Gelungene Generalprobe
VfR Mannheim schlägt Oberachern und tankt Selbstvertrauen
(mk) Fünf Tage vor dem ersten Aufstiegsspiel gegen den FC Eddersheim sammelte der VfR Mannheim nochmals Selbstvertrauen und bezwang den SV Oberachern vor heimischem Publikum mit 4:2 (1:1). Im Rhein-Neckar-Stadion herrschte über die gesamten 90 Minuten eine gelöste Atmosphäre. Der Begegnung mit dem starken Kontrahenten aus dem Schwarzwald wohnte aufgrund der anstehenden Aufgaben nicht mehr die ganz große Brisanz inne. Für den VfR standen zwei Ziele im Vordergrund. Erstens: Die Blau-Weiß-Roten wollten sich mit einem Sieg in die Aufstiegsspiele verabschieden. Zweitens: Kein Spieler sollte sich einen Platzverweis oder eine Verletzung zuziehen. Beide Vorhaben gingen auf.
In den ersten zehn Minuten hatte der SVO mehr von der Partie und verbuchte auch den einen oder anderen Abschluss. Nach einer guten Viertelstunde bekam Lennart Thum jedoch einen präzisen Steckpass aus dem Mittelfeld zu fassen, blieb im Eins-gegen-Eins mit dem gegnerischen Keeper eiskalt und schob ins lange Eck zum 1:0 ein (17.). Mit der Führung im Rücken entwickelte der VfR Dominanz und hätte auf 2:0 erhöhen können. Die beste Gelegenheit auf den zweiten Mannheimer Treffer hatte Alexander Esswein. Thum tankte sich über die rechte Seite durch und legte mit einem horizontalen Flachpass für den Teamkapitän auf. Dieser scheiterte aus kurzer Distanz am reaktionsschnellen Gästekeeper Redl. Wenige Zeigerumdrehungen später versuchte Esswein nochmals sein Glück von der linken Strafraumkante. Der VfR war nun ganz klar am Drücker.
Nach ca. 30 Minuten verflachte die unterhaltsame Partie jedoch ein wenig. Turbulent wurde es allerdings noch einmal kurz vor der Pause. Schiedsrichter Marvin Maier zeigte nach einer Zweikampfsituation im Mannheimer Strafraum auf den Punkt und entschied auf Strafstoß. Marin Stefotic schob flach ins rechte Eck ein und glich praktisch mit dem Pausenpfiff aus. Der Ausgleichstreffer tat Oberachern sichtlich gut. Wenige Sekunden nach Wiederanpfiff – viele Zuschauer hatten ihre Plätze noch gar nicht wieder eingenommen – folgte für den VfR die nächste kalte Dusche. Luca Fritz stellte die Gästeführung her und drehte die Partie komplett.
Doch die Blau-Weiß-Roten gerieten aufgrund des Rückstands keineswegs in Schockstarre. Ganz im Gegenteil. Keine 180 Sekunden nach dem 1:2 besorgte Christoph Becker nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung den Mannheimer Ausgleich via Kopfball (49.). Der VfR war nun am Zug und ging vier Minuten nach dem 2:2 plötzlich wieder in Front. Erich Berko leitete eine Hereingabe auf den ebenfalls eingewechselten Tim Seifert weiter, der aus spitzem Winkel ins lange Eck einschob und das 3:2 markierte (53.). Den finalen Treffer des Tages erzielte schließlich Lennart Thum. Der blau-weiß-rote Mittelstürmer vollendete eine Flanke zum 4:2 und schnürte einen Doppelpack (67.). Drei Treffer in weniger als 20 Minuten sollten Auftrieb für die kommenden Aufgaben gegen Eddersheim und in Pirmasens geben.
In den darauffolgenden Minuten gab es hüben wie drüben weitere vielversprechende Abschlüsse. Beide Mannschaften ließen die Zügel jedoch etwas schleifen. Weder der VfR noch die Gäste suchten in dieser Phase der Partie die intensiven Zweikampfduelle. „In beiden Richtungen war das Defensivverhalten eher luftig“, merkte VfR-Coach Marcel Abele an. Während sich Oberachern gedanklich möglicherweise bereits auf die Sommerpause freute, genoss für die Rasenspieler ein verletzungsfreies Spielende oberste Priorität. Somit entwickelte sich ein lockerer Sommerkick, der auch ohne die ganz große Intensität einen hohen Unterhaltungswert hatte. „Wir gingen auf jeden Fall mit einem sehr guten Gefühl raus“, betonte Abele. Seine Mannschaft habe nochmals Selbstvertrauen tanken können. Die Oberligasaison 2025/2026 schloss der VfR nun mit 69 Zählern sowie einem Neun-Punkte-Vorsprung auf den Tabellendritten FC Nöttingen ab. Abele spricht in diesem Kontext von einer Top-Ausbeute. „Respekt, was die Jungs geleistet haben“, lobte er die Saison seiner Mannschaft und fuhr fort: „Jetzt wollen wir auch das ganz große Ziel noch schaffen.“
Aufstellung VfR Mannheim:
Nreca-Bisinger, Akoto, Kuhn, Sentürk (73. Kadner), Stellwagen (50. Seifert), Rona (46. C. Becker), Marx (77. Mende), Krüger, Esswein, Berko (67. Tubluk), Thum
Aufstellung SV Oberachern:
Redl, Fritz (63. Güzelcoban), Sheron, Stefotic, Mörmann (63. Hauser), Gueddin (63. Burkart), Huber (90. Ludwig), Gjuraj, Weiß (78. Ibrahim), Borie, Scherer
Tore:
1:0 Thum (17.) 1:1 Stefotic (45.) 1:2 Fritz (46.) 2:2 C. Becker (49.) 3:2 Seifert (53.) 4:2 Thum (67.)
Schiedsrichter: Marvin Maier
Zuschauer: 257
Beiträge von Schwalbe
-
-
Mutmacher für die nächsten Aufgaben
VfR Mannheim hielt bei der 0:3 (0:1)-Niederlage im Pokalfinale gegen den SV Waldhof Mannheim über weite Strecken sehr gut dagegen.
(mk) Mit aufrechtem Gang marschierten die Spieler des VfR Mannheim nach der 0:3 (0:1)-Niederlage im Finale des bfv-Rothaus-Pokals zu der sehr gut gefüllten Westtribüne im Carl-Benz-Stadion. Die Reaktion des blau-weiß-roten Anhangs fiel positiv aus. Warmer und anerkennender Applaus goutierte den couragierten Auftritt der Mannschaft gegen den Drittligisten SV Waldhof Mannheim. Auch wenn der große Traum von der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals platzte, so durften die Rasenspieler trotzdem Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben in der Aufstiegsrelegation tanken. Leistungstechnisch konnte der Oberligist durchaus die eine oder andere Duftmarke setzen.
Vor knapp 17.000 Zuschauern starteten die Blau-Weiß-Roten forsch und provozierten den SVW früh zu einem Ballverlust. Umut Sentürks Abschluss aus knapp 20 Metern segelte zwar über die Latte, ließ aber auf einen spannenden Fußballvormittag hoffen (2.). „Wir kamen sehr gut in das Spiel rein und haben gezeigt, dass wir hier etwas holen wollen“, lobte der VfR-Coach den verheißungsvollen Auftakt seiner Mannschaft.
Der favorisierte SVW fand nach den unruhigen Auftaktsekunden jedoch sehr schnell in die Partie. Luc Holtz‘ Mannschaft wirkte ballsicher, agierte griffig in den Zweikämpfen und kombinierte sich des Öfteren in den blau-weiß-roten Sechzehner. Folgerichtig entstanden erste blau-schwarze Torgelegenheiten. Nach zehn Minuten musste David Nreca-Bisinger zunächst einen Abschluss Samuel Abifades aus verheißungsvoller Position entschärfen, ehe Terrence Boyd die anschließende Ecke haarscharf am langen Pfosten vorbeiköpfte (10.). Der ehemalige US-amerikanische Nationalspieler erwies sich auch in den darauffolgenden Minuten als Dreh- und Angelpunkt des Waldhöfer Spiels. Boyd setzte nicht nur seinen Körper geschickt ein, sondern verteilte auch die Bälle klug. Nach knapp 20 Minuten musste der VfR ebenfalls mit den hohen Abschlussqualitäten des Mittelstürmers bittere Erfahrungen machen. Humorlos hämmerte der im Strafraum ungedeckte Boyd nach einer Körperdrehung den Ball in die Maschen und brachte somit den Favoriten in Front (19.). Die Führung des SVW kündigte sich zu diesem Zeitpunkt bereits an. Der VfR verteidigte zwar mit maximaler Leidenschaft, nichtsdestotrotz fand die Partie aufgrund des blau-schwarzen Pressings über weite Strecken in der blau-weiß-roten Hälfte statt. „Es war sehr schwer, diese Wucht zu verteidigen“, merkte Abele an. Ein Kaliber wie den SV Waldhof Mannheim ist seine Mannschaft in der Oberliga nicht gewohnt. „Wir mussten sehr viel investieren, passen einmal nicht auf und dann schweißt Terrence Boyd den Ball mit links in den Winkel rein“, verwies er ebenfalls auf die hohe individuelle Klasse der Waldhof-Spieler.
Nach dem 0:1 verflachte die Partie ein wenig. Der SVW kontrollierte das Geschehen, ohne Nreca-Bisingers Gehäuse unter Dauerbeschuss zu nehmen. Gelegentlich schaffte es der Favorit jedoch, sich in den VfR-Strafraum zu kombinieren und den blau-weiß-roten Schlussmann zu prüfen. Sowohl Abifade (26., 41.) als auch Diego Michel (38.) hätten für Waldhof erhöhen können, doch in ihren Abschlüssen fehlten sowohl Wucht als auch Präzision. Darüber hinaus fungierte Nreca-Bisinger als sicherer Rückhalt.
Gegen Ende der ersten Halbzeit konnte sich der VfR seinerseits gelegentlich in Richtung Waldhöfer Tor vorarbeiten. Kurz vor dem Pausenpfiff verbuchte der Oberligist zwei aufeinanderfolgende Ecken sowie einen Einwurf aus aussichtsreicher Position für sich. Auch wenn der Waldhof bis zu diesem Zeitpunkt einen seriösen Auftritt hinlegte, so war der VfR keineswegs chancenlos unterlegen. Häufig fehlte der finale Pass, um hochkarätige Großchancen zu kreieren. Dementsprechend herrschte beim VfR-Anhang Zuversicht bezüglich der zweiten 45 Minuten. „Wir haben uns in der Halbzeit Mut zugesprochen“, erklärte Abele. Das Ziel: Geradlinigeren Fußball zu spielen und häufiger in den Sechzehner des SVW einzudringen.
Dieses Vorhaben glückte. Nach Wiederanpfiff schafften es die Blau-Weiß-Roten, sich durch längere Ballbesitzphasen in Richtung Waldhöfer Tor vorzuarbeiten. Sowohl über den rechten als auch über den linken Flügel kreierte der Oberligist Gefahrenmomente und ließ die Abwehr des Favoriten auf Hochtouren arbeiten. Wie bereits gegen Ende der ersten Halbzeit fehlte jedoch auch im zweiten Durchgang der finale Pass. Als Paradebeispiel lässt sich eine scharfe Hereingabe Kevin Krügers anführen, die Waldhofs Verteidigung gerade noch so zur Ecke klären konnte (53.). Den 17.000 Zuschauern offenbarte sich nun aber ein offener Schlagabtausch mit spielfreudigen Rasenspielern, denen schlicht und ergreifend der berühmte letzte Tick zum Glück fehlte. Da entweder der finale Pass nicht ankam oder irgendein Waldhöfer Fuß den blau-weiß-roten Abschluss blockte, fiel der Ausgleich nicht.
Mitten in einer starken blau-weiß-roten Phase folgte der Nackenschlag für den Oberligisten. Louvis Bierschenk verwertete eine Rückgabe seines Teamkollegen und hämmerte den Ball in die Maschen zum vorentscheidenden 0:2 (70.). 20 Minuten vor Ende einen Zwei-Tore-Rückstand gegen einen zwei Ligen höher spielenden Kontrahenten bei brütender Hitze aufzuholen, glich einer unrealistischen Mammutaufgabe. Der VfR gab sich dennoch nicht geschlagen und agierte weiterhin als ebenbürtiger Gegner. Anstelle des Ehrentreffers fiel nach einem Konter jedoch das 0:3 für den SVW. Julian Rieckmann scheiterte im Eins-gegen-Eins zunächst an Nreca-Bisinger, erzielte im Nachsetzen jedoch den dritten Waldhöfer Treffer des Tages. „Alles in allem war es ein verdienter Sieg“, erkannte Abele die Leistung des SV Waldhof an.
