Beiträge von Koebes van Burgh

    Ein altes Thema, das wieder auf die Tagesordnung gehört. Es gibt inzwischen viele neue Argumente. Ich bin gespannt.

    Wieso und weshalb? Tut sich da wieder was?

    Soviel ich weiß nicht. Eben daher habe ich dieses Thema wieder ausgegraben. Seit im Jahr 2013 das Thema zum Erliegen gekommen ist, ist viel passiert: In Bocholt wird wieder höherklassiger Fußball gespielt (RL Männer/2.Liga Frauen), infrastrukturelle Rahmenbedingungen sind knapper den je (Plätze, Kabinen, Stadion), personelle Ressourcen sind knapp (Professionalisierung und Ehrenamt), wirtschaftliche Rahmenbedingungen (Sponsoring, Kooperationen etc.), Vereinbarkeit von Leistungssport und Breitensport). Die Themen sind zum Teil die alten, aber es gibt auch neue. Vielleicht ein guter Zeitpunkt, sich mal wieder mit dem Fusionsgedanken auseinanderzusetzen.

    Das Positive zuerst: im Vergleich zum vorigen Spiel zeigten sich die Schwatten wesentlich stabiler in der Defensive. Man stand deutlich tiefer und hat wenig zugelassen. Im Ergebnis steht deshalb die Null. Ein Punkt ist besser als kein Punkt. In der Tabelle profitiert man von den Niederlagen der Konkurrenz. In Anbetracht der schwierigen Rahmenbedingungen ist das ein (kleiner) Erfolg.

    Das Negative muss jedoch auch benannt werden. Ein Tor in den letzten vier Spielen ist leider zu wenig, wenn man die Klasse halten möchte. Sicherlich hatte man heute auch Pech mit dem Aluminium. Wir brauchen jedoch nach wie vor zu viele Chancen, um zum Erfolg zu kommen. Die Probleme beginnen im Aufbau- und Umschaltspiel. Außerdem kommen die Schwatten zu wenig über die Flügel. Wir haben starke Kopfballspieler, die besser in Szene gesetzt werden müssen.

    Unterm Strich stehen wir aktuell wieder über dem Strich. Das wird sich aber ganz schnell ändern, wenn nicht bald mal ein Dreier eingefahren wird. Die Frage ist jedoch, wann und gegen wen? Und damit wären wir wieder bei den schwierigen Rahmenbedingungen, über die ich eigentlich nicht schreiben wollte.

    Und das ist auch der Grund, warum ich die vielen Triphaus-raus! Rufe für ziemlich polemisch halte. Es gibt viel zu viele offene Posten, das ist ein Problem. Nicht zu vergessen das er schon mal aufhören wollte, es findet sich aber niemand der übernimmt!

    Das wird zusammen mit dem Aufbau der Infastruktur der wichtigste Baustein sein um auf Dauer Erfolg zu haben ! Ein neuer Vorstand der FC weiter entwickeln will ! Genauso wichtig wie der Klassenerhalt ist das weiterentwickeln der Trainingsmöglichkeiten, das ist selnst für eine Oberligamannschaft viel zu wenig ! Deswegen, auch wenn es viele nicht hören wollen oder für nötig halten, Fusion jetzt ! Vielleicht findet man dann unverbrauchte Personen die im Verein mitarbeiten wollen @ Schwatt.com , wie ist das bei einer Ausgliederung der Erstenmannschaft , muss man da einen hauptamtlichen Geschäftsführer haben ?

    Eine GmbH muss einen Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin bestellen. Ob die Ausübung der GF 20, 40 oder 60 Wochenstunden in Anspruch nimmt, ist irrelevant.

    Nach drei Tagen Frust, Ärger und Enttäuschung über die sportlichen Leistungen und die prekären Rahmenbedingungen ist es jetzt Zeit, wieder nach vorne zu schauen und das nächste Spiel positiv anzugehen ohne jedoch zu verdrängen. Bezüglich der Stadionfrage wissen wir jetzt, wo wir die noch verbleibenden Spiele bestreiten - es ist, wie es ist. Jedes Spiel beginnt bei 0 : 0 und es sind noch 9 Punkte zu vergeben. Schauen wir uns also Fortuna Düsseldorf II an.


