einem Spielberger Stürmer nah an der Strafraumgrenze. VfR-Abwehrchef Fabian Herchenhan war eng am Mann. Der ging plötzlich zu Boden, ohne dass ein Körperkontakt klar zu erkennen war. Der Schiedsrichter erkannte jedenfalls auf Freistoß, den Fabian Gondorf gekonnt über die Mauer in den linken Torwinkel hob. Der weit rechts postierte Torwart Lentz war ohne Abwehrchance.


    Mit dieser frühen Führung im Rücken konnten die Hausherren nun zwei dicht gestaffelte Abwehrreihen in der eigenen Hälfte aufbauen. Der VfR erlangte leichte Feldvorteile, verhedderte sich aber immer wieder im dichten Abwehrgestrüpp des SV Spielberg. Dessen Spieler agierten zumeist gedankenschneller und brachten immer wieder ein Abwehrbein in die gut gemeinten Pässe der VfR-Akteure. Diese gingen durchaus in die Zweikämpfe, kamen aber zumeist einen Schritt zu spät. Dementsprechend waren klare Torgelegenheiten in der 1. Halbzeit Mangelware. Die beste Ausgleichschance hatte Cihad Ilhan in der 26. Minute, der einen Freistoß von Christian Grimm per Kopf auf das Spielberger Tor brachte, aber am guten Schlussmann Moritz scheiterte.

    Spielberg konnte sich immer wieder befreien und die Angriffsversuche auf das VfR-Tor häuften sich. In der 38. Minute erkannte Schoch, dass Torwart Lentz weit vor dem eigenen Tor postiert war und hob das Leder aus etwa 25 Metern gekonnt zum 2:0 in die Maschen. 3 Minuten vor dem Halbzeitpfiff parierte Lentz einen Schuss von Geckle.


    Der VfR kam gut aus der Halbzeitpause. Yanick Haag wurde in der 48. Minute schön im Strafraum freigespielt, schoss aber knapp am Kasten vorbei. 10 Minuten später entschärfte Lentz einen gefährlichen Kopfball. Im Gegenzug vereitelte der Spielberger Torwart den Torschuss von Ilhan Richtung kurzer Pfosten. Kurz danach kam Maurice Mayer in Schussposition, verzog aber, so dass der Ball am Tor vorbei flog. In der 62. rettete Ayhan Akdemir nach einer Flanke in den Strafraum vor dem einschussbereiten Geckle.


    Der VfR verlor nun endgültig den Zugriff auf das Spiel. Der Spielaufbau war oft zu behäbig. Versuche, die Spielberger Abwehr mit langen Bällen auszuhebeln, landeten zu oft beim Gegner oder im Tor-Aus. Die Gastgeber spielten im Bewusstsein des nahenden Sieges befreit auf und berannten ihrerseits das VfR-Tor. Bei einem bei seinen in dieser Phase seltenen Gegenangriffen verlor der VfR den Ball in der Vorwärtsbewegung. Die aufgerückte VfR-Abwehr musste Claudio Ritter ziehen lassen, der frei aufs Torwart Lentz zulief und ihm beim 3:0 keine Chance gab. Der VfR konnte nun froh sein, dass Spielberg weitere Großchancen nicht mehr nutzte, sonst wäre er mit einer heftigen Klatsche nach Hause gefahren. In der Schlussminute fasste sich Maurice Mayer ein Herz, drang mutig mit Ball in den Spielberger Strafraum ein und bediente Cihad Ilhan, der zum Ehrentreffer einschieben konnte.


    In den nächsten Spielen gegen seine direkten Tabellennachbarn geht es für den VfR darum, zu beweisen, dass Anspruch und Wirklichkeit doch nicht so weit auseinander liegen, wie es derzeit erscheinen mag. Die Rückkehr wichtiger Spieler, die heute verletzt (Koep, Tewelde, Thau), gesperrt (Klicic) oder beruflich verhindert (Patrick Haag) waren, wird mit Recht herbeigesehnt.


    Aufstellung SV Spielberg:

    Moritz – Weiß, F. Gondorf, Diringer – Reuer (87. Keck), Veith, Schoch, Mohamed (73. Ursino Lima) – M. Gondorf, Geckle (87. Remus), Ritter (85. Hoffmann)


    Aufstellung VfR:

    Lentz – Akdemir, Herchenhan, Nobile – Krämer (75. Ampadu Wiafe), Prokop (68. Yahaya) – Mayer, Grimm (56. Schneider Sanchez), Biedenbach – Y. Haag (80. Ono), Ilhan


    Tore:

    1:0 F. Gondorf (7.)

    2:0 Schoch (38.)

    3:0 Ritter (75.)

    3:1 Ilhan (90.)


    Schiedsrichter:

    Marcel Göpferich, Büchig

    Zu Gast beim verlustpunktfreien Tabellenführer

    Rasenspieler wollen am Samstag (16:00 Uhr) beim SV Spielberg gewinnen


    (mk) Das wird ein ganz harter Brocken, den der VfR am kommenden Samstag aus dem Weg räumen muss, denn mit dem SV Spielberg wartet der verlustpunktfreie Tabellenführer auf die Blau-Weiß-Roten.


    Der Sportverein aus dem knapp 2800 Einwohner zählenden Karlsbader Ortsteil hat als einziger nordbadischer Verbandsligist in dieser Spielzeit alle Partien gewinnen können und befindet sich daraus resultierend in einem bemerkenswerten Lauf. Angeführt vom Bruchsaler Neuzugang Fabian Geckle, der in sechs absolvierten Partien bereits neun Treffer erzielte, marschierten die Spielberger von Beginn an schnurstracks Richtung Tabellenspitze und ließen mit der einen oder anderen Machtdemonstration ihre Konkurrenz überfordert zurück. Als Paradebeispiele dienen hierfür die jeweiligen Begegnungen gegen Durlach-Aue und Weinheim, die beide mit einem deutlichen 7:1 für sich entschieden werden konnten. Doch es wäre falsch, nur die bärenstarke Offensivreihe mit einem Schnitt von 3,8 Treffern pro Partie zu huldigen. Denn mit gerade einmal drei Gegentoren hat auch der Abwehrverbund Werte aufzuweisen, die aufhorchen lassen und in dieser Liga einmalig sind. Auch wenn das Auftaktprogramm des SV Spielberg nicht so anspruchsvoll war wie jenes der Rasenspieler, ist es dennoch keine Übertreibung, den kommenden Kontrahenten als Team der Stunde zu bezeichnen, sondern viel mehr die logische Schlussfolgerung der bisher erzielten Ergebnisse des ehemaligen Regionalligisten.


