Beiträge von Fussballromantiker

    Das Wunder nimmt in der ostwestfälischen Provinz Formen an: Der SC Verl ist erstmals Tabellenführer und auf dem Weg in die 2. Bundesliga. Wer soll ihn stoppen?

    https://www.liga3-online.de/die-3-liga-ist…c-verl-stoppen/

    Schon beeindruckend, wie die Jungs aus Verl da aufspielen.

    Habe die Tage mit einem Mannheimer gesprochen, der das Spiel am Samstag verfolgte. Seine Einschätzung: Verl hat die spielstärkste Mannschaft der Liga und wird aufsteigen. Es wundert ihn, dass die Verler sich nicht schon mehr in der Tabelle absetzen konnte.

    Am Wochenende kommt Rostock nach Mannheim, da hat man direkt einen Vergleich, da Hansa ein weiteres formstarkes Team stellt.

    Die 3. Liga wird nicht unbedingt uninteressanter, denn die Zuschauerzahlen steigen bei etlichen Klubs bzw. sind auf einem konstant hohen Niveau für diese Liga und sportlich ist sie hochspannend.

    Was aber viele unterschätzen ist der Aufwand, den man betreiben muss, weil die Konkourrenz sehr stark und der Spielermarkt teuer ist. Die Fernsehgelder sowie das Interesse außerhalb der eigenen Fans ist eher gering.

    Interessant, es soll sogar nach oben gehen. Mit dem Tod Wernze ist der große Geldgeber nicht mehr da und man hat sich in der Vergangenheit durch Verkäufe der Starspieler (allen voran El-Mala letzte Saison) über Wasser gehalten. Jetzt ist auch Lobinger weg. Die Auftaktniederlage gegen abgeschlagene Schweinfurter ist Eigentlich ein Fingerzeig, dass der Blick am Höhenberg eher nach unten geht. Es sind nur 6 Punkte. Aber trotzdem planen die Macher dort mit nem Investor und dem mittelfristigen Blick nach oben? Bin gespannt.

    Das Problem ist doch für alle Drittligisten, dass diese Liga auf Dauer finanziell in der Regel in die roten Zahlen führt. Da aber auch kein Verein wieder zurück in die Regionalliga möchte, da diese für Sponsoren und hinsichtlich Zuschauerzahlen sowie Reichweite deutlich unattraktiver ist, bleibt nur die Flucht nach vorne - also Aufstieg in Liga 2.

    Inwiefern dies bei Viktoria Köln realistisch ist, kann ich derzeit schwer beurteilen. Sehe das prinzipiell auch eher wie du, dass dort eigentlich der Blick eher nach unten gehen müsste. Hinzu kommt, dass die Konkurrenz um so begehrten Plätze in der 2. Bundesliga hoch ist, weil ja gefühlt die habe Liga gerne aufsteigen möchte.

    Ich möchte hierzu noch ergänzen, dass die Nachwuchsleistungszentren spätestens zur U17 die Toptalente im Umkreis von 100 Kilometern auf dem Radar haben. Da hat sich auch einiges beim Scouting getan. Dieses Scouting wird in der U21/U23 fortgesetzt bzw. weiter perfektioniert und durch Scouting auf der gesamten Erdkugel erweitert. Durch weltweite Datenbanken sind die Möglichkeiten mittlerweile enorm.

    Ich habe die amateurfußballfreie Zeit mal wieder genutzt und mich mit dem Fußball aus längst vergangenen Tagen beschäftigt. Auslöser war die ZDF-Doku „FC Hollywood“ über den FC Bayern München in den 90er Jahren mit Spielerlegenden wie Matthäus, Klinsmann, Kahn, Scholl, Basler und weitere. Dabei kamen Kindheitserinnerungen hoch, denn in der Saison 96/97 fing ich bei den Bambinis ( so hieß damals die jüngste Altersklasse) in meinem Heimatverein an, dem ich bis heute treu blieb.
    Für mich persönlich sind ja die 90er Jahre bis 2006 die goldenen Jahre des deutschen Fußballs, denn anders als in den 70er Jahren waren wir wiedervereinigt, die Erfolge also gesamtdeutsche Errungenschaften (zumindest die der Nationalmannschaft). In diesem Zeitraum wurde Deutschland Welt- und Europameister sowie je einmal Vize. Dortmund und Bayern gewannen die Champions League, Bayern und Schalke den UEFA-Pokal und Bremen den Europapokal der Pokalsieger. Es gab in den 90ern fünf verschiedene Deutsche Meister, in den 2000ern ebenfalls. Dazu Fast-Meisterschaften von Frankfurt, Leverkusen und Schalke.

    Da ich mich seit einigen Jahren kaum noch für die Bundesliga interessiere, fragte ich mich, wann dies bei mir der Fall war und wann nach meinem Empfinden die Bundesliga falsch abbog.