    Beim Hinspiel am 30.07. am Hünting setzte es für die Schwatten die zweite Niederlage im zweiten Spiel. Diese war unnötig, weil Fortuna II keine Übermannschaft war und ist. Mit etwas mehr Einsatz, etwas mehr Biss, etwas mehr Spielwitz, etwas mehr Konzentration, kurz: etwas mehr von allem, wäre damals mehr drin gewesen. Genau darauf wird es jetzt wieder ankommen, wenn es erneut zu einem 6-Punkte-Spiel kommt. Zuletzt lief es für Fortuna II ähnlich miserabel, wie für die Schwatten. Gegen die SGW und gegen SCW setzte es jeweils Niederlagen gegen direkte Konkurrenten um den Abstieg. Beim 1 : 3 am vergangenen Spieltag kamen kamen 4 Spieler aus dem 2-Liga-Kader zum Einsatz, für den bereits in die vorgezogene Winterpause begonnen hat. Hier zeigen sich einmal mehr die Begleiterscheinungen der aktuellen Farce von Katar, die zu Wettbewerbsverzerrungen bis in die unteren Ligen führt, obwohl die vier Profis die Niederlage auch nicht vermeiden konnten. So steht also auch Fortuna II am Samstag unter Druck. Dabei helfen könnte der Fortuna ein für eine Zweitvertretungen erhöhtes Zuschaueraufkommen, weil möglicherweise viele Anhänger der Flingerer nichts besseres mit ihrem Samstagnachmittag anzufangen wissen. Ansonsten spielte die Fortuna im bisherigen Saisonverlauf konstant unkonstant, frei nach dem Motto: Hopp oder Top. Auf hohen Siegen folgten hohe Niederlagen, nur ein einziges Unentschieden steht zu Buche. Daher ist das Team um Trainer Nico Michaty extrem schwer auszurechnen.


    Für die Schwatten darf es allerdings keine Option sein, lediglich auf einen weiteren schlechten Tag der Fortuna II zu hoffen. Was bleibt also anderes übrig, als erneut zu versuchen, zum eigenen Spiel zu finden? Leichter gesagt als getan. Allerdings haben sie gegen RWO gezeigt, dass sie es können, und daran gilt es, anzuknüpfen. Hierfür ist jetzt der Psychologe in Marcus John gefordert. Was unter allen Umständen verhindert werden muss ist ein erneuter früher Rückstand, der am vergangenen Samstag den Schwatten ab der 53. Sekunde wie ein Mühlrad um den Hals hing. Die Baustellen in der Abwehr bleiben bestehen und personelle Alternativen gibt es hier wohl kaum. Daher wird M.J. wahrscheinlich wieder die gleiche Hintermannschaft ins Spiel schicken, wie zuletzt. Aber insgesamt wird man wohl etwas tiefer stehen. Ein weiterer Faktor wird auch die Sechs sein, entscheidend für ein erfolgreiches Umschaltspiel. Dies hat sich insbesondere beim dritten Tor gegen den 1. FC Düren gezeigt, als es den Schwatten nicht gelungen ist, aus einem bereits geklärten Ball eine eigene Aktion zu kreieren. Ein weiteres Symptom dieser Schwächen zeigte sich auch darin, wie weit sich die beiden Sturmspitzen phasenweise zurückfallen lassen mussten.


    Zu allerletzt möchte ich noch appellieren - bei aller berechtigter Kritik: Pfiffe und andere Unmutsäusserungen helfen niemanden ausser dem Gegner. Was der Mannschaft weiterhilft ist echte Unterstützung. Auch hier wurde im Spiel gegen RWO gezeigt, dass wir es können. Knüpfen wir also auch daran an!