    Doch der VfR wird sein Bestes geben, um den Lauf des Kontrahenten zu beenden. Hierfür wird es jedoch notwendig sein, eine bessere Performance als zuletzt gegen den FV Fortuna Kirchfeld abzuliefern. In puncto Mentalität und mannschaftlicher Geschlossenheit konnte der VfR zwar vollends überzeugen, spielerisch blieb jedoch trotz des 4:1 viel Luft nach oben. So sieht es auch Andreas Backmann: „Wir müssen am Samstag besser spielen und werden dies auch tun“, betont der VfR-Coach, der sich darüber freut, dass mit Yannick Krämer und Eric Biedenbach zwei Spieler zurückkehren können, die gegen Kirchfeld nicht mit von der Partie waren. Auf der anderen Seite wird gerade im Defensivbereich die Personaldecke immer dünner, da mit Max Denefleh und Patrick Haag zwei Spieler, die zuletzt noch in der Startformation aufzufinden waren, am Samstag in Spielberg nicht auflaufen werden. Selbiges gilt für Stürmer Benedikt Koep, der verletzungsbedingt (Außenband) pausieren muss. Aber wie bereits in den Wochen zuvor lautet das Credo „nicht jammern“. Vergangene Woche bewiesen die „jungen Wilden“ Lauris Schneider Sanchez und Leon Ampadu Wiafe, dass man sie ohne Probleme in ein Spiel reinwerfen kann. Beide haben mit einer guten Leistung dazu beigetragen, dass die Partie noch gedreht werden konnte. „Ich habe vollstes Vertrauen in die Mannschaft, die ich am Samstag auf den Platz schicken werde und weiß, dass sie auch in der Lage ist, die Partie zu gewinnen, gibt sich Andreas Backmann optimistisch.

    Erfolg des Willens

    Lupenreiner Cihad Ilhan-Hattrick bringt VfR auf die Siegesstraße


    (mk) Nein, es war keine fußballerische Offenbarung, die der VfR gegen den FV Fortuna Kirchfeld am Samstagnachmittag vor 200 Zuschauern im Rhein-Neckar-Stadion ablieferte. Aber die Rasenspieler bewiesen Charakter, ließen sich von erneuten Nackenschlägen nicht aus dem Konzept bringen und gewannen nach einem Kraftakt schlussendlich verdient mit 4:1. Der erste Heimsieg in dieser Verbandsligasaison war also perfekt.


    Dabei verlief der Anfang des Spiels gegen zunächst überraschend früh attackierende Gäste überhaupt nicht nach Plan. Bereits nach einer Minute sorgte ein kapitaler Bock im Mannheimer Spielaufbau dafür, dass der Kirchfelder Luca Sickinger außerhalb des Strafraums frei zum Schuss kam und das Leder nur knapp neben den kurzen Pfosten setzte. Die Blau-Weiß-Roten waren bemüht, wirkten aber nicht ganz frisch, da die 120-minütige Pokalbegegnung gegen den ATSV Mutschelbach offensichtlich noch in den Knochen steckte. Der finale Pass wollte nicht ankommen, Zweikämpfe gingen verloren und missratene Anspiele gaben den spritzig wirkenden Gästen die Möglichkeit, dem Kasten von Marcel Lentz gefährlich nahe zu kommen. Nach gut 10 Minuten gab es dann auch die kalte Dusche: Basierend auf einen Fehlpass der Quadratestädter tankte sich Tom Spachholz auf der rechten Seite durch und brachte das Leder flach ins Zentrum, wo Justin Wagenführer aus naher Distanz ins kurze Eck einschob (11.).


    Die Rasenspieler versuchten nun, eine rasche Antwort zu finden und schrammten nur knapp am Ausgleich vorbei, als Ugo-Mario Nobile nach einer Ecke von Yanick Haag am höchsten stieg und mit einem strammen Kopfball Kirchfelds Keeper Sven Däggelmann testete (14.). In dieser Aktion fehlte nur ein wenig die Präzision. Aber auch die Gäste suchten noch einmal den Zug zum Tor. Ein schnell vorgetragener Angriff endete mit einem Abschluss von Tom Spachholz aus halbrechter Position, doch Marcel Lentz klärte den 18-Meter Schuss und fischte das Leder aus dem kurzen Eck (24.). Andreas Backmann war mit dem Geschehen auf dem Platz überhaupt nicht zufrieden und musste bereits vor dem Pausenpfiff, teilweise auch verletzungsbedingt, auswechseln. Für Ayhan Akdemir und Benedikt Koep kamen Lauris Schneider Sanchez und Leon Ampadu Wiafe in die Partie, beide taten dem Spiel des VfR sehr gut.

    Kurz vor der Halbzeit leitete Cihad Ilhan den Wendepunkt ein: Der Goalgetter bekam einen tiefen Steilpass von Yanick Haag zu fassen, lief frei aufs Tor zu und ließ Gästekeeper Däggelmann nicht den Hauch einer Chance (40.). Der Ausgleich wirkte wie ein Brustlöser, da die Gastgeber plötzlich befreiter aufspielen konnten, zielstrebiger handelten und gedanklich einfach frischer wirkten. Das 2:1 sollte nach einem schnell vorgetragenen Angriff sogar noch vor dem Pausentee fallen. Abermals hieß der Torschütze Cihad Ilhan, der goldrichtig positioniert war und erneut souverän einnetzte (43.). So gingen die Rasenspieler mit einer Halbzeitführung in die Kabine. Der Vorsprung basierte weniger auf einer deutlichen spielerischen Überlegenheit, sondern viel mehr auf purer Willensstärke der Backmann-Elf.


    Nach Wiederanpfiff sorgte erneut Cihad Ilhan für die Vorentscheidung. Ein Großteil des Treffers ging jedoch auch auf das Konto des gerade einmal 19-jährigen Lauris Schneider Sanchez, der sich mit seiner Schnelligkeit und technischen Finesse auf der rechten Außenlinie durchsetzte und den Ball präzise in den Strafraum auf Ilhan ablegte. Dieser stellte seine Vollstreckerqualitäten einmal mehr unter Beweis und blieb eiskalt (49.). Somit erzielte Ilhan binnen neun Minuten einen lupenreinen Hattrick. Selbst für einen Spieler seiner Qualität ist das eine absolute Rarität und sogar rekordverdächtig.


    Das 3:1 stellte eine weitere Zäsur im Spiel dar. Von nun an verlagerte sich die Begegnung zwischen den jeweiligen Sechzehnern. Beide Seiten gingen zwar nach wie vor beherzt in die Zweikämpfe, allerdings blieben größere Torgelegenheiten aus. Auch in dieser Phase war wahrlich nicht alles Gold, was glänzte, aber die Moral der Rasenspieler sorgte dafür, dass die Partie trotz müder Beine souverän nach Hause geschaukelt werden konnte. Brenzlig wurde es für den VfR nur noch einmal kurz vor Ende der Begegnung. Ein Abpraller fiel dem im Strafraum freistehenden Paul Westphal vor die Füße, der in Marcel Lentz aber seinen Meister fand (84.). Für den Schlusspunkt dieser Begegnung sorgte Yanick Haag, der von Ugo-Mario Nobile mit einem steilen Anspiel bedient wurde, sich gegen mehrere Kirchfelder Verteidiger durchsetzte und von der linken Strafraumkante aus das Leder millimetergenau ins lange Eck schlenzte (90.).