Aufstellung VfR Mannheim:
Nreca-Bisinger – Stellwagen (87. Kadner), Akoto, Kuhn, Sentürk, Marx, Krüger (81. Veselaj), Paraschiv (69. Seifert), Esswein, Pander (88. C. Becker), Berko (74. Thum)
Aufstellung SV Waldhof Mannheim:
Nijhuis – Klünter, Sietan (74. Sechelmann), Ogbemudia, Ba (87. Yigit) – Thalhammer, Bierschenk – Michel (81. Muteba N’Tumba), Thill (58. Ferati), Abifade (74. Rieckmann) – Boyd
Tore:
0:1 Boyd (19.) 0:2 Bierschenk (70.) 0:3 Rieckmann (85.)
Schiedsrichter: Niklas Diehm
Zuschauer: 16.951 -
Generalprobe vor dem Pokalfinale geglückt
VfR siegt gegen Türkspor Neckarsulm 4:0
(tb) Nach einer Ergebnisflaute in den letzten Spielen ist der VfR Mannheim rechtzeitig vor der entscheidenden Saisonphase wieder in die Spur gekommen. Dank einer überzeugenden Mannschaftsleistung hat er den Aufsteiger Türkspor Neckarsulm sicher in die Schranken gewiesen.
Von Beginn an zeigte der VfR Torhunger und spielte konsequent nach vorne. Bereits in der 2. Minute verfehlte Erich Berko am langen Pfosten eine Hereingabe von Pasqual Pander um Haaresbreite. Bereits eine Minute danach köpfte Berko eine Flanke von Alexandru Paraschiv knapp neben das Tor. In Minute 10 strich ein Kopfball von Jannik Marz am Tordreieck vorbei. Bei einem Gegenangriff der Gäste war VfR-Schlussmann David Nreca-Bisinger rechtzeitig zur Stelle.
In der 17. Minute ging der VfR in Führung. Nach einem Eckball von Alexander Esswein stieg der aufgerückte Innenverteidiger Christian Kuhn am höchsten und besorgte per Kopf die 1:0-Führung der Gastgeber.
Die abstiegsbedrohten Neckarsulmer gaben sich aber noch nicht geschlagen und bekamen in der 21. Minute die Ausgleichschance, als einer ihrer Stürmer nach einem Eckball zum Kopfstoß kam, dessen Einschlag der VfR-Torwart aber mit einer Glanzparade verhinderte. Die Gäste zeigten sich im Mittelfeld durchaus passsicher, kamen aber selten in die gefährlichen Zonen, In der 40. Minute hätte es brenzlig für den VfR werden können, aber ein günstig postierter Stürmer kam per Kopf nicht an den Ball.
Im 2. Durchgang blieben die Gäste weiter offensiv, hatten aber in der 52. Minute das Nachsehen. Ein Tempogegenstoß des VfR landete bei Alexander Esswein in der Spitze. Der spielte den Torwart aus und vollstreckte souverän. Der Treffer gab den Rasenspielern Selbstvertrauen und ihrem Kombinationsspiel Sicherheit. Die Mannschaft blieb in der Abwehr konsequent und trug ihre Angriffe schnell und präzise nach vorne.
Neckarsulm gab sich aber noch nicht geschlagen und hatte in der 83. Minute die große Chance noch einmal heranzukommen. Torwart und Abwehrspieler des VfR hatten in Strafraumnähe den Ball vertändelt. Der einschussbereite Gästestürmer wurde im Strafraum gelegt und der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. VfR-Torwart David Nreca-Bisinger ahnte jedoch die Ecke und parierte den fälligen Strafstoß. Und er hielt seinen Kasten weiter sauber. Mit drei aufeinander folgenden Glanzparaden brachte er Türkspor in der eine Minute darauffolgenden Strafraumszene regelrecht zur Verzweiflung.
In der Schlussphase der Partie stürmte der VfR wie entfesselt. In der 86. Minute landete eine Querpassstafette beim freistehenden Christoph Becker, der auf 3:0 erhöhte. Kurz darauf hatten Pasqual Pander (87.) und Alexander Esswein, der den Pfosten traf, weitere Tormöglichkeiten. Den Endstand von 4:0 herzustellen, war schließlich Robin Becker vorbehalten, der nach langer Verletzungspause in seinem 1. Saisonspiel kurz vor Spielschluss eingewechselt worden war und den letzten Eckball der Begegnung per Kopf im Neckarsulmer Tor versenkte.
VfR-Trainer Marcel Abele lobte die Mannschaft für ihr konsequentes Spiel und versprach, dass die Mannschaft im am kommenden Samstag anstehenden Pokalfinale gegen den SV Waldhof alles in die Waagschale werfen wird, um dem Favoriten Paroli zu bieten.
Aufstellung VfR:
Nreca-Bisinger – Akoto, Kuhn, Sentürk (89. Kadner), Stellwagen (80. C. Becker) – Krüger, Marx – Paraschiv (68. Thum), Esswein (90. R. Becker) – Pander, Berko (59. Seifert)
Aufstellung Türkspor Neckarsulm:
Rombach – Marmein, Hellmann, di Biccari, Sohm (79. Bilgin), Dietrich, Trianni (62. Lettieri), Grupp, Alabas, Brockman (59. Kilic), Giles Sanchez
Tore:
1:0 Kuhn (17.)
2:0 Esswein (52.)
3:0 Christoph Becker (86.)
4:0 Robin Becker (90.+1)
besondere Vorkommnisse:
Nreca-Bisinger hält Foulelfmeter (83.)
Schiedsrichter:
Maurice-Alexander Bollheimer, SV Langensteinbach -
Ohne Punkte aus Pforzheim
2:1-Heimsieg der Goldstädter
(tb) Der VfR Mannheim hat das vorgezogene Punktspiel des vorletzten Spieltages beim 1. CfR Pforzheim verloren. Ausschlaggebend war eine Leistungssteigerung der Platzherren im 2. Durchgang.
Offenkundig aus Gründen der Belastungssteuerung verzichtete VfR-Trainer Marcel Abele in der Startaufstellung auf einige Stammspieler, die zu Hause Blessuren auskurierten bzw. zunächst auf der Bank Platz nahmen.
Trotzdem hielt der VfR die Partie in der 1. Halbzeit offen und störte durch offensives Pressing den Spielaufbau der Gastgeber, die erstmalig in der 17. Minute zu einer Torchance kamen, als der mittig postierte Lulic eine Flanke von rechts knapp verpasste. In der 26. Minute ging der VfR in Führung, als Raphael Akoto einen perfekt hereingegebenen Eckball per Kopf im Tor unterbrachte. Zwei Minuten danach schoss Durmus am VfR-Tor vorbei. In MInute 39 konnte Pforzheims Torhüter Altmann einen strammen Fernschuss von Sven Mende nur nach vorne abwehren und hatte dabei Glück, dass dort kein Gegner bereitstand, diesen „zweiten Ball“ zu verwerten. Kurz darauf ging Luca Stellwagen rechts durch und bediente den freistehenden Lennart Thum, der im letzten Moment noch am Einschuss gehindert werden konnte. Kurz vor dem Pausenpfiff rollte ein missglückter Rückpass auf das leere VfR-Tor zu, doch der zu diesem Zeitpunkt weit vor dem Tor postierte VfR-Torwart Luca Pederetti konnte den Ball noch kurz vor dem Überschreiten der Torlinie zum Eckball klären. Eine Minute danach setzte Gudzevic eine Flanke von Schwaiger am Tor vorbei. Bis dahin erlebten die Zuschauer eine lebhafte Partie bei einer etwas schmeichelhaften Führung des VfR.
Der 1. CfR Pforzheim kam gut aus der Kabine und setzte die Gäste sofort unter Druck. In der 47. Minute konnte Luca Pedretti einen Torschuss nur nach vorne vor die Füße von Tim Schwaiger abwehren, der keine Mühe hatte, den Ball im Tor zum Ausgleich unterzubringen. Der CfR bekam dadurch offensichtlich Oberwasser und erhöhte den Druck noch mehr. Die VfR-Abwehr wehrte sich nach Kräften und konnte weitere Gegentore durch Schwaiger (60.) oder Salz (63.) zunächst vermeiden. Entlastungsangriffe waren Mangelware und in der 72. Minute erzielte Durmus sträflich an der Strafraumgrenze freistehend den Siegtreffer für die Platzherren. Der VfR hatte nun nichts mehr entgegen zu setzen und so ging der 1. CfR Pforzheim aufgrund seiner Dominanz in der 2. Halbzeit als verdienter Sieger vom Platz.
Aufstellung 1. CfR Pforzheim:
Altmann – Sagert, Durmus (83. Osmicic), Gudzevic, Lulic (61. Salz), Schwaiger, Bahm (90.+2 Egle), Hauser, Koroll (90.+3 Causevic), Raouafi, Vegelin (67. Miksic)
Aufstellung VfR:
Pedretti – Akoto, Mißbach, Sentürk (73. C. Becker), Stellwagen – Mende (78. Pander), Wemhoener (69. Marx), - Seifert, Veselaj – Kadner (58. Krüger), Thum (58. Berko)
Tore:
0:1 Akoto (25.)
1:1 Schwaiger (47.)
2:1 Durmus (72.)
Schiedsrichter:
Selina Menzel, FC 21 Karlsruhe -
Relegationsplatz de facto gesichert
VfR Mannheim erkämpft sich ein Remis beim FC 08 Villingen
(mk) Dank einer späten Aufholjagd und dem damit verbundenen 3:3 (1:1)-Unentschieden beim FC 08 Villingen fuhr der VfR Mannheim den höchstwahrscheinlich finalen Punkt zur Sicherung des Aufstiegsrelegationsplatzes ein. Drei Spieltage vor Schluss verfügen die Blau-Weiß-Roten über einen Neun-Punkte-Vorsprung auf den Drittplatzierten FC Nöttingen und weisen darüber hinaus ein wesentlich besseres Torverhältnis auf. „Ich glaube, wir können jetzt den Haken an die Relegation machen. Daher war der Punkt in Villingen nochmals wichtig“, gibt sich auch VfR-Cheftrainer Marcel Abele optimistisch.
Die 334 Zuschauer sahen in der ehemaligen Reichsstadt ein ebenso zerfahrenes wie intensives Fußballspiel. In den ersten 20 Minuten taten sich die Quadratestädter schwer. Zwar konnten die Blau-Weiß-Roten teilweise hohe Ballgewinne für sich verbuchen, allerdings fehlte im Spielaufbau die notwendige Präzision. Gleichzeitig boten diagonale Verlagerungen den Villingern stets die Möglichkeit, ihrerseits für Gefahr zu sorgen. In der 19. Minute bescherte Gian-Luca Feißt den Gastgebern mit einer kurios abgefälschten Bogenlampe die Führung. Abele sah sich dazu veranlasst, taktische Änderungen vorzunehmen. „Wir mussten etwas an der Statik ändern und haben daher früh gewechselt“, erklärt der Coach.
Diese Maßnahme trug rasch Früchte. Gegen Mitte der ersten Halbzeit bestimmten die Quadratestädter zunehmend das Spielgeschehen und glichen schließlich durch Pasqual Pander aus (29.). „Ab diesem Zeitpunkt hatten wir vermehrt die Kontrolle“, hält Abele fest.
Auch nach Wiederanpfiff blieb der VfR am Drücker. Zwar mussten feldüberlegene Rasenspieler stets auf schnelle Umschaltmomente der Gastgeber achten, gleichzeitig erarbeitete sich der VfR einige Chancen. In der Villinger MS-Technologiearena lag eigentlich die Mannheimer Führung in der Luft, doch in einer turbulenten Schlussviertelstunde ging zunächst der FCV durch einen Doppelschlag von Gian-Luca Feißt mit 1:3 (77., 79.) in Front. „Diese Gegentreffer kassierten wir fast aus dem Nichts“, merkt Abele an und gesteht: „Wir mussten uns schon ein wenig schütteln.“
Da die Blau-Weiß-Roten jedoch keineswegs mit einer Niederlage im Gepäck die Heimreise antreten wollten, mobilisierten sie in den letzten Minuten nochmals sämtliche Kräfte. Kevin Krüger verkürzte auf 2:3 (88.) und leitete somit eine packende Schlussphase ein. Die Mannheimer drückten nun auf den Ausgleich, während Villingen auf sich bietende Kontergelegenheiten spekulierte. Kurz vor Abpfiff landete der Ball schließlich vor den Füßen des eingewechselten Lennart Thum, der das Spielgerät zum vielumjubelten Ausgleich im Tor unterbrachte. Auch wenn das 3:3 erst zum spätestmöglichen Zeitpunkt fiel, sprach Abele von einem gerechten Punktgewinn im Südschwarzwald. „Wir haben gute Moral bewiesen und das Glück ein Stück weit erzwungen. Daher nehmen wir auch einen verdienten Punkt mit“, so der Cheftrainer.
Bereits am Mittwoch (19 Uhr) sind die Blau-Weiß-Roten wieder auswärts gefordert. Dieses Mal reisen die Mannheimer nach Pforzheim.