    Edit: Morgen wird wieder Fußball gespielt. Ohne Obst und Ribeiro und einem angeschlagenen Beckert wird es leider nicht einfacher. Meine Hoffnung ist, dass wenigstens nach vorne wieder was geht.

    Die Unterbrechung der Bauarbeiten im Stadion entwickelt sich immer mehr zu einer Posse. Längst geht es nicht mehr um Recht und Unrecht, sondern um persönliche Animositäten zwischen einigen handelnden Akteuren auf dem Rücken des Vereins, der Fans, der Bürger und der vielen Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Ich bin weder Jurist noch Bauingenieur, aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass die reine Sachebene schon längst verlassen wurde. Folgendes Gedankenexperiment hierzu, frei nach dem Motto: „Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich“.


    Das Bocholter Open Air, das schon vor ca. 40 Jahren eine ganz grosse Nummer war und Bocholt in ganz Deutschland zu Bekanntheit verholfen hat, soll wiederbelebt werden. Es werden 15.000 Besucher erwartet, die sich auf das erfolgreiche Schlagerduo Florian Eisensilber und Helga Angler freuen. Seit Jahren arbeitet die Veranstalterin, die Bocholter Stadtmarketing GmbH, unter der Geschäftsführerin Ludgera Dieckhaut an diesem Event. 3 Wochen vor der Veranstaltung stellt sich jedoch heraus, dass das Ordnungsamt der Stadt Bocholt die Veranstaltung nicht genehmigen kann, weil die chronisch unterbesetzte Stadtmarketing GmbH einige formelle Voraussetzungen nicht erfüllt. So fehlt es beispielsweise an einem Immissionsgutachten und einem Verkehrskonzept. Zudem wurde die Gleichstellungsbeauftragte noch nicht mit einbezogen und außerdem haben Nachbarn angeblich Feldhamster auf dem Konzertgelände gesichtet. Die Leiterin des Ordnungsamtes, Daniela Zähler, gibt gegenüber der lokalen Boulevardpresse bekannt, dass man die Stadtmarketing GmbH selbstverständlich bestmöglich unterstützen wolle, ihr aber im Übrigen die Hände gebunden seien. Daniela Zähler ist aber auch die Person, die in der Vergangenheit gerne anstelle von Ludgera Dieckhaut den Posten der Geschäftsführerin der Bocholter Stadtmarketing GmbH übernommen hätte. Gerne hätte sie so ihr Herzensprojekt, das Nachwuchspunkfestival „Krach am Bach“, vorangebracht, um das es immer wieder Streit bezüglich der öffentlichen Fördergelder gab. Gerne werden in diesem Diskurs die Interessen der Grossveranstaltung einerseits und der Nachwuchsveranstaltung andererseits gegeneinander ausgespielt. Beide Fraktionen wissen ihre jeweiligen Unterstützer hinter sich und spielen ihr Spiel mit der öffentlichen Meinung. Daher verwundert es nicht, dass gegenüber der Presse durchgestochen wurde, dass der Antrag der Stadtmarketing GmbH „teils schwere Mängel“ aufweist wodurch die öffentliche Stimmung zusätzlich aufgeheizt wird. Auch dem Management von Florian Eisensilber und Helga Angler bleiben die Querelen nicht verborgen. Die launischen Künstler verlieren die Lust auf einen Auftritt in Bocholt und prüfen bereits Möglichkeiten der Vertragsauflösung. Schliesslich möchten sie ihr Image nicht beschädigen. Bocholt steht vor einem Desaster.