    „Auch wenn das heute sicherlich kein gutes Spiel war, muss ich der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Der Kopf war leer, die Beine schwer und trotzdem haben wir es geschafft, die Partie zu drehen. Heute zählte einfach nur das Ergebnis, der Rest war zweitrangig“, so die Analyse von VfR Cheftrainer Andreas Backmann.


    VfR Mannheim: Lentz- Akdemir (33. Schneider Sanchez), P. Haag, Herchenhan, Denefleh (48. Grimm), Nobile, Prokop, Mayer (75. Yahaya), Y. Haag, Ilhan, Koep (40. Ampadu Wiafe)


    FV Fortuna Kirchfeld: Däggelmann, Böhm, Demir, Balaban, Diringer, Wagenführer, Dinges (80. Kanoukov, Sickinger, Saravanja, Westphal (87. Ködel), Spachholz (66. Holzinger)


    Schiedsrichter: Simon Wecht

    Zuschauer: 200

    VfR kann sich nicht belohnen

    Starke Leistung mündete abermals in einer Niederlage


    (mk) Die Heimspiele des VfR ähneln aktuell einer hängenden Schallplatte: Das Team spielt gut, kämpft aufopferungsvoll und bietet den Zuschauern ein attraktives, spektakuläres Fußballspiel. Am Ende des Tages müssen die Blau-Weiß-Roten jedoch mit leeren Händen den Platz verlassen. So auch an diesem Mittwochabend gegen den ATSV Mutschelbach im Viertelfinale des bfv-Rothaus-Pokals.


    Von Beginn an sahen die ca. 300 Zuschauer im Mannheimer Rhein-Neckar-Stadion eine rassige Begegnung und eine blau-weiß-rote Truppe, die unter Beweis stellte, dass die enttäuschende Leistung in Mühlhausen keinesfalls in die Kategorie „mehr haben wir nicht drauf“ eingeordnet werden kann.

    Der VfR störte mit aggressivem Gegenpressing früh den Mutschelbacher Spielaufbau und provozierte den Gegner somit zu Fehlern. Mehr noch: Die Blau-Weiß-Roten waren in der Anfangsphase spielbestimmend, gewannen viele wichtige Zweikämpfe und kontrollierten die Partie. So war die 1:0 Führung nach 21 Minuten auch nur folgerichtig: Der stark aufspielende Biedenbach setzte sich an der Strafraumgrenze gegen mehrere Mutschelbacher Spieler durch, ehe er mit einem akkuraten Pass in die Schnittstelle Maurice Mayer bediente. Dieser blieb vor dem Kasten eiskalt und tunnelte aus kurzer Distanz Keeper Dominic Bleich. Nach der Führung wollte der VfR nachlegen und setzte sein energisches Gegenpressing fort. Beinahe wäre daraus resultierend auch das 2:0 gefallen, aber Cihad Ilhan verpasste nur um Haaresbreite eine Hereingabe von Koep, der sich zuvor den Ball erkämpfen konnte (26.).


    Gegen Mitte der ersten Halbzeit kam der ATSV dann deutlich besser ins Spiel. Doch die Riesenchance, den Ausgleich zu markieren, ließ der Ligazweite liegen. Alexander Jäger konnte zwar mit einem guten Reflex verhindern, dass Colin Bitzer aus spitzem Winkel das 1:1 erzielte, beim zweiten Ball, der bei den in rot spielenden Gästen landete, hätte der Mannheimer Keeper aber nicht mehr eingreifen können. Allerdings landete der Schuss im Nachthimmel (37.). Kurz vor der Pause war es irgendein Mannheimer Bein, das Jan Malsam erfolgreich daran hindern konnte, zum 1:1 einzunetzen.


    In der zweiten Halbzeit war zunächst wieder der VfR am Drücker. Vor allem der nicht vom Ball zu trennende Eric Biedenbach sorgte mit seinen schnellen Solos immer wieder für Schwerstarbeit im Mutschelbacher Defensivverbund. Für das 2:0 reicht es jedoch nicht, da einmal dessen Distanzschuss knapp am linken Torpfosten vorbeikullerte (48.) und der wuselige Mittelfeldspieler ein anderes Mal im letzten Moment am Torabschluss gehindert werden konnte (51). Auf Mutschelbacher Seite hatte der mittlerweile eingewechselte Tobias Stoll das 1:1 auf dem Kopf, aber der freistehende Stürmer konnte die gute Hereingabe von William Heers nicht nutzten und köpfte das Spielgerät halbhoch am linken Pfosten vorbei. Die Partie war ausgeglichen und anhand des Spielverlaufs war das 1:1 ebenso wahrscheinlich wie das 2:0. Schlussendlich fiel aber der Ausgleich. Ausgangspunkt war ein langer Ball von Sebastian Weizel auf den sich freilaufenden Jan Malsam. Malsam zeigte im Eins gegen Eins Duell mit Jäger keine Nerven und stellte die Uhren somit wieder auf Null (65).

    Die Begegnung war einerseits unterhaltsam, spannend und hochklassig, andererseits aber auch hart umkämpft und sehr ruppig. Hätte man bei den Buchmachern darauf gewettet, dass die Partie nicht mit 22 Spielern auf dem Platz endet, wäre die Quote spätestens zu Beginn der zweiten Halbzeit rapide gesunken. In der 70. Minute erwischte es den Mutschelbacher Weizel, der aufgrund wiederholten Foulspiels die gelb-rote Karte kassierte. Doch wie bereits in der Ligapartie- damals war der ATSV in Überzahl- führte der Platzverweis nicht dazu, dass die Mannschaft im numerischen Vorteil Dominanz entfalten konnte. Die Kontrahenten begegneten sich weiterhin auf Augenhöhe. So gab es auch auf beiden Seiten noch Gelegenheiten, für ein vorzeitiges Ende zu sorgen. Die letzte Gelegenheit, eine Verlängerung zu verhindern, hatte auf Mannheimer Seite Nobile, aber Henk rettete auf der Linie für den bereits geschlagenen Bleich (85.).


    Gleich zu Beginn der Verlängerung hatte Koep die VfR-Führung auf dem Fuß, doch der Angreifer konnte die präzise, flache Hereingabe von Yannik Tewelde nicht nutzen und setzte das Leder über das Tor (93.). Drei Minuten später stand Koep erneut im Mittelpunkt. Der bullige Stürmer drehte sich um die eigene Achse, schleuderte den Ball jedoch an den Außenpfosten (96.). Direkt nach Koeps Chance dezimierte sich der VfR selbst, da Biedenbach aufgrund wiederholten Foulspiels des Feldes verwiesen wurde. Die letzte Möglichkeit in der ersten Hälfte der Verlängerung hatte Stoll auf Mutschelbacher Seite, der mit einem Volleyschuss Jäger aus der Distanz prüfte (105+1).