    War es die Saison 2008/09, als Hoffenheim erstmals in die Bundesliga aufstieg? (Zufälligerweise wurde in diesem Jahr auch die eingleisige 3. Liga eingeführt. Ein Ereignis mit weitreichenden Folgen für den deutschen Amateurfußball, aber das ist ein anderes Thema).

    Für mich war es das noch nicht, sondern es war die Saison 2015/16!
    Am Ende dieser Saison wurde der FC Bayern zum vierten Mal in Folge Deutscher Meister. Ein Novum in der Geschichte der Bundesliga. Klammert man die DDR aus (Serienmeister BFC Dynamo) gab es das bundesweit auch vor dem Zweiten Weltkrieg nicht.
    Gleichzeitig feiert in der 2. Bundesliga das Konstrukt aus Leipzig die Zweitliga-Meisterschaft und gelangt erstmals in seiner jungen Vereins“Geschichte“ ins deutsche Fußballoberhaus.
    In den folgenden Jahren sollten die Bayern weitere Male Meister werden, der HSV erstmals absteigen und weitere Fußballgrößen wie Stuttgart, Bremen und Schalke folgen, auch wenn es für diese nicht der erste Abstieg in der Klubhistorie war.
    Im Jahr 2016 wurde Reinhard Grindel zum Präsidenten des DFB gewählt, unter dessen Verantwortung Joachim Löw noch vor der WM 2018 seinen Vertrag verlängern durfte. Neben der WM-Vergabe an Russland war Katar bereits bekannt (das war allerdings schon 2010), die Austragung aber erst bekanntlich 2022. Grindel und Löw (ab 2017) sorgten für eine erste große Entfremdung meinerseits von der Nationalmannschaft, deren Nachfolger - vor allem Bernd Neuendorf mit der Politisierung des Verbandes - sollten diesen Prozess beschleunigen.

    In den Jahren 2015 und 2016 bog der deutsche (Spitzen-)Fußball nach meinem Empfinden falsch ab. Nun wird das den Damen und Herren bei der DFL und beim DFB egal sein, denn für diese bin ich wahrscheinlich eh nur ein unverbesserlicher Fußballromantiker, ein Ewiggestriger, der nicht mit der Zeit gehen will.

    Aber wie seht ihr das? Ist der deutsche Fußball - vielleicht auch der europäische insgesamt - falsch abgebogen? Wenn ja, wann war das eurer Meinung nach? Oder seht ihr das anders und ich kann der Zeit nicht folgen?

    Offensivspieler Daniele Toch von der SG Langstadt/Babenhausen (Verbandsliga) zum TSV Seckmauern. 2 Drittliga-Spiele. 191 RL-Spiele (25 Tore, 25 Vorlagen). 160 Oberliga-Spiele (53 Tore, 49 Vorlagen). 18 Verbandsliga-Spiele (4 Tore, 3 Vorlagen). 52 Gruppenliga-Spiele (16 Tore, 11 Vorlagen).

    Er ist dort spielender Co-Trainer. Der Kontakt kam über Spielertrainer Lucas Oppermann zustande. Beide spielten gemeinsam bei Wormatia Worms.

    Yilmaz und Wüst wechseln zum Ligakonkurrenten SV Hummetroth. 😉

    Quelle: Darmstädter Echo

    Da weiß man, wo bei Hummetroth die Reise nächste Saison hingehen soll.

    Es wundert mich allerdings bei beiden Spielern, dass die in der Oberliga bleiben, gab ja sicherlich Angebote aus der Regionalliga. BallerLeague und Oberliga scheint wohl finanziell attraktiver zu sein als nur Regionalliga.

    Ich kann die Entscheidung des Vorstands durchaus nachvollziehen. Allerdings habe ich mal gelesen, dass Ibo Yilmaz vor allem deshalb nach Eddersheim wechselte, weil er dort Baller League und Oberliga verbinden konnte. Dass es jetzt in wichtigen Spielen diese Überschneidung gab, ist ärgerlich, wusste man aber.

    Yilmaz nimmt an der Kleinfeld-WM teil.

    https://www.fupa.net/news/ibo-inter…aign=share_news

    Toptorjäger Ibrahim Yilmaz und Dominik Wüst verlassen den FC Eddersheim, da deren Engagement in der Icon League zu häufig Überschneidungen mit der Hessenliga hatte. Trainer Carsten Weber trägt die Entscheidung des Vorstands mit, war allerdings nicht in diese mit eingebunden.

    Quelle: https://www.fnp.de/sport/regional…l-94086896.html


    Ich bin gespannt, ob der FCE den zweiten Platz bis zum Saisonende verteidigen kann. Beide Spieler sind definitiv herbe Verluste. Für diese im Wintertransferfenster Ersatz zu finden, wird nämlich sehr schwierig.

