Beiträge von Fussballromantiker

    15.Spieltag
    SV Wiesbaden 1899 6:0 Türkischer SV Wiesbaden

    350 Zuschauer


    Am 15.Spieltag kam es in der Gruppenliga Wiesbaden zum "Derby" und Abstiegsduell zwischen dem Traditionsverein SV Wiesbaden 1899 und dem Türkischen SV, das im wunderschönen Helmut-Schön-Sportpark (ehemals Stadion an der Berliner Straße) ausgetragen wurde. Das Stadion grenzt direkt an die Arena des SV Wehen Wiesbaden, der aktuell in der 3.Liga beheimatet ist. Die Gegensätze könnten allerdings nicht größer sein. Auf der einen Seite die Arena, die von außen eine Ähnlichkeit mit typischen Logistikzentren aufweist und nach dem Hauptsponsor benannt ist, auf der anderen Seite ein schönes, altes Stadion mit Laufbahn für den Breitensport, benannt nach der deutschen Trainerlegende Helmut Schön (Weltmeister-Trainer von 1974). Auf der einen Seite der sportlich und wirtschaftlich erfolgreiche Drittligist, der mittlerweile konstant weit über 2.000 Zuschauer nach Wiesbaden lockt, auf der anderen Seite ein Gruppenligist, der vor wenigen hundert Zuschauern um den Klassenerhalt in der siebten Liga kämpft.

    Dennoch versprüht der SV Wiesbaden 1899 Charme. Schon die Eintrittskarte ist weltklasse, darauf steht: "Keine Eintrittskarte. Sondern dein Ticket ins persönliche Fußballglück. Genau hier, im Helmut-Schön-Sportpark. Wo Fußball noch Fußball ist. Echt und unverfälscht. Mit Tradition. Aus Leidenschaft. Viel Spaß!" Den Verkauf übernehmen die Spieler und Spielerfrauen der zweiten Mannschaft, die kurz vorher noch selbst gegen das runde Leder traten. Da sei es auch fast verziehen, wenn die Wurst noch nicht zum Anpfiff fertig ist. Das Stadion überzeugt mit einer schönen Tribüne mit zahlreichen Sitzplätzen und den Stehrängen gegenüber. Früher gab es mit der "Bagaasch Wiesbaden" auch mal einen Fanclub, eine Zaunfahne oder gruppenbezogene Kleidung war allerdings nicht erkennbar. Aber eine Trommel sowie Anfeuerungsrufe vom kleinen Stimmungsblock neben der Sprecheranlage waren definitiv zu hören. Ohne den Damen und Herren jedoch zu Nahe treten zu wollen, fehlt hier leider der Nachwuchs, denn die Vierzig dürften alle stimmgewaltigen Zuschauer gehabt haben.
    Spaß hatten sie aber allemal, denn der SV Wiesbaden 1899 dominierte dieses Abstiegsduell gegen den ersatzgeschwächten Türkischen SV von Beginn an, bereits nach 16 Minuten durften die Anhänger des Traditionsvereins dreimal jubeln. In der zweiten Halbzeit ergab sich das gleiche Bild und der SVW erhöhte vor gut besuchten 350 Zuschauern auf 6:0. Mit diesem Ergebnis konnte sich der Wiesbadener Traditionsverein etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen, während der Türkische SV ganz tief in den Tabellenkeller rutscht.

    13.Spieltag

    VfB Bretten 2:0 VfL Kurpfalz Neckarau

    250 Zuschauer


    Am 13.Spieltag traf in der Verbandsliga Baden der VfB Bretten auf den VfL Kurpfalz Neckarau aus Mannheim. Beide Mannschaften stecken tief im Abstiegskampf und vor der Partie trennte die Kontrahenten bloß ein Punkt. Eine weitere Gemeinsamkeit der beiden Klubs ist, dass sie vor der Saison aus der Landes- in die Verbandsliga aufstiegen. Das Spiel brachte demnach tabellarisch eine enorme Brisanz mit.