Aufstellung VfR Mannheim:
Nreca-Bisinger – Stellwagen, Mißbach, Kuhn, Akoto (23. Krüger), Marx, Sentürk (84. Thum), Paraschiv, Pander, Veselaj (58. Berko), Kadner (84. Seifert)
Aufstellung FC 08 Villingen:
Hoxha – Haller (71. Hug), Krieger, Busam, Pintidis (71. Tadic), Derflinger (71. Y. Spät), Glück, Müller, Albrecht (71. J. Spät), Liserra, Feißt
Tore:
• 1:0 Feißt (19.)
• 1:1 Pander (29.)
• 2:1 Feißt (77.)
• 3:1 Feißt (79.)
• 3:2 Krüger (88.)
• 3:3 Thum (90.+4)
Schiedsrichter: Nico Nemtinow
Zuschauer: 334 -
Zweite Heimniederlage der Saison
VfR Mannheim verliert gegen SSV Reutlingen mit 1:3 (0:0)
(mk) Am Ende herrschte beim VfR Mannheim Enttäuschung. Gegen den SSV Reutlingen verpassten die Blau-Weiß-Roten trotz einer zwischenzeitlichen 1:0-Führung den dritten Sieg in Serie und unterlagen letztendlich mit 1:3 (0:0). Nach dem Abpfiff sorgte allerdings nicht nur das Ergebnis für Unzufriedenheit. Auch spielerisch konnten die Quadratestädter wenig überzeugen, wie Cheftrainer Marcel Abele unumwunden zugab. „Ich habe keine gute Leistung von uns gesehen“, hielt der Coach enttäuscht fest.
In der ersten Halbzeit sahen die knapp 500 Zuschauer eine torchancenarme Begegnung. Der VfR schaffte es zu selten, die straff organisierte Reutlinger Abwehr zu überspielen und sich aussichtsreiche Gelegenheiten zu erarbeiten. Auf der anderen Seite taten sich jedoch auch die zweikampfstarken Reutlinger schwer, in der Offensive eigene Akzente zu setzen. Zwar gab es hüben wie drüben den einen oder anderen Torschuss zu notieren, allerdings fehlte es an zwingenden Strafraumaktionen. Beide Mannschaften überzeugten phasenweise mit ansehnlichem Kombinationsfußball, Kapital konnte daraus aber nicht geschlagen werden. Aufseiten des VfR hatte Lennart Thum nach knapp 25 Minuten die erste gute Mannheimer Chance der Partie. Der blau-weiß-rote Mittelstürmer nahm einen präzisen Steckpass zwar gekonnt an, setzte den Abschluss aber aus spitzem Winkel neben den langen Pfosten (24.). Aufseiten der Gäste hätte wenig später eine Balleroberung in der eigenen Hälfte beinahe zu einem gefährlichen Konter geführt. Aufgrund des aufmerksamen Mannheimer Rückzugsverhaltens zwang die VfR-Defensive den SSV-Stürmer Marcel Sökler jedoch zu einem harmlosen Abschluss aus gut 16 Metern (28.). Kurz vor dem Pausenpfiff kratzte ein Reutlinger Verteidiger nochmals Alexander Mißbachs Kopfball nach einer Ecke von der Linie (45.). „Das war eine energielose erste Halbzeit“, fasste Abele das Geschehen vor dem Pausenpfiff zusammen. Der VfR-Coach vermisste vor allem die erforderliche Durchschlagskraft in der Offensive.
Nach Wiederanpfiff bekamen die Zuschauer zunächst stark verbesserte Rasenspieler präsentiert. Plötzlich schien der VfR die Begegnung in die gewünschten Bahnen zu lenken. Früh konnte die Abele-Elf erste Früchte für den hohen Aufwand ernten. Pasqual Pander setzte sich auf dem rechten Flügel durch und schlug eine wuchtige Flanke ins Strafraumzentrum. Umut Sentürk antizipierte am schnellsten, hielt seinen Schlappen hin und brachte den VfR in Front (52.). Mit der Führung im Rücken agierten die Blau-Weiß-Roten zunächst forsch. Der Tabellenzweite versprühte nun ein gewisses Maß an Dominanz und drängte auf den zweiten Treffer. Trotz spielerischer Vorteile verpassten die Quadratestädter allerdings das 2:0. Speziell in den Umschaltmomenten boten sich Möglichkeiten, die Führung auszubauen, doch der VfR ließ die notwendige Effizienz vermissen. „Wir liefen einige Male frei auf die letzte Kette zu, waren schlussendlich jedoch zu unsauber“, vermisste Abele die finale Konsequenz im Konterspiel.
Das Mannheimer Unglück nahm 20 Minuten vor Abpfiff seinen Lauf. Reutlingens Ausgleich kündigte sich zu diesem Zeitpunkt nicht an. Doch eine Flanke über den rechten Flügel sorgte für Unruhe im blau-weiß-roten Sechzehner. Yannick Toth stocherte das Leder irgendwie in den Kasten und ließ sich von seinen Kollegen und dem lautstarken SSV-Anhang feiern (72.). Fünf Minuten später stieg die Laune bei den Gästefans nochmals deutlich an. Einwechselspieler Maxim Schmalz zog unbedrängt in den Strafraum, ließ seine passiv agierenden Gegenspieler stehen und vollendete das Solo mit einem gefühlvollen Abschluss ins lange Eck (77.). VfR-Keeper David Nreca-Bisinger hatte keinerlei Abwehrchance. In den verbleibenden Spielminuten mobilisierten die Quadratestädter nochmals alle Kräfte, um sich zumindest einen Punkt zu sichern, doch Reutlingens kompakt stehende Defensive ließ keine weiteren VfR-Chancen zu. Kurz vor Abpfiff führte ein Mannheimer Ballverlust im eigenen Strafraum zum dritten Reutlinger Treffer. Marcel Sökler musste den präzisen Flachpass seines Kollegen nur noch hinter die Linie drücken. „Wir kriegen viel zu einfache Gegentore“, monierte Abele auch die Art und Weise, wie die drei Gegentreffer fielen. „Am Ende“, so der Coach, „verlieren wir ein Spiel, in dem wir einfach nicht gut waren. Daher ist die Niederlage gar nicht mal unverdient.“ Am nächsten Samstag (14 Uhr) möchten die Blau-Weiß-Roten beim FC 08 Villingen die letzten Restzweifel bezüglich der Sicherung des zweiten Tabellenplatzes beiseiteschieben. Zeit zum Trübsalblasen haben die Rasenspieler ohnehin keine. Die heißen Spiele stehen erst noch an.
Aufstellung VfR Mannheim:
Nreca-Bisinger – Sentürk (75. Seifert), Kuhn, Mißbach, Akoto (82. Kadner), Marx, Krüger, Mende (46. Paraschiv), Esswein, Pander (73. Okwubor), Thum (67. Berko)
Aufstellung SSV Reutlingen 1905:
Binanzer – Hageloch, Toth, L. Kuhn, M. Kuhn (64. Schmalz), Schaal (73. Gorgoglione), Pepic (46. Maurer), Vogler, Riedinger (79. Puseljic), Sökler (90. Sauerborn), Asare
Tore:
1:0 Sentürk (52.)
1:1 Toth (72.)
1:2 Schmalz (77.)
1:3 Sökler (89.)
Schiedsrichter: Niklas Pfau
Zuschauer: 493 -
VfR mit voller Punktausbeute
Munterer Schlagabtausch beim 4:1-Sieg in Singen
(tb) Der VfR Mannheim hat die Auswärtsaufgabe beim Türkischen SV Singen souverän gelöst und befindet sich weiter auf Relegationskurs zum Aufstieg in die Regionalliga.
Der TSV Singen begann stürmisch und kam bereits in der 3. Minute zum ersten Torschuss, der aber VfR-Schlussmann David Nreca-Bisinger vor keine Probleme stellte. Der VfR tastete sich nach und nach ins Spiel hinein und zeigte sich in der 12. Minute nach einem Ballverlust des TSV hellwach. Umgehend landete das Leder in der Spitze bei Enes Tubluk, der den freistehenden Tim Seifert bediente, dessen präziser Schuss zur VfR-Führung einschlug.
Unmittelbar nach dem Wiederanstoß kam Alexander Esswein in Ballbesitz, Dieser erkannte die weit vorgeschobene Position des TSV-Torhüters, hielt aus ca. 35 Metern einfach mal drauf und verfehlte das TSV-Gehäuse nur knapp. Kurz darauf kombinierten sich die Singener ansehnlich vor das Gästetor. Mokhtar Boulachab passte nach innen und VfR-Innenverteidiger Umut Sentürk lenkte den Ball unglücklich ins eigene Tor zum Ausgleich. Nur drei Minuten später stellte der VfR den alten Abstand wieder her. Pasqual Pander wurde auf Höhe der Mittellinie auf die Reise geschickt, setzte sich durch und vollstreckte mit einem trockenen Schuss zur erneuten VfR-Führung.
Bis zum Halbzeitpfiff entwickelte sich ein munteres Hin und Her mit vielen Torszenen auf beiden Seiten. Unmittelbar nach dem 1:2 traf der VfR den Torpfosten (20.), Tubluk schoss von der Strafraumgrenze aus am Tor vorbei (30.), Pasqual Pander traf nach Tubluk-Zuspiel die Latte (36.) und prüfte TSV-Torhüter Barjasic per Kopfball (40.). Aber auch die Gastgeber spielten nach vorne und kamen zu Gelegenheiten in den Minuten 33, 35 und 37, als deren Abschlüsse das VfR-Tor teils knapp verfehlten.
Der TSV startete in den 2. Durchgang mit viel Vorwärtsdrang, kam jedoch gegen die gut verteidigende VfR-Abwehr kaum zu guten Einschussmöglichkeiten. In Minute 66 schlug der VfR dann erneut zu. Lennart Thum bediente den an der Strafraumgrenze lauernden Kevin Krüger, der den Ball mit einem Präzisionsschuss zum 1:3 im Singener Tor unterbrachte.
Der TSV ließ jetzt in seinen Bemühungen nach und der VfR ließ Ball und Gegner laufen. In der 83. Minute sorgte Singens Karacan unfreiwillig für den Endstand, als ihm ein Flachpass des eingewechselten Shaban Veselaj an den Fuß und von dort ins eigene Gehäuse zum zweiten Eigentor des Tages sprang. In der Nachspielzeit hatte Leo Wemhoener noch eine gute Möglichkeit, ließ aber den Ball von der Stirn rutschen. Kurz vor Spielende grätschte Singens Gianluca Serpa von hinten in die Beine des aufs Tor zustürmenden Umut Sentürk und sah dafür vom gut leitenden Schiedsrichter Fronmüller die Rote Karte. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden.
Aufstellung Türkischer SV Singen:
Barjasic – Almeida, Serpa, Hamdushi, Emminger, Karacan (85. Ileri), Boulachab (75. Dumitru), Zidan (63. Zimmermann), Koyuncuoglu, Coulibaly (57. Öztürk), Güzeldal
Aufstellung VfR:
Nreca-Bisinger – Akoto, Kuhn, Sentürk – Marx, Mende, Seifert (46. Krüger), - Tubluk (58. Rona), Esswein (79. Wemhoener) – Pander (75. Okwubor), Thum (81. Veselaj)
Tore:
0:1 Seifert (12.)
1:1 Sentürk (15. Eigentor)
1:2 Pander (17.)
1:3 Krüger (66.)
1:4 Karacan (84. Eigentor)
besondere Vorkommnisse:
Rote Karte für Süleyman Karacan (90. + 3)
Schiedsrichter:
Pirmin Phil Fronmüller, TSV Gussenstadt -
Pander und Thum treffen zum VfR-Sieg
2:0 gegen den Karlsruher SC II
(tb) Nach mehreren Unentschieden hat der VfR Mannheim im Heimspiel gegen den Aufsteiger Karlsruher SC II den erhofften Sieg errungen. Trotz numerischer Unterzahl ab der 31. Minute blieben die Rasenspieler cool und festigten mit diesem Erfolg Platz 2 in der Oberligatabelle.
Der VfR bemühte sich anfangs um die Spielkontrolle, konnte sie aber im 1. Durchgang nicht so recht erringen, weil die zweikampfstarken Karlsruher unsauber gespielte Pässe immer wieder abfangen konnten und der VfR bei einer ganzen Reihe von Zweikämpfen den Kürzeren zog. Pasqual Pander hatte in der 21. Minute die erste Gelegenheit, scheiterte aber an Torwart Koch. Drei Minuten danach zischte ein strammer Freistoß des KSC knapp am VfR-Tor vorbei. Wenige Minuten danach antizipierte Marvin Kadner eine schöne Hereingabe von Alexander Esswein gut, brachte aber das Leder nicht an Torwart Koch vorbei.
In Minute 31 sah Luca Stellwagen nach einem Foul die Rote Karte und die Rasenspieler mussten ab diesem Zeitpunkt mit einem Mann weniger weiterspielen. Der KSC verspürte jetzt Morgenluft, erarbeitete sich Feldvorteile und drückte den VfR in die eigene Hälfte. In der 37. Minute zog KSC-Torjäger Bicki aus kurzer Distanz ab, jedoch war VfR-Schlussmann David Nreca-Bisinger auf dem Posten.