    Dann jedoch tritt eine Wende ein. Die Öffentlichkeit ist zunehmend genervt von dem andauernden Zickenkrieg zwischen Dieckhaut, die zunehmend dünnhäutig reagiert, und Zähler, die schon lange angezählt ist. Dann fällt den Akteuren ein, dass es höhere Interessen gibt, als die persönlichen, nämlich die der Bürger. Daniela Zähler besinnt sich auf das gewissenhafte in ihren Diensteid und weist ihre Mitarbeiter an, die Stadtmarketing GmbH fortan wirklich mit allen Kräften zu unterstützen, um eine rasche und pragmatische Realisierung des Bocholter Open Airs zu ermöglichen. Ludgera Dieckhaut sagt ihrerseits zu, in ihrem Laden für Ordnung zu sorgen. Rasch bemerkte man, dass sich wo ein Wille besteht, auch Wege auftun. Plötzlich nahmen die Vorbereitungen für die Event wieder Fahrt auf. Die fehlenden Gutachten wurden nachgereicht, wohlwollend geprüft und genehmigt, das fehlende Verkehrskonzept entpuppte sich als vorgeschoben und für die Feldhamster wurden Gehörschützer bereitgestellt. Florian Eisensilber und Helga Angler trällerten das Konzert ihres Lebens, Bocholt ist in aller Munde. „Krach am Bach“ findet übrigens 2023 statt, hat aber eigentlich mit dem Bocholter Open Air nichts zu tun.


    Also Leute, reisst Euch am Riemen!!

    Ich kann und möchte meine Enttäuschung nicht verbergen. Eigentlich war alles angerichtet: Die Formkurve der Schwatten zeigte wieder nach oben, die meisten Rekonvaleszenten wieder an Bord, beim 1.FC Düren war noch der Wurm drin, man hätte wirklich einen Befreiungsschlag landen können. Aber dann sowas?!?

    Eigentlich hatten die Dürener nur dreieinhalb Chancen, aber die Schwatten haben durch dumme individuelle Fehler immer wieder großzügige Einladungen ausgesprochen. Was ebenso schlimm anzusehen war, war die Einfallslosigkeit nach vorne: keine gute Spieleröffnung, keine Impulse von der Sechs, kein schnelles Umschaltspiel, keine Anspielstationen vorne, die Zweikämpfe entschieden meist die Dürener. Mit jeder misslungenen Aktion wurden die Dürener aufgebaut. Und was viel schlimmer ist, ist die Tatsache, dass die Schwatten so zum Aufbaugegner über das Spiel hinaus wurden. Die knapp 1000 Zuschauer werden ratlos zurück gelassen und es ist fraglich, ob sie beim nächsten Mal alle noch wiederkommen.

    Ich bin auch ratlos und frage mich, was man der Mannschaft jetzt sagen müsste, um noch einmal die Kurve zu bekommen. Männer, macht Euch endlich an die Arbeit!! Auf dem Platz und neben dem Platz. Andernfalls könnten sich bald einige Bocholter darüber freuen, dass sie endlich wieder von den Schwatten in Ruhe gelassen werden - und das möchte ich nicht.

    Ein weiser Mann hat mal gesagt: "Das nächste Spiel ist immer das schwerste". Ein anderer sagt, man müsse von Spiel zu Spiel denken. Ich würde jedoch mit diesen Weisheiten brechen, denn das nächste Spiel ist das Pokalspiel gegen den TSV Meerbusch und - bei aller Liebe für diesen Wettbewerb - Priorität sollte schon jetzt das RL-Spiel gegen den 1. FC Düren genießen.


    Es ist gerade einmal 4 Monate her, dass die Schwatten auf den 1. FC Düren trafen. In der Saison-Auftaktbegegnung gab es eine bittere 1 : 3 Niederlage gegen den Mitaufsteiger und man begann zu ahnen, dass die Regionalliga kein Zuckerschlecken werden wird. Der 1. FC Düren legte in den dann folgenden Wochen einen recht guten Start hin um dann jedoch nach einer Niederlagenserie von Woche zu Woche nach unten durchgereicht zu werden. Inzwischen stehen die Dürener mit 19 Punkten gleichauf mit den Schwatten und schweben ebenfalls in akuter Abstiegsgefahr. Eine weitere Parallele zum 1. FC Bocholt ist der Rauswurf des langjährigen Trainers Giuseppe Brunetto vor ca. 3 Wochen. Als namhaften Ersatz hat man Boris Schommers verpflichtet, der u.a. bereits Trainerstationen beim 1. FC Nürnberg, 1. FC K'lautern und 1. FC Köln vorzuweisen hat. Sein Einstand beim 1. FC Düren beim Spiel gegen den SC Wiedenbrück brachte jedoch noch nicht die erhoffte Wende, denn die Hausherren konnten das Spiel klar mit 3 : 0 für sich entscheiden. Gleichzeitig zogen so die Wiedenbrücker auch am 1. FC Bocholt vorbei, wodurch die Brisanz des Spiels gegen Düren nochmals erhöht wurde. Und sogar die SG Wattenscheid muss man wieder auf der Rechnung haben. Es handelt sich also um ein typisches Sechs-Punkte-Spiel, das richtungsweisend für die Zeit bis nach der Winterpause sein wird. Ich schließe mich daher meinen Vorrednern an: Ein Sieg muss her - ohne wenn und aber. Aber wie kann dieser gelingen?