    Gespielt wurde im 8.000-Zuschauer fassenden Stadion „VfB-Platz im Sportzentrum“, was aufgrund der Größe auf eine höherklassige Vereinshistorie vermuten lässt. in den 50er Jahren schaffte es der VfB Bretten auch tatsächlich mal bis in die damals drittklassige 1.Amateurliga, danach war man aber überwiegend in der Landes- und Bezirksliga aktiv waren. Anders der Gegner in der Verbandsligapartie aus dem Mannheimer Stadtteil Neckarau. Der VfL Kurpfalz Neckarau entstand 2011 durch die Fusion des VfL mit dem VfB Kurpfalz Neckarau. Vor allem der VfL Neckarau erlangte jedoch Bekanntheit über die Stadtgrenzen der damaligen Fußballhochburg Mannheim hinaus, denn bis in die 50er Jahre konnte der Klub immer wieder erstklassig für Aufmerksamkeit sorgen und selbst danach blieb man bis in die 70er Jahre – mit einer Ausnahme – mindestens drittklassig. Der Erfolg des VfL in der frühen Nachkriegszeit wird auf ewig mit Vereinslegende und Nationalspieler Fritz Balogh verbunden sein, der nach einem Spiel in München aus dem fahrenden Zug stürzte und leider viel zu früh verstarb.


    Am Freitagabend ging es also im Abstiegskampf der Verbandsliga um wichtige Punkte. Die etwa 250 anwesenden Zuschauer sahen eine kampfbetonte erste Halbzeit, in der die Heimmannschaft überlegen war und verdient mit 2:0 in Führung ging. Insbesondere nach den Toren wurden die Brettener Spieler von der eigenen zweiten Mannschaft, die sich gegenüber der Tribüne neben der Ersatzbank platzierten, mit Schlachtrufen angefeuert. In der zweiten Halbzeit blieb Bretten am Drücker und hatte einige hochkarätige Chancen, die meistens vom sehr guten Neckarauer Torwart pariert wurden. Nach Abpfiff konnte man die Erleichterung in den Reihen des VfB sichtbar spüren, denn mit diesem Sieg verlässt man die Abstiegszone. Dagegen rutscht der VfL Kurpfalz Neckarau durch den Auswärtssieg der TSG Weinheim vom Sonntag auf einen direkten Abstiegsplatz. Grundsätzlich merkt man beim Team aus dem Mannheimer Stadtteil, dass vor der Saison einige Leistungsträger den Verein verließen. Es wird eine ganz schwierige Saison, bis zum Schluss wird man im Abstiegskampf bleiben, persönlich befürchte ich aber, dass es für den Klassenerhalt nicht reichen wird.

    Vorweg: Ich kenne Florian Natter nicht, weder persönlich noch vom Hörensagen. Meine Informationen entnehme ich dem Internet, der Wormser Zeitung und der Wormatia-Homepage. Für mich liest sich die Personalie positiv, sodass ich mit der Wahl des Ersten Vorsitzenden zufrieden bin. Herr Natter verfügt nachweislich über Kompetenzen im finanziellen Bereich, was ich für unseren Verein immer begrüßenswert finde. Darüber hinaus scheint er - u.a. durch seinen Beruf - gut vernetzt zu sein, was auch für Kontakte bzw. Kontaktaufnahme bzgl. neuer Sponsoren hilfreich sein könnte.

    Das Interview habe ich mehrmals gelesen und bin immer noch hin und her gerissen. Zunächst möchte ich - wie schon einmal kurz nach dem Aufstieg - erneut betonen, dass ich die Vorstandsarbeit hinsichtlich Infrastruktur, Finanzen, Jugendarbeit, Damenmannschaften und Digitalisierung derzeit positiv bewerte. In diesen Bereichen sehe ich unseren Verein auf einem guten Weg. Bei den Finanzen finde ich es erfreulich, dass wir trotz Coronakrise alle Sponsoren halten konnten und mit Sat. einen weiteren größeren Sponsor dazugewinnen konnten. Ich hoffe, dies bleibt auch so, die Energiekrise wird sicherlich viele Sportvereine vor zusätzliche Herausforderungen und Probleme stellen. Dennoch ist in wirtschaftlicher Sicht noch deutlich Luft nach oben, denn unser Etat gehört zu den geringsten der Liga. Hier sehe ich es wie Puma : Das ist eine Stellschraube, an der man weiter drehen muss!
    Persönlich gefällt es mir auch, dass unser Vorstand seit Jahren (!!!) großen Wert auf seriöses Wirtschaften legt. Ich mache mir jedenfalls keine Sorgen, dass wir in naher Zukunft vor einem finanziellen Scherbenhaufen stehen oder der Ausstieg eines Sponsors den Fortbestand des Vereins gefährden könnte.