Der KSC dominierte die Partie in dieser Phase, konnte aber die VfR-Abwehr nicht überwinden, weil die Entschlossenheit beim Torschuss fehlte. Die klareren Chancen hatten sogar die dezimierten Rasenspieler durch einen Seitfallzieher von Alexander Esswein nach gutem Zuspiel von Pander (38.) sowie Pander selbst, der gleich zweimal vor dem Tor in Schussposition kam, aber jeweils vergab (43. und 45.) In der Halbzeitpause überwogen beim VfR-Anhang sorgenvolle Gesichter.
Im 2. Durchgang setzte sich die Feldüberlegenheit des KSC fort, jedoch nahm die VfR-Abwehr den Kampf an und verhinderte klare Torgelegenheiten routiniert. In Minute 49 strich nach einem Eckstoß ein KSC-Kopfball knapp über das Tor. Eine ganze Reihe von Flanken wurde in der Folge vor das VfR-Tor gebracht, jedoch fehlte den jungen KSC-Stürmern die Treffsicherheit. Entlastungsangriffe der dezimierten Rasenspieler begannen vielversprechend, jedoch fehlte in einigen Situationen einfach die Anspielstation.
In der 72. Minute gelang dem VfR aber ein Geniestreich. Pasqual Pander wurde mit einem langen Zuspiel auf die Reise geschickt, setzte sich im Laufduell mit Abwehr-As Marlon Dinger durch und vollstreckte mit einem Schuss ins lange Eck zur VfR-Führung. Der KSC antwortete mit wütenden Angriffen. Die VfR-Abwehr blieb allerdings Herr der Lage und verteidigte aufopferungsvoll. In der 89. Minute lag aber der Ausgleich in der Luft, als ein Karlsruher nach einem Flachpass kurz vor dem Tor zum Schuss kam, aber geblockt wurde. Da hatte der VfR Glück.
In der Nachspielzeit ersehnte der VfR-Anhang bereits den Schlusspfiff, als der eingewechselte Lennart Thum per Einwurf angespielt wurde, die Abwehrspieler um sich herum austanzte und den Ball gekonnt unter die Torlatte beförderte. 2:0 – das war die Entscheidung.
Durch diesen Sieg und die Niederlagen der unmittelbaren Verfolger aus Essingen und Nöttingen festigte der VfR Platz 2 und darf nun etwas entspannter in die Schlussphase der Saison gehen.
Aufstellung VfR:
Nreca-Bisinger – Akoto, Mißbach, Kuhn, Stellwagen – Mende, Marx (78. Krüger) – Esswein (85. Paraschiv), Tubluk (73. C. Becker) – Kadner, Pander (82. Thum)
Aufstellung Karlsruher SC II:
Koch – Dinger (81. Zügel), Engel, Wäschenbach (76. Sihlaroglu), Kritzer, Behr (71. Schunck), Dühring, Arbai (61. Recktenwald), Bicki (61. Sür), Scholl, Manai
Tore:
1:0 Pander (72.)
2:0 Thum (90.+2)
besondere Vorkommnisse:
Luca Stellwagen (VfR) – Rote Karte (31.)
Schiedsrichter:
Raphael Kastner, Spfr. Dobel -
Umkämpftes Nachholspiel ohne Sieger
VfR spielt 1:1 in Ravensburg
(tb) Dank einer klaren Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit erreichte der VfR beim FV Ravensburg sein Minimalziel.
Die Rasenspieler waren zunächst bemüht, die Spielkontrolle zu erlangen, sahen sich aber zunehmend laufstarken Kontrahenten gegenüber, die sich giftig in den Zweikämpfen zeigten und den Spielfluß des VfR immer wieder unterbrachen. Die Gäste kamen erstmals nach acht Minuten in Tornähe, jedoch blieb der Freistoß von Christian Kuhn in der vom FVR aufgebauten Mauer hängen. Fünf Minuten danach geriet der VfR in Rückstand. Nach einem mißglückten Hackentrick des VfR im Mittelkreis konterten die Platzherren gedankenschnell und brachten ihren Goalgetter Daniele Gabriele auf halblinks in Position, der VfR-Torwart David Nreca-Bisinger freistehend mit einem trockenen Schuss keine Chance ließ.
Die Führung gab dem FV Ravensburg, der immer wieder von ungenauen Zuspielen der Rasenspieler profitierte, sichtlich Auftrieb. In Minute 33 hätte der FVR seine Führung erhöhen können, jedoch schoss ein Stürmer aus aussichtsreicher Position knapp am Tor vorbei. 3 Minuten danach sahen sich drei VfR-Abwehrspieler vier Angreifern gegenüber. Der Ball zappelte dann auch im Netz. Glücklicherweise versagte der gut leitende Schiedsrichter dem Treffer wegen Abseits die Anerkennung. Die VfR-Offensive kam bis dahin kaum in Schussposition. Einzig Alexandru Paraschiv hätte in der 22. Minute treffen können, jedoch flog sein Fallrückzieher knapp über die Querlatte. Kurz vor dem Pausenpfiff setzte Alexander Esswein einen Freistoß in die Abwehrmauer des FVR.
Trainer Marcel Abele konnte mit dem Spielverlauf der ersten Hälfte nicht zufrieden sein. In der Halbzeitansprache hatte er offensichtlich die richtigen Worte gefunden, denn die Rasenspieler kamen wie verwandelt aus der Kabine. Plötzlich lief der Ball besser durch die eigenen Reihen und die Attitüde einer Spitzenmannschaft wurde spürbar. Eine gelungene Ballstaffette landete in der 50. Minute bei Alexander Esswein, der aus zentraler Position an der Strafraumgrenze mit einem platzierten Flachschuss den Ausgleich erzielte.
Der FVR hatte nun bange Minuten zu überstehen, lauerte aber weiter auf Konter. In Minute 55 lief VfR-Torwart Nreca-Bisinger weit aus seinem Tor heraus, um einen Steilpass abzufangen, Der ballführende Ravensburger Stürmer bemerkte das und visierte das leere VfR-Tor an. Glück für den VfR, dass der Ball am langen Pfosten vorbei ins Toraus trudelte (55.).
Das Spiel nahm nun richtig Fahrt auf. Der VfR drückte die Gastgeber in die eigene Hälfte, musste aber hinten wachsam bleiben, um die gefährlichen Konter des FVR zu unterbinden. In Minute 57 brachte Ravensburg einen gefährlichen Eckstoß vor das VfR-Tor. Der daraus folgende Kopfball flog knapp über die Querlatte. Zwei Minuten danach prüfte Enes Tubluk Torwart Castellucci mit einem strammen Freistoß. Kurz darauf gelang auch dem VfR ein ähnlicher Eckstoß. Raphael Akoto stand bereit, jedoch rutschte ihm das Leder von der Stirn (63.).
Der VfR drückte weiter auf den Sieg. Ein Alleingang von Alexander Esswein durch die gegnerische Hälfte konnte im letzten Moment noch gestoppt werden (86.) In der Endphase dieser inzwischen packenden Begegnung fieberte das Publikum hörbar mit, feuerte Offensivaktionen der eigenen Mannschaft an und ließ bei geglückten VfR-Aktionen dem Entsetzen freien Lauf. Letztendlich blieb es beim Unentschieden. Einen Verlierer hatte dieses Spiel auch nicht verdient.
Aufstellung FV Ravensburg:
Castellucci – Musch (75. S. Schwarz), Bachmann, Gabriele (77. Kukic), Altmann, Wolff, P. Schwarz (68. Spitzlberger), Daler, Wistuba, Bleise, Kenniche (90.+1 Fäßler)
Aufstellung VfR:
Nreca-Bisinger – Akoto, Kuhn, Mißbach, Stellwagen (85. Mende) – Krüger (46. Kadner), Marx, C. Becker (46. Tubluk) – Paraschiv (65. Seifert), Esswein – Thum (67. Veselaj)
Tore:
1:0 Gabriele (14.)
1:1 Esswein (50.)
Schiedsrichter:
Timon Ulrich, Sülzbach -
Nullnummer in Hollenbach
Leistungsgerechtes Unentschieden
(tb) Im bereits dritten Spiel hintereinander musste sich der VfR Mannheim mit einem Unentschieden begnügen. Abwehrstarke Hollenbacher hielten den VfR auf Distanz und verdienten sich einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf.
Auf schwierigem Geläuf starteten die Rasenspieler dominant und berannten das FSV-Tor. Bereits in der 5. Minute kam Enes Tubluk zum Abschluss, jedoch strich der Ball über das Tor. Fünf Minuten danach visierte Alexander Esswein den gegnerischen Kasten aus zentraler Position an. Auch sein Schuss strich knapp über die Querlatte. In Minute 12 strich Pasqual Panders Versuch von rechts am langen Pfosten vorbei. Hollenbach suchte sein Glück mit langen Bällen in die Spitze, schaffte es nach etwa 20 Minuten, das Spiel offener zu gestalten und bedrängte mit großem Kampfgeist die VfR-Abwehr. In der 36. Minute hatte der FSV eine Riesenchance, als ein Kopfball gerade noch vor dem Überschreiten der Torlinie abgewehrt werden konnte. Der VfR antwortete umgehend, doch Christoph Beckers Schuss landete in den Armen des Torwarts.
Nach dem Seitenwechsel zog sich Hollenbach zurück und der VfR gewann mehr und mehr die Oberhand. Einen Freistoß von links verpasste Pasqual Pander per Kopf nur knapp (56.). Bei den Rasenspielern fehlte jetzt zunehmend die Präzision beim Spiel in die Spitze. So war die gut postierte FSV-Abwehr nicht zu knacken. Einzig der gut aufgelegte Enes Tubluk suchte immer wieder das Eins gegen Eins und zwang in der 66. Minute Torwart Purtscher zu einer Glanzparade. Zwei Minuten danach fehlte bei einem weiteren Schuss Tubluks erneut die Präzision, so dass der Ball im Toraus landete.
Trotz der Bemühungen beider Mannschaften verflachte das Spiel jetzt zusehends und entwickelte sich zu einem Abnutzungskampf. Zeitweise mussten die zahlreich erschienenen Zuschauer ein planloses Gebolze auf beiden Seiten ertragen. In Minute 79 lag aber der Lucky Punch für die Platzherren in der Luft, als nach einer Hereingabe von rechts ein Hollenbacher Spieler am langen Pfosten zum Kopfball kam, den aber knapp über das Lattenkreuz setzte. Glück für den VfR in dieser Situation. Alle weiteren Versuche, noch irgendwie zum Torerfolg zu kommen, fruchteten nicht, so dass es nach dem Abpfiff des Schiedsrichters bei der Punkteteilung blieb.
Aufstellung FSV Hollenbach:
Purtscher – Engelmann, Schülke, J. Limbach, Faßbinder (73. Breuninger), F. Limbach, Scherer, Specht (73. Gesell), Schiek, Dörr (90. Music), Knapp (81. Omerovic)
Aufstellung VfR:
Nreca-Bisinger – Mißbach, Becker, Kuhn – Mende (79. Krüger), Marx, Stellwagen – Tubluk (88. Okwubor), Esswein (81. Veselaj) – Pander (65. Kadner) Thum
Tore:
Fehlanzeige
Schiedsrichter:
Maurice-Alexander Bollheimer (24), SV Langensteinbach -
Erneuter Schock in der Nachspielzeit
VfR Mannheim kassiert späten Ausgleich gegen Essingen
(mk) Fassungslosigkeit machte sich in den Gesichtern der Spieler des VfR Mannheim breit. In buchstäblich letzter Sekunde kassierten die Blau-Weiß-Roten gegen den TSV Essingen einen vermeidbaren Gegentreffer zum 2:2 (0:1)-Endstand und gaben wie bereits gegen Gmünd in der Nachspielzeit zwei Punkte aus der Hand. Neben der geknickten Mannschaft wirkte auch VfR-Coach Marcel Abele äußerst unglücklich. Der späte Ausgleichstreffer nagte sichtlich am Cheftrainer. „Das regt mich unfassbar auf“, beschwerte er sich über die nicht vorhandene Zuteilung im Strafraum während dieser Aktion.
Doch bereits vor der Nachspielzeit taten sich die Rasenspieler gegen den Tabellendritten der Oberliga Baden-Württemberg äußerst schwer. Speziell in der ersten Halbzeit verteidigte der zweikampfstarke TSV geschickt und ließ wenige Abschlüsse der Rasenspieler zu. Des Weiteren erschwerte eine suboptimale Passgenauigkeit das Herausspielen hochkarätiger Mannheimer Torchancen. Folgerichtig konnte der VfR aus der rein optischen Überlegenheit kein Kapital schlagen. Neben verunglückten Standardsituationen und ungenauen Flanken fand der letzte Pass häufig keinen Mannheimer Abnehmer. Ein Abschluss von Jannik Marx im Strafraum, der über das Essinger Gehäuse segelte, war nach gut 20 Minuten die beste VfR-Gelegenheit (23.). Die Partie plätscherte zu diesem Zeitpunkt ein wenig vor sich hin. Großchancen blieben weiterhin Mangelware. „Wir haben insgesamt kein wahnsinnig gutes Spiel gemacht“, gab Abele zu. „Speziell im letzten Drittel sind wir sehr unsauber. Bedauerlicherweise zieht sich dies wie ein roter Faden durch die letzten Wochen.“ Nach einer guten halben Stunde gerieten die Blau-Weiß-Roten sogar in Rückstand. Essingens Top-Torjäger Niklas Groiß kam im Mannheimer Sechzehner unbedrängt zum Abschluss und wuchtete den Ball zur Gästeführung ins lange Eck (31.).