    Zunächst wird M.J. beim Pokalspiel am Mittwoch wahrscheinlich auf vielen Positionen rotieren, um die Schlüsselspieler zu schonen und Verletzungen zu vermeiden. Aber wie auch immer das Pokalspiel laufen wird, es darf keine Ausrede für nichts sein, den auch der 1. FC Düren ist am Mittwoch zunächst im Mittelrheinpokal bei Borussia Freialdenhoven gefordert. Am Samstag werden die Schwatten dann auf eine Dürener Mannschaft treffen, die auf Wiedergutmachung aus sein wird. Dennoch muss es Anspruch der Bocholt sein, durch frühe Balleroberung und Ballbesitz Dominanz zu entwickeln. Da die Dürener mit guter bis sehr guter spielerischer Qualität gespickt sind (z. B. mit dem ehemaligen BL Profi Adam Matuschyk vom 1. FC Köln) wird es nicht ohne starken mentalen und kämpferischen Einsatz funktionieren, das Spiel zu kontrollieren. Nach dem guten Auftritt gegen RWO und weil sich das Lazarett bei den Schwatten allmählich leert, gibt es jedoch Anlass zu Hoffnung, dass man am Ende ein Tor mehr als der Gegner erzielt. Und das ist das einzige was zählt.


    Edit: Entgegen meiner Erwartung und zur Überraschung vieler, hat M. J. bei gestrigen Pokalspiel nicht rotiert, sondern wahrscheinlich die Startelf für das Spiel gegen den 1. FC Düren spielen lassen. Damit hat er vermutlich der Truppe die Gelegenheit geben wollen, zusätzliche Spielpraxis zu sammeln und Selbstvertrauen zu tanken, was offensichtlich gut gelungen ist. Glücklicherweise gab es keine Verletzten (wenn man von den leichten Blessuren des Stephane Mvibudulu einmal absieht). Einzig die Chancenverwertung muss noch verbessert werden, denn so viele Möglichkeiten wie gegen Meerbusch werden wir am Samstag nicht haben.

    1 : 1 - ein Ergebnis, das letztendlich in Ordnung geht. Bis zum Ende haben die Bocholter versucht, ihre Überzahl in ein zweites Tor umzumünzen. MJ hat Offensivkräfte eingewechselt und viel riskiert. Schließlich musste man sich doch mit einem Unentschieden begnügen. Ist es nun ein gewonnener Punkt oder sind es zwei verlorene Punkte?


    1. Die Defensive agierte sicherer und geordneter. Ein deutlicher Fortschritt nach zuletzt 11 Gegentoren in zwei Spielen.


    2. Gegen den ambitionierten RWO konnte über die gesamte Zeit das Spiel offen und auf Augenhöhe gestaltet werden.


    3. Das Marcel Platzek schon über 90 Minuten spielt, hat mich überrascht. Es hat sich aber gezeigt, wie wichtig er für die Schwatten ist. Er hat nicht nur den Assist zum 0 : 1 geliefert sondern seine schiere Anwesenheit bringt Sicherheit und bindet Kräfte des Gegners.