    In der zweiten Halbzeit der Verlängerung nahm das Drama seinen Lauf: Nach einem Freistoß in den Sechzehner bekam der im Rückraum positionierte Fabian Herchenhan den Ball aufgelegt und versenkte das Leder im kurzen Eck (112.). Der VfR war so nah dran, sich endlich mal für seinen hohen Aufwand vor heimischer Kulisse zu belohnen, doch einmal mehr folgte die kalte Dusche, dieses Mal mit der letzten Aktion der Verlängerung. Der eingewechselte Robin Schnürer bekam einen langer Diagonalball von Martin Kramer an den langen Pfosten volley zu fassen und stellte aus kurzer Distanz tatsächlich den erneuten Ausgleich her (120). Im Elfmeterschießen hielt Alexander Jäger zwar einen Strafstoß, da aber drei Rasenspieler verzogen, jubelten am Ende wieder die Gäste.


    VfR Mannheim: Jäger- Denefleh, P. Haag, Herchenhan, Akdemir, Nobile, Biedenbach, Mayer (114. Prokop), Thau (29. Tewelde), Ilhan (79. Y. Haag), Koep

    ATSV Mutschelbach: Bleich, Bitzer (108. Schnürer), Henk, Kramer, Heers, Jonas Malsam (60. Stoll), Hasel (60. Frank), Hohmeister, Weizel, Kleiner, Jan Malsam (92. Leiss)


    Schiedsrichter: Mario Hildenbrand


    Zuschauer: 295


    Tore:

    1:0 Mayer (21.)

    1:1 Jan Malsam (65)

    2:1 Herchenhan (112.)

    2:2 Schnürer (120.+1)

    -------------------------Elfmeterschießen----------------------------

    3:2 Herchenhan

    3:3 Kleiner

    4:3 Y. Haag

    4:4 Schnürer

    4:5 Heers

    VfR enttäuscht in Mühlhausen


    0:1-Pleite beim Aufsteiger


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    (tb) Nach einer über weite Strecken indiskutablen Leistung musste der VfR beim 1. FC Mühlhausen eine 0:1-Niederlage einstecken und läuft schon zu Saisonbeginn Gefahr, seine Saisonziele aus den Augen zu verlieren.


    Bereits beim Einspielen hatte sich sich Mittelfeldmotor Yannick Krämer verletzt und fiel somit für das Spiel aus. Der favorisierte VfR begann überlegen. Bereits in der 1. Minute wurde Benedikt Koep im Strafraum schön freigespielt, jedoch flog sein geschlenzter Kunstschuss knapp am rechten Torwinkel vorbei. Vier Minuten später konnte Torwart Rennar einen strammen Schuss von Eric Biedenbach gerade noch über die Latte lenken. Dass der VfR mit diesen beiden Aktionen sein Pulver bereits verschossen hatte, ahnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand,


    Die zunächst zurückhaltenden Gastgeber beschränkten sich im 1. Durchgang weitgehend auf die Defensivarbeit. Das Geschehen spielte sich weitgehend zwischen den Strafräumen ab. Höhepunkte im Spiel waren Mangelware. In der 35. Minute hätte Marc-David Thau in aussichtsreicher Position besser selbst abgeschlossen, statt den Ball ungenau weiter zu spielen. Nach hartem Einsteigen des Gegners musste David Keller kurz vor dem Pausenpfiff verletzt raus und bereichert damit das VfR-Lazarett.


    Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie weiter. Der VfR spielte über weite Strecken uninspiriert und pomadig. Einige Spieler agierten weit entfernt von ihrer Bestform. Die Fehlpässe häuften sich selbst über kurze Distanzen. Steilpassversuche landeten im Nirvana. Die VfR-Stürmer hingen regelrecht in der Luft.


    Mühlhausen gelang zunächst auch wenig, roch aber zunehmend Morgenluft und gewann immer mehr Zweikämpfe. Die Gäste sahen sich jetzt ihrerseits in die Defensive gedrängt und Mühlhausen kam zu Chancen. In der 74. Minute fiel das Tor des Tages. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld setzte der VfR nicht entschlossen genug nach. Wetzel kam am Strafraum aus halbrechter Position zum Schuss. Dieser wurde von einem VfR-Abwehrspieler entscheidend abgefälscht und landete im langen Toreck.


    Damit war die Partie entschieden. Mühlhausen verpasste es in der 84. Minute, die Führung auszubauen. Ein gefährlicher Flachschuss rollte knapp am linken Torpfosten vorbei. Dem VfR gelang es nicht mehr, gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Die Punkte bleiben also beim Aufsteiger aus Mühlhausen, der sich den Sieg vor allem aufgrund seines Kampfgeistes in der 2. Halbzeit verdiente.


    Aufstellung 1. FC Mühlhausen:

    Rennar, Wetzel (79. Kettenmann), Müller, Stenzel, Imhof, Stadler (87. Klevenz), Alsay, Theres (57. Becker), Frank, Schaffer, Hellmann


    Aufstellung VfR:

    Lentz – Prokop (68. Y. Haag), Herchenhan, Denefleh, Akdemir – Biedenbach (87. Schneider), Nobile, Keller (45. Ilhan), Tewelde (74. Ampadu Wiafe), Thau – Koep


    Tore:

    1:0 Wetzel (74.)


    Schiedsrichter:

    Philipp Reitermayer, Palmbach

    VfR will Auswärtsstärke erneut demonstrieren


    Gelingt am Samstag (16:00 Uhr) beim 1.FC Mühlhausen der dritte Auswärtssieg in Serie?


    Blütenweiß ist die Weste des VfR auf fremdem Platz. In der noch jungen Verbandsligasaison gab es bisher zwei Auswärtsspiele, die beide ohne Gegentor gewonnen werden konnten. Zu gerne würden die Blau-Weiß-Roten diese kleine Miniserie auch in Mühlhausen ausbauen. Allerdings müssen die Rasenspieler mit erheblicher Gegenwehr rechnen, denn der 1.FC Mühlhausen ist kein normaler Aufsteiger, der als krasser Außenseiter einem spielerisch deutlich überlegenen VfR entgegentritt. Bei Andreas Backmann stehen die Kraichgauer dementsprechend hoch im Kurs: „Die Mannschaft aus Mühlhausen spielt schon länger miteinander zusammen und hat darüber hinaus etliche Akteure in ihren Reihen, die bereits höherklassig aktiv waren. Ich vermute auch, dass Mühlhausen mitspielen möchte,“ erklärt der Coach.


    In der Tat laufen für den 1.FCM viele Spieler auf, die mindestens Regionalligaerfahrung in ihrer Vita stehen haben. Zu erwähnen wären da beispielsweise Mittelfeldspieler Thorben Stadler, der schon für den Karlsruher SC in der 2. Bundesliga die Stiefel schnürte, und Stürmer Christopher Hellmann. Beide wechselten vom Viertligisten FC Astoria Walldorf, wie etliche andere Spieler ebenfalls, nach Mühlhausen, realisierten in der vergangenen Runde den Aufstieg und erzielten in dieser Saison bereits jeweils zwei Treffer. Aktuell belegt die Mannschaft von Steffen Kretz mit fünf Punkten den siebten Rang und ist als direkter Tabellennachbar dem VfR dicht auf den Fersen, der nach vier Spielen sechs Zähler aufzuweisen hat.