    Grundsätzlich finde ich es auch in Ordnung, dass von Vorstandsseite realistische Ziele ausgegeben werden und generell die Lage realistisch eingeschätzt wird.
    Nun beginnt aber die "Hergerissenheit" und da sehe ich es ähnlich wie Puma und Dexter91 :
    Die Aussage im Interview "3.Liga ist nicht realisitisch" ist natürlich richtig, denn bei unserem Etat sind wir mit der Spitzengruppe einfach nicht konkurrenzfähig, hinzu kommt die Infrastruktur, die noch weiter ausgebaut werden müsste sowie der Blick auf die Tabelle. Vorstopper68 hat es ja schon geschrieben: aus jounalistischer SIcht ist die Überschrift clever gewählt und mir wäre diese Formulierung vielleicht ebenfalls herausgerutscht. Dennoch hätte ich mir eine positiv klingendere Aussage gewünscht, wie z.B.: "Unser Ziel ist kurzfristig der Klassenerhalt, mittelfristig wollen wir uns im Mittelfeld etablieren und langfristig sind wir bestrebt, Infrastruktur und finanzielle Basis stetig zu erweitern, um in Zukunft auch mal eher nach oben zu schauen."
    Dieses Interview erzeugt nämlich auf diese Weise wenig Aufbruchstimmung, die wäre aber unbedingt notwendig, um konstant über 1.000 Zuschauer im Wormatia-Stadion begrüßen zu können (ohne Gästefans). Wie sollen diese aber kommen, wenn man heute schon weiß, dass in den nächsten Jahren maximal ein einstelliger Tabellenplatz erreicht werden kann und alle Schaltjahre mal ein Pokalfinale erreicht wird?
    Unser Verein bräuchte hierfür eine positive Vision, welche die Regionalliga eben nicht als Ende der Fahnenstange betrachtet. Dass dies nicht in den nächsten Jahren realisierbar ist, ist der absoluten Mehrheit unter den Wormaten bewusst. Es ist aber frustrierend, ermüdend und demotivierend, wenn es in Zukunft nicht mal in den Träumen möglich scheint und so kann man dieses Interview eben auch interpretieren.

    Fupa gibt es Termin für die beiden Halbfinalspiele bereits den 18.Februar (Samstag) an.
    Wissen die schon mehr oder haben die einfach mal einen Termin genommen, der Sinn machen könnte?
    Der Termin wäre nämlich am Wochenende vor dem Wiederbeginn der Verbandsliga Baden. die am 25.Februar fortgesetzt wird.

    Der Waldhof-Nachwuchs wurde mit drei (!!!) Spielern aus dem Profikader unterstützt. Alle drei durchaus Kandidaten für die erste Elf.

    in welchem Alter sind die Spieler ?

    Bartels 23 Jahre, am 3.Spieltag im Tor bei den Profis gewesen.
    Karbstein 24 Jahre, 4 Spiele bei den Profis, alle über 90 Minuten.

    Winkler 19 Jahre, 5 Spiele bei den Profis, allerdings viermal als Einwechselspieler mit maximal 25 Minuten Einsatzzeit.

    Noch als Ergänzung: alle drei Spieler hätten bislang 9 Partien in der 3. Liga absolvieren können.


    Kann jetzt jeder selbst beurteilen, inwiefern man hier das Argument "Spielpraxis sammeln" gelten lässt.

    Der Waldhof-Nachwuchs wurde mit drei (!!!) Spielern aus dem Profikader unterstützt. Alle drei durchaus Kandidaten für die erste Elf. Zeigt wieder einmal, dass Zweitvertretungen, U23-Mannschaften - wie auch immer sie heißen magen - nichts im Regelbetrieb zu suchen haben!
    Für den VfR reicht der Punkt zum Glück trotzdem für die Tabellenführung. Zuzenhausen, Spielberg und Mühlhausen bilden das Verfolger-Trio. Es bleibt spannend.

    Die BSG Stahl Brandenburg gewinnt das Stadtderby im Pokal vor rund 3000(!) Zuschauern mit 2:0 gegen die BSC Süd 05. Warum der Fußball mehr wie nur das reine Ergebnis ist, sollte der folgende Bericht aufzeigen:


    https://www.turus.net/.../11330-bsg-stahl-brandenburg-vs...

    Es ist einfach der Wahnsinn, dass bei einem Pokalspiel eines Landesligisten gegen einen Verbandsligisten über 2.000 Zuschauer kommen! Ebenfalls sensationell, dass Stahl Brandenburg nach all den Jahren der Abstinenz vom überregionalen Fußball immer noch solche Massen zu einem Spiel mobilisieren kann!

    BSC Süd übrigens mit Unterstützung aus Weimar vom SC. Für die war das sicherlich auch ein absolutes Highlight, spielt man in Weimar mittlerweile leider auch nur noch Landesklasse.

    Aber was macht man dann mit einem Spieler, der aus der A-Jugend kommt und noch nicht reif für die erste Mannschaft ist? Der hat sicherlich keine Lust Kreisliga zu spielen.