Auf den Gegentreffer folgte zunächst kein blau-weiß-rotes Aufbäumen. Lediglich Enes Tubluks Freistoß aus vielversprechender Position sorgte für einen Hauch Gefahr. Sein Abschluss erwies sich jedoch als zu zentral (37.). Derweil verbuchte Essingen vor dem Pausenpfiff noch zwei weitere Abschlüsse für sich. Zunächst hämmerte Blend Etemi das Leder nach einer schnörkellosen Kombination volley über das Mannheimer Tor (39.), ehe Gökalp Kilic nach einem blau-weiß-roten Ballverlust aus gut 20 Metern abzog. David Nreca-Bisinger tauchte jedoch rechtzeitig ab und parierte (41.). Wenige Augenblicke später traten miesgrämige Quadratestädter den Gang in die Kabinen an. Weder das Ergebnis noch die Leistung stimmten zufrieden.
Nach Wiederanpfiff setzte sich die zähe Angelegenheit zunächst fort. Sichtlich bemühte Rasenspieler schafften es nicht, die gegnerische Abwehrreihe auszuhebeln. Doch nach knapp 70 Minuten überspielte Jannik Marx die Essinger Defensive mit einem langen Ball und bediente den eingewechselten Marvin Kadner mustergültig. Dieser blieb im Eins-gegen-Eins-Duell mit TSV-Keeper Jerome Weisheit kaltschnäuzig und beförderte das Leder ins lange Eck zum Ausgleich (69.). Nun schien das Pendel in Richtung der Rasenspieler auszuschlagen. Das 1:1 gab Auftrieb und ermöglichte weitere Torchancen. Der Jubel war gerade erst verflogen, da hatte Pasqual Pander nach einer Kontersituation bereits den Führungstreffer auf dem Fuß. Weisheit blieb im Eins-gegen-Eins allerdings Sieger (71.). Kurze Zeit später hätte Pander beinahe via Kopfball den Führungstreffer hergestellt (73.). Der blau-weiß-rote Sieg lag plötzlich in der Luft und war nach 83 Minuten zum Greifen nahe. Weisheit konnte Rafael Akotos Abschluss aus kurzer Distanz nach einem Mannheimer Freistoß von der linken Halbposition zwar noch vereiteln, doch Pander bekam den zweiten Ball zu fassen und köpfte zum Führungstreffer ein (83.). Nun deutete eigentlich alles auf einen Mannheimer Sieg der Moral hin. Essingen mobilisierte zwar nochmals sämtliche Kräfte für die Schlussoffensive, nennenswerte Abschlüsse kreierte der Tabellendritte jedoch nicht. Ausgerechnet in der letzten Aktion des Spiels stimmte jedoch die Zuteilung im blau-weiß-roten Strafraum nicht. Eine Kopfballablage reichte aus, um dem im Mannheimer Sechzehner freistehenden Max Neunhoeffer das 2:2 zu ermöglichen. Während die euphorisierte Essinger Bank freudestrahlend das Spielfeld stürmte, herrschte bei den geschockten Rasenspielern nur noch Katerstimmung.
Aufstellung VfR Mannheim:
Nreca-Bisinger – Akoto, Kuhn, Seifert, Stellwagen (90.+3 Mißbach) – Marx, Krüger (77. C. Becker), Esswein, Tubluk (62. Kadner) – Pander (88. Mende), Thum (66. Veselaj)
Aufstellung TSV Essingen:
Weisheit – Koci, Biebl (77. Bux), Auracher, G. Kilic, E. Kilic (84. König) – Ruther, Etemi (43. Neunhoeffer), Pfänder (87. Abruscia), Groiß, Leuze (72. Dudda)
Tore:
0:1 Niklas Groiß (31.), 1:1 Marvin Kadner (69.), 2:1 Pasqual Pander (83.), 2:2 Max Neunhoeffer (90.+3)
Schiedsrichter: Christian Eiletz (Assistenten: Stefan Mera-Linz, Stefan Schmidt)
Zuschauer: 308 -
Ein offener Schlagabtausch auf Topniveau
1:1(0:0)-Unentschieden im Oberliga-Gipfeltreffen
(mk) Bereits vor dem Anpfiff manifestierte sich vor dem Spitzenspiel zwischen dem VfR Mannheim und dem VfR Aalen eine ganz besondere Atmosphäre im Rhein-Neckar-Stadion. Auf der überdachten Tribüne waren kaum noch freie Plätze zu verzeichnen, während auf den ebenfalls gut gefüllten Stehrängen die Aalener Gästefans mit einer aufwendigen Choreografie für ein erstes optisches Highlight sorgten. Die Zuschauer spürten förmlich, dass dieses Duell keine einfache Oberligapartie werden würde. Zu viel stand auf dem Spiel.
Auf dem Feld offenbarte sich früh ein intensiver Schlagabtausch zweier Spitzenmannschaften mit Regionalligaperspektive. In den ersten Minuten prägten vor allem packende Zweikampfduelle die Partie. Aalen erfüllte in dieser Phase viele Kriterien eines mustergültigen Spitzenreiters. Sie gewannen nicht nur etliche Zweikämpfe im Mittelfeld, sondern schalteten nach Mannheimer Ballverlusten auch sehr schnell um. Die daraus resultierenden Kontergelegenheiten konnten die Blau-Weiß-Roten dank guten Rückzugsverhaltens jedoch meistens unterbinden. Die erste Großchance der Gäste entstand nach einem Freistoß von der halbrechten Seite: Aalens Stürmer Niklas Antlitz bekam am langen Pfosten aus aussichtsreicher Position den Ball zu fassen, allerdings fehlte im Abschluss die Präzision (10.). Wenige Zeigerumdrehungen später verbuchte Jannik Marx den ersten nennenswerten Mannheimer Abschluss (12.). Dieser segelte über das Tor. „Man hat von der ersten Minute an gemerkt, weshalb Aalen ganz oben steht. Das ist einfach eine Topmannschaft“, lobte Mannheims Cheftrainer Marcel Abele den Auftritt des Kontrahenten.
Sein Team hatte sich jedoch einen klaren Matchplan zurechtgelegt, um diesen anspruchsvollen Gegner zu knacken. Die ebenfalls stark agierenden Quadratestädter ließen Aalen im Spielaufbau zunächst gewähren und fokussierten sich auf Umschaltmomente. „Wir haben schon einige von diesen gehabt“, merkte Abele an. „Leider kam der letzte Pass nicht immer an.“ Mit fortschreitender Zeit stieg das Selbstvertrauen bei seiner Mannschaft. Nach einer guten halben Stunde hätten die Blau-Weiß-Roten in Führung gehen können: Der im Rückraum positionierte Teamkapitän Alexander Esswein bekam von Alexandru Paraschiv den Ball serviert. Esswein ging volles Risiko und zog volley auf das Tor ab. Da ihm der Abschluss auf dem glitschigen Untergrund jedoch über den Spann rutschte, landete der Ball neben dem Gehäuse der Gäste (35.). Wenige Minuten später scheiterte Pasqual Pander aus Nahdistanz an der kompakt stehenden Aalener Defensive (40.).
Kurz vor dem Pausenpfiff ging es nochmals etwas ruppiger zur Sache. Schiedsrichter Martin Wilke hatte alle Hände voll zu tun, um die Emotionen zu zügeln und die entstehende Rudelbildung aufzulösen. Einen unfairen oder gar grob unsportlichen Charakter nahm die Partie jedoch zu keinem Zeitpunkt an. Mit dem torlosen Remis bat Wilke schließlich zum Pausentee.
In der zweiten Halbzeit setzte sich der offene Schlagabtausch aus den ersten 45 Minuten nahtlos fort. Die Mannheimer Rasenspieler wirkten allerdings von Minute zu Minute selbstsicherer. Die Abele-Elf agierte nochmals griffiger im Zweikampfverhalten und eroberte sich nun auch mehr zweite Bälle. „In meinen Augen haben wir zu diesem Zeitpunkt die Kontrolle übernommen“, unterstrich Mannheims Cheftrainer. Aufgrund der äußerst stabilen Aalener Defensive blieben die ganz großen Torchancen jedoch weitestgehend aus. Ein verheißungsvoller Abschluss Paraschivs landete neben dem Kasten (61.). Auf der anderen Seite rettete Keeper David Nreca-Bisinger die Blau-Weiß-Roten vor einem möglichen Rückstand. Jascha Döringers Kopfball aus kurzer Distanz entschärfte Mannheims reaktionsschneller Schlussmann mit einer starken Parade (65.).
Die Partie neigte sich nun der entscheidenden Phase entgegen. Speziell um die 70. Minute wurde es turbulent. Zunächst ließ Paraschiv mit einem ansehnlichen Solo mehrere Gegenspieler stehen. Er tankte sich in den Strafraum und wurde regelwidrig zu Fall gebracht. Wilke zeigte sofort auf den Punkt und sprach den Mannheimern einen Elfmeter zu. Teamkapitän Esswein verwandelte den Strafstoß mit einem präzisen Abschluss in das linke untere Eck. Aalens Keeper Otto hatte zwar den richtigen Riecher, doch Essweins Schuss war zu wuchtig und akkurat (72.). Die Freude der Quadratestädter währte jedoch nicht lange. Praktisch im direkten Gegenzug entschied Schiedsrichter Wilke erneut auf Elfmeter. Dieses Mal allerdings für Aalen. Analog zu Esswein vollendete Maksimovic mit einem wuchtigen und flachen Abschluss zum Ausgleich. Ähnlich wie Otto hatte auch Nreca-Bisinger klug antizipiert, doch der Maksimovic-Elfmeter war einfach zu präzise (74.). „Natürlich kassieren wir das Gegentor viel zu schnell“, monierte Abele. „Das hat die Jungs und mich total genervt.“
In den verbleibenden Minuten setzten beide Mannschaften nochmals einzelne Nadelstiche und hätten eine von zahlreichen Umschalt- und Gegenstoßmomenten geprägte Partie für sich entscheiden können. Gleichzeitig wollte weder der Tabellenzweite noch der Spitzenreiter in das offene Messer laufen und am Ende als Verlierer den Platz verlassen. Folgerichtig mussten sich beide Mannschaften nach Abpfiff mit einer Punkteteilung begnügen. „Alles in allem war das ein gerechtes Unentschieden“, resümierte Abele. „Man hat gesehen, dass die zwei besten Mannschaften der Oberliga aufeinandertrafen.“ Seiner Mannschaft sprach er ein Kompliment für die Leistung aus. Der rasche Ausgleich störte zwar nicht nur ihn, die Gesamtleistung der Quadratestädter lässt die Blau-Weiß-Roten jedoch zuversichtlich in die Zukunft blicken.
Aufstellung VfR Mannheim:
Nreca-Bisinger – Akoto, Kuhn, Mißbach, Stellwagen (90. C. Becker) – Marx, Krüger, Esswein, Seifert (87. Thum) – Paraschiv (79. Tubluk), Pander
Aufstellung VfR Aalen:
Otto – Hannam, Odabas, Geyer, Kahriman – Döringer, Campagna (67. L. Groß), Maksimovic, Melo (90.+2 Ohurtsov) – Kindsvater (85. Prodanovic), Antlitz (76. Wächter)
Tore:
1:0 Alexander Esswein (72., Foulelfmeter), 1:1 Sasa Maksimovic (74., Foulelfmeter)
Schiedsrichter:
Martin Wilke (Assistenten: Luigi Satriano, Tim Walter)
Zuschauer: 1.530 -
VfR meldet sich im Meisterschaftskampf zurück
3:1-Sieg in Göppingen
(tb) Das Rennen um den Oberliga-Spitzenplatz ist wieder spannend geworden. Der VfR Mannheim löste die knifflige Aufgabe beim Regionalligaabsteiger 1. Göppinger SV, während Spitzenreiter VfR Aalen in seinem Heimspiel heute punktlos blieb.
Nach einigen nicht eingeplanten Punktverlusten in den letzten Spielen war den Rasenspielern in Göppingen ab dem Anpfiff anzumerken, dass sie sich für dieses Spiel etwas vorgenommen hatten. Bereits in der 3. Minute wurde es vor dem Göppinger Kasten gefährlich, als Torwart Piu aus kürzester Distanz gerade noch klären konnte. Im Gegenzug konnte ein Göppinger Angreifer im VfR-Strafraum kurz vor dem Einschuss gerade noch vom Ball getrennt werden.