    Unterm Strich steht daher ein gewonnener Punkt. Wichtiger als dieser Punkt ist jedoch das wiedergewonnene Selbstvertrauen, das man benötigt, um am kommenden Spieltag einen wichtigen Dreier gegen Düren einzufahren.

    El Clásico: 1. FC Bocholt vs. RWO – was waren das Duelle, die sich die Clubs in den 70ern und 80ern lieferten. In der OL Nordrhein spielte man mehrmals um Titel und Aufstieg. In der 2. BL traf man aufeinander und auch in den 90ern kam es zu mehreren Begegnungen in der RL West-Südwest. Es gibt vieles, was beide Traditionsvereine miteinander verbindet. Wie die Schwatten, so haben auch die Kleeblätter schon etliche Höhen und Tiefen durchstanden. Fans und Schatzmeister sind Kummer gewöhnt. Endlos ist die Liste der Spieler, Trainer und Funktionäre, die von einem zum anderen Verein gewechselt sind, wovon Tito Elting sicherlich der prominenteste ist. Erwähnen muss man auch Stephan Engels, der seit Sommer wieder als Scout für RWO tätig ist und vorher bei den Schwatten den Posten des Sportlichen Leiters inne hatte. Die jüngsten Transfers sind Jeffrey Obst und Tobias Boche. Während jedoch JO für die Schwatten als Stammspieler bezeichnet werden darf, hat sich TB bei RWO bislang noch nicht durchsetzen können. Zum letzten Pflichtspiel zwischen den Schwatten und den Rot-Weissen kam es im März 2020, als im Pokal-Viertelfinale die klassentiefer spielenden Bocholter die Oberhausener mit 2 : 1 besiegten.


    Nun kommt es nach etlichen Jahren wieder zu dieser Begegnung in der Liga. Es ist eines dieser Spiele, auf das wir so lange sehnlichst gewartet haben. Doch leider trüben die Vorzeichen, unter denen dieses Spiel stattfindet, ein wenig die Vorfreude: Da ist zunächst einmal die entstandene Unruhe durch die Unterbrechung der Bauarbeiten im Stadion, die bei der aktuellen sportlichen Situation nicht gerade hilfreich ist. Bei allen Gemeinsamkeiten beider Vereine muss man leider konstatieren, das RWO im Gegensatz zum 1. FC Bocholt über ein Stadion verfügt, das diesen Namen auch verdient. Das RWO hier kurzfristig und unkompliziert eingesprungen ist, zeugt von Sportsgeist und ist aller Ehren wert. Dafür herzlichen Dank in den Pott! Sportlich haben die Schwatten nach drei Niederlagen in den letzten vier Spielen deutlich an Auftrieb verloren und es stellt sich die Frage, welche Optionen MJ noch bleiben. Das Marcel Platzek wieder im Kader steht, ist ein Hoffnungsschimmer, mehr jedoch nicht. Für 90 Minuten wird es sicherlich noch nicht reichen. Entscheidend wird es sein, im Spielaufbau wieder an Sicherheit zu gewinnen. Hier wurden viele der Fehler begangen, die dann gegen S04 und den 1. FC KM zu Toren führten.


    RWO ist zwar kein Aufbaugegner, jedoch war bei den Kleeblättern zuletzt auch der Wurm drin. Nach zuvor drei sieglosen Spielen, u. a. einer Heimniederlage gegen RW Ahlen und einem Unentschieden gegen die SGW, konnte am vergangen Spieltag endlich wieder ein Sieg gegen den SC Wiedenbrück eingefahren werden. Dieser war allerdings etwas glücklich, denn in der Abwehr ist RWO durchaus auch verletzlich und wenn der SCW seine Chancen etwas konsequenter genutzt hätte, dann hätte das Spiel anders enden können.


    Niemand hat gesagt, dass es einfach werden wird, die Klasse zu halten. Für die kommenden Spiele wird es darauf ankommen, dass MJ die richtige Ansprache findet um einerseits die Niederlagen aus den Köpfen der Spieler zu bekommen um sie so zu altem Selbstvertrauen zu verhelfen. Andererseits kann die Mission Klassenerhalt nur über Geschlossenheit in der Mannschaft gelingen. Einzelne Spieler jetzt zu bashen oder bestimmte Neuzugänge zu verreissen hilft dabei nicht weiter.