    Es bräuchte hier ein grundsätzliches Überdenken des aktuellen Systems. Dass Zweitvertretungen ab Liga 3 vertreten sind, ist Wettbewerbsverzerrung. Die finanziellen Mittel der DFL-Klubs sind in den letzten Jahren stark gewachsen, sodass auch immer mehr Geld in die zweite Mannschaft investiert werden kann, womit die "normalen" Regional- und Oberligisten gar nicht mithalten können. Man sieht es ja auch an den Tabellen: Mal abgesehen von der Regionalliga Bayern steht aktuell kaum eine zweite Mannschaft auf einem Abstiegsplatz. Generell sind in den letzten Jahren kaum Zweitvertretungen abgestiegen, sieht man mal von freiwilligen Rückzügen oder Rückzügen aufgrund eines Abstiegs der Ersten ab.

    Gleichzeitig sind in den leztzten Jahren nicht mehr Spieler über die U23 in die erste Mannschaft aufgrückt und dort zu Stammspielern geworden. Der Sprung von Liga 4 zu Liga 2 oder 1 ist einfach viel zu hoch. Zumal der Druck in der Bundesliga enorm ist, da wird lieber ein erfahrener Spieler aus dem Ausland verpflichtet, als einem jungen Talent die Chance zu geben.


    Ich persönlich plädiere deshalb für ein flexibles Leihsystem, bei dem ein Bundesligaklub bis zu sieben Spieler während einer Saison ausleihen kann (die Zahl 7 ist nicht in Stein gemeißelt, darüber lässt sich diskutieren). Um "Farmteams" zu verhindern, dürfen aber maximal 3 Spieler an den gleichen Verein verliehen werden. Da das System flexibel sein soll, dürfen die Spieler während der Runde beliebig zum Bundesligaverein beordert werden, falls dort bspw. in Folge von Verletzungen zu einem Engpass kommen sollte. Dafür übernimmt dieser das Gehalt des Talents.

    Vorteil für die Amateurvereine: SIe bekommen gute, junge Spieler, ohne für diese Gehalt zu bezahlen.
    Vorteil für die Bundesligavereine: Sie müssen keinen 23-Mann-Kader einer ganzen U23 finanzieren, sondern nur die vielversprechendsten Talente ihres Vereins, wodurch Geld eingespart werden würde. Die Spieler können auch an Vereine verliehen werden, die höher spielen, als es die eigene U23 tat.
    Vorteil für die jungen Talente: SIe bekämen Spielpraxis auf hohem Niveau, können aber jederzeit zum Bundesligaverein zurückkehren.

    Aue steht aktuell vor einem Scherbenhaufen. Die schlimmste Krise der jüngeren Vereinsgeschichte, der Absturz in die Regionalliga droht. Mit Helge Leonhardt trat nun auf Druck von Fans und Sponsoren der Präsident zurück, der auch gleichzeitig mit seiner Firma als Sponsor beim FCE auftrat. Die Brüder Helge und Uwe Leonhardt hatten und haben maßgeblichen Anteil daran, dass Erzgebirge Aue in den deutschen Profifußball gelangte und dort aktuell noch ist. In einer strukturschwachen Region schafften sie es über Jahre, mit einem breiten Sponsorenpool, viel Fleiß und wirtschaftlicher Disziplin, im Haifischbecken Profifußball konkurrenzfähig zu bleiben. Durch die geringen finanziellen Mittel musste man im Erzgebirge bei Transfers kreativ sein, durfte sich aber vor allem keine Flops erlauben. Während dies viele Jahre gelang, auch hinsichtlich eines glücklichen Händchen bei der Trainerwahl, kam dieses Glück in den letzten zwei bis drei Jahren immer mehr abhanden. Das Umfeld in Form von Sponsoren und Fans forderte deshalb den Rücktritt des Präsidenten Helge Leonhardt, da man in ihm den Hauptschuldigen für die negative Entwicklung sieht. Man wirft ihm falsche Entscheidungen bei Transfers und Trainerauswahl vor, kritisiert aber auch seinen Führungsstil und bemängelt sportliche Kompetenz. Man darf hierbei natürlich nicht vergessen, dass der Verein aus dem beschaulichen Aue-Bad Schlema (ca. 20.000 Einwohner) mittlerweile die Region Erzgebirge repräsentiert, in den letzten zwanzig Jahren einen enormen Zuschauer- und Mitgliederzuwachs erhielt (derzeit knapp 10.000) und somit die Erwartungshaltung gestiegen ist. Helge Leonhardt übernahm konsequenterweise Verantwortung und trat von seinem Posten zurück. Spannend wird nun, ob er als Sponsor erhalten bleibt. Aue hat zwar einen großen Sponsorenpool, ist also nicht komplett von ihm abhängig, aber ich denke schon, dass das finanzielle Engagement der Brüder Leonhardt erheblich war. Hinzu kommt, dass in einer strukturschwachen Region Geldgeber rar gesät sind.

