Beiträge von SVE-Torsten

    Gestern wieder ein Spiel, wo sich Steinbach nicht beklagen darf, wenn es mit 2:6 nach Hause fährt.

    Über 90 Minuten komplette Dominanz, Gegentor nach 22 Sekunden, dann dauerhaft angelaufen, angeschoben mit 2x Aluminium, verschossenem Elfer, plus pariertem Nachschuss - alles in Halbzeit 1 -insgesamt mindestens sieben Großchancen und kurz vor Schluss den megahochverdienten Punkt gesichert.

    Fußballerisch entwickeln wir mittlerweile eine richtige Wucht. Was leider noch bleibt, sind fehlende Effizienz und zu einfache Gegentore. Allerdings fehlt seit Wochen unsere komplette Innenverteidigung, außer Weigelt, der gestern wieder spielen konnte.

    Wir können einfach nicht defensiv in Bestbesetzung auftreten und uns einspielen. Vier Innenverteidiger und alle fallen wochenlang aus. Wahnsinn ist das. Immer wieder müssen Spieler positionsfremd agieren. Hierfür ist es allerdings hervorragend.

    2760 Zuschauer im Gefrierschrank Moselstadion waren gestern okay.

    Ich weiß, wie das Fan-Verhältnis zwischen unseren Vereinen ist, aber ich finde es schade, dass es zu dieser Entwicklung in Worms gekommen ist.

    Ich wünsche euch, dass sich Menschen in und um Worms herum finden, die sich den Leitsatz "support your local team" zu Herzen nehmen, sich künftig wieder etwas entwickelt und dem weit über Gebühr Konsumenten-Fußball eine lange Nase zeigen. Drücke euch die Daumen.

    Vielleicht geht ja nächste Saison was in Richtung Regionalliga. Mit eurem Trainer ist bestimmt perspektivisch was möglich.

    Kassel, immer wieder Kassel! Spielen die in der ersten Halbzeit an die Wand, müssen 4:1 führen, gehen direkt nach der Pause hochverdient 2:1 in Führung und stellen dann das Spielen ein.

    Drei Tore nach Standards gefressen. Zwei Eckbälle, in der Nachspielzeit Elfmeter.

    Zur Wahrheit gehört aber auch, dass alle unsere vier Innenverteidiger gefehlt haben. Weigelt, Laux, Awassi und Mitakidis.

    Sprich, wir haben heute ohne gelernten IV gespielt. Mit einem der vier hätten wir zwei Tore nach Ecke nicht kassiert. Da fehlte einfach Körpergröße.

    Kassel hat das Glück gegen uns schon lange überstrapaziert.

    SVE-Torsten

    Kannst du etwas zu RW Wittlich sagen und zur Situation in Wittlich allgemein?

    Der Traditionsverein dort ist ja der SV Wittlich 1912 - aber ohne Rot-Weiß (Vereinsfarben sind Schwarz-Weiß).


    Wer steckt hinter Rot-Weiß und welche Ziele hat man dort? Vergleichbar mit Cosmos Koblenz? Stadionsituation?

    Was soll ich sagen. Versuche etwas diplomatisch zu sein, fällt mir allerdings bei SV Rot-Weiß Wittlich schwer.

    Wenn Du auf die Anlage kommst, tritt gleich ein großer Banner ins Blickfeld, wo die Mannschaft abgebildet ist mit dem Slogan: Herzlich willkommen bei der Nummer 1 in Wittlich. Schon eine gewisse Arroganz und Respektlosigkeit gegenüber anderen Vereinen in Wittlich. Wie dem von Dir genannten SV Wittlich (92/93 und 93/94 Oberliga Südwest, jetzt Kreisliga A), der SG Wittlich-Lüxem (Bezirksliga West) oder den Oberliga-Handballerinnen der HSG Wittlich.

    Zudem wollen sie die Nummer eins in der Region werden, bedeutet, sie wollen auch mit Eintracht Trier konkurrieren. Beliebt ist Rot-Weiß nicht wirklich, selbst in Wittlich mögen die viele nicht. Und in der Rheinlandliga gilt das gleiche, was den Beliebtheitsfaktor betrifft.

    Sympathie können sie sich halt nicht erkaufen, dazu gehört mehr.

    Uns mögen die auch nicht und skandierten vor ein paar Wochen beim knappen 3:2 Heimsieg gegen unsere zweite Mannschaft in der Rheinlandliga "Derbysieger".

    Der Vergleich zu Cosmos Koblenz passt gut.