    Während Mühlhausen zuletzt beim 2:2 in Langensteinbach immerhin etwas zählbares mitnehmen konnte, war in Mannheim vergangene Woche Katzenjammer angesagt. Eine bärenstarke erste Halbzeit gegen den FV Fortuna Heddesheim wurde nicht belohnt, stattdessen stand nach 90 Minuten eine ärgerliche und unnötige 1:2 Niederlage zu Buche. Hauptausschlaggebend für diese Pleite war der Umgang mit den vorhandenen Chancen. Auch wenn das Herausspielen erstklassiger Tormöglichkeiten die Grundlage einer gefährlichen Offensivreihe darstellt, darf am Ende nicht vergessen werden, das Leder hinter die Linie zu drücken. Genau dies glückte in den letzten Wochen, gemessen an den Gelegenheiten, jedoch zu selten. Während sich am dritten Spieltag die Chancenwucherei beim FC Olympia Kirrlach nicht negativ im Endresultat niederschlug, wurde diese gegen Heddesheim gnadenlos bestraft.


    Angespannt ist derweil auch die Personaldecke bei den Blau-Weiß-Roten. Gerade im Offensivbereich mussten zuletzt etliche Stammspieler ersetzt werden. Mit Yannick Haag (erkrankt), Cihad Ilhan (Knie) und Christian Grimm (Zerrung) fielen vergangene Woche drei wichtige Korsettstangen der Angriffsabteilung aus. In Mühlhausen wird dazu Maurice Mayer (Sperre) fehlen. „Wir wollen aber nicht jammern. Am Samstag müssen wir die ordentliche Leistung von letzter Woche bestätigen, allerdings den Chancenwucher abstellen“, bringt es Andreas Backmann auf den Punkt.

    Zum Haare raufen

    VfR verliert mit 1:2 gegen den FV Fortuna Heddesheim


    (mk) Es hat nicht sollen sein. Eine bärenstarke erste Halbzeit des VfR Mannheim reichte nicht aus, um den weiterhin verlustpunktfreien FV Fortuna Heddesheim Punkte abzuknöpfen. Dabei war die Chance, an diesem Samstagnachmittag den Platz als Sieger zu verlassen, durchaus vorhanden.

    Keine fünf Minuten waren vergangen, da hatten die Blau-Weiß-Roten die Führung bereits auf dem Schlappen. Benedikt Koep legte im Strafraum den Ball zurück auf den heraneilenden Maurice Mayer, allerdings fehlte im Abschluss die notwendige Härte, um Keeper Dennis Broll ins Schwitzen zu bringen (4.). Doch auch die Gäste ließen kurze Zeit später ihre „hundertprozentige“ Chance auf den Führungstreffer liegen. Ein missratener Mannheimer Rückpass auf den Heddesheimer Top-Torjäger Patrick Fetzer sorgte dafür, dass der bullige Stürmer frei auf Marcel Lentzes Kasten zumarschierte, den Abschluss jedoch ans Außennetz setzte (6.).


    Gegen Mitte der ersten Halbzeit übernahmen die Blau-Weiß-Roten zunehmend die Kontrolle über die Partie. Ein langer Einwurf von Ugo-Mario Nobile landete über Umwege auf Koep, dessen Abschluss aus kurzer Distanz und spitzem Winkel zur Ecke geklärt werden konnte (22.). Die darauffolgende Ecke sorgte ebenfalls für Gefahr: Yannik Tewelde schlug diese in die Gefahrenzone, Koep verlängerte per Kopf auf den langen Pfosten und Marc-David Thau verpasste nur um Haaresbreite das Leder und die damit verbundene Führung (23.) Die Rasenspieler, nun klar spielbestimmend, drückten die Gäste in ihre eigene Hälfte und erhöhten minütlich den Druck. Tewelde setzte sich stark gegen seine Kontrahenten durch, zog in die Mitte und schoss aus knapp 20 Metern aufs Heddesheimer Gehäuse, doch um einen Dennis Broll zu überwinden, fehlte auch bei diesem Abschluss die Härte (26.). Aber es war nicht zu übersehen, dass das aggressive Forechecking der Backmann-Elf den Fortunen sichtlich zu schaffen machte. Als Christian Kuhn von Thau abermals gestört und zum Fehlpass provoziert wurde, legte dieser rechtzeitig den Ball in die Mitte auf Koep, der in den Strafraum zog und das Leder halbhoch an Broll vorbei im langen Eck versenkte (28.).


    Die folgenden Minuten waren retrospektiv vielleicht die Entscheidenden. Heddesheim hing in den Seilen, der VfR schlug daraus aber kein Kapital. Auf der anderen Seite gab es aber auch einen Mann im grünen Trikot, der mit sensationellen Paraden seine Mannschaft vorerst über die Runden rettete: Dennis Broll! Zunächst verhinderte der Gästekeeper mit einer starken Rettungstat, dass Fabian Herchenhan nach einer Ecke von Eric Biedenbach zum 2:0 einköpfte, es war nur eine starke Parade von vielen (30.). Doch wie aus dem Nichts gab es plötzlich wieder eine Heddesheimer Chance, als der ungedeckte Fetzer im Strafraum mit einer Ablage nach hinten bedient wurde und aufs Tor hämmert. Der Ball war jedoch zu zentral, weshalb Lentz diese Möglichkeit auch vereiteln konnte (33.). Nach Fetzers Ausgleichschance war allerdings der VfR wieder am Drücker. Ayhan Akdemir tankte sich über die linke Seite durch und bediente den im Zentrum stehenden Biedenbach. Dieser wurde im Sechzehner irregulär zu Fall gebracht und bekam folgerichtig einen Elfmeter zugesprochen. Herchenhan führte den Strafstoße gar nicht mal schlecht aus, allerdings hatte Broll den richtige Riecher und fischte das Leder aus der rechten Ecke (40.). Zur Halbzeit stand es 1:0. Die Backmann-Elf trumpfte stark auf, es gab nur einen Vorwurf, den man ihr machen konnte: Die Chancenverwertung.


    Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild. Auch wenn der VfR durch einen Tewelde-Freistoß, der zentral aus 18 Metern knapp am kurzen Pfosten vorbeiflog, die erste gute Chance hatte (47.), wurde Heddesheim deutlich stärker. Der eingewechselte Filip Vlahov belebte das Spiel der Gästemannschaft und verbuchte gleich die erste Chance. Stark setzte er sich auf der rechten Seite im Eins-gegen-Eins durch und schoss das Leder aus guter Schussposition knapp über den Kasten (54.). Ebenfalls gefährlich war ein von John Malanga wuchtig ausgeführter Freistoß, der aus ca. 30 Metern nur knapp über das Gehäuse flog. Mitten im Powerplay der Gäste hätte Yannick Krämer um ein Haar das 2:0 erzielt. Der nimmermüde werdende Thau bediente von der rechten den im Strafraum postierten Mittelfeldspieler, der das Leder mit einem präzisen Flachschuss im linken Eck versenken wollte, aber Broll hielt einmal mehr sensationell (68.).