    Eine der ersten Amtshandlung nach dem Rücktritt des Präsidenten war die Entlassung von Trainer Timo Rost, den man vor der Saison trotz laufenden Vertrages aus Bayreuth holte. Hier wird es ebenfalls interessant, wer der Nachfolger wird. Der Kader hat grundsätzlich Qualität, da sind einige Spieler dabei, die auch bei anderen Vereinen in Liga 3 auf dem Zettel standen. Aus dem Umfeld hört man jedoch, dass die Mannschaft im Gesamten nicht gut zusammengestellt sei. Klar, die Tabelle belegt dies derzeit, aber vielleicht kann das ja ein anderer Trainer ändern. Ich glaube momentan schon noch an den Klassenerhalt des Bergarbeitervereins, es wird aber verdammt schwer. Die Stimmung und die Außenwirkung zeigt ganz eindeutig eine absteigende Tendenz.

    Vorab: Ich empfinde die aktuellen Diskussionen in den Wormatia-Fankreisen als sehr angenehm und auf einem hohen Niveau, gilt auch für diese. Es ist nämlich vollkommen in Ordnung, dass es unterschiedliche Meinungen gibt und ein Forum ist ja dafür da, dass man diese kundgibt.


    Zunächst bin ich mit den erreichten sieben Punkten durchaus zufrieden, auch wenn ich 8-10 Punkte erhofft hatte. Dass wir diese Punkte gegen Offenbach, Ulm und Mainz 2 holen, statt gegen Walldorf, Bahlingen und Trier ist mit Blick auf die Tabelle aber ungünstig. Trotzdem zeigen die bisherigen Ergebnisse, dass wir - mit Ausnahme des Trier-Spiels - mit allen Gegnern mithalten konnten. Ich bin deshalb aktuell (noch) der Überzeugung, dass es nicht an Max Mehring liegt und unser Kader grundsätzlich Regionalligatauglichkeit hergibt. Da bin ich also bei Vorstopper68 .
    Jetzt kommt jedoch das Aber und da bin ich bei Puma und Dexter91 : Uns fehlt auf zwei bis drei Positionen der Unterschiedsspieler, einer, der über dem Durchschnitt der Regionalliga liegt - und dies vor allem auf den Außenbahnen und im Sturmzentrum. Vielleicht erfüllt Lorenzen das Kriterium, aber lange Zeit zum Eingewöhnen hat er nicht, die Tabelle verzeiht nicht mehr allzu viele Niederlagen.


    Und damit sind wir bei meinen Kritikpunkten an der sportlichen Leitung/Führung, das Thema "Glibo" klammere ich hierbei mal komplett aus. Im April/Mai wurde verkündet, dass man zweigleisig plane. Als der Aufstieg feststand, hatte man dann aber nur die Spieler, die ohnehin Vertrag hatten, der erste neue Spieler wurde zwei Wochen später verpflichtet. Zweigleisiges Planen sieht für mich anders aus.
    Dass wir so ziemlich den geringsten Etat haben dürften, ist klar, und wir damit zu den potenziellen Abstiegskandidaten zählen, ebenso. War allen im Vorfeld bewusst, zumindest mit denen ich sprach (das waren viele, könnt ihr mir glauben), von einer zu hohen Erwartungshaltung kann deswegen keine Rede sein. Ich sehe aber die Lage derzeit auch noch nicht so dramatisch, wir haben ja noch alle Chancen auf den Klassenerhalt - dies zur Verteidigung der sportlichen Leitung/Führung. Ich glaube aber, dass man die Regionalliga hinsichtlich des Etats und der damit verbundenen Transfermöglichkeiten komplett unterschätzte, anders kann ich mir die vielen Absagen nicht erklären. Dass ein gestandener Regionalligaspieler zwiwschen 3.000-6.000 € im Monat verdient (netto), sollte man in Worms eigentlich wissen. Wenn ich dafür das Geld nicht habe, darf ich nicht in einem Zeitungsinterview verkünden, dass man gestandene bzw. erfahrene Regionalligaspieler holen möchte. Die neuen Spieler waren zwar fast alle in der Regionalliga aktiv, angesichts ihrer Einsatzzeiten kann aber - mit Ausnahme von Sommer - von einem gestandenen Regionalligaspieler bzw. selbst von einem erfahrenen Regionalligaspieler keine Rede sein.