    Wir sitzen alle im gleichen Boot!!

    "garandios gefloppt" ?!? Sorry, aber das finde ich überzogen und wird der Situation nicht gerecht.


    1. weitere Neuzugänge nach Saisonbeginn wurden notwendig, weil JW die Personalsituation offenbar falsch eingeschätzt hat


    2. nach Saisonbeginn ist das Angebot naturgemäß knapper


    3. auch einige der Neuzugänge sind vom Verletzungspech nicht verschont geblieben


    Hättest du geschrieben, dass die Neuzugänge noch entwicklungsfähig sind und noch Luft nach oben haben, wäre ich damit einverstanden. Aber jetzt ein Spieler- oder Trainer-Bashing zu starten, halte ich nicht für zielführend.

    Es wird Zeit, dass die Winterpause kommt. Von den letzten vier Spielen sind drei in die Hose gegangen und es droht ein Strömungsabriss. Standardsituationen und Konter haben zu den Toren geführt. Die eine oder andere Entscheidung des Schiedsrichters darf man sicherlich in Frage stellen aber es wäre zu billig, das Ergebnis allein damit zu erklären. Schließlich haben die Schwatten selbst kein Tor zustande gebracht. Zu ideenlos hat man nach vorne agiert. Und dennoch möchte ich nicht von einer "desolaten" Vorstellung sprechen, wie man in einem Bericht zum Spiel lesen muss. Auch möchte ich der Mannschaft nicht mangelnden Willen unterstellen. Abstiegskampf ist ein Marathon, wie MJ vor kurzem anmerkte, und ich glaube, dass in der Truppe genügend Mannschafftsgeist steckt, um diesen Kampf anzunehmen und zu bestehen.

    Es gibt nur die eine Möglichkeit, nämlich den Trainer und Team in Ruhe weiterarbeiten zu lassen, um in den in diesem Jahr noch verbleibenden vier Spielen noch etwas zu holen (es reicht ja schon, wenn im Umfeld des Vereins gerade mal wieder Unruhe herrscht). Die Schwatten treffen noch auf zwei Schwergewichte (RWO und SCP), die sich nicht gerade als Aufbaugegner eignen. Dazu kommen noch Spiele gegen Düren und Fortuna Düsseldorf. Die Letzteren sind womöglich die wichtigeren. Und dann ist Winterpause. Wird ja auch Zeit.

    Und jetzt auch im BBV net.

    Erfährt man in dem BBV Artikel denn näheres über die Hintergründe?


    In der Sitzungsvorlage der Stadtverordnetenversammlung vom 09.02. heisst es:


    "Die Baugenehmigung umfasst grundsätzlich auch die Regionalligatauglichkeit des Stadions. Für den Fall des Aufstieges müssen die Auswirkungen für die dauerhafte Verkehrsbelastung an dem Standort und in der unmittelbaren Umgebung noch analysiert werden und es muss zwingend ein Verkehrskonzept erstellt werden. Dieses fehlt bisher gänzlich."


    Der Passus suggeriert, dass bereits eine Baugenehmigung vorliegt. Andererseits wird auf ein noch fehlendes Verkehrskonzept hingewiesen. Kann hier einer aufklären