    Bei Reutlingen kommt aber auch noch dazu, dass sie mit dem VfB eine Freundschaft haben (Szene E). Inwiefern das auf alle Reutlinger zutrifft weiß ich nicht.

    Reutlingen profitiert sicherlich davon, allerdings haben die schon auch noch viele, deren Hauptverein der SSV ist. Kurz gesagt: Die bräuchten die Freundschaft nicht für ihre Zuschauerzahlen, stattdessen muss dringend der Erfolg zurückkommen. Selbiges gilt für deren Freundschaft zu St. Gallen.

    Na ja, der Verein scheint sich ja auch nicht für Freiberg zu interessieren. Man wundert sich das sich der Verein das gefallen lässt. Da fragt man sich, wie man früher ohne Interesse und ohne Geld Oberliga gewuppt hat? Die haben doch früher so eine gute Jugendarbeit gehabt. Wo sind die Menschen geblieben?

    Es wurde ja hier schon mehrfach von den Württemberg-Experten erwähnt:

    Der SGV Freiberg war viele Jahre ein solider Oberligist, dessen Zuschauerschnitt meist zwischen 300-400 lag, also für Oberligaverhältnisse vollkommen in Ordnung. In einigen Jahren lag der Schnitt sogar über 500, was aber sicherlich an der Attraktivität und Reisefreudigkeit der Gastklubs lag (Stuttgarter Kickers, Waldhof Mannheim, SSV Ulm).
    Besonders positiv war - wie Maulwurf auch schreibt - die Jugendarbeit.
    Heutzutage reicht diese allerdings nicht aus, um Jugendliche ins Stadion zu locken. Gibt hierfür in BaWü und bundesweit leider genügend Beispiele.

    In Württemberg kommt erschwerend hinzu, dass es mit dem VfB Stuttgart einen der ganz großen deutschen Fußballklubs gibt, was sich in Erfolgen und der riesigen Anzahl an Fans bemerkbar macht. Etwas salopp formuliert: Der VfB grast dort alles ab, was nicht selbst (im letzten Jahrtausend) mal im Profifußball war und somit eine eigene Fanszene etablieren konnte (Reutlingen, Ulm, St. Kickers, Heidenheim, Aalen).
    Für Freiberg bedeutet das, dass es unglaublich schwierig ist, hier etwas auf die Beine zu stellen.

    Nun kommt aber noch ein großes Freiberger Problem hinzu, dass meiner Einschätzung aus der Ferne nach hausgemacht ist. Der Verein bzw. sein Präsident hat ein miserables Verhältnis zur Stadt und mit seinem Auftreten die Umgebung - also umliegenden Vereine - vergrault. Darin liegt meiner Meinung einer der Hauptgründe für die in der Regionalliga nicht wirklich gestiegenen Zuschauerzahlen und die regelmäßige Diskussion um den Spielort.

    Eddersheim ist ein ehrenamtlich und gut geführter Verein. Sportlerheim auch selber betrieben, gute Gastronomie am Platz, besonders die Frikadellen. Problem bleibt dort aber die Parkplatz-Infrastruktur, die ist schon in der Hessenliga grenzwertig. Offenbach, Stuttgarter Kickers, Trier kann ich mir da weiterhin nicht vorstellen. Die RL-GbR hat schon im April 2022 deutlich gemacht, dass in Eddersheim nicht gespielt werden kann. Der Platz grenzt auf der einen Seite an die Mainstaustufe und auf der anderen Längsseite an eine Straße und sofort dahinter kommen Wohnhäuser. Wenn überhaupt kannst du hinter einem Tor in Sachen Gästeblock was machen. Es bleibt ein einfacher Sportplatz, der auf einer Längsseite überdacht ist mit Sitzplätzen in 2 oder 3 Reihen.

    In einem Fupa-Artikel stand, dass es nur um die Risikospiele geht, bei allen anderen Spielen sei man zuversichtlich, die notwendigen Auflagen zu erfüllen.

    Ah okay. Die haben ja ein nettes kleines Stadion, welches aber sicher keine Zulassung für die RL bekommen wird. Vielleicht gehen die dann ins Stadion Sommerdamm von Opel Rüsselsheim?

    Ich gehe davon aus, dass das Stadion bis dahin regionalligatauglich ist. In den letzten Jahren wurde da wohl einiges gemacht. Problematisch werden die Risikospiele, hierfür bräuchte man eine Ausweichstätte. Rüsselsheim wäre eine Option, aber keine Ahnung wie der Zustand des Stadions ist. Ich tippe deshalb eher auf Wiesbaden oder Frankfurt (Bornheimer Hang).

    Die Zweite der SGE macht wohl den direkten Wiederaufstieg klar... :muede2: Was ist mit Eddersheim? Wollen die über die Relegation oder direkt hoch?