    Es wird eine schwere Runde und ich hoffe, dass wir die nächsten Spiele im September punkten werden, sonst wird die Stimmung spätestens im Oktober ungemütlich.

    Nö. Aber scheinbar sind da Menschen die besser wirtschaften, die richtigen Schlüsse ziehen, die richtigen Trainer und Spieler verpflichten… Irgendwoher muss der Erfolg ja kommen.

    Man muss aber auch bedenken, dass die Elversbergs und Steinbachs ein viel ruhigeres Umfeld haben. Dort gibt es weniger Störenfriede.

    Wir sind uns denke ich einig, dass Geld im Fußball eine wesentliche Rolle spielt und die Höhe des Etats somit großen Einfluss auf die endgültige Tabellenplatzierung hat. Wenn man nun die Etats vergleicht, geben sich Offenbach, Ulm und Steinbach nicht viel. Etwas großspurig ausgedrückt: Mit so einem Etat musst du aufsteigen! Insofern sehe ich aktuell nicht, wo es bei Steinbach besser läuft als bei Offenbach. Dass der OFC hinter den Erwartungen liegt und Unzufriedenheit mit dem Saisonstart herrscht, ist klar, hat Waldgirmes hier ja aber auch schon zu Stellung bezogen. Die Steinbacher sind aber genauso unzufrieden mit der aktuellen Situation und der Abgang des Trainers wird unter den Verantwortlichen, Fans und Mitgliedern ebenfalls kritisch diskutiert. Ich gehe aber noch einen Schritt weiter: In Offenbach versucht man seit mittlerweile zehn Jahren in den Profifußball zurückzukehren, in Steinbach wurden im Jahr Eins nach dem Aufstieg aber auch mittlerweile einige Versuche unternommen, um aufzusteigen. Auch hier geben sich der "Traditionsverein" und der "Dorfverein" also nicht viel. Ob Steinbach aber die infrastrukturellen Anforderungen für Liga 3 erfüllt, ist eine spannende Frage.

    Elversberg wurde hier auch erwähnt, möchte ich deshalb ebenfalls drauf eingehen. Zunächst ist Elversberg für mich kein klassischer Dorfverein, sondern ein Verein aus einer Kleinstadt. Auch die Elversberger benötigten mehrere Anläufe, um wieder in die 3.Liga zu gelangen. Auch die Elversberger hatten in den letzten Jahren stets einen der höchsten Etats der Regionalliga. Dies haben sie übrigens mit Saarbrücken und Mannheim gemeinsam, die ebenso mehrere Anläufe benötigten, inklusive dramatischer Niederlagen in Relegationsspielen.

    Der Grund hierfür liegt nämlich hauptsächlich im Spielmodus. In der Regionalliga Südwest steigt nun einmal nur der Tabellenerste auf, vor ein paar Jahren musste dieser ja sogar noch die Relegation bestreiten. Um Meister zu werden, brauchst du - mit Ausnahme vielleicht von Bayern München - demnach eine perfekte Saison. Dies bedeutet, dass im Prinzip alle Transfers einschlagen (ein höherer Etat ist hier hilfreich), die Taktik, Aufstellung und Auswechslung des Trainers passen müssen sowie natürlich gute Stimmung im Team und das nötige Quäntchen Glück vorhanden sein müssen. Das Umfeld würde ich deshalb eher als untergeordnet betrachten, zumal es generell kein ruhiges Umfeld gibt, wenn es sportlich schlecht läuft. Man muss sich doch nur mal die Kommentare nach einer Niederlage von Hoffenheim in den sozialen Medien durchlesen, so sehr unterscheiden die sich nicht von den Kommentaren bei Schalke 04, außer, dass es in Gelsenkirchen deutlich mehr dieser Kommentare sind. Auch im Stadion wird bei Hoffenheim Unmut geäußert, vielleicht nicht ganz so laut wie auf Schalke, aber bei meinem Besuch dort, gab es auch die Nörgler, die es überall gibt und nach dem dritten Fehlpass wurde auch dort gepfiffen und gemeckert, Apropo Hoffenheim: Das ist übrigens der einzige klassische Dorfverein, der derzeit in Deutschlands Profiligen spielt.

    Die Risikospiele, die in Nöttingen ausgetragen werden, betreffen doch nur die Spiele gegen Aalen, Offenbach und Ulm oder? Wobei Aalen ja trotzdem im Wasenstadion zu Gast sein konnte. Natürlich sind das Einnahmen, die dem Verein fehlen - von den Zusatzkosten mal abgesehen. Aber dennoch verstehe ich die Aufregung bzw. den Ärger nicht ganz. Wie gesagt: Es betrifft schlimmstenfalls zwei Spiele in dieser Saison.

