81 deutsche Großstädte und ihre Top-Vereine

  • Karlsruher SC Der Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix e. V., gemeinhin kurz als Karlsruher SC oder KSC bezeichnet,

    ist der größte Sportverein der Stadt Karlsruhe und in der Region Nordbaden. ..................


    In dem 1952 durch Fusion des Karlsruher FC Phönix mit dem VfB Mühlburg entstandenen Verein dominiert die Fußballabteilung.

    Der Vorgängerverein FC Phönix wurde 1909 Deutscher Meister, dem KSC gelangen als größten Erfolgen 1955 und 1956 zwei

    DFB-Pokalsiege. .....................



    Das so schwerr zu verstehen ? Der KSC ist ein eingetragener Verein als Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix e.V. wo die beiden

    Vereine zuvor diesen Beinamen behalten wollten aber das hauptsächlich heute nur noch KSC angegeben wird was ich auch als

    besser finde wo mir viele Fussionen nerven ob jetzt der SV Wehen Wiesbaden, SC Weiche Flensburg, SV Drochtersen/Assel,

    FC Wegberg-Beeck, SG Sonnenhof Großaspach, TSV Steinbach Haiger, FV Lörrach-Brombach, 1.FC Rielasingen-Arlen, ..................

  • Für die Ultras mit ihren quasireligiösen Beziehungen zu Wappen, Stadt, Farben und Herkunft spielen solche Dinge eine Rolle, im Alltag und Sportjournalismus natürlich nicht. Interessant ist für mich wirklich nur, inwieweit Fans solche Herkünfte/vereinsgeschichtlichen Bezüge noch pflegen. In der MSV-Fanszene bspw ist das "Meiderich" doch wohl noch sehr präsent.

  • In der MSV-Fanszene bspw ist das "Meiderich" doch wohl noch sehr präsent.

    Im Liedgut als auch auf den Zaunfahnen ist sowohl Meiderich als auch Duisburg sehr präsent. Da wird das eine nicht kategorisch gegen das andere ausgeschlossen oder bevorzugt, wegen der Tradition und so.

    Als Stadtteilclub sieht den MSV auch niemand in Duisburg und Umgebung, bis auf einen wackeren Münchener hier im Forum. :zwinker:


    Beim KSC gibt es doch auch seit Langem die Zaunfahne von den Ultras der "Phönix Sons" , oder ist die nicht mehr?

  • Platz 21: Mannheim (309.721 Einwohner)


    1. SV Waldhof Mannheim 07 (3. Liga/3)


    2. VfR Mannheim 1896 (VL/6)


    3. Türkspor Mannheim (LL/7)


    4. VfL Kurpfalz Mannheim-Neckarau (LL/7)


    5. FK Srbija Mannheim (LL/7)


    Die Quadratestadt Mannheim wird nicht nur schon sehr früh, nämlich 1897, durch die rasche Industrialisierung der Region Großstadt, sondern gehört auch zu den frühen Fußball-Hochburgen in Deutschland. Fünf „Monnemer“ Vereine mitbegründen den DFB im Jahr 1900, allesamt übrigens bei der Gründungsversammlung in Leipzig vom Fußball-Pionier und späteren Kicker-Gründer Walter Bensemann vertreten. Zu den fünf Vereinen gehören auch die drei späteren Fusionsvereine des heutigen VfR Mannheim 1896.


    Doch nicht nur der VfR und der SV Waldhof 07 (ab 1972 offiziell Chio Waldhof 07, nach einer Chipsfirma betitelt, ab 1975 SV Chio Waldhof 07, ab 1978 SV Waldhof Mannheim 07) prägen die Frühzeit des Mannheimer Fußballs. In der erstklassigen Kreisliga Odenwald beispielsweise spielen zwischen den Weltkriegen die Mannheimer Mannschaften nahezu eine Stadtmeisterschaft unter sich aus.