    Mit dem 1. FC Kaan-Marienborn treffen die Schwatten auf den dritten und letzten Mitaufsteiger. Zudem ist es für die Bocholter die Begegnung mit der weitesten Anreise, nämlich gut 200 km. Der Verein aus dem gleichnamigen Siegener Stadtteil wurde erst 2007 gegründet. Dazu wurde die Fussballabteilung des TuS 1886 Kaan-Marienborn, die zu jeder Zeit in der Bezirksliga spielte, übernommenen. Es folgten mehrere Aufstiege und schon 2017 gelang zum erstenmal der Aufstieg in die RL West. Die darauffolgende Saison 2017/18 verlief jedoch unglücklich und man musste nach einem 15. Platz und 39 Punkten wieder in der Oberliga antreten. Nach zwei abgebrochenen Seuchenjahren gelang dann in der Saison 2021/22 erneut das Meisterstück (vor der SG Wattenscheid) und der Wiederaufstieg. Ermöglicht wurde diese nachhaltig erfolgreiche Entwicklung durch das Engagement des Mäzen Christoph Thoma, hinter dem der Siegener Maschinenbauer Herkules steht. So spielt der 1. FC Kaan-Marienborn aktuell ein Klasse über den Lokalrivalen SF Siegen, der traditionell die erste Kraft in der Region verkörpert. Schon mehrfach gab es Bestrebungen, die Kräfte in der Region zu bündeln, sprich: Fusion. Zu dieser ist es jedoch bislang noch nicht gekommen und so wird dem 1. FC KM durchaus Neid und Missgunst entgegen gebracht (was dem 1. FC B vertraut vorkommen dürfte). Aber auch von Seite des 1. FC KM wird gern auf die eigene Historie verwiesen. Schliesslich sei man der 1. FC und der ehemalige TuS KM ist von 1886. Damit hat der Club eine mindestens so lange Tradition, wie die TSG 1899 Hoppenheim. Bemerkenswert ist allerdings, dass die klassentiefer spielenden SF Siegen derzeit selbst in der OL Westfalen einen höheren Zuschauerschnitt aufweisen, als der 1. FC KM in der RL.


    Der 1. FC KM zeigte bislang zwei Gesichter. Zunächst sorgten die Siegerländer für Furore und starteten bärenstark in die Saison. Nach 16 Punkten in den ersten 6 Spielen grüßte man vier Spieltage lang von der Tabellenspitze. Dann folgte jedoch eine Serie aus 7 sieglosen Spielen mit lediglich 2 Punkten. Zuletzt zeigte sich die Mannschaft jedoch etwas stabiler und es gelangen zwei knappe 2 : 1 Siege gegen die SG Wattenscheid (Dank eines Elfmeter-Geschenkes in der 88. Minute) und zuletzt gegen den SC Wiedenbrück (ebenfalls etwas glücklich nach einem eklatanten Abwehrfehler). Es treffen also zwei Mannschaften aufeinander, die nach Rückschlägen ihre Rolle in der RL noch suchen.


    Die Frage aller Fragen ist natürlich: Wie haben die Schwatten das Desaster vom Samstag verkraftet? Marcus John hat eine Antwort angekündigt. Und da ist er wieder, der Druck, jetzt liefern zu müssen. Die personelle Situation in der Innenverteidigung bleibt weiterhin prekär. Wird AC erneut eine Chance erhalten? Oder vielleicht doch LG von Beginn an neben MH? Könnte der großgewachsene JO vielleicht auch eine Alternative sein? Es gibt keine eingespielte Option. Fraglich ist auch, wie die Schwatten das Spiel taktisch angehen werden. Schalke wurde anfangs sehr hoch angelaufen, was prompt in die Hose ging. Aber bei allem Respekt - der 1. FC KM ist nicht S04. Daher könnte dies durchaus ein probates Mittel sein, und gegen den SV Rödinghaus ist die Rechnungen ja auch aufgegangen.


    Vor allem jedoch ist das Spiel wieder einmal eine mentale Herausforderung für die Schwatten. Bislang ist es MJ nach Niederlagen immer noch gelungen, die Truppe neu einzustellen, und sie hat Reaktion gezeigt. Am Anfang stand das 2 : 2 gegen den WSV. Nach dem 1 : 2 gegen den SC Wiedenbrück wurde Alemannia Aachen besiegt. Auf das 1 : 3 gegen SV Lippstadt folgte der Sieg gegen SV Rödinghausen. Auch gegen den 1. FC KM ist alles drin. Also - Gehts naus, spuits Fußboi!!