    Kurz darauf erhielten die Heddesheimer aufgrund eines Fouls an Eric Schaaf einen Strafstoß und verwandelten diesen in Person von Fetzer zum Ausgleich (71.). Auf den ersten Nackenschlag sollte wenig später der Zweite folgen: Der bereits verwarnte Mayer unterband einen Gästeangriff regelwidrig und wurde dementsprechend vom Platz gestellt (75.). Den fälligen Freistoß setzte Aydin Zeric aus zentraler Position nur knapp am linken Pfosten vorbei (76.). Doch auch in Unterzahl hatte der VfR die Gelegenheit, die Führung zu markieren. Der linke Flügelspieler Akdemir bediente mit einer flachen Hereingabe Koep, der sich im Strafraum um die eigene Achse drehte und das Leder aufs Tor bringen wollte, allerdings von Kuhn abgeblockt wurde. Das 1:2 für Heddesheim erzielte schließlich Schaaf, der von Marcel Schwöbels gutem Pass in die Tiefe profitierte, und im Sechzehner aus halblinker Position vollendete (88.). Wer dachte, dass die Partie nun entschieden sei, hat sich geirrt. Einen Eckball des VfR bekam David Keller per Kopf zu fassen, überwand mit diesem sogar Broll, allerdings kratzte ein Heddesheimer Bein den Ball von der Linie und rettete so das 1:2 (90.).


    Unterm Strich hat der VfR an diesem Samstagnachmittag eine Niederlage hinnehmen müssen, die vermeidbar war. So sieht es auch Coach Andreas Backmann: „Die Niederlage haben wir uns selbst eingebrockt. Das war für mich ein Spiel, das ganz klar auf unserer Seite ausgehen muss. Wir müssen uns auf Dauer besser belohnen.“


    VfR Mannheim:

    Lentz- Akdemir, P. Haag, Herchenhan, Krämer, Nobile, Mayer, Biedenbach (79. Denefleh) Thau, Tewelde (81. Keller), Koep


    FV Fortuna Heddesheim:

    Broll- Schwöbel, Malanga, Kuhn, Gebhardt (46. Vlahov), Lorenz, Weber, Baltaci (62. Zeric), Schaaf (92. Noura) Adamek (67. Sterzing), Fetzer


    Zuschauer: 300

    Schiedsrichterin: Wiebke Friede

    Straßenbahnderby und Spitzenspiel

    VfR empfängt am Samstag (16:00 Uhr) Spitzenreiter FV Fortuna Heddesheim


    (mk) Es war wahrlich nicht alles Gold, was am vergangenen Sonntag beim FC Olympia Kirrlach glänzte. Trotzdem, und das ist die Hauptsache, traten die Rasenspieler mit einem 1:0 Sieg die Rückreise Richtung Mannheim an. „Wir haben nicht gut gespielt und waren vor allem in den Zweikämpfen schlecht“, moniert VfR-Coach Andreas Backmann einerseits. Andererseits gab es auch einige positive Aspekte, die es zu erwähnen gilt: „Wir haben gegen einen Gegner, der sich größtenteils hinten reingestellt hat, trotz alledem gewonnen. Dazu ist es uns auswärts abermals gelungen, die Null zu halten und die Standards gut zu verteidigen,“ betont Backmann.


    Nun erwarten die Blau-Weiß-Roten mit dem FV Fortuna Heddesheim einen Aufstiegsfavoriten im heimischen Rhein-Neckar-Stadion und somit ein anderes Kaliber als den FC Olympia Kirrlach. Dies wird bei einem Blick auf die Tabelle der noch jungen Saison deutlich: Die Mannschaft von René Gölz steht auf Platz eins und unterstreicht mit der maximalen Punkteausbeute und einem Torverhältnis von 11:2 die vorhandene Qualität in ihren Reihen. Bis auf Cihad Ilhan, der mittlerweile für den VfR aufläuft, und Marius Schilling ist das Gerüst der Mannschaft aus der Vorsaison zusammengeblieben. Auf der anderen Seite konnte mit Torhüter Dennis Broll, Stürmer Patrick Fetzer und Mittelfeldstratege Eric Schaaf unter anderem ein Trio verpflichtet werden, das in der vorletzten Saison maßgeblich zur souveränen Verbandsligameisterschaft des VfB Gartenstadt beitrug und somit einiges an individueller Klasse mit sich bringt. Dass Andreas Backmann mit aller höchstem Respekt diesem Gegner entgegentritt, ist fast schon selbstredend: „Heddesheim hat einen sehr guten Kader, der auch in der Breite stark bestückt ist. Darüber hinaus strahlen sie eine ungeheure Torgefahr aus. Es wird ein komplett anderes Spiel werden als in Kirrlach. Ich erwarte eine Begegnung auf Augenhöhe, wo Kleinigkeiten ausschlaggebend sein werden,“ erklärt der VfR-Trainer.


    Auch wenn die Heddesheimer mit ihren klaren Siegen gegen Weinheim (4:0), Friedrichstal (4:1) und Langensteinbach (3:1) hervorragend in die Saison gestartet sind, gibt es für den VfR, der aktuell den fünften Rang inne hat, keinen Grund sich zu verstecken. Sind die drei bisherigen Gegner der Fortunen eher im Tabellenmittelfeld oder -keller anzusiedeln, zählen die Rasenspieler zu den ambitionierten Mannschaften, die auch ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden wollen. Die einzigen drei Punktverluste, eine 1:2 Heimniederlage gegen den Meisterschaftsanwärter ATSV Mutschelbach, resultierten darüber hinaus nicht aus einer spielerischen Unterlegenheit, sondern basierten in erster Linie auf einer 80-minütigen Unterzahl. Die bisher gezeigten Leistungen geben unterm Strich berechtigten Grund für Optimismus. Insgesamt ist der VfR trotz des Umbruchs besser in die Saison gestartet als in den zwei vorherigen Runden, wo nach drei Spielen nur drei beziehungsweise fünf Punkte eingefahren werden konnten. Jetzt gilt es, am Samstag gegen das zweite Spitzenteam den ersten Dreier vor heimischer Kulisse einzufahren.

    VfR nimmt die Hürde in Kirrlach

    Arbeitssieg im Nervenspiel



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    (tb) Der VfR Mannheim bleibt auch im 2. Auswärtsspiel ohne Punktverlust und Gegentor. In einer hart umkämpften Partie gab letztlich Benedikt Koeps Kopfballtreffer in der 44. Minute den Ausschlag zu Gunsten der Rasenspieler.