    Die Anfänge der Mannheimer Fußballhistorie dominiert die Mannheimer Fußball-Gesellschaft 1896, die sich 1911 mit dem Mannheimer Fußball-Club Viktoria 1897 und der Mannheimer Fußball-Gesellschaft Union 1897 zum Verein für Rasenspiele Mannheim 1896 zusammenschließt. Als erste Konkurrenz spielt der Mannheimer Fußball Club Phönix 02 (heute Kreisklasse A2) auf, der sich der Fusion zum VfR nicht anschließen will. Nach dem rasanten Aufstieg der Waldhöfer rutscht der MFC Phönix 02 aus dem Fokus, schreibt aber immerhin frühe Fußball-Skandalgeschichte, als der Verein dem Waldhöfer Stürmer Sepp Herberger 10.000 Mark für einen Wechsel zahlt. Das ist natürlich zu jener Zeit nicht zulässig. Der spätere Bundestrainer wechselt trotz der Zahlung, die er später zurückgibt, zum VfR, der ihm im Gegenzug eine Arbeitsstelle bei einer Bank und eine mietfreie Wohnung organisiert. Zwischen 1955 und 1972 hält sich Phönix noch lange Zeit im badischen Amateuroberhaus, danach verschwindet der Verein in die unteren Ligen.


    Auch der VfTuR Feudenheim (1920 Fusion von FC Viktoria Feudenheim und TV Badenia 1889 Mannheim-Feudenheim) spielt bis zum Ende des 2. Weltkriegs mehrfach erstklassig. Da nach Verbot des Arbeitersports unter den Nazis viele Spieler des ATSV Feudenheim beim VfTuR unterkommen, gründet sich daraus nach dem Krieg der ASV Feudenheim (heute Kreisklasse A1), der lange Zeit als Spitzenteam in der 1. Amateurliga Nordbaden gilt und 1967 in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Süd scheitert. Anfang der 70er Jahre lehnen die Mitglieder des ASV eine Fusion mit dem VfR ab, der Verein sinkt danach bis auf Kreisebene ab. Die Spielvereinigung Sandhofen 03 spielt in den 30er Jahren in der Gauliga Baden und verabschiedet sich 1965 aus dem hochklassigen Amateurfußball (heute SKV Sandhofen in der Kreisklasse A2). Auch der SC 1910 Käfertal zählt zu den frühen Mannheimer Spitzenteams (heute Kreisklasse A2), spielt nach dem Krieg wie auch der Mannheimer Fußballclub 1908 Lindenhof keine Rolle mehr.


    Die Mannheimer Fußballgeschichte lebt aber von der Rivalität des bürgerlichen VfR und des proletarischen SV Waldhof. Hin und wieder versucht die dritte Kraft des Mannheimer Fußballs, der VfL Neckarau (seit 2011 nach Fusion mit dem benachbarten VfB Kurpfalz als VfL Kurpfalz Mannheim-Neckarau aktiv), daran zu kratzen, letztlich aber erfolglos. Mit sieben Spielzeiten in der Bundesliga und 20 Spielzeiten in der 2. Bundesliga haben die Waldhöfer das Duell zwar für sich entschieden, der VfR darf dafür aber den ersten bundesdeutschen Meistertitel nach dem Krieg 1949 auf seinem Briefkopf führen. 56mal treffen Waldhof und der VfR nach dem Krieg in Pflichtspielen aufeinander, 25 geht der SVW07 als Sieger vom Platz, bei 18 Remis und 13 Siegen für den VfR. In der Meisterschaft wird das Mannheimer Derby zum letzten Mal im Mai 2008 in der Oberliga Baden-Württemberg ausgespielt.


    Der SV Waldhof wird 1907 gegründet. Mit der Benz-Fabrik, den Draiswerken oder Boehringer ist Waldhof früh ein bedeutender Industriestandort. Schnell gelangt der Verein an die Spitze, spielt mehrfach um die süddeutsche Meisterschaft. Nach 1933 tritt Waldhof als badischer Meister wiederholt in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft an, zwei Mal scheitern die Waldhof-Buben, wie sie in der zeitgenössischen Presse wegen des jugendlichen Alters der Spieler genannt werden, im Halbfinale an der Übermannschaft der Zeit, dem FC Schalke 04.