    Allerdings sind das die Spiele, die auch für das Publikum rund um Freiberg am interessantesten sind. Und der Organisationsaufwand ist auch beachtlich.

    Da bin ich komplett bei dir und natürlich möchte jeder Verein seine Heimspiele im eigenen Stadion austragen.
    Aber wie gesagt: Wir reden hier von maximal zwei Spielen, wobei ja vielleicht doch bis zum Ulm-Spiel alle notwendigen Anforderungen erfüllt sind. Als SGV Freiberg wäre man mittlerweile vielleicht ganz gut beraten, die Stadt nicht wöchentlich zu kritisieren, um es sich nicht ganz mit dieser zu verscherzen. Denn zumindest ich persönlich kann die Stadtverordneten verstehen. Der SGV ist nun einmal kein Zuschauermagnet und ob dann in Zeiten knapper Kassen sowie dringenden gesellschaftlichen Problemen (Corona, Energiekrise etc.) ein Stadion schnellstmöglich regionalligatauglich gemacht werden muss, für einen Verein, der in der Oberliga etwa 200 eigene Fans hatte, das kann zumindest kritisch hinterfragt werden.

    ASC Neuenheim 0:5 SV Waldhof Mannheim

    laut fupa 980 Zuschauer


    Im Verbandspokal-Achtelfinale traf Landesligist ASC Neuenheim aus dem Heidelberger Stadtteil Neuenheim auf Drittligist SV Waldhof Mannheim. Das Spiel fand im Fußballcampus Heidelberg statt, der 2015 in der Nähe des Olympiastützpunktes und der Studentenwohnheime im Neuenheimer Feld eröffnet wurde. Der ASC wurde 1978 als Anatomie-Sportclub gegründet und wie der Name schon vermuten lässt, waren es überwiegend Medizinstudenten, die zu den Gründungsmitgliedern zählten. Mittlerweile gehören dem Verein knapp 700 Mitglieder an und vor allem der Jugendarbeit gilt ein besonderes Augenmerk. Mit der Eröffnung des Fußballcampus 2015 konnte der Verein allen Mannschaften einen gemeinsamen Trainings- und Spielstandort bieten. Noch heute haben viele Mitglieder einen akademischen Hintergrund, doch schon von Anfang an war man auch für Sportler außerhalb der Universität und Pädagogischen Hochschule offen. Da die erste Mannschaft mittlerweile in der Landesliga spielt, setzt sie sich vermutlich mit Spielern aus allen Bildungsschichten zusammen.

    Das Pokalspiel zog laut fupa 980 Zuschauer an, darunter sicherlich 500 Waldhof-Fans und -Sympathisanten. Doch auch der ASC Neuenheim mobilisierte seine Anhänger, sodass die Organisation weitestgehend reibungslos ablief. Die Zuschauer mussten sich in zweier Reihen aufstellen, da ordentlich Betrieb auf dem Campus war. Für Personen unter 1,80m-Körpergröße konnte dies zu Sichtproblemen führen. Auf dem Nebenplatz spielten etliche Kinder, es war eine total entspannte Atmosphäre.

    Im Vorfeld riefen die Neuenheimer das Duell "David gegen Goliath" aus, doch dieses Mal blieb Goliath ganz klarer Sieger. Das sportliche Geschehen ist somit schnell erzählt. Der Waldhof führte bereits nach circa 25 Minuten mit 2:0, danach hielt der sportliche Außenseiter gut dagegen. Doch der Doppelschlag kurz nach der Pause sorgte sehr früh für die Vorentscheidung. Am Ende hieß es 5:0 für Mannheim, wodurch diese ins Pokal-Viertelfinale einzogen.

    Dort wartet nun Regionalligist Astoria Walldorf, der sicherlich eine anderes Kaliber ist. Dieses Spiel wird in der nächsten Runde das absolute Topspiel sein, denn die beiden klassenhöchsten Pokalteilnehmer treffen dann aufeinander.

    Die Risikospiele, die in Nöttingen ausgetragen werden, betreffen doch nur die Spiele gegen Aalen, Offenbach und Ulm oder? Wobei Aalen ja trotzdem im Wasenstadion zu Gast sein konnte. Natürlich sind das Einnahmen, die dem Verein fehlen - von den Zusatzkosten mal abgesehen. Aber dennoch verstehe ich die Aufregung bzw. den Ärger nicht ganz. Wie gesagt: Es betrifft schlimmstenfalls zwei Spiele in dieser Saison.