    Eddersheim hat zwei Spiele weniger und am Freitag kommt es erstmal zum direkten Duell mit der eingekauften Zweiten. Dieses Spiel sollten wir auf jeden Fall abwarten, um eine Prognose abzugeben. Der FCE steht berechtigt da oben, die haben vor allem mit Toptorjäger Yilmaz eine herausragende Oberliga-Qualität. Auch das Trainerteam hat es geschafft, die Mannschaft Jahr für Jahr zu verstärken und somit die Qualität zu erhöhen.
    Ich sehe zwar grundsätzlich auch Eintracht II als Favorit, weil dort doch noch mal andere Rahmenbedingungen vorherrschen. In Eddersheim ist bspw. keiner Fußballprofi, wahrscheinlich verdient lediglich Yilmaz sein Geld einzig und allein mit Fußball, dafür kickt er jedoch in der Baller League, bei Überschneidung fehlt er den Eddersheimern. Auch die Trainingsbedingungen sind in Frankfurt sicherlich bessere.

    Trotzdem erwarte ich am Freitag eine ausgeglichene Partie und dann schauen wir mal.

    Ja, stimmt. Aber welche Lösung siehst Du?

    Ich versuche darauf mal zu antworten, auch wenn ich noch nicht genau weiß, wie es soweit kommen konnte. Schließlich hatten wir bis zum Pokalaus gegen Pirmasens und der anschließenden Niederlage gegen (TuS) Koblenz eine sehr gute Saison gespielt. Wir waren Teil der Spitzengruppe und standen eine Minute vor dem Einzug ins Pokal-Halbfinale. Vor Rundenbeginn hätte ich beides nicht für möglich gehalten. Schon während des Spiels bei Basara Mainz war ich eigentlich zur Überzeugung gelangt, dass wir rausfliegen. Die Mannschaft schaffte es jedoch immer wieder, nach der Halbzeit - sei es durch Kabinenansprache, taktische Umstellungen oder Wechsel - eine Partie zu drehen und so das nötige Selbstvertrauen aufzubauen, um gegen alle Teams der Liga zu bestehen.

    Mein Eindruck war bis hierher, dass wir zwar ganz selten souverän gewannen (mir fällt vor allem das Spiel gegen Engers ein), am Ende allerdings meist als glückliche Sieger mit Punkt(en) vom Platz gingen.

    Diese fehlende Souveränität zeigte mir, dass wir auf drei Positionen nicht überdurchschnittlich besetzt sind: IV, ZM/DM, MS (wurde übrigens auch hier und in anderen Gruppen bemängelt)

    Vor allem die Innenverteidigung machte mir Sorgen, weil wir nur zwei etatmäßige in unseren Reihen haben. Viel zu wenig für eine komplette Saison. Leider ist die Abwehr, insbesondere die IV, schon seit dem letzten Abstieg ein Thema bzw. Problem, welches bislang nicht zufriedenstellend gelöst wurde.

    Im Sturm zeigt hauptsächlich Pirmasens, aber auch Kaiserlautern, welche Torjägerqualitäten ein Topteam braucht, um ganz oben mitzumischen. FKP hat drei Torjäger in den Top 10-Torschützen!

    Es sind am Ende vielleicht 10%, die uns für ganz oben fehlen. Es sind aber genau die fehlenden 10%, durch die wir an „normalen“ Spieltagen nur Oberligadurchschnitt sind. Wenn dann noch Kampfgeist und Einstellung ausbleiben, riecht es nicht mal für Eppelborn. So ist diese Liga nun einmal, dass wissen wir doch eigentlich mittlerweile in Worms oder?

    Diese fehlenden Prozent in der Kaderqualität kreide ich der sportlichen Leitung an. Sowohl Aydin Ay als auch Fatih Köksal hatten nun ausreichend Zeit, vor der Saison die Problemzonen zu beheben. Leider gelang dies nicht vollumfänglich und somit zufriedenstellend. Das Fußballgeschäft mit seinen Mechanismen ist an dieser Stelle in der Regel eindeutig. Entweder muss der Trainer gehen, weil er aus dem Kader nicht das Optimum herausholt oder der Trainer kann dies gar nicht (dauerhaft), weil die Kaderzusammenstellung es nicht hergibt. In diesem Fall muss die Sportliche Leitung ihren Hut nehmen.
    Ich sehe den Kader für das Ziel Aufstieg nicht optimal besetzt, weswegen für mich die sportliche Leitung (Ay und Köksal) die Verantwortung tragen.

    Jetzt kommt aber das Komplizierte: Der Aufstieg wurde als Ziel nie offiziell von der Vereinsführung und sportlichen Leitung ausgerufen. Ja ich glaube nicht mal, dass man oben angreifen wollte (?).