    Ab 1945 ist der SV Waldhof in der Oberliga Süd daheim, aber agiert nur noch im Mittelmaß. 1954 muss der Verein nach 40 Jahren erstmals in die Zweitklassigkeit und bleibt bis zur Einführung der Bundesliga 1963 eine Fahrstuhlmannschaft. Der Mannheimer Fußball hat mittlerweile den Anschluss an die nationale Spitze verloren. Der Gang in die Regionalliga Süd läutet für die Schwarz-Blauen eine lange Zeit fern der ersten Liga ein. 1970 muss Waldhof sogar in die Drittklassigkeit, schafft aber noch rechtzeitig zur Einführung der 2. Bundesliga den Turnaround. Gemeinsam mit dem alten Rivalen VfR ist man in der neuen Liga dabei, aber schon im ersten Jahr trennen sich die Wege mit dem Abstieg des VfR für eine lange Zeit. Fusionspläne mit dem VfR lassen sich in jener Zeit nicht durchsetzen. Mal lehnen die Mitglieder des VfR das Ansinnen ab, mal die des SVW.


    In einem Freundschaftsspiel gegen den ASV Gummi-Mayer Landau 1973 läuft der SVW erstmals mit Trikotwerbung für die Chipsfirma Chio auf. Deren Chef Carlo von Opel sitzt nicht nur im Vorstand des SVW, er zahlt auch 190.000 Mark für die Umbenennung des Vereins in Chio Waldhof. So lässt sich das Verbot der Trikotwerbung umgehen. Mit der Fusion der Chipsfirma Chio mit dem Konkurrenten funny-frisch allerdings endet die Episode. Nun heißt der Verein SV Waldhof Mannheim 07, die Sportpresse unterschlägt das Waldhof vaber gern, so dass ein weiterer Stadtteilname aus dem Fußball nahezu verschwindet.


    Ende der 70er Jahre unternimmt die Stadt Mannheim einen erneuten Fusionsversuch, aber der SVW und der VfR können einfach nicht miteinander. 1980 übernimmt der Mann mit dem Pepita-Hut und Verfechter des zu jener Zeit üblichen Rustikal-Fußballs das Ruder am Mannheimer Alsenweg: Klaus Schlappner. Er führt 1983 Waldhof in die Bundesliga. Das europäische Geschäft verpassen die Waldhöfer 1985 nur knapp, aber immerhin gewinnen sie den Great Wall Cup in China. Im Ausweichquartier, dem Südweststadion in Ludwigshafen, rückten die Mannheimer auch geographisch dem FCK näher auf die Pelle, was eine besondere Rivalität hervorbringt. 1990 ist die Bundesliga-Zeit vorbei, den Epochenwechsel zum modernen Event-Fußball in der Bundesliga erlebt Waldhof nicht mehr. Gelegenheiten zum Wiederaufstieg werden mehrfach verspielt. Mit sinkendem sportlichen Erfolg wachsen beim SVW hingegen die Finanzsorgen. 2003 steigen die Waldhöfer aus dem Profilager ab und werden aus Lizenzgründen gleich in die Oberliga durchgereicht. Nun ist Waldhof nicht nur erstmals seit 1945 viertklassig, sondern auch wieder auf Augenhöhe mit dem eigentlich längst abgehängten VfR. Der zweite Lizenzentzug trifft Waldhof 2010 in der Regionalliga. Das folgende Oberliga-Jahr (5. Liga) bleibt dann aber vorerst das letzte. 2019 kehren die Schwarz-Blauen nach 16 Jahren in den Profi-Fußball (3. Liga) zurück.


    Davon ist der VfR meilenweit entfernt. 1925 süddeutsche Meisterschaft, ab 1933 sechs mal Meister der Gauliga Baden im Dauerwettbewerb mit Waldhof und 1949 Deutscher Meister mit den so genannten Kanadiern (Spieler, die zuvor in kanadischer Kriegsgefangenschaft waren), nachdem auf den Weg zum Finale in der Hitzeschlacht von Stuttgart gegen den BVB der HSV und die Offenbacher Kickers ausgeschaltet wurden. An den frühen Erfolg können die Rasenspieler in der Folge nicht mehr anknüpfen. In der Oberliga Süd dümpeln sie meist im Mittelfeld, verlieren 1959 ihre Heimat „an den Brauereien“ im Stadtteil Wohlgelegen, aber immerhin sind sie in allen Spielzeiten im Gegensatz zum Waldhof dabei und auch erfolgreicher. Auch aus der Regionalliga Süd ist der VfR lange Zeit nicht wegzudenken, erst 1971 erwischt ihn der Abstieg. Noch folgenreicher ist aber der Abstieg gleich in der ersten Saison der neuen 2. Bundesliga Süd, denn der bedeutet den endgültigen Abschied vom Profifußball. Danach ist der VfR gefühlt ewiger Drittligist, bis 2002 auch ihn der Lizenzverlust ereilt. Es folgen die gemeinsamen Spielzeiten mit den Waldhöfern in der Oberliga und der letzte, aber nun endgültig gescheiterte Fusionsversuch. Seit 2009 spielt der VfR mal in der Oberliga, mal in der sechstklassigen Verbandsliga.