    Ja, Griesheim rangiert seit Jahren am unteren Ende der Zuschauertabelle. Ich schrieb es an anderer Stelle schon einmal: Die Vereine in Darmstadt und der unmittelbaren Umgebung, wozu Griesheim gehört (für Auswärtige gehört Griesheim eh gefühlt zu Darmstadt), weisen extrem schwache Zuschauerzahlen auf. Die Gründe hierfür liegen zum einen daran, dass Darmstadt eine Studentenstadt ist, wodurch viele Leute von außerhalb zuziehen und dann häufig der Bezug zu den lokalen Vereinen fehlt. Zum anderen gehen die Darmstädter und das Umland zu den Lilien. Wie cmkwh schrieb: wenn die Lilien parallel spielen, merken das die Amateurvereine. Und wer nicht zu den Lilien geht, fährt zur Eintracht oder guckt diese im TV.

    In Griesheim ist eigentlich nur was los, wenn Frankfurt, Offenbach oder Kassel zu Gast sind, denn dann kommen auch die Lilien- und Eintrachtfans der Neugier wegen. Der Stamm an Viktorianern liegt wie Waldgirmes schon angab, bei 150-180.

    FC Bayern Alzenau 3:0 TSV Steinbach II

    laut fupa 250 Zuschauer


    Eines Vorweg: Ich bin weder Fan noch Sympathisant des TSV Steinbach. Es ist reiner Zufall, dass mein zweites Spiel in der Hessenliga-Saison 22/23 erneut mit Steinbacher Beteiligung stattfand und ich am Vorabend deren Erste gegen die Wormatia sah (ich schwöre :lachen:). Die Ereignisse in diesem Spiel, die ja im Regionalliga Südwest-Thread bereits thematisiert wurden, ließen meine Sympathien noch einmal mehr für die Bayern aus Alzenau schlagen.

    Die Stadt Alzenau liegt zwar in Bayern, aufgrund der Grenzlage zu Hessen und daraus resultierenden kürzeren Strecken ins zentralste Bundesland der Republik, spielt der Verein FC Bayern Alzenau in der Hessenliga. Wegen einiger Jahre in der Regionalliga und namhafter Verstärkungen ehemaliger Profis wie Endres und Darwiche gehören die Alzenauer durchaus zum Favoritenkreis in Sachen Aufstieg. Gerade deshalb muss man aber von einem Fehlstart der Westbayern sprechen, schließlich standen vor diesem Spieltag lediglich vier Punkte auf dem Konto, was zunächst einmal Abstiegskampf bedeutet. Weil sich die Steinbacher Reserve ebenfalls am unteren Ende der Tabelle wiederfindet, war die Marschroute der Heimmannschaft allerdings klar: ein Heimsieg!

    Dementsprechend offensiv begannen die Alzenauer und legten in der ersten Halbzeit ein wahres Offensivfeuerwerk hin. Zur Halbzeit stand es folgerichtig 2:0, die Bayern hätten aber mit mindestens fünf Toren führen müssen, angesichts der zahlreichen hochkarätigen Chancen, die man vergab.
    Diese vielen Offensivaktionen waren aber natürlich nur möglich, weil die Steinbacher Defensivleistung dies zuließ. Vor allem die rechte Abwehrseite der Mittelhessen war in Halbzeit Eins komplett überfordert. Ich möchte die beiden gefährlichen Chancen der Steinbacher gar nicht unterschlagen, aber in der Summe war das zu wenig. Auch in der zweiten Halbzeit gab eigentlich nur Alzenau den Ton an, auch da hätten mehr als ein Tor für die Heimmannschaft fallen müssen. Der Dorfverein aus Haiger war mit dem 3:0 noch gut bedient.
    Nachdem ich die Steinbacher Reserve - wie schon erwähnt - bereits am ersten Spieltag in Unter-Flockenbach sah, als sie sehr glücklich gegen einen schwachen Aufsteiger mit 3:2 gewannen, bleibe ich bei meiner These von diesem Spiel: Wenn die Zweite des TSV keine Unterstützung von der Regionalligamannschaft erhält, sind sie für mich einer der Abstiegskandidaten und werden die Liga (hoffentlich) wieder in Richtung Verbandsliga verlassen.

    Türk Gücü Friedberg gewinnt vor 410 Zuschauern mit 4:0 in Stadtallendorf und ist neuer Spitzenreiter. Reljic mit einem Doppelschlag zur Führung und damit bei vier Saisontoren. Ab der 79.Min spielte Friedberg in Überzahl und noch mit zwei Toren.

    Wie sind denn die Ziele in Friedberg? Und wäre an dem Standort Regionalliga möglich?