    Fast die ganze Mannschaft hat Eintracht Trier-Vergangenheit, nebst Trainer, Co-und Torwarttrainer.

    Ein Bibaku und Shehada usw. spielen bestimmt nicht umsonst dort, um nur mal zwei Spieler zu nennen. Wie die das finanzieren, weiß ich nicht.

    Insgesamt eine Mannschaft mit Regional- und Oberligaerfahrung.

    Nicht grundlos waren gestern 800 Trierer vor Ort. Zeichen setzen, was gelebte Vereins- und Fankultur bedeutet.

    Der heutige Abend steht wiedermal exemplarisch dafür, wie geil es ist, Fan von unserer Eintracht zu sein.
    Das sind die besonderen Momente.
    Guter Gegner, der gerne die Nr. 1 in der Region werden möchte.
    Kunstrasen, gut 800 Trierer! vor Ort - für ein Sechzehntelfinale. Wahnsinn!
    Geiler Support, wir rennen an und an und an, die Verlängerung vor Augen oder doch sogar noch das überraschende Pokalaus, weil Wittlich ein doofes Ding reicht - wie im April in Engers.

    Dann kommt Weigelt und knallt den Ball in die Maschen zum absolut verdienten und gleichzeitig erlösenden 1:0.
    Was für eine Ekstase, mega!
    Kurz darauf, Helds geile Antizipation, kurzer Sprint, Pass auf Kinscher, der vollstreckt - 2:0!
    Jubelorgie!

    Das sind die Momente, die uns über die ganze Saison tragen können.

    Einfach ein megageiler Eintracht-Abend!
    Danke!

    Ganz hervorragender Auftritt unserer Mannschaft heute. Dass wir eine zweite Mannschaft mal so dominieren hätte ich nicht erwartet.

    Das 3:1 hochverdient und Freiburg II noch gut bedient. Sehr wichtiger Sieg nach dem unnötigen 2:3 unter der Woche bei Mainz II.

    Heute nur 2022 Zuschauer, aber es hat den ganzen Morgen und Vormittag bis zum Spielbeginn Bindfäden geregnet und gestürmt. Dafür war es dann doch okay in unserem altehrwürdigen Moselstadion.

    Unnötige und blöde Niederlage in Mainz. Aufgrund der zwei englischen Wochen für uns - nächste Woche Pokal bei RW Wittlich - kann ich Rotation zwar nachvollziehen, aber am Dienstag war das zuviel des Guten. Sechs neue Spieler, dazu Umstellung von Vierer- auf Dreier-, respektive Fünferkette gegen den Ball, waren unnötig.

    Das 0:1 durch einen Bock vom ansonsten super Torwart Novakovic, der Laux bedrängt anspielt, Derstroff dazwischen geht und den Ball ins Tor bugsiert. Bis dahin war Mainz nicht ein einziges Mal gefährlich im Strafraum.

    Vor der Pause das 0:2, zur Halbzeit gewechselt, Umstellung auf Viererkette und schon wurden wir besser und dominant.

    Nachdem ein Mainzer auf der Linie gerettet hat, führte der anschließende Konter zum 0:3.

    Danach weiter sehr gute Moral gezeigt, das 1:3 und 2:3 gemacht. Mit der allerletzten Aktion kommt der nach vorne geeilte Novakovic im Strafraum zum Abschluss, der Ball wird aber von einem Mainzer Spieler geblockt, sonst wäre die Kugel reingegangen.

    Fazit: Das Spiel wurde in der ersten Halbzeit verloren durch zuviel Rotation, unnötige Systemunstellung und Novakovics Fehler.

    Perfektes Beispiel für die tolle Regionalliga Südwest. Der nächste hochgepushte Verein in die 3.Liga, wenn es denn keine Zweite schafft....

    Ich schreibe dazu auch nichts mehr, außer alleine die Tatsache, 90 km zu einem "Heimspiel" fahren zu müssen, weil die eigene Stadt kein Interesse am Verein hat, aber eine Person sein Werk unbedingt durchdrücken möchte, für mich alles aussagt.

    Wichtiger Sieg gegen ein gutes Balingen, welches einen sehr ordentlichen Ball spielt und uns im Laufe der ersten Halbzeit schon etwas überlegen war, mit mehr Abschlüssen und einigen Eckbällen.

    Das 1:0 durch Marceta von uns aber stark herausgespielt und im Anschluss noch zwei qualitativ sehr gute Möglichkeiten durch Wähling und wieder Marceta. Die hätten sitzen müssen.

    Zur 2.Halbzeit hat unser Trainer Kevin Heinz für Laux eingewechselt und etwas umgestellt. Wrusch von der linken Abwehrseite in die Innenverteidigung und Heinz auf seine angestammte Linksverteiger-Position. Das machte sich schnell bezahlt.

    Wir waren galliger und griffiger in den Zweikämpfen und haben uns gute Möglichkeiten kreieren können. Biondic, der immer besser wird, mit dem 2:0. Anschließend Balingen mit einer Top-Chance, welche Novakovic klasse pariert hat.

    Das 3:0 nach Fehler eines Gästespielers durch König, der den Balinger Torwart überlupfte.

    Insgesamt ist der Sieg aufgrund der Qualität der Chancen verdient, vom Ergebnis her aber zu hoch.

    Enttäuscht bin ich von der Zuschauerzahl. 2208 sind sehr mager. Das ist vielleicht immer noch jammern auf hohem Niveau für ein Viertligaspiel Platz 10 gg Platz 15 (Tabelle vor dem Spiel), aber das war heute schon mau im Gegensatz zu dem, was wir seit knapp drei Jahren gewohnt sind. Wurde auch im Stadion diskutiert, was die Gründe sein können.

    Aber drei Punkte sind drei Punkte. Jetzt können wir am Dienstag ohne großen Druck nach Mainz fahren. Mal gespannt, welche Spieler die aus dem Dunstkreis der ersten Mannschaft in den Kader nehmen. Bei einem Spiel unter der Woche bietet sich das ja geradezu an.

    Was die Liga betrifft - wer soll Freiberg noch gefährlich werden? Nach zehn Spieltagen ist bereits eine Vorentscheidung gefallen. Da rüstet u.a. Homburg wieder groß auf und kann die Saison schon abhaken. Und es ist noch September. Ebenso Offenbach, Steinbach und auch der FSV Frankfurt.

    Hochverdienter Sieg gegen Sandhausen. Ganz wichtig! Freiberg marschiert derzeit durch die Liga, wie das oft zitierte Messer durch heiße Butter.

    Meine Güte, OFC! Die Saison ist ja jetzt schon gelaufen, was den Aufstieg betrifft. Das gilt auch für den FC Homburg.

    Anlässlich zu unserem Heimspiel am kommenden Samstag gegen den SV Sandhausen mal wieder etwas Historisches und eine persönliche Rückkehr in die Aufstiegsrunde zur 2.Bundesliga Saison 1986 /1987.

    FSV Saarwellingen kürt Trier zum Meister

    Das war die fettgedruckte Überschrift in einer Sportzeitung Montags nach dem zuvor am Wochenende zuende gegangenen 33.Spieltags der Amateuroberliga Südwest.
    In der Tat wurde Eintracht Trier am 10.05.1987 erstmals nach dem bitteren Abstieg aus der 2.Liga in der Saison 1980/1981 Meister der Oberliga Südwest und somit gleichzeitig Teilnehmer an der Aufstiegsrunde zur 2.Bundesliga.

    Während Wormatia Worms - über weite Strecken der Saison Tabellenführer der Oberliga - beim FSV Saarwellingen deutlich mit 0:3 unterlag, konnte Eintracht Trier im Parallelspiel im heimischen Moselstadion vor 4000 Zuschauern einen 1:0 Sieg gegen den SV Edenkoben feiern. Das goldene Tor erzielte Wolfram Schanda bereits nach 20 Minuten.

    Dabei sah es lange nicht nach einer Trierer Meisterschaft aus.
    Zu dominant wirkte die Wormatia aus Worms in der laufenden Runde.
    Schon der Saisonauftakt lief für Trier nicht optimal.
    Einem 1:1 zum Saisonstart im alten Bruchwegstadion beim FSV Mainz 05 - nein, nicht die U 23 - folgte eine ernüchternde 1:2 Heimniederlage gegen Worms.
    Aber der SVE fand in die Erfolgsspur und biss sich mit dem VfL Hamm/Sieg als Verfolger der Wormatia oben fest.

    Noch vor der Winterpause begann die Rückrunde.
    Trier zuhause mit einem 3:3 gegen Mainz 05, musste anschließend zur Wormatia reisen. Bei bereits fünf Punkten Rückstand - damals gab es noch die Zwei-Punkte-Regelung - war klar: verlieren verboten.
    Immerhin wurde dieses Vorhaben mit einem 0:0 umgesetzt.

    Im Laufe der Rückrunde holte die Eintracht Punkt für Punkt auf, war schließlich zum 33.Spieltag punktgleich mit Worms, wies aber das deutlich bessere Torverhältnis gegenüber der Wormatia auf.
    Die Niederlage von Worms in Saarwellingen und der Sieg Triers gegen Edenkoben ließen am späten Nachmittag des 10.05.1987 in der ältesten Stadt Deutschlands die Sektkorken knallen.
    Der letzte Spieltag war somit sogar bedeutungslos.
    In Pirmasens verlor die Eintracht mit 2:3.

    Während der FSV Salmrohr - eine Saison zuvor in die 2.Liga aufgestiegen - schon frühzeitig als sicherer Absteiger feststand, sollten sich die sportlichen Machtverhältnisse an der Mosel wieder zugunsten des Stadtvereins wenden.
    Die Euphorie und Vorfreude auf die anstehenden Aufstiegsspiele waren groß.
    Der Geruch nach eingleisiger 2.Bundesliga schlängelte sich süßlich durch Trier.

    Die Gegner standen indes fest. Neben unserer Eintracht gesellten sich der BaWü-Meister SV Sandhausen, der bayrische Vertreter SpVgg Bayreuth und der Hessenmeister Kickers Offenbach hinzu.
    Die Regelung: jeder gegen jeden mit Hin- und Rückspiel. Die ersten beiden steigen auf.
    Das sollte doch funktionieren.

    In der Nordgruppe duellierten sich Hertha BSC Berlin, Arminia Hannover, SV Meppen, BV 08 Lüttringhausen (das spätere FC Remscheid) und die SpVgg Erkenschwick um die zwei begehrten Aufstiegsplätze.

    Los ging es für die Blau-Schwarz-Weißen am Sonntag, 24.05.1987, mit dem Auswärtsspiel beim SV Sandhausen.
    Tags zuvor trennten sich Bayreuth und Offenbach - beide wurden für den Aufstieg favorisiert - mit 2:2.
    Und irgendwie war es schon in den späten 80ern nicht glücklich um unsere Eintracht bestellt.
    Sandhausen erzielte in der 23.Minute nach einer Ecke das 1:0 per Hand durch den späteren SVS- Trainer Gerd Dais. Zu allem Überfluss konnte die Eintracht nur drei Minuten später in der 26.Minute einen Elfmeter nicht im Tor unterbringen. So blieb es letztlich bei der knappen 0:1 Niederlage. Dass genau dieses Handtor am Ende entscheidend sein und den Aufstiegstraum der Eintracht platzen lassen würde, konnte nach diesem ersten Spieltag niemand ahnen.

    Samstags darauf war somit schon Druck auf dem Trierer Kessel.
    Aber die Eintracht hielt diesem stand und besiegte vor 7.500 Zuschauern die SpVgg Bayreuth klar mit 3:0.
    Offenbach entledigte sich mit einem Sieg der Aufgabe Sandhausen.
    OFC 3:1,Trier 2:2, Sandhausen 2:2, Bayreuth 1:3, so der Zwischenstand nach zwei Spieltagen. Schiri, bitte abpfeifen!

    Doch dafür war es leider noch viel zu früh.
    Der Klassiker wartete eine Woche darauf gegen den OFC, mit keinem geringeren als Ex-Nationalspieler Dieter Müller, die Torgarantie von Offenbach.
    Einen 0:1 Rückstand vor 9.000 Zuschauern im Moselstadion konnte die Eintracht in der 67.Minute durch den damals noch sehr jungen und späteren Pokal- und Aufstiegsheld Rudi Thömmes egalisieren, bevor die Kickers zweimal zuschlugen und mit 3:1 in Führung gingen.
    Das 2:3 kurz vor Schluss fiel leider zu spät, um noch eine finale Aufholjagd zu starten.

    Bayreuth gewann in Sandhausen, plötzlich hat sich das Blatt wieder gewendet.

    Nur sechs Tage später, an einem Freitagabend, gastierte unsere Eintracht zum Rückspiel am Bieberer Berg zu Offenbach.
    Nur die wenigsten setzten noch einen Pfifferling auf die Eintracht.
    Zu favorisiert war der OFC. Doch erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt.

    Wolfram Schanda erzielte sehr früh per Kopf das 1:0 für Trier. Es war die 4. oder 7.Minute.
    Ich meine die Schlagzeile "Goldköpfchen Schanda " sichert Triers Sieg in Erinnerung zu haben.
    Fortan entwickelte sich für unsere Eintracht eine Abwehrschlacht, welche allerdings erfolgreich mit dem 1:0 Sieg gekrönt wurde.
    Bayreuth besiegte Sandhausen, aber mit jetzt 4:4 Punkten und dem kommenden Direktduell in Bayreuth (5:3 Punkte) war wieder alles drin. Und wer auf dem berühmt berüchtigtem Bieberer Berg gewinnt, kann doch erst recht in Bayreuth gewinnen.

    Donnerstag, gleichzeitig Feiertag, und Trier mit der großen Chance, mit einem Sieg an Bayreuth vorbeizuziehen oder zumindest einen Punkt zu ergattern, um am letzten Spieltag gegen Sandhausen den Aufstieg aus eigener Kraft klarmachen zu können, da gleichzeitig Offenbach Bayreuth empfing und sich beide Punkte abnehmen würden.

    Ich verfolgte das Spiel damals per Radio in der Küche bei meiner Oma. Trier war die bessere Mannschaft, nutzte die Chancen aber nicht. Kommt euch das bekannt vor? Schon damals war es wie so oft heute.
    Knapp 15 Minuten vor Spielende kam die Durchsage im Radio, dass es noch 0:0 steht. Ich hätte es seinerzeit mitgenommen, da ich mir zumindest darin sicher war, das Spiel gegen Sandhausen zuhause zu gewinnen.

    Hoffen und bangen. Schwitzende Hände, unruhig auf dem Stuhl rumgewackelt. Das Spiel muss aus sein. Wann kommt die hoffentlich erlösende Nachricht, dass wir nicht verloren haben?
    Eine gefühlte Ewigkeit musste ich ausharren, als die Radiomoderatorin mitteilte, dass Bayreuth durch einen Doppelschlag in der 78. und 79.Minute 2:0 gewonnen hat.

    Die pure Enttäuschung und Ernüchterung. Bayreuth sicherte sich sogar mit diesem Sieg den vorzeitigen Aufstieg - unfassbar! Wir haben die noch kurz zuvor 3:0 aus dem Moselstadion gefegt.

    Gleichzeitig wurde aber noch der (Aufstiegs-)Strohhalm via Radio präsentiert. Sandhausen besiegte doch tatsächlich Offenbach mit 2:1. Der kleine Funke war also noch am glimmen, während mir klar war, dass die Chance eher sehr gering sein wird.

    Tabelle vor dem letzten Spieltag:
    1.Bayreuth 7:3
    2.OFC 5:5
    3.Trier 4:6
    4.Sandhausen 4:6
    Kurios: Neben den bereits aufgestiegenen Bayreuthern konnten noch alle drei Kontrahenten den Sprung in die 2.Liga schaffen.
    Klar war aber, dass Trier und Sandhausen lediglich Außenseiterchancen besaßen, da Bayreuth in Offenbach sicherlich nicht mehr alles geben würde. Natürlich kam es auch so...

    Das alles zählte am Sonntag, 21.06.1987, nicht. Der kleine Funken sollte an diesem Tag doch noch zu einem Aufstiegs-Leuchtfeuer werden.
    Schon früh fuhr mich mein Onkel von Saarburg nach Trier und ich begab mich sofort zum Moselstadion. Vor dem Haupteingang harrte ich bestimmt zwei-drei Stunden aus, bis die Tore unseres Wohnzimmers endlich geöffnet wurden und ich mir meine Karte sichern konnte.

    Insgesamt fanden 5.000 Zuschauer den Weg ins Stadion. Viele schienen nicht mehr an den Aufstieg zu glauben. Aus Sandhausen war gefühlt eine Handvoll mit zwei oder drei großen schwarz-weißen Schwenkfahnen angereist.
    Ich gesellte mich natürlich auf die Gegengerade, wo die damalige Fanszene schon seinerzeit für gute Stimmung sorgte.
    Mit zahlreich geworfenen Bierdeckeln wurde die Mannschaft lautstark begrüßt. Die Stimmung wurde zusehends euphorischer, nachdem wir mit 1:0 in Führung gegangen waren.

    Zur Pause dann der Dämpfer via Stadiondurchsage vom Parallelspiel OFC gg Bayreuth.
    Dort stand es nach 45 Minuten schon 3:0 für die Gastgeber.
    Aus, der Aufstiegstraum. Obschon das meinerseits erwartet wurde, machten sich dennoch große Enttäuschung und Traurigkeit in mir breit.
    Trotzdem war noch eine zweite Hälfte zu absolvieren, und ich wollte dieses Spiel unbedingt gewinnen.

    Nachdem Sandhausen im zweiten Durchgang zwischenzeitlich das Spiel tatsächlich mit 2:1 gedreht hat, entwickelte unsere Eintracht aber noch mal Nehmerqualitäten und begeisterte die natürlich ob des verpassten Aufstiegs enttäuschten Zuschauer mit zwei Toren und einem 3:2 Sieg.
    Die eigenen Hausaufgaben wurden gemacht, aber die Durchsage, dass Offenbach am Ende sogar mit 5:0 gegen Bayreuth gewonnen hat, hinterließ neben der Enttäuschung auch ein Geschmäckle.

    Das hinderte einige treuesten der Treuen allerdings nicht, über den Zaun zu springen und die auf dem Boden sitzenden, enttäuschten Spieler zu trösten und Mut zuzusprechen.

    So endete ein weiteres tolles Erlebnis Moselstadion trotz des abschließenden Sieges gegen Sandhausen mit der großen Enttäuschung, den so ersehnten Wiederaufstieg aufgrund eines fehlenden Punktes verpasst zu haben.
    Ja, wäre das Handspiel im ersten Spiel geahndet worden, hätte der Aufsteiger neben Offenbach oder Bayreuth Trier geheißen.
    Eine bittere Nummer, die mir als 16-jährigem Bub die Sommerferien schon vermiest hat.

    Dass wir noch 15 Jahre warten mussten, um den Aufstieg in die 2.Liga zu realisieren und dazwischen noch weitere zwei erfolglose Aufstiegsrunden lagen, hätte ich an jenem 21.06.1987 nicht für möglich gehalten.

    Am kommenden Samstag erwarten wir jenen SV Sandhausen wieder zu einem Pflichtspiel in Trier. Das erste Aufeinandertreffen nach dem 21.06.1987. 38 Jahre liegen dazwischen. Was für eine Zeitspanne. Dieses Mal ist aber nicht der Aufstieg in die 2.Liga Grund des Spiels - die Realität heißt, wichtige Punkte in der 4.Liga oder genauer gesagt, Regionalliga Südwest, zu sammeln.

    Dass Sandhausen gegen Balingen verloren hat, schmeckt mir gar nicht.

    Am Samstag in Trier laufen die bestimmt zur Hochform auf. Wir sind ja zudem bekannt dafür, Aufbaugegner für kriselnde Mannschaften zu sein.

    Und da wir unsere Fehler einfach nicht abstellen - das 0:2 beim FSV Frankfurt vom Sonntag lässt grüßen - könnte Pascal Testroet seine wahre Freude finden.:nein1:

    Vielen Dank für die ausführlichen und interessanten Informationen.

    Umso mehr frage ich mich, was die wirkliche Intention des SGV Freiberg ist. Die Stadt Freiberg winkt dankend ab und niemand, bis auf 300 - 400 Leuten, interessiert sich für den Verein. Trotz sieben Siegen aus sieben Spielen und Tabellenführer der Regionalliga. Das würde mir wirklich zu denken geben.

    Hier scheint es eine Person unbedingt krampfhaft durchdrücken zu wollen, Freiberg im Profifußball zu sehen. Mag ja einerseits ehrenwert sein. Sobald ich aber erkenne, dass dieses Vorhaben seit Jahren - gefühlt zumindest - fast ausschließlich auf Widerstände stößt, lasse ich davon ab. Man kann nunmal nicht Dinge erzwingen, die in kaum einer Weise auf Gegeninteresse stoßen.

    Das hat auch nichts mit Neid zu tun, weil die ganz oben stehen, ich verstehe schlicht und ergreifend den Sinn nicht.

    FSV Frankfurt wird eine harte Nuss. Die sind extrem effektiv, machen häufig aus dem Nichts ein Tor. Wir dürfen uns keine Nachlässigkeiten erlauben, das würde gnadenlos ausgenutzt.

    Positiv ist, dass wir bis auf Schuster nahezu alle Spieler an Bord haben. Held wieder ein Kandidat für den Kader. Tekerci und Wähling bringen weitere gute Qualität in die Mannschaft. Beide könnten am Sonntag sogar in der Startelf stehen.

    Mal sehen, ich freue mich auf das Spiel. Ich glaube, dass wir fussballerisch nicht schlechter sind. In dieser Liga entscheidet oft die Tagesform, wer weniger Fehler macht und vor dem gegnerischen Tor kaltschnäuziger ist.