Der VfR war von Beginn an hellwach und bestach durch schnörkellos vorgetragene Angriffe gegen das GSV-Tor. Alexander Esswein traf in der 10. Minute mit einem Distanzschuss den linken Torpfosten. In der 27. Minute lief Alexandru Paraschiv nach einem Fehlpass der Platzherren auf das GSV-Tor zu, schaffte es aber nicht, den Ball über die Linie zu drücken. In der 32. Minute gingen die Platzherren überraschend in Führung. Der VfR ging bei einer GSV-Ballstafette im Strafraum nicht energisch genug zu Werke. Luca Piljek kam auf zentraler Position zum Abschluss und gab Torwart Luca Pedretti keine Chance.
Der VfR zeigte sich unbeeindruckt und antwortete drei Minuten später, als Jannik Marx – ähnlich günstig postiert wie der Göppinger Torschütze – den Ausgleich erzielte. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Alexandru Paraschiv die Chance zur Führung, nachdem er von Tim Seifert mit einer schönen Hereingabe bedient wurde. Göppingens Torwart konnte jedoch parieren.
In der 2. Halbzeit blieb der VfR zunächst auf dem Gaspedal. In der 49. Minute wurde Pasqual Pander gekonnt auf die Reise Richtung GSV-Tor geschickt, umkurvte noch einen Abwehrspieler und vollstreckte ins lange Toreck zur VfR-Führung.
Göppingen erhöhte jetzt den Druck, fand zu teils ansehnlichem Kombinationsspiel und hatte mehrere Ausgleichschancen, so in der 53. Minute, als Torwart Luca Pedretti im letzten Moment noch eingreifen konnte. In dieser Spielphase ließen sich die Rasenspieler zu weit nach hinten zurückfallen und mussten folgerichtig leiden, da der GSV ein regelrechtes Powerplay aufzog. Mit etwas Glück und viel Geschick überstanden sie diese Druckphase und hatten sogar einige Konterchancen, z.B. in Minute 58, als Luca Stellwagen ein sehenswertes Solo über links gelang, sich am Ende aber an Torwart Piu festlief.
In der 70. Minute entschärfte Torwart Pedretti einen Freistoß aus gefährlicher Position nahe der Strafraumgrenze. Danach konnten sich die Rasenspieler schließlich befreien. In Minute 78 geriet eine Eckball-Abwehr des GSV zu kurz. Jannik Marx zog aus dem Hintergrund ab. Sein Schuss wurde von Luca Stellwagens Kopf entscheidend abgefälscht und landete im Tor der Göppinger. Die Gastgeber hatten nun ihr Pulver verschossen und die VfR-Abwehr ließ nicht mehr als zwei Fernschüsse zu, die am Tor vorbeiflogen (88.) bzw. von Torwart Pedretti entschärft wurden (89.)
In der nächsten Woche gibt der Meisterschaftskonkurrent VfR Aalen seine Visitenkarte im Rhein-Neckar-Stadion ab. Da Aalen heute keine Punkte gewann, könnte der VfR mit einem Sieg in diesem Spiel die Tabellenführung zurückerobern.
Man darf gespannt sein.
Aufstellung 1. Göppinger SV:
Piu – Frölich, Piljek (81. Vehab), Trivunic, Steinbrenner (53. Lekaj), Kececi, Schmidts, Ziesche, Lübke (73. Dicklhuber), Milisic, Babic (81. Galinec)
Aufstellung VfR:
Pedretti – Akoto, Kuhn, Sentürk (45.+1 Mißbach), Stellwagen (83. C. Becker) – Krüger, Marx, Seifert (85. Tubluk) – Paraschiv (74. Mende), Esswein – Pander (88. Veselaj)
Tore:
1:0 Piljek (32.)
1:1 Marx (35.)
1:2 Pander (49.)
1:3 Stellwagen (78.)
Schiedsrichter:
Niklas Straßer, TSV Fürfeld -
Später Dämpfer
Trotz Führung muss sich der VfR Mannheim nach einer kräftezehrenden Woche mit einem 1:1 (0:0)-Remis gegen den 1. FC Normannia Gmünd begnügen.
(mk) Auf die Euphorie folgte die kalte Dusche. Drei Tage nach dem viel umjubelten Einzug in das Finale des bfv-Pokals kam der VfR Mannheim vor heimischem Publikum gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Normannia Gmünd nicht über ein 1:1 (0:0)-Unentschieden hinaus. Nach Abpfiff verließen nicht nur die Spieler mit zerknirschtem Gesichtsausdruck den Platz, auch Cheftrainer Marcel Abele konnte seine Enttäuschung schwer verbergen. „Am Ende waren wir einfach zu lethargisch und unsauber“, hielt der Coach nüchtern fest.
Bereits zu Beginn der Partie zeichnete sich ein Geduldsspiel ab. Einerseits konnte der VfR das Geschehen über weite Strecken in die Hälfte des Gegners verlagern, andererseits unterbanden kompakt stehende Gmünder Mannheimer Großchancen. Zwar nahm Erich Berko nach knapp zehn Minuten einen langen Ball technisch sauber an, doch sein Torschuss erwies sich als unpräzise (7.). Weiteren Abschlüssen von Pasqual Pander (23., 25.) und Jannik Marx (35.) fehlte es ebenfalls an Präzision.
Mit fortlaufender Spieldauer fanden die schwäbischen Gäste auch offensiv besser in die Partie. Basierend auf einem aufopferungsvollen Zweikampfverhalten tastete sich die Blaskic-Elf ab Mitte der ersten Halbzeit langsam in Richtung blau-weiß-rotes Gehäuse. Nach einer guten halben Stunde musste VfR-Schlussmann Luca Pedretti erstmals einen wuchtigen Gäste-Abschluss entschärfen (33.). Das Publikum atmete tief durch.
Nun nahm die Partie spürbar an Fahrt auf. Kurz vor der Halbzeitpause hatte der blau-weiß-rote Anhang erstmals den Torschrei auf den Lippen, doch Gmünds reaktionsschneller Keeper Yannick Ellermann fischte Panders sauberen Schlenzer von der linken Strafraumkante aus dem Winkel (38.). Dass dieser blitzsaubere Abschluss seinen Weg nicht ins Tor fand, war keineswegs Ausdruck Mannheimer Schlampigkeit, sondern das Resultat einer bärenstarken Torhüterleistung. Somit ging es für optisch überlegene Quadratestädter gegen klug agierende Schwaben mit einem torlosen Remis in die Kabinen.
Wer nach Wiederanpfiff auf einen Leistungseinbruch der Gäste hoffte, wurde sofort eines Besseren belehrt. Zunächst konnte sich der VfR sogar glücklich schätzen, dass Gmünds Toptorjäger Alexander Aschauer eine Hereingabe nur um Haaresbreite verpasste (48.). Nichtsdestotrotz blieben die Rasenspieler tonangebend und erzielten nach einer ansehnlichen Kombination schließlich den erlösenden Führungstreffer durch Tim Seifert. Der Mittelfeldspieler kam im Strafraum aus guter Position zum Abschluss und belohnte seine Mannschaft und sich für den hohen Aufwand (58.). Die Freude über den vermeintlichen Durchbruch in dem nicht unerwarteten Geduldsspiel war groß. Vieles deutete nun auf einen klassischen Arbeitssieg hin, doch es kam anders als erwartet.
Gmünd ließ den Kopf nicht hängen, sondern verlagerte mit griffigem Zweikampfverhalten die Partie peu à peu in die Mannheimer Hälfte. Der VfR verpasste es wiederum, die sich bietenden Kontergelegenheiten konsequent zu nutzen. Das zweite Mannheimer Tor lag zwar nicht in der Luft, doch in Anbetracht der sich bietenden Räume war das 2:0 möglich.„Mit der Führung im Rücken hätten wir die Partie viel sauberer zu Ende spielen müssen. Mehrfach liefen wir in Überzahl auf die Kette“, monierte Abele. „Wir müssen einfach das zweite Tor erzielen.“
Trotz hohen Gmünder Engagements und suboptimalen Mannheimer Konterspiels bahnte sich allerdings bis in die Nachspielzeit ein blau-weiß-roter Sieg an. Großchancen der Gäste blieben weiterhin Mangelware. Des Weiteren dezimierte der Platzverweis von Tim Grupp (89.) die Schwaben zusätzlich. Allerdings eröffnete sich in der Nachspielzeit nochmals eine Gmünder Freistoßgelegenheit aus halblinker Position. Die hohe Flanke fand über Christian Kuhns Rücken auf höchst unglückliche Weise den Weg ins eigene Tor und besiegelte zwei schmerzhafte Mannheimer Punktverluste (90.+5). „Unsere Schwäche bei hohen Bällen ist auch kein Geheimnis mehr“, erklärte ein enttäuschter Abele, der den Fokus nun auf die Absicherung des zweiten Tabellenplatzes legt.
Aufstellung VfR Mannheim:
Pedretti, Akoto, Mißbach (71. Sentürk), C. Becker, Rona (55. Krüger), Marx, Mende, Esswein, Seifert (77. Kuhn), Pander (70. Okwubor), Berko (75. Veselaj)
Aufstellung 1. FC Normannia Gmünd:
Ellermann, Staiger, Grupp, Hofmeister (69. Filipovic), Aschauer, Gnaase, Rössler (78. Körner), Molinari, Avigliano (85. Milojkovic), Wilhelm, Rapp (78. Kundruweit)
Tore:
1:0 Tim Seifert (58.) 1:1 Christian Kuhn (90.+5, Eigentor)
Besondere Vorkommnisse: Rote Karte: Tim Grupp (1. FC Normannia Gmünd, 89.)
Schiedsrichter: Julian Gumz (Assistenten: Valentin Roeck, Pascal Heller)
Zuschauer: 312 -
Pokalthriller in Sandhausen
VfR siegt im Elfmeterschießen
(tb) Der VfR Mannheim steht im Finale des bfv-Pokals. In einer emotionalen Achterbahnfahrt gerieten die Rasenspieler beim favorisierten Regionalligisten SV Sandhausen zunächst in Rückstand, drehten die Partie und sahen in doppelter Überzahl kurz vor Ende der Verlängerung bereits wie der sichere Sieger aus. Sandhausen schaffte aber noch einmal den Ausgleich und rettete sich ins Elfmeterschießen. Dort neigte sich die Waage mal zur einen, mal zur anderen Seite. Am Ende parierte VfR-Schlussmann Davis Nreca-Bisinger den 7. Elfmeter und Christoph Becker versetzte mit seinem entscheidenden Treffer Spieler, Funktionäre und Anhang des VfR in einen Begeisterungstaumel.
Der SV Sandhausen begann nervös. Der VfR zeigte sich gut organisiert und ließ zunächst nicht mehr als ein paar Halbchancen zu. Nach 20 Minuten wurde Sandhausen stärker und drückte den VfR in die Defensive. In der 29. Minute hatten die Rasenspieler Glück, dass der SVS im Strafraum nicht entschlossen genug agierte und konnten das Leder rechtzeitig aus der Gefahrenzone befördern. Fünf Minuten danach musste sich Torwart David Nreca-Bisinger gewaltig strecken, und drehte einen Schuss aus kurzer Distanz noch um den Pfosten ins Tor-Aus.
In der 44. Minute hatte der VfR die Riesenchance, in Führung zu gehen. Essweins Flanke von links landete bei Pasqual Pander, der aus kurzer Distanz zum Schuss kam, aber an SVS-Torwart Schneller scheiterte., In der Nachspielzeit der 1. Hälfte bekam Sandhausen zum wiederholten Mal einen Freistoß in Strafraumnähe zugesprochen, der diesmal die Führung der Gastgeber nach sich zog. Die hohe Hereingabe in den Strafraum landete auf dem Kopf von Akmestanli, der keine Mühe hatte, zur nicht unverdienten Führung für die Gastgeber zu vollstrecken.
Der VfR kam gut aus der Kabine und trug sein Spiel beherzt nach vorne. Ab Minute 54 startete er eine Drangphase, in der Torwart Schneller mit starken Paraden die Gastgeber-Führung erfolgreich verteidigte. In der 61. Minute gelang dem VfR aber der Ausgleich. Alexander Esswein brachte einen Freistoß von links hoch in den Strafraum. Die Kopfballabwehr geriet zu kurz und der Ball landete beim günstig postierten Jannik Marx, der überlegt vollstreckte.
In der 73. Minute sah der bereits gelb verwarnte Marmutovic nach einem Foul die Ampelkarte. Sandhausen zog sich zurück, der VfR zog das Spiel geduldig und routiniert in die Breite und nutzte so seine Überzahl. Gegen Ende der regulären Spielzeit kamen die Rasenspieler, die jetzt sichtlich die Entscheidung noch in der regulären Spielzeit suchten, zu einigen weiteren Chancen, doch Torwart Schneller parierte Luca Stellwagens Schuss (82.) und Shaban Veselaj verfehlte das Tor zweimal nur knapp (88. und 90.)