    Noch weiter entfernt von einstiger Größe ist mittlerweile der VfL Kurpfalz Mannheim-Neckarau. Der VfL Neckarau ist als Erstligist in den 1920ern und 1930ern ein echter Rivale der beiden großen Mannheimer Clubs. 1941 spielt der Verein an der Altriper Rheinfähre sogar in der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Nach dem Krieg reicht es noch zu vier Jahren in der Oberliga Süd. Ein letztes Aufbäumen tätigt der Verein aus dem Mannheimer Süden in der Saison 68/69. In der Regionalliga Süd trifft man die alten Rivalen VfR und SVW wieder. Am Ende fehlen aber fünf Punkte auf den VfR und Opel Rüsselsheim, die die Liga halten können. Für Neckarau geht es hingegen schnell in untere Ligen bis auf Kreisebene, ein letztes Mal taucht der VfL 1988/89 in der Oberliga auf.


    Wunsch: Der VfR steigt wieder in die Oberliga auf.

  • Wunsch natürlich dass der VfR wieder als echter Stadtverein die #1 wird in der Stadt. auch der MFC Phönix und der MFC Lindenhof dürfen gern deutlich höher spielen

    #22/5 5 Regional-Verbände = 5 Regional-Ligen = 5 Regional-Meister = 5 Aufsteiger

  • Danach ist der VfR gefühlt ewiger Drittligist, bis 2002 auch ihn der Lizenzverlust ereilt. Es folgen die gemeinsamen Spielzeiten mit den Waldhöfern in der Oberliga und der letzte, aber nun endgültig gescheiterte Fusionsversuch. Seit 2009 spielt der VfR mal in der Oberliga, mal in der sechstklassigen Verbandsliga.

    Die Fusionsbestrebungen 2002 scheiterten am vorgesehenen Namen (aber auch den Finanzen). Der VfR war bereits in Vorleistung getreten und hatte seine Mannschaft aus der Regionalliga zurückgezogen. Die MVV (damals Hauptsponsor beider Vereine) hatte angekündigt sich bei Scheitern der Fusion zurückzuziehen, wodurch es dann zu Finanzproblemen kam.


    Nutznießer des Rückzugs des VFR waren Lautern II und die Wormatia die dadurch in ihren Ligen doch noch den Klassenerhalt schafften.

  • Platz 20: Münster (316.403 Einwohner)


    1. SC Preußen Münster 06 (RL/4)


    2. 1.FC Gievenbeck (VL/6)


    3. Westfalia Kinderhaus (VL/6)


    4. TuS Hiltrup 1930 (VL/6)


    5. BSV Roxel (LL/7)



    Die katholische Bischofsstadt, Universitäts- und Beamtenstadt Münster überschritt 1915 die Grenze zur Großstadt, nicht zuletzt wegen ihrer Rolle als Garnisonsstadt. Fußballerisch gehört Münster zu den Städten ohne Derbygeschichte. Die Fußballhistorie steht ganz und gar im Licht des SC Preußen Münster 06. 1906 gründen Schüler des heutigen Schlaun-Gymnasiums in der östlichen Altstadt den FC Preußen Münster, der seit 1921 SC Preußen heißt. Eine bedeutende Rolle spielt der Club vor dem Krieg aber nicht. In der Gauliga etwa kommen die Preußen nur auf sechs Spielzeiten.