    In einer nervösen Anfangsphase konnte der VfR allerdings von Glück reden, dass er nicht frühzeitig in Rückstand geraten war. Die Taktik der Gastgeber war schnell erkennbar. Man überließ dem VfR weitgehend das Mittelfeld, verschanzte sich vor dem eigenen Tor und setzte ganz auf Kontersituationen über die schnellen Außenstürmer. In der 3. Minute zischte ein Weitschuss nur knapp am VfR-Tor vorbei. Gleich darauf ließ das VfR-Mittelfeld den pfeilschnellen Kirrlacher Stürmern zu viel Raum. Ein Pass in die Schnittstelle erreichte sein Ziel. In höchster Not konnte die Abwehr noch klären. Bald darauf hatte Zyprian nur noch Torwart Lentz vor sich, legte sich aber den Ball zu weit vor, um erfolgreich abschließen zu können (19.). Drei Minuten später verfehlte Patrick Hocker das VfR-Lattenkreuz nur knapp.


    Mit zunehmender Spieldauer gelang es dem VfR, die bisher offenen Räume zu schließen und agierte nun druckvoller. Eric Biedenbach (33.) und Ugo Nobile (41.) prüften den guten Kirrlacher Torwart Schuster mit strammen Weitschüssen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hob Eric Biedenbach einen Freistoß von der linken Strafraumgrenze in Richtung des langen Pfostens. Dort stand Benedikt Koep goldrichtig und köpfte zur VfR-Führung ein.

    Nach dem Seitenwechsel war klar, dass Kirrlach nun aufmachen musste und der VfR damit mehr Räume bekommen würde. Gleich in der 47. Minute mussten die zahlreich anwesenden VfR-Fans eine Schrecksekunde überstehen. Auf der linken Abwehrseite hatte der VfR den Ball vertändelt und hatte Glück, dass die scharfe Hereingabe keinen Abnehmer im Strafraum fand. Drei Minuten später köpfte Benedikt Koep einen Biedenbach-Eckball knapp am Tor vorbei. Kirrlach drängte nun auf den Ausgleich und erkämpfte sich ein Übergewicht im Mittelfeld, ohne allerdings für ernsthafte Gefahr vor dem VfR-Tor sorgen zu können.


    Nun konnte der VfR kontern, betrieb aber dabei regelrecht Chancenwucher. Goalgetter Cihad Ilhan, der heute einen eher gebrauchten Tag erlebte, wurde zweimal überragend freigespielt und vergab jeweils freistehend vor dem Tor (55. und 65.). Fabian Herchenhan stand ihm in der 3. Minute der Nachspielzeit in nichts nach und verfehlte ebenfalls freistehend den Kirrlacher Kasten. Kurz darauf erfolgte der für die VfR-Fans erlösende Schlusspfiff und der Arbeitssieg des VfR war in trockenen Tüchern.


    Aufstellung FC Olympia Kirrlach:

    Schuster, Hocker, Zyprian, Filkovic, Dönmez (70. Jerkovic), Vetter, Johann, Weindel, Höniges, Paneerselvam (84. Knopf), Köse


    Aufstellung VfR:

    Lentz – Akdemir, Herchenhan, P. Haag – Krämer (61. Tewelde), Mayer – Nobile, Biedenbach (83. Denefleh), Thau (78. Keller) – Ilhan (90. Prokop), Koep


    Tore:

    0:1 Koep (44.)


    Schiedsrichter:

    Pascal Rohwedder, Neudorf

    Zweites Auswärtsspiel, zweiter Sieg?


    Rasenspieler peilen am Sonntag (15:00 Uhr) beim FC Olympia Kirrlach einen Dreier an


    (mk) Es gibt Partien, die lassen einen ratlos zurück. Genau solch eine erlebte der VfR am vergangenen Samstag gegen den ATSV Mutschelbach. Auf der einen Seite lieferte die Backmann-Elf einen aufopferungsvollen Kampf, hielt trotz einer 80-minütigen Unterzahl gegen den Aufstiegsaspiranten tapfer dagegen und hätte diesen um ein Haar sogar zu Fall gebracht. Auf der anderen Seite brachte die summa summarum gute Leistung jedoch keine Punkte ein. „Der Ärger über vergangenen Samstag ist mittlerweile verflogen“, gibt Cheftrainer Andreas Backmann aber zu verstehen und richtet den Fokus bereits auf den kommenden Gegner FC Olympia Kirrlach.


    Die letzten Spielzeiten verliefen für den Verein aus Waghäusel äußerst zufriedenstellend. Erst gelang 2017 der Aufstieg in die Verbandsliga, dann glückte in den drei darauffolgenden Runden die Konsolidierung in dieser Spielklasse. Einen großen Anteil an den Erfolgen der vergangenen Jahre hatte ein Quartett, das bei den Rasenspielern nun eine ähnlich glorreiche Zeit anpeilt. Die Rede ist von Coach Andreas Backmann, Maurice Mayer, Ayhan Akdemir und Yannick Krämer. Alle vier Akteure wechselten im Juli dieses Jahres direkt vom Waldstadion an die Theodor-Heuss-Anlage.


    Die Kirrlacher vollzogen vor Rundenstart einen Umbruch und setzen vor allem auf junge Spieler, die gleichzeitig aber auch schon Verbandsligaerfahrung aufweisen können. Bei der Mission Klassenerhalt mussten die Olympioniken zuletzt auf ihren Top-Torjäger und Kapitän Patrick Rödling verzichten. Der Goalgetter zog sich in der zweiten bfv-Pokalrunde beim Landesligisten FV Hambrücken einen Ellenbogenbruch zu und konnte seitdem nicht mehr auflaufen. Aber auch ohne Rödling wurde am ersten Spieltag der FC Germania Friedrichstal in einer intensiv geführten Partie mit 2:0 niedergerungen. Eine Woche später folgte jedoch eine leistungsgerechte 0:2 Pleite beim Aufsteiger SV Langensteinbach, wo es der Mannschaft von Hrvoje Erceg nicht gelang, die Zweikampfstärke, Lauffreude und Galligkeit der Vorwoche an den Tag zu legen. Da die eben erwähnten Tugenden jedoch traditionell Teil der Kirrlacher DNA sind, rechnet Andreas Backmann am kommenden Sonntag mit einer hitzigen Begegnung: „Ich kann mir gut vorstellen, dass uns ein Duell mit vielen Zweikämpfen bevorstehen wird. Unsere Aufgabe ist es, das eigene Spiel durchzudrücken und die Intensität der letzten Wochen aufrechtzuhalten. Ganz klar: Wir müssen wieder an unsere Grenzen gehen.“, erklärt der Coach und gibt sich gleichzeitig optimistisch, mit drei Punkten die Heimreise anzutreten, wenn genau diese Dinge beherzigt werden.


    Nicht im Aufgebot stehen wird Christian Grimm. Der Mittelfeldstratege hat sich im Mutschelbach Spiel gezerrt und fällt vorerst aus. Dafür kann Yanick Haag, der zuletzt krankheitsbedingt pausierte, wieder mitwirken und auf Torejagd gehen. Sahin Aygünes wird derweil nicht mehr für den VfR Mannheim auflaufen, sein Vertrag wurde aufgelöst.

    Großer Kampf bleibt unbelohnt


    VfR verliert trotz engagierter Leistung mit 1:2 gegen den ATSV Mutschelbach


    (mk) Es war ein couragierter Auftritt, den die Rasenspieler an diesem heißen Samstagnachmittag gegen einen absoluten Aufstiegsaspiranten auf dem Platz zeigten. Schlussendlich sollte es aber nicht zu einem Punktgewinn reichen. Die Hypothek einer frühen roten Karte dürfte zu groß gewesen sein.

    Gleich zu Beginn der Begegnung spürten die 360 Zuschauer im Rhein-Neckar-Stadion, dass hier zwei bis auf die Haarspitzen motivierte Mannschaften aufeinandertrafen. Die Mutschelbacher griffen früh an und konnten auch die erste Riesenchance des Spiels für sich verbuchen. Eine bilderbuchmäßige Hereingabe von Kai Kleinert fand in dem sich freilaufenden Christof Leiss einen geeigneten Abnehmer, allerdings setzte dieser den Ball am langen Pfosten vorbei (3.). Diese frühe Möglichkeit sollte die größte Torgelegenheit für einen langen Zeitraum bleiben. Nach einer knappen Viertelstunde dezimierten sich die Blau-Weiß-Roten aufgrund einer Tätlichkeit von Anes Klicic selbst und mussten daraufhin den Rest der Begegnung in Unterzahl agieren (13.). Allerdings konnten die Gäste aus ihrem numerischen Vorteil vorerst kein Kapital schlagen. Ganz im Gegenteil: Je länger die Partie lief, umso selbstbewusster trat der VfR auf. Die erste Duftmarke gab Marc-David Thau ab, der sich ein Herz nahm und aus ca. 30 Metern aufs Tor hämmerte. Der Mutschelbacher Torhüter Dominic Bleich war jedoch zur Stelle und klärte das Leder auf Kosten einer Ecke (19.). In den darauffolgenden Minuten agierte der Gastgeber weiterhin sehr geschickt. Die Rasenspieler waren defensiv gut sortiert, ließen keine größeren Torchancen der wahrscheinlich stärksten Offensivreihe dieser Spielklasse zu, gewannen viele wichtige Zweikämpfe und tasteten sich peu à peu an das gegnerische Gehäuse heran, ohne dabei die Absicherung nach hinten aus den Augen zu verlieren. Gleichzeitig verstanden es aber auch die Karlsbader, eine kompakte Abwehrreihe aufzustellen. So war es zwar eine hochintensive und packende erste Halbzeit, die ganz großen Torchancen blieben aber aus. Vor dem Pausentee hatten beide Teams noch jeweils eine passable Gelegenheit, die Führung zu erzielen. Doch Mutschelbach ließ im VfR-Strafraum gute Einschussmöglichkeiten liegen und zögerte so lange mit dem Abschluss, bis Thau energisch aber fair dazwischen ging und den Ball eroberte (39.). Auf der anderen Seite tankte sich Ayhan Akdemir über den linken Flügel durch und schlug eine Flanke in den gegnerischen Strafraum auf Maurice Mayer, allerdings brachte dieser das Leder nicht unter seine Kontrolle.


    Auch im zweiten Durchgang war es eine Begegnung, die auf Augenhöhe stattfand. Doch nach knapp 60 Minuten fiel es dann doch, das Führungstor des ATSV Mutschelbach. Die Gäste kombinierten sich in den Sechzehner des VfR und zogen mit einem strammen Schuss auf den Kasten von Marcel Lentz ab. Dieser schaffte es zwar, das Leder wegzufäusten, allerdings landete dieses direkt vor den Füßen des eingewechselten Samir Frank, der nur noch einschieben musste (58.). Die Gästeführung änderte am Spielgeschehen jedoch äußerst wenig, denn die Partie fand trotz 10 gegen 11 weiterhin auf Augenhöhe statt. Kein fünf Minuten nach dem Rückstand chippte Yannick Krämer den Ball in den Strafraum. Der mittlerweile im Sturm spielende Thau legte das Leder auf Maurice Mayer ab, dessen Abschluss jedoch nicht die notwendige Präzision aufwies.

    Kurz darauf ging einmal mehr ein Raunen durch das Stadion. Grund hierfür war Ugo-Mario Nobile, der wieder einen seiner berüchtigten langen Einwürfe durchführte. Besonders auf Höhe des gegnerischen Strafraumes sind diese eine wahre Pracht, da sie dieselbe Wirkung entfalten können wie präzise Freistöße. Beinahe wäre aufgrund solch eines Einwurfs auch der Ausgleich gefallen, doch Koeps darauffolgender Kopfball landete neben dem Tor (65.). 20 Minuten vor Ende der Begegnung folgte dann der vermeintliche K.O. Kleinert setzt sich stark im eins gegen eins durch und brachte von der halbrechten Position den Ball in die Gefahrenzone, wo Jan Malsam im Getümmel seine Vollstreckerqualitäten bewies und zum 0:2 einstocherte (70.).


    Doch auch nach diesem Nackenschlag ließen die Rasenspieler den Kopf nicht hängen. Der VfR versuchte sofort zu antworten und hatte auch prompt die Chance zum Anschlusstreffer. Thau nahm eine Hereingabe von Krämer direkt an, hämmerte das Leder jedoch volley über den Kasten (74.). Die Blau-Weiß-Roten hielten den Druck aufrecht und belohnten sich mit dem Anschlusstreffer. Der stetige Unruheherd Thau schlug vom rechten Flügel eine hohe Flanke auf den im Strafraum ungedeckt stehenden Benedikt Koep, der via Kopfball zum 1:2 verkürzte (78.). Der Ausgleich sollte jedoch nicht mehr fallen. Mutschelbach verstand es, die Führung über die Runden zu retten und ließ dementsprechend keine größeren Torchancen des VfR mehr zu. Die beste Gelegenheit zum 2:2 hatte Thau, der eine lange Hereingabe im Mutschelbacher Sechzehner zu fassen bekam und versuchte, das Leder ins Tor zu lupfen, allerdings war sein Abschluss ein wenig zu hoch angesetzt (94.).


    „Mit der frühen roten Karte hatten wir einen suboptimalen Start in die Partie. Nichtsdestotrotz hat sich die Mannschaft nicht hängen lassen, sondern immer dagegengehalten. Mit 10 Mann haben wir ordentlich gespielt und in der zweiten Halbzeit sogar die besseren Chancen gehabt. Dennoch stehen wir jetzt mit leeren Händen da.“, so das Resümee von Cheftrainer Andreas Backmann.


    VfR Mannheim:

    Lentz- Akdemir, Herchenhan, P. Haag, Klicic, Nobile, Grimm (23. Krämer), Mayer (84. Tewelde), Thau, Ilhan (56. Biedenbach), Koep


    ATSV Mutschelbach:

    Bleich- Henk, Blitzer (84. Muselewski), Heers, Kramer, Jonas Malsam, Weizel, Kleinert, Leiss (31. Frank), Stoll (83. Schnürer), Jan Malsam (93. Preine)


    Schiedsrichter: Dominik Genthner


    Zuschauer: 360