Es ging also in die Verlängerung und der VfR bleib am Drücker. Von den dezimierten Gastgebern war kaum noch etwas Konstruktives zu sehen. In der 110. Minute schwächten sie sich erneut, denn auch der Torschütze Akmestanli musste nach einer weiteren Gelb-Roten Karte unter die Dusche. Der VfR – nun in doppelter Überzahl - drängte auf den Siegtreffer und spielte regelrechtes Powerplay. Das Eckballverhältnis des gesamten Spiels hatte er inzwischen auf 14:2 zu seinen Gunsten hochgeschraubt. Beim SVS musste in Minute 115 ein weiterer Spieler außerhalb des Platzes behandelt werden und der VfR schlug zu. Eine herrliche Außenristflanke von Alexander Esswein landete in der Nähe des langen Pfostens. Volkan Rona lauerte dort und beförderte den Ball per Hechtkopfball ins SVS-Tor. Begeisterung im VfR-Lager.
Doch Sandhausen kam überraschend noch einmal zurück. Viele Spielunterbrechungen hatten eine überdimensional lange Nachspielzeit von sechs Minuten nach sich gezogen. Sandhausen stürmte mit dem Mut der Verzweiflung und brachte das Spielgerät in der dritten Minute der Nachspielzeit noch einmal in den VfR-Strafraum. Dort hielt der eingewechselte Osee einfach mal drauf und schaffte den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich.
Es ging nun ins Elfmeterschießen. Das entschied der VfR für sich und sorgte für lange nicht mehr erlebte Glücksgefühle bei allen, die es mit den Rasenspielern halten. Was für ein Spiel – was für eine Dramatik!
Aufstellung SV Sandhausen:
Schneller – K. Schulz, Kolbe (120. de Meester), Tarnat, Marmutovic, Wagner (38. M. Schulz; 61. Krauße), Herrmann (87. Osee), Halbauer (105. Zahnen Martinez), Akmestanli, Gipson, Ramsak
Aufstellung VfR:
Nreca-Bisinger – Akoto, Kuhn (106. Okwubor), Sentürk, Stellwagen – Krüger, Marx (106. C. Becker) – Paraschiv (100. Mende), Esswein – Pander (69. Rona), Berko (71. Veselaj)
Tore:
1:0 Akmestanli (45.+3)
1:1 Marx (62.)
1:2 Rona (115.)
2:2 Osee (120.)
Elfmeterschießen:
3:2 Tarnat
3:3 Rona
Ramsak (SVS - über das Tor)
Sentürk (VfR – gehalten)
4:3 K. Schulz
4:4 Krüger
Gipson (SVS – über das Tor)
4:5 Veselaj
5:5 de Meester
Esswein (VfR – gehalten)
6:5 Krauße
6:6 Okwubor
Zahnen Martinez (SVS – gehalten)
6:7 C. Becker
besondere Vorkommnisse:
Gelb-Rot Marmutovic (SVS 73.)
Gelb-Rot Akmestanli (SVS 110.)
Gelb-Rot Loviso (Sportdirektor SVS 113.)
Schiedsrichter:
Marc Heiker, TSV Kürnbach -
Deutlicher Sieg nach Rückstand
6:2-Sieg beim FSV Bietigheim-Bissingen
(tb) Nach einem regelrechten Stotterstart besann sich der VfR auf seine Fähigkeiten, drehte die Partie und fuhr letztendlich mit einem deutlichen Auswärtssieg nach Hause.
Trotz optimaler Wetterbedingungen hatte man sich in Bissingen entschlossen, die Begegnung auf Kunstrasen auszutragen. Zu Beginn mühte sich der VfR um Dominanz, blieb aber gegen eine gut organisierte Bissinger Abwehr zunächst ohne klare Torchance. Lediglich Volkan Rona hatte in Minute 15 die Möglichkeit zur Führung. Sein Kopfball strich jedoch über die Torlatte. Der VfR hatte bis dahin zwar Feldvorteile, blieb aber in der Offensive ideenlos. Das gab den abstiegsbedohten Hausherren, die nun ihrerseits begannen, das Spiel nach vorne zu tragen, sichtlich Auftrieb. In der 19. Minute konnte die VfR-Abwehr den Ball nicht entscheidend aus der Gefahrenzone befördern. Nach zu kurzer Abwehr kam Justin Keklik an der Strafraumgrenze zum Schuss und der Ball schlug zum Entsetzen des mitgereisten VfR-Anhangs zur Bissinger Führung im VfR-Tor ein.
Der VfR blieb offensiv weiterhin zahnlos und zeigte sich bedenklich schwach in den Zweikämpfen. In der 33. Minute lief er darüber hinaus in einen schulmäßig vorgetragenen Konter des FSV, den Fabio Carneiro de Carvalho zur 2:0-Führung abschloss. Erinnerungen an das zuletzt verlorene Nöttingen-Spiel wurden wach.
Endlich besannen sich die Rasenspieler und Kevin Krüger stieß auf der linken Angriffsseite in den sich bietenden freien Raum vor. Seine präzise Hereingabe landete bei Erich Berko, der keine Mühe hatte, den Anschlusstreffer zu erzielen (39.). Kurz vor dem Pausenpfiff gelang Alexander Esswein mit einem präzisen Außenristschuss ins lange Eck der Ausgleich.
Fünf Minuten nach dem Seitenwechsel enteilte der eingewechselte Pasqual Pander seinen Bewachern, lief alleine auf das FSV-Tor zu und beendete mit einem präzisen Schuss ins lange Toreck seine persönliche Torflaute aus den letzten Pflichtspielen.
Mit der Führung im Rücken schienen beim VfR alle Blockaden gelöst und es zeigte sich nun eindeutig, wer Chef im Ring ist. Erich Berko erzielte per Kopf das 2:4 (60.) Sechs Minuten später ging Tim Seifert auf der linken Angriffsseite schön durch und Alexandru Paraschiv hatte in der Mitte keine Mühe, seine Hereingabe zum 2:5 zu verwerten. In Minute 68 wurde Pasqual Pander im Strafraum gefoult. Die Schiedsrichterin zeigte auf den Punkt und Umut Sentürk verwandelte den Elfmeter sicher. Bissingen hatte dem VfR-Angriffswirbel nun nichts mehr entgegen zu setzen. Pasqual Pander hatte noch zwei weitere Einschussmöglichkeiten (72. und 76.), jedoch blieb es beim deutlichen 6:2-Sieg des VfR.
Aufstellung FSV Bietigheim-Bissingen:
Burkhardt – Fitze (64. Scheele), Andric, Ikpide, Selimi, Kuengienda (70. Dautaj), Götz (80. Kardumovic), Uslu (64. Albrecht), Kleinmann, Carneiro de Cavalho (46. Yalcin), J. Keklik
Aufstellung VfR:
Nreca-Bisinger – C. Becker, Mißbach (40. Marx), Kuhn, Sentürk – Rona (40. Pander), Krüger (67. Okwubor), Stellwagen (63. Seifert) – Paraschiv, Esswein – Berko (67. Mende) Tore:
1:0 J. Keklik (19.)
2:0 Carneiro de Cavalho (33.)
2:1 Berko (38.)
2:2 Esswein (45+2)
2:3 Pander (50.)
2:4 Berko (60.)
2:5 Paraschiv (66.)
2:6 Sentürk (69. Foulelfmeter)
Schiedsrichter:
Sina Gieringer, Sinzheim
-
Böses Erwachen für den VfR
0:3 gegen starke Nöttinger
(tb) Der VfR Mannheim hat im Meisterschaftsrennen einen bitteren Rückschlag erlitten. Nach einer schwachen Leistung musste er die drei Punkte den Gästen vom FC Nöttingen überlassen.
Nöttingen zeigte sich von Beginn an gut organisiert und spielfreudig. VfR-Torwart musste bereits in der 6. Minute nach einem Distanzschuss eingreifen. Der VfR spielte zunächst mit und hätte in der 10. Minute in Führung gehen können, als Umut Sentürk mit einer Flanke von links Pasqual Pander am langen Pfosten bediente, der den Ball jedoch nicht richtig traf und vorbeischoss. Zwei Minuten später konnte der frühere VfR-Torwart Can Tayar eine weitere Torchance Panders zur Ecke klären. Kurz darauf flankte Alexander Esswein zu Alexandru Paraschiv, der aus aussichtsreicher Position knapp verpasste. In der 23. Minute wurde ein Freistoß von Alexander Esswein kurz vor dem Einschlag im Nöttinger Tor geklärt.
Nöttingen überbrückte das Mittelfeld schnell und tauchte immer mal wieder gefährlich vor dem VfR-Tor auf, ohne aber die ganz großen Chancen zu kreieren. Torlos ging es in die Pause.
Wer nach Wiederanpfiff einen druckvoller auftretenden VfR Mannheim erhoffte, wurde enttäuscht. Die Partie verflachte zusehends und wurde nickliger. In Minute 48 stieg der bereits gelbbelastete Raphael Akoto an der Mittellinie überhart in einen Zweikampf ein und musste daraufhin mit Gelb-Rot den Platz verlassen. Der nun dezimierte VfR musste sich neu sortieren. Darüber hinaus hemmten viele Spielunterbrechungen seine Bemühungen, den nötigen Spielfluß aufzubauen. Nöttingen kam auf und zwang Torwart Nreca-Bisinger in der 55. Minute zu einer Glanzparade. Zwei Minuten später wehrte die VfR-Abwehr eine Hereingabe zu kurz ab direkt vor die Füße von Nöttingens Krajinovic, der den Ball per Sonntagsschuss in den rechten Torwinkel zur Nöttinger Führung beförderte.
Der VfR agierte immer zerfahrener. Das Passspiel ließ die nötige Präzision vermissen. Steilpässe kamen in der Spitze nicht an und Eckbälle fanden keinen Abnehmer. Offensivaktionen blieben Mangelware und es war Torwart Nreca-Bisinger, der mit Paraden in der 74. und 82. Minute die Mannschaft noch im Spiel hielt. Es dauerte bis zur 84. Minute, bis Alexander Esswein eine realistische Ausgleichschance bekam, jedoch konnte Nöttingens Torwart seinen Schuss entschärfen.
Immerhin folgte nun noch eine Schlussoffensive, die jedoch an der gut gestaffelten Nöttinger Abwehr ohne Erfolg blieb. Stattdessen konnten die Gäste das Ergebnis mit zwei Treffern noch in die Höhe schrauben.
Mannheims sichtlich enttäuschter Cheftrainer Marcel Abele sprach anschließend von einer verdienten Niederlage. Er bescheinigte seiner Mannschaft durchaus den nötigen Kampfgeist, jedoch war sie an diesem Tag nicht in der Lage, ein gutes Spiel zu zeigen. Dass die Mannschaft es besser kann, habe sie oft genug bewiesen. Jetzt gelte es, die Niederlage aufzuarbeiten und in den nächsten Spielen wieder in die Spur zu kommen.
Aufstellung VfR:
Nreca-Bisinger – Akoto, Mißbach, Kuhn, Sentürk (56. Stellwagen) – Krüger, Marx (76. Okwubor) – Paraschiv (79. Berko), Esswein – Pander, Veselaj (53. C. Becker)
Aufstellung FC Nöttingen:
Can Tayar – Zimmermann, Krajinovic (90.+1 Zenner), Savvidis (81. Weißer), Mijic (72. Leonidis), Sahiti (77. Waldraff), Fassler, Hamka, Rabold (64. Sarikaya), Hoffmann, Catanzano
Tore:
0:1 Krajinovic (57.)
0:2 Hamka (90.)
0:3 Leonidis (90.+2)
besondere Vorkommnisse:
48. Gelb-Rote Karte für Raphael Akoto (wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter:
Lauritz-Philipe Hafner (VfL Nagold) -
Viel Selbstvertrauen getankt
Rasenspieler bezwingen Regionalligaspitzenreiter SGV Freiberg in einer ereignisreichen Generalprobe mit 6:4 (5:2)
(mk) Zum Abschluss der Wintervorbereitung konnte der VfR Mannheim nochmals viel Selbstvertrauen tanken. Gegen den SGV Freiberg, Spitzenreiter der Regionalliga Südwest, setzten sich die Blau-Weiß-Roten in einer torreichen wie auch unterhaltsamen Begegnung mit 6:4 (5:2) durch. Nach Abpfiff blickten die anwesenden Zuschauer in viele zufriedene Gesichter. Sowohl das Resultat als auch die Leistung sorgten für gute Laune. „Speziell in den Zweikämpfen war eine hohe Intensität zu beobachten. Dass wir schlussendlich sechs Tore gegen diesen Gegner schießen, ist ebenfalls super“, lobte VfR-Coach Marcel Abele, schob jedoch sogleich mahnend hinterher: „Es war jetzt allerdings auch nur ein Testspiel. In Ravensburg wartet nächste Woche der erste richtige Prüfstein auf uns.“
Aus Perspektive der Rasenspieler begann die Begegnung furios. Keine Minute war vergangen, da verwertete Pasqual Pander eine Steilvorlage Alexandru Paraschivs zur frühen Führung (1.). In der folgenden Zeit begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Nach einer guten Viertelstunde fing sich der VfR aufgrund eines gravierenden Fehlers im Spielaufbau jedoch den vermeidbaren Ausgleich. Meghon Valpoort hatte leichtes Spiel und netzte zum 1:1 ein (16.). „Mich haben diese Gegentore sehr genervt“, merkte Abele kritisch an. Speziell die Art und Weise, wie Freiberg seine Treffer erzielte, stieß ihm etwas sauer auf: „Wir haben wieder Geschenke verteilt und zu viele individuelle Fehler produziert.“ Zwei Minuten später klingelte es erneut im Kasten von David Nreca-Bisinger. Dieses Mal kombinierte sich der Regionalligaspitzenreiter ansehnlich in den Mannheimer Strafraum und bediente den freistehenden Marius Köhl (18.).