    Ab 1948 beginnt die beste Zeit der Schwarz-Grünen. Mit dem so genannten „100.000-Mark-Sturm“ zieht Preußen als Vizemeister der Oberliga West in die Endrunde der Deutschen Meisterschaft ein, lässt den Club, TeBe und den HSV hinter sich und verliert erst im Endspiel gegen Kaiserslautern. Damit ist der Zenit aber überschritten, doch der SCP kann sich immerhin durchgehend in der Oberliga West halten. Damit kommen die Preußen in den Genuss, Gründungsmitglied der Bundesliga zu sein. Am Ende der Debütsaison steigt der SCP allerdings umgehend ab und kehrt nie wieder in die Bundesliga zurück.


    Bis 1981 sind die Münsteraner noch zweitklassig, drei Mal scheitert der Verein als Dritter knapp an den Relegationsspielen, doch bei der Zusammenlegung der Zweitligastaffeln muss Münster in die Oberliga Westfalen. Erst 1989 kehrt der SCP für zwei Spielzeiten in den Profi-Fußball zurück, doch mit dem Abstieg 1991 beginnt eine lange Zeit in der Drittklassigkeit (bis 2006) und Viertklassigkeit (bis 2011). Erst dann erscheint Preußen Münster wieder auf der nationalen Bühne für neun Jahre in der 3. Liga. Nach dem jüngsten Abstieg ist der SCP wieder nur noch im Fußball-Westen daheim.


    Einen Konkurrenten haben die Preußen in der Universitätsstadt nur in den 1920er Jahren. Der SC Münster 08, eine Fusion (1919) aus dem SC Westfalen Münster von 1908 und dem jüngeren SC Hohenzollern Münster, platziert sich mehrmals vor den Preußen, verpasst aber die Qualifikation zur Gauliga. Die Westfalen stammen aus dem Umfeld des heute begehrten Mauritzviertels und des damals eher übel beleumundeten und Klein-Muffi genannten Herz-Jesu-Viertels im Osten der Stadt. Muffi stammt von „muffen“=stinken, einem Begriff aus der Münsteraner Geheim- und Gaunersprache Masematte. Damit hatten die Gründer aber eher weniger zu tun, der Verein entstand aus der Studentenschaft. Nach dem Krieg treffen sich die Preußen und die 08er letztmalig 47/48 in der Landesliga, dann trennen sich die Wege. Für den SC 08 geht es danach nur noch zwischen Landesliga und Kreisliga auf und ab (heute Bezirksliga).


    Der ambitionierteste Amateurclub ist heute der 1. FC Gievenbeck von 1949, einem Stadtteil im Westen Münsters, der u.a, durch seine vielen Studentenwohnheime bekannt ist. Zweimal (2012/13 und 2018/19) unternehmen die Gievenbecker einen nur kurzzeitigen Ausflug in die Oberliga Westfalen. Heute spielen sie mit dem TuS 1930 aus dem 1975 eingemeindeten Hiltrup im Süden der Stadt und Westfalia Kinderhaus in der Verbandsliga. Kinderhaus im Norden Münsters hat seinen Namen übrigens von einem 1333 dort erbauten Hospitals für Leprakranke, die man zu jener Zeit „die armen Kinder Gottes nannte“.


    Wunsch: Preußen Münster protestiert sich in die 3. Liga

  • Eine bedeutende Rolle spielt der Club vor dem Krieg aber nicht. In der Gauliga etwa kommen die Preußen nur auf sechs Spielzeiten.

    Immerhin war 1925 die Partie zwischen Münster und Bielefeld das erste deutsche Fußballspiel, das live im Radio übertragen wurde.

  • Für mich ergibt sich jetzt noch die Frage wie viele hätten das wirklich hören können. Wie viele der 5000 Rundfunkempfänger hatte die Chance es zu empfangen? Ist aber auch egal, eine schöne Geschichte wie das entstanden ist. :positiv1:

  • Man sollte nicht alles glauben, was bei Wikipedia steht. Die da im Artikel kolpierte Zahl von gerade mal 5.000 Rundfunkgeräten stammt aus einer Sekundärquelle, die vermutlich auch nur wieder auf Hörensagen fußt. Ende 1925 näherte sich die Zahl der Rundfunkgeräte im Deutschen Reich tatsächlich bereits mit rasanten Schritten der Millionenmarke. Der Sender Münster, ein Vorläufersender des heutigen WDR, erreichte damals rund 30.000 Haushalte in Westfalen. Das ist dann schon eine andere Zahl als 5.000 reichsweit. Von daher könnte die Übertragung schon eine für die Kindertage der Sportübertragungen beachtliche Hörerzahl erreicht haben, da Münster gegen Bielefeld in Westfalen damals das Topspiel war. Von Schalke oder Dortmund sprach da noch keiner.

  • Der Rundfunk boomte damals explosionsartig. Weil die Radiogeräte noch relativ teuer waren gabs auch viele Bastler, die sich was zusammenbauen.

    Fussball wurde in der Weimarer Republik zum Volkssport mit vielen Zuschauern und auch vielen neuen Vereinen in der Fläche.

    Von daher ist es schon sehr wahrscheinlich, wenn Radio und Fußball zueinander fanden und daher eine Liveübertragung probiert wurde die auch viele Zuhörer fand.

    Bald darauf wurde auch schon von der Deutschen Meisterschaft, Olympia und anderen Sportereignissen gesendet.

    Münster: als Fußballkenner weiß man um die Geschichte Preußen Münsters. Münster wirkt auf mich wie so eine "versunkene" Fußballstadt, wo man sich fragt ob da noch mal was höheres kommen mag.

    Und ohne den Tatort wäre Münster den meisten Menschen eh nicht im Bewusstsein, nur den historisch etwas kundigeren.

  • Platz 19: Bonn (330.579 Einwohner)


    1. Bonner Sport-Club 01/04 (RL/4)


    2. FC Blau-Weiß Friesdorf (OL/5)


    3. FV Bonn-Endenich (LL/6)


    4. SV Beuel 06 (BL/7)


    5. SC Fortuna Bonn 1904/50 (KL/8)



    Die größte deutsche Stadt ohne relevante Bundesliga-Geschichte ist die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn. Bonn wurde 1934 Großstadt. Die heutige Größe erreichte Bonn, das 1949 vor allem auf Betreiben Adenauers Frankfurt (und Kassel und Stuttgart) im Rennen um den Hauptstadtsitz ausgestochen hatte, allerdings erst 1967 durch die Eingemeindungen von Bad Godesberg und Beuel. Eine mickrige Zweitliga-Saison 1976/77 des Bonner SC steht in der Fußball-Historie zu Buche, die zudem auch noch mit dem ersten wirtschaftlich verursachten Lizenzentzug in der Bundesliga-Geschichte unrühmlich endete. Danach kehrte Bonn nicht mehr auf die Bundesliga-Bühne zurück.


    Eigentlich beginnt die Bonner Fußball-Geschichte mit einer Derby-Rivalität. Bis zur Fusion 1965 liefern sich der 1901 gegründete Bonner FV und die 1904 entstandene Tura (Turn-und Rasenspiele) Bonn verbissene Duelle. Meist hat der BFV die Nase vorn. Erst ab 1935 in der Gauliga Mittelrhein kann sich auch Tura hin und wieder durchsetzen.


    Die anderen halbwegs erfolgreichen Bonner Vereine gehören zu dieser Zeit noch nicht zur Stadt. Besonders der SV Beuel 06 von der falschen Rheinseite sorgt 1937/38 mit dem Gewinn der Mittelrheinmeisterschaft für Furore. Allerdings erhalten die 06er den Titel am grünen Tisch erst so spät, dass die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft schon von den nachträglich entthronten Alemannen aus Aachen bestritten wurde. Nach dem Krieg spielen die Beueler noch bis 1954 in der Landesliga und verschwinden dann in unterklassigen Ligen. Ebenfalls erstklassig vor 1933 ist der Godesberger FV 08. Die Godesberger halten sich nach dem Krieg lange im oberen Amateurbereich, 1956 als Gründungsmitglied der Verbandsliga Mittelrhein und später noch mal ab 1974, wobei aber die Qualifikation für die neue Oberliga Nordrhein 1978 verpasst wird. 1992 erfolgt dann das Aus und die Auflösung des Vereins. Der heutige Kreisliga-C-Club Godesberger FV sieht sich nur in der Tradition des alten FV08.


    Nach dem Krieg verliert der Bonner Fußball schnell den Anschluss. Für den BFV geht es in den 50er Jahren abwärts in die Dritt- und Viertklassigkeit. Erste Überlegungen zu einer Fusion der beiden Bonner Traditionsvereine stoßen zu dieser Zeit noch auf erheblichen Widerstand. Erst 1959/60 ist der Bonner FV in der II Division West wieder im „Profifußball“ angekommen. Das Abenteuer endet mit einem Schuldenberg und einem erneuten Niedergang bis in die Viertklassigkeit, die durch die Fusion mit Tura gerade noch verhindert wird.


    Im Gegensatz zum BFV verzichtet Tura auf das Vertragsspielertum und bleibt ein Amateurclub. Während der BFV in den 50er Jahren abrutscht, hält sich Tura zunächst im oberen Amateurbereich, erst 57/58 drehen sich die Verhältnisse wieder zugunsten des BFV. Auf den Aufstieg in die II. Division verzichtet Tura 1962 mit Blick auf den Schuldenberg des benachbarten BFV.


    Angesichts des wiederholten Scheiterns, sich im Profifußball zu etablieren, fusionieren beide Clubs 1965. Der Bonner SC geht fortan im Gronaustadion im Schatten des Langen Eugen in der Verbandsliga Mittelrhein an den Start. Der Erfolg stellt sich schnell ein. Weil Meister Düren 99 verzichtet, darf der BSC 1966 um den Aufstieg in die Regionalliga West spielen, ist aber chancenlos. Weil F95 und RWE in die Bundesliga aufsteigen, darf der BSC dennoch ein Play-off gegen den Regionalliga-Absteiger VfB Bottrop bestreiten, ist aber chancenlos. Weil der Verband den Bottropern nachträglich das Recht auf das Play-off-Spiel entzieht, steigt der BSC auf, ist aber chancenlos.


    Den nächsten Anlauf unternimmt der BSC 1968, u.a. mit dem 49-fachen uruguayischen Nationalspieler Horacio Troche, der einst Uwe Seeler beim WM-Turnier 1966 geohrfeigt hatte. Diesmal hält sich Bonn bis 1971 in der damaligen 2. Liga. In der Zeit verlässt der BSC die Gronau, die dem wachsenden Bundestagsareal im Weg steht. Dadurch wird das Stadion zwar zur Heimstatt des FC Bundestag, muss aber später dem Schürmann-Bau und dem Post-Tower weichen.


    In den 70ern ist der BSC wieder nur drittklassig. Die Euphorie der Fusion ist verflogen. Die Vereinschronik verzeichnet 1974/75 etwa nur 273 Zuschauer gegen Westwacht Weiden. Die Spielzeit in der 2. Bundesliga Nord beenden die Bonner mit einem Schuldenberg. In den 1980er Jahren ist der Bonner SC mal Oberligist, mal nur Verbandsligist. Abgesehen von kurzen Episoden in der Regionalliga West/Südwest bleibt der BSC vom Profi-Fußball auch in den 90ern weit entfernt.


    In jener Zeit wird der Verein recht einseitig von dem exzentrischen Bonner Unternehmer John Viol am Leben erhalten, der mit kuriosen Ideen dem BSC ein bisweilen zwielichtiges Image verpasst, wie etwa mit der Idee, 1998 die kubanische Nationalelf für den BSC auflaufen lassen zu wollen. 2009 ist der Bonner SC wieder in der Regionalliga, verliert wieder die Lizenz und muss sogar in die Insolvenz. 2015 treffen die Bonner in der Mittelrheinliga mit Blau-Weiß Friesdorf sogar wieder auf lokale Konkurrenz. Die Friesdorfer, eine Fusion im Jahr 1970 aus dem Eisenbahner SV Blau-Weiß Bad Godesberg und DJK Concordia Friesdorf haben sich mittlerweile als zweite Kraft im Bonner Fußball etabliert. Der Bonner SC hingegen ist seit 2016 wieder viertklassig, spielt in der Regionalliga aber meist nur gegen den Abstieg.


    Wunsch: keiner

  • Platz 19

    Fast schon mit Bedauern nehme ich zur Kenntnis, dass wir uns nun den "Bundesliga-Rängen" nähern und dieser, sich von vielen anderen Threads hier im Forum wohltuend abhebender Thread langsam aber sicher seinem Ende entgegensieht.

    Ludovicus Porcus