In der leidenschaftlich geführten Begegnung ging es weiter hoch her. Ein Klassenunterschied machte sich jedoch nach wie vor nicht bemerkbar. Stattdessen bekam Pander wenige Zeigerumdrehungen nach dem 1:2 einen präzisen Vertikalpass zu fassen und drang in den Freiberger Strafraum. Da ihn sein Gegenspieler nur regelwidrig vom Ball trennen konnte, entschied der Unparteiische Marc Heiker auf Foulelfmeter. Den fälligen Strafstoß setzte Teamkapitän Alexander Esswein links unten ins Netz (23.). Bis zum Pausenpfiff erzielte der VfR noch drei (!) weitere Treffer. Zunächst tankte sich Paraschiv auf der linken Angriffsseite durch und flankte in den Strafraum. Der Ball rutschte Freibergs Keeper Benedikt Paul Grawe quasi durch die Handschuhe und schlitterte somit über die Linie (29.). Da Freibergs Mehdi Hetemaj das Leder zuletzt berührte, wurde dieser bizarre Treffer als Eigentor gewertet. Besonders kurios: Das 4:2 ähnelte in der Entstehung dem vorherigen Treffer auf frappierende Weise, da Grawe abermals ein sicher geglaubter Ball durch die Handschuhe rutschte. Shaban Veselaj stand goldrichtig und schob den Abpraller locker ins Tor ein. Damit war der Torreigen aber noch nicht abgeschlossen. Praktisch mit dem Pausenpfiff zog Pander nochmals von der rechten Seite etwas weiter ins Zentrum und beförderte das Leder von der Strafraumkante ins Tor (45.). In Anbetracht von fünf Treffern in einer Halbzeit wollte sich auch Marcel Abele über die Chancenverwertung nicht allzu sehr beschweren. „Wir haben zwar zwei bis drei gute Gelegenheiten liegen gelassen. Alles in allem war es in diesem Bereich aber in Ordnung“, betonte Abele lobend.
Wer in der zweiten Halbzeit mit wütendem Freiberger Dominanzfußball rechnete, wurde rasch eines Besseren belehrt. Zwar reduzierte Gal Grobelnik den Rückstand nach einem Foulelfmeter (52.), doch der VfR ließ sich keineswegs in der eigenen Hälfte einschnüren. Nichtsdestotrotz markierte der Regionalligaspitzenreiter nach einer vermeidbaren Ecke den Anschluss. Julian Kudalas sehenswerter Treffer fiel hierbei in die Kategorie Tor des Monats. Sein Hammer aus ca. 20 Metern schlug unhaltbar in den linken Winkel ein (62.).
Beiden Mannschaften war nun anzumerken, dass sie die Generalprobe vor dem Ligastart unbedingt siegreich gestalten wollten. Intensive Laufduelle gepaart mit einem forschen Zweikampfverhalten prägten in der verbleibenden Spielzeit die Partie. „Wir haben gegen den Spitzenreiter der Regionalliga auch körperlich sehr gut mitgehalten. Ich habe in diesem Bereich keinen Unterschied gesehen“, hielt Abele zufrieden fest. Die Pointe eines wahrlich packenden Testspiels setzte schließlich der VfR mit dem abschließenden Angriff. Erich Berko vollendete eine ansehnlich vorgetragene Mannheimer Offensivaktion. Esswein bekam Enes Tubluks präzisen Vertikalpass zu fassen und legte für den ehemaligen Zweitligaprofi mustergültig ins Zentrum ab. Berko schob locker ein und markierte somit den Endpunkt der turbulenten Begegnung. „Wir werden diese Partie nun einordnen und alles analysieren“, erklärte Abele nach dem aus seiner Perspektive besten Testspiel der Vorbereitung. Für den Ligaauftakt scheint der VfR nun bestens gewappnet zu sein. Die Vorfreude auf das Ende der knapp dreimonatigen Winterpause dürfte nicht nur beim Coach der Rasenspieler sehr groß sein.
Aufstellung VfR Mannheim:
Nreca-Bisinger (54. Pedretti) – Akoto (83. C. Becker), Mißbach (83. Seifert), Kuhn, Sentürk (58. Rona) – Marx (83. Okwubor), Krüger – Paraschiv (85. Tubluk), Esswein, Pander (58. Stellwagen) – Veselaj (71. Berko).
Aufstellung SGV Freiberg:
Grawe – Bradara (46. Lokaj), Engel (30. Adigo, 80. Kuranyi), Polauke (46. Ballas), Laupheimer (46. Schmidt) – Petö (46. Cerkez), Kehl-Gomez, Köhl (46. Pietzsch), Gouras (46. Grobelnik) – Hetemaj, Valpoort (46. Zie).
Schiedsrichter: Marc Heiker -
Souveräner Testspielerfolg
Rasenspieler bezwingen Hessenligisten Pohlheim 2:0 (1:0)
(mk) Nach dem souveränen 2:0 (1:0)-Auswärtssieg beim FC Turabdin-Babylon Pohlheim machte sich beim VfR Mannheim Zufriedenheit breit. Sowohl der Auftritt als auch das Ergebnis konnten sich sehen lassen. „Das war ein guter Test“, hält VfR-Cheftrainer Marcel Abele fest. „Mit der Leistung bin ich einverstanden.“ Zur Einordnung: Pohlheim rangiert in der Hessenliga, dem Pendant zur Oberliga Baden-Württemberg, gegenwärtig auf dem fünften Rang.
Auf dem Kunstrasenplatz in Hattersheim nahmen die laufstarken Rasenspieler von Beginn an das Zepter in die Hand. Basierend auf effizientem Gegenpressing schnürten die Mannheimer den Gegner früh in der eigenen Hälfte ein. Folgerichtig resultierte das griffige Zweikampfverhalten rasch in erste Torchancen: Alexandru Paraschivs Flachschuss aus aussichtsreicher Position segelte knapp am gegnerischen Gehäuse vorbei, Shaban Veselaj scheiterte wiederum am Pfosten. Wenige Augenblicke später stand der emsige Veselaj erneut im Mittelpunkt des Geschehens. Dieses Mal blieb der gegnerische Keeper Niklas Julian Linke im Eins-gegen-eins-Duell jedoch der Sieger und entschärfte den Ball. Nach 25 Minuten verwertete Paraschiv schließlich eine Vorarbeit Alexander Essweins zur überfälligen 1:0-Führung (25.). Aufgrund drückender Mannheimer Dominanz konnte Pohlheim in den ersten 45 Minuten wenige offensive Akzente setzen. Lediglich ein erfolgreicher Umschaltmoment zwang Mannheims Schlussmann Luca Pedretti zu einer Parade.
In der zweiten Halbzeit setzte sich der Spielfilm nahtlos fort: Der VfR blieb tonangebend und erhöhte nach gut 50 Minuten durch Kevin Krüger, der sehenswert freigespielt wurde, auf 2:0 (52.). Bevor nach einer guten Stunde die Feldspieler komplett ausgetauscht wurden, hätte Paraschiv mit etwas mehr Effizienz im Abschluss sogar auf 3:0 erhöhen können. Aufgrund der Vielzahl hochkarätiger Chancen hätten die Rasenspieler zum Zeitpunkt des Zehnfachwechsels durchaus höher führen können. „Da geht auf jeden Fall mehr“, betont Abele.
Mit den frischen Kräften auf dem Feld änderte sich das Spielgeschehen nicht. Die größte Gelegenheit auf den dritten Treffer der Partie hatte Marvin Kadner, auch Isaac Okwubor verbuchte noch zwei bis drei Halbchancen. Auf der anderen Seite verbrachte Pedretti vor den Toren Frankfurts einen weitestgehend ruhigen Abend. Pohlheim prüfte den blau-weiß-roten Keeper nochmals mit einem Kopfball, den dieser jedoch reaktionsschnell klärte. „Wir haben den Gegner weitestgehend vom eigenen Tor ferngehalten“, lobt Abele auch das Spiel gegen den Ball. Anerkennende Worte gab es auch für die Laufleistung, das „giftige“ Zweikampfverhalten sowie die damit verbundene Dominanz.
Aufstellung VfR Mannheim: Pedretti – Akoto, Kuhn, Mißbach, Sentürk, Marx, Krüger, Esswein, Paraschiv, Pander, Veselaj.
Aufstellung VfR Mannheim (ab 64. Minute): Pedretti – Rona, C. Becker, Tokcan, Stellwagen, Seifert, Nasraoui, Wemhoener, Kadner, Okwubor, Berko.
Aufstellung FC Turabdin-Babylon Pohlheim: Linke – Mukasa, A. Toprak, Akulinin, Celik, Mahmuti, Taffemer, Sidon, J. Toprak, Oberheim, Freese.
Einwechslungen Pohlheim: Wiessner (46.), Yokochi (61), Strack (76), Filsinger, Alpsoy, Babovic, Gaertner, Kayembe, Aoyama, Mitsuhiro (alle 83.).
Tore:
0:1 Paraschiv (25.) 0:2 Krüger (52.)
Schiedsrichter: Marcel Göttel -
VfR beim Feinschliff
3:1 im Testspiel gegen die SG Heidelberg-Kirchheim
(tb) Der VfR Mannheim hat mit einem Sieg gegen des Verbandsligisten SG Kirchheim auch sein viertes Testspiel erfolgreich absolviert.
Über weite Strecken des 1. Durchgangs schienen die Rasenspieler ihr Hauptaugenmerk auf ihr Kombinationsspiel im Mittelfeld und ihre jeweilige Positionierung im Mannschaftsgefüge zu legen. Jedenfalls fehlte der Drang zum Tor und damit die Spielhöhepunkte, von gefährlichen Torszenen ganz zu schweigen. Die SGK funkte immer wieder dazwischen und setzte ihrerseits Nadelstiche mit quirligem Spielaufbau. Nach einer Hereingabe von links kam Sinisa Sprecakovic - sträflich alleingelassen - Nähe Strafraumgrenze zum Schuss und ließ VfR-Torwart David-Nreca-Bisinger keine Abwehrchance.
Die Rasenspieler empfanden den Gegentreffer offensichtlich als Weckruf und attackierten nun etwas konsequenter das Gästetor. Alexandru Paraschiv wurde in Minute 37 in zentraler Position angespielt und erzielte den Ausgleich. Kurz vor dem Pausenpfiff nahm sich dann Jassem Nasraoui ein Herz und zog aus halbrechter Position einfach mal ab und schon senkte sich das Leder ins lange Eck zur VfR-Führung.
Die erste Gelegenheit in der 2. Halbzeit hatten die Gäste, setzten aber einen zunächst aussichtsreich erscheinenden Kopfball weit neben das Tor. Nach dem Austausch fast der gesamten Mannschaft wurden die Aktionen des VfR etwas zielstrebiger. Die Mannschaft verstärkte den Druck und erarbeitete sich eine Reihe von Torchancen, die aber zunächst ohne Erfolg blieben. Man schrieb bereits die 89. Minute, als Volkan Rona im Getümmel vor dem Kirchheimer Tor zum Endstand von 3:1 abstaubte. Last-Minute-Neuzugang Erich Berko kam übrigens zu seinem Debut im VfR-Trikot, bewegte sich gut und ließ während seiner halbstündigen Einsatzzeit in einigen Aktionen sein Können aufblitzen.
Aufstellung VfR:
Nreca-Bisinger (60. Pedretti) – Akoto, Kuhn (60. Krüger), Seifert (60. Okwubor) – Marx (60. Sentürk), Wemhoener (60. Rona), Tokcan (60. Berko), Paraschiv (60. Pander) – Kadner (60. Mißbach), Veselaj (60. Esswein), Nasraoui (60. Stellwagen)
Aufstellung SG Heidelberg-Kirchheim:
Gaber – Bittler (55. Hartmann), Rehm (72. Steinmann), Zajimovic (55. Kietzmann), Haffa, Celik (55. Johann), Ebert (55. Zimmermann), Aed (72. Wein), Heller, Kiefer, Sprecakovic (55. Reiß)
Tore:
0:1 Sprecakovic (34.)
1:1 Paraschiv (37.)
2:1 Nasraoui (43.)
3:1 Rona (89.)
Schiedsrichter:
Christopher Funk, DJK/FC Ziegelhausen